Beiträge von SeeBee

    Was Depressiven oft fehlt, ist Klarheit

    Hattest Du je eine Depression? Ja, Klarheit geht da verloren. Weil man sich das Hirn zermartert bis man meint, sein Schädel müsste jeden Augenblick explodieren. Da wird es dann schon auch mal unklar.

    Das andere was du sagst, meinte ich auch, als ich sagte, dass man mit VTs (und anderem) aufpassen muss. Dennoch muss ich anmerken, dass - auf VTs bezogen, sie im Endeffekt nur genau das zum Ausdruck bringen, was zumindest bei mir eine Ursache meiner Depression war. (Sie bringen das aber zum Ausdruck angereichert mit einer menge Schindluder natürlich - warum ist das so? Da sie von Leuten in die Welt gesetzt werden, die sich mit denselben Dingen rumschlagen.)

    Die Methode kann nicht sein, zu fliehen. Man muss sich dem stellen. Dass sich daraus dann manche einen Katalog der persönlich favorisierten VTs ala "Flat Earth und Reptoide find ich gut" zusammenbasteln ist ebenso wahr wie der falsche Weg. Ich habe mich bei den ganzen Sachen vorrangig immer gefragt, wie kommt dieses Misstrauen zu Stande, dass solche Sachen so populär sind. Heute weiß ich, dass es eine Grenze gibt, zwischen echtem Humbug und dem , was gesellschaftlich lediglich geächtet ist. Und ich weiß, dass die wenigsten da klar differenzieren. Hätte ich mich den Themen nicht gestellt, würde das alles irgendwo ungeklärt in den Untiefen meines Verstandes rumgeistern - und ich musste wirklich tief graben, um das alles zum Ausdruck zu bringen. Du nanntest - mal wieder - Antisemitsmus. Ich habe bei der Gelegenheit eine Menge antisemitische Indoktrination entlarvt und ausgesondert, die man mir ins Herz und ins Hirn geschissen hat. Ich halte das nicht für einen Fehler.

    Der Mensch braucht Hobbys, was bei depressiven vor allem fehlt ist der Spaß am Leben. Doch wenn man sich in den stürzt, ohne die Ursachen seiner Depression so tief es geht aufzuarbeiten dann endet das ähnlich, wie wenn sich solche Leute in die Arbeit stürzen und Workaholic werden. Damit fabriziert man Ersatzbefriedigung und Süchte.

    Körperliche Ursachen werden bei psychischen Erkrankungen oft überbewertet, habe ich den Eindruck. Jemand der psychisch im Kern gesund ist, der lässt sich auch von Krankheit und Tod nicht in eine Depression stürzen. Überhaupt werden gerne psychische Krücken geboten, an denen sich erkrankte eine Zeitlang hochziehen können, aber die Ursache beheben sie nicht.

    Zunächst mal Gratulation, dass du es tatsächlich schaffst, in meinem privaten Schwurbelthread nicht ausfallend zu werden. Ich werde versuchen, das nicht zu befeuern.


    Würde die Berichterstattung dazu ausfallen, wäre das fragwürdig

    Was meinst du damit? Ich habe die Presselandschaft zum Thema eigentlich gar nicht verfolgt, gehe aber davon aus, dass es zumindest neutral gehandhabt wird, weil es doch im Spektrum der Agenda liegt.

    Volkserzieher spielen sie halt in sofern, dass sie eben nicht neutral berichten sondern sehr stark polarisieren und werten. Der Bürger wird nicht mit Information versorgt um sich seine Meinung zu bilden, er wird mit Meinung versorgt um seine Informationen einzuengen.

    Naja, es ist ja sehr unterschiedlich, was Leute interessiert. Hast du dich je gefragt, wie es kommt, dass dieselben Themen innerhalb kürzester Zeit in fast allen Leitmedien beackert werden? Machen die innerhalb einer halben Woche Umfragen und stellen fest, dass die Leute ausgerechnet dieses Thema interessiert?

    Oder ist es nicht vielmehr so, dass die eingebetteten Leitmedien natürlich an den selben Presseagenturen hängen und hier eine Gleichschaltung und in wesentlichen Themen selbstverständlich auch (politische) Vorgaben existieren? Das ist für mich die Definiiton der Leitmedien. Wobei Leitmedien auch zumindest theoretisch in der Form denkbar wären, dass sie einfach nahe an den Menschen sind und populäre, interesannte Themen liefern - ganz freiheitlich, unabhängig und losgelöst von Gleichschaltung. Das ist aber eine Utopie. Nein. Man nennt es freie Medien. Naja. Ganz toll sind die auch nicht nur ;-)

    Ansonsten versuch doch mal nicht immer nur dagegen zu reden. Du wirst ja nicht allen Ernstes behaupten wollen, dass das was ich da schildere niemals nicht auch nur von einer einzigen Person im ganzen Universum so gelebt oder gedacht wurde. Die Frage kann nicht sein, ob es wahr oder eine Lüge ist, sondern nur, ob das Thema tatsächlich so relevant ist, wie ich das sehe. (Und so relevant ist es für mich auch nicht, ich hänge ja nicht 24/7 auf der Unity rum und schwurble von Massenmanipulation...)

    Ja, den Fokus auf das Scheitern legen ist sicherlich das, was man als depressiver braucht. :rolleyes:

    Und das meine ich mit einem :rolleyes: auch im Bezug darauf, dass man das Scheitern irgendwie aufarbeitet. Das ist dann das abstraucheln, das ich meinte. In einer depressiven Phase ist das eher nicht angebracht. Ausnahme ist wohl bei Prokastrination.

    Alles andere ist die weltliche Ablenkung von der ich sprach. Bei bestimmten Dingen, wie Verschwörungstheorien oder auch Politik allgemein, Drogen, Beziehungen usw. muss man aufpassen, dass man nicht in einen Scheiss abrutscht, wofür man als depressiver natürlich anfällig ist. Bei mir liegt da die Gefahr aber eher, mich abzukapseln. Aber solange ich beschäftigt bin, was zu "Schwurbeln" habe und nette Gespräche mit dem @Unmensch führen kann, gehts mir halb so schlimm ;-)

    . Und eine toxische Beziehung mit einem anderen Menschen, der genauso kaputt ist wie du, brauchst du auch nicht.

    er ist nicht kaputt. er muss nur stabil werden und sein selbstbewusstsein aufbauen

    Nun gut, dann ersetze 'kaputt' durch 'beschädigt'. Ich würde dies so gezielt angehen wie eine Reha-Maßnahme für körperliche Gebrechen. Gesundwerden ist ein (langsamer) Prozess und die mentale Haltung ist entscheidend. Das Problem ist, dass es sehr viele mögliche Ausreden und Vermeidungsstrategien gibt, die das individuelle Wachstum bzw. den eigenen Heilungsprozess sabotieren. Eine besteht darin, die Verantwortung für die eigene Situation auf 'die Gesellschaft' abzuwälzen. Es gibt bestimmte gesellschaftliche Rahmenbedingungen, sprich die finanzielle Absicherung, die eine Rolle spielen, aber davon abgesehen ist man letztlich selbst für sich verantwortlich.

    @Pat92: Da die Ausgangsfrage in deiner Überschrift war, 'wie schafft IHR es, weiterzumachen', mein kleiner Ansatz hier im Forum ist dieser Thread als Gegengewicht zu Opferhaltung und dem Fingerzeig auf die böse Gesellschaft, was Unity-typische Reaktionen sind: Der Weg des Kriegers

    Wie schon in den anderen Postings angedeutet, ist der beste Ratschlag, den du hier bekommen kannst, dich selbst in Form von Babysteps wieder aufzubauen. Ich würde mich Schritt für Schritt auf die Dinge fokussieren, die in deinem direkten Einflussbereich liegen (Schluss mit Drogen jeder Art, gesunder Schlafrhythmus, körperliche Fitness, 'Achtsamkeit' bzw. bewusste Wahrnehmung usw.), und hier einen langsamen Fortschritt anstreben. Es macht keinen Sinn, das Pferd von der falschen Seite aufzuzäumen (der Aufbau von Beziehungen ist ein klassisches Beispiel). Selbstachtung zu entwickeln ist ein schwerer Prozess, besonders mit problematischer Vorgeschichte, aber wie soll es ohne gehen?

    Da stimme ich in einigen Punkten zu, möchte aber dennoch einhaken bei folgendem Punkt:

    - Das mit der Gesellschaftskritik und der Opferrolle ist kein valides Argument. Natürlich "darf" man sich über Mißstände aufregen und Kritik üben und natürlich gibt es Opfer (Der Umstände, des kapitals, der repression usw). Dass man sich in Selbstmitleid deswegen badet ist nicht zwangsläufig wird aber (nicht nur) von Lonewolf irgendwie so dargestellt (deshalb "Strohmann").

    Vielmehr ist es doch so, dass diese Gesellschaft kranke Leute produziert. Dazu braucht man sich nur mal die steigenden Absatzzahlen an Psychopharmaka und psychischen Erkrankungen anschauen. Letztlich geht das auf die Kappe der Einzelnen und in einer Gesellschaft, in der bald jeder irgendwie einen an der Waffel hat ist es auch ziemlich contra produktiv, zu raten, sich von "kaputten" Leuten als "kaputter Leut" fernzuhalten. Die Gesellschaft hat sich schon viel zu sehr isoliert. (Generell gesprochen, im Einzelfall gilt es natürlich abzuwägen, mit wem man abhängt)

    Ja, den Weg des Kriegers muss man manchmal gehen, wenn man am Boden liegt. Man muss aber auch drauf achten, dass man rechtzeitig die Kurve griegt, wenn man wieder steht und nicht anfängt, auf am Boden liegende einzuknüppeln. Das ist die Gefahr. Aber es ist müßig, da Tipps zu geben. Wer liebt, der liebt und wer hasst, der hasst. Es hat noch keiner anhand guter Ratschläge die Nächstenliebe erlernt. Von daher solltest du die Dinge nehmen wie sie sind. @Pat92 . Ich lag auch oft am Boden und habe irgendwann gemerkt, dass geduldiges abwarten und aussitzen da mehr hilft, als sich einen abzustraucheln. Es zwingt einen niemand zu stehen. Es kann auch mal erholsam sein, liegen zu bleiben, solange man sich nicht in einer spirale des selbstmitleids dreht. Und so mancher der steht wurde hochnäsig und eingebildet.

    Deshalb ist definitive Antwort auf die Frage "Wie schafft ihr es weiter zu machen wenn ihr keinen Bock mehr habt?" ganz einfach:

    "Gar nicht. Wenn ich keinen Bock habe, weiterzumachen dann ruhe ich mich aus und mache weiter, wenn ich wieder Bock habe."

    Eigentlich einfach, oder? :)

    Bekanntlich schimpfe ich ja gerne über Leit- und Massenmedien da sie mit dem von Le Bon propagierten "demokratischen Meinungsmanagment" und Manipulation über Massenpsychologisches Arsenal die Verdummung der Menschheit befeuern. So zumindest die These. Jetzt kam mir gerade der Gedanke, ob ich mir damit nicht selbst widerspreche, denn eigentlich propagiere ich damit das was ich eigentlich verachte: Medien als Volkserzieher. Denn eigentlich liegt das Problem und die Ursache beim Einzelnen in der zunehmend dekadenten (demokratischen) Endzeit.

    Doch die Sache stellt sich noch ein bisschen anders dar: Denn das Problem ist, dass die Medien sich eben dieser Rolle des Volkserziehers anmaßen.

    Dabei sollten doch irgendwann diese Leute, die sich anmaßen, selbsternannte Weltführer zu spielen und sich über ihre Mitmenschen stellen, diese bevormunden und ausbeuten endlich mal vor Scham im Boden versinken, wenn sie sich anschauen, wohin ihre Rolle die Menschheit bewegt hat: Zu einem Wildwuchssystem, in dem kein halbes Jahr vergeht, bis die Menschheit das jährliche umweltverträgliche Pensum an Umweltbelastung und Ressourcenabbau überschritten hat und Leute aus Angst vor dem Weltuntergang schon anfangen, sich aus Protest auf die Straße zu kleben. Ja, es scheint tatsächlich so, dass die Dummheit regiert, weil die Klugen sich beschämt zurückziehen und realisieren, dass die Welt dem Untergang geweiht ist.

    Von daher muss ich meine Selbstkritik revidieren. Mein Fazit bleibt schlüssig.