Beiträge von _604_

    Für mich eine Art persönliche Hymne:

    "The Tyger
    By William Blake

    Tyger Tyger, burning bright,
    In the forests of the night;
    What immortal hand or eye,
    Could frame thy fearful symmetry?

    In what distant deeps or skies.
    Burnt the fire of thine eyes?
    On what wings dare he aspire?
    What the hand, dare seize the fire?

    And what shoulder, & what art,
    Could twist the sinews of thy heart?
    And when thy heart began to beat,
    What dread hand? & what dread feet?

    What the hammer? what the chain,
    In what furnace was thy brain?
    What the anvil? what dread grasp,
    Dare its deadly terrors clasp!

    When the stars threw down their spears
    And water'd heaven with their tears:
    Did he smile his work to see?
    Did he who made the Lamb make thee?

    Tyger Tyger burning bright,
    In the forests of the night:
    What immortal hand or eye,
    Dare frame thy fearful symmetry?"

    Dieser Forenbereich passt zwar auch nicht 100%ig für diesen Thread, aber schien mir trotzdem noch am passendsten. Ich fange einfach mal an, aber die Idee ist auch, dass andere ihre Buchempfehlunge hier reinposten können.

    1) Raoul Vaneigem - Handbuch der Lebenskunst für die jungen Generationen (https://schmecks.noblogs.org/files/2012/07/…lebenskunst.pdf)

    Das Buch hab ich zuerst online auf Englisch gelesen und dann 2 mal die deutsche Ausgabe gekauft, einmal für mich selbst und einmal zum weiterborgen - und dann noch einmal auf Deutsch gelesen. Ich finde das Buch sowohl inhaltlich, als auch von den Formulierungen her, extrem ansprechend, man muss zwar zum Teil sehr langsam und genau und manche Stellen vielleicht trotzdem mehrmals lesen, um sie verstehen zu können, aber ich mag die poetische, metaphorische Sprache darin sehr. Ein kurzer Blick auf das Inhaltsverzeichnis sagt hier meines Erachtens bereits eine Menge über den restlichen Inhalt des Werkes aus.

    2) I Ging - Das Buch der Wandlungen (https://schuledesrades.org/public/iging/buch/)

    "Das Buch der Wandlungen ist weit und groß. Redet man von der Fer­ne, so kennt es kei­ne Schran­ken. Re­det man von der Nä­he, so ist es still und recht. Re­det man vom Raum zwi­schen Him­mel und Erde so um­faßt es alles." Das Buch der Wandlungen hab ich nur fast vollständig gelesen, aber es hat mich sehr stark beeinflusst. Es ist sowohl ein Orakel- als auch ein Weisheitsbuch und eignet sich für beide beide Zwecke vorzüglich.

    3) Patanjali - Die Wurzeln des Yoga (hab ich online nicht wirklich gefunden, aber das scheint es im wesentlichen zu sein https://sperzelhp.de/?p=87 <- der PDF-Download funktioniert)

    Dieses Buch hab ich bisher sogar nur bis zur Hälfte gelesen, aber ich finde es so beeindruckend und inspirierend, dass ich es hier trotzdem nicht unterschlagen möchte. Bei dem Link fehlt leider der Text der Original-Sutren, das macht das Ganze vielleicht etwas trocken und meinem Gefühl nach weniger ansprechend, auch wenn man die Original-Sutren natürlich noch extra andernorts finden könnte.

    4) Isaac Asimov - Die Foundation Trilogie (https://ia800602.us.archive.org/25/items/Asimo…_foundation.pdf <- online leider nur auf Englisch gefunden)

    Und zu erstmal guter Letzt noch ein Roman. :) Science Fiction. Diese tausend Seiten hab ich glaub ich in 2 Tagen verschlungen. Die Geschichte hat etwas schleppend begonnen, aber nachdem ich die ersten ein oder zwei Kapitel des ersten Buches der Trilogie durchgehalten hatte, begann sie mich regelrecht aufzusaugen.

    Für alle Diablo 2-und-Konsorten-Fans möchte ich Path of Exile wärmstens empfehlen. Ich spiele nicht viel, aber PoE hat mich immer wieder mal mehrwöchig an die die 50 bis 100 Stunden pro Woche gefesselt. Der passive Skill Tree des Spiels vermittelt eine ungefähre Idee davon, welche Komplexität und Möglichkeiten auch der Rest des Spieles bieten. https://www.pathofexile.com/passive-skill-tree

    Verfügbar gratis auf Steam und als Standalone bzw., wenn man sich quälen möchte, auch auf PS4? PS5? - irgendsowas.

    Ok dann bin ich jetzt ein bisschen verwirrt was du genau meinst. Aber ist jetzt auch nicht so wichtig, ich denke ich stimme im Großteil mit dir überein.

    Es sind beides mathematische "Tatsachen". Wieviel Bedeutung man ihnen zumessen (ich mehr, andere scheinbar weniger) oder ob man einen Zusammenhang zwischen ihnen herstellen möchte (zum Beispiel, indem man sie einander aufrechnet), kann jeder selbst entscheiden oder kann eben auch diskutiert werden.

    "It is not the job of artists to give the audience what the audience want. If the audience knew what they needed, then they wouldn't be the audience - they would be the artist. It is the job of the artists to give the audience what they need." -Alan Moore

    “There is some confusion as to what magic actually is. I think this can be cleared up if you just look at the very earliest descriptions of magic. Magic in its earliest form is often referred to as “the art”. I believe this is completely literal. I believe that magic is art and that art, whether it be writing, music, sculpture, or any other form is literally magic. Art is, like magic, the science of manipulating symbols, words, or images, to achieve changes in consciousness. The very language about magic seems to be talking as much about writing or art as it is about supernatural events. A grimmoir for example, the book of spells is simply a fancy way of saying grammar. Indeed, to cast a spell, is simply to spell, to manipulate words, to change people's consciousness. And I believe that this is why an artist or writer is the closest thing in the contemporary world that you are likely to see to a Shaman.

    I believe that all culture must have arisen from cult. Originally, all of the faucets of our culture, whether they be in the arts or sciences were the province of the Shaman. The fact that in present times, this magical power has degenerated to the level of cheap entertainment and manipulation, is, I think a tragedy. At the moment the people who are using Shamanism and magic to shape our culture are advertisers. Rather than try to wake people up, their Shamanism is used as an opiate to tranquilize people, to make people more manipulable. Their magic box of television, and by their magic words, their jingles can cause everyone in the country to be thinking the same words and have the same banal thoughts all at exactly the same moment." -Alan Moore

    Das meiner Meinung nach Essenzielle dieser beiden Zitate, aber auf Deutsch: Heutzutage wird Kunst für billige Unterhaltung und Manipulation genutzt. Leider. Die Menschen bekommen, was sie wollen (Ablenkung), statt dem, was sie bräuchten (Inspiration).

    Ich finde es tatsächlich absurd, nur zu 1/80m bestimmen zu können, was mit mir selbst passiert, aber dafür zu einem verschwindend geringen Bruchteil über 80m andere Menschen mitbestimmen zu können.

    hm, irgendwie weiß ich gerade nicht mehr wie Sinnvoll das überhaupt ist das so Miteinander aufzurechnen. So fragen wie, wie soll unsere Außenpolitische Position zu China aussehen im vergleich zu was möchte ich studieren sind ja unterschiedliche fragen. Das eine bezieht sich ja eigentlich nur auf den Staat und das andere bezieht sich auf sich selbst. Wie kann man diese fragen mit einander vergleichen beziehungsweise was heißt 1/80m Entscheidungsautonomie von dem einen im vergleich zur 100% Entscheidungsautonomie bezüglich das was man studieren möchte? Was soll das überhaupt heißen. Spontan würde ich sagen, dass das einfach unterschiedliche Kategorien sind.

    Ok, das war mißverständlich von mir formuliert. Denk dir bitte das "dafür" weg. Es macht nämlich auch aus meiner Sicht keinen Sinn, das so miteinander aufzurechnen.

    Zitat

    Dieses man übt auch zu einem 1/80m Macht über andere aus, wodurch es sich wieder lohnt, war wahrscheinlich aber wirklich von mir ein bisschen zu kurz Gedacht. Ich denke es geht da mehr um Beteiligung an der Gesellschaft in der Hoffnung das wir mehr sind als nur unsere Einzelteile.

    Denke ich auch.

    Zitat

    Ja das ist wahrscheinlich die interessantere Frage. Was denkst du wer profitiert davon? Ich habe mal vor ein paar Tagen in diesem Thema ein Text darüber geschrieben warum ich denke das durchs nicht wählen vor allem die Konservativen Profitieren(Konservativ in dem Sinne das sie das momentane System erhalten wollen), was denkst du darüber?

    Unsere politischen Systeme haben meiner Meinung nach in den letzten Jahrzehnten hauptsächlich gezeigt, dass Veränderungen fast ausschließlich auf quantitativer Ebene (es wird an Rädchen gedreht) und äußerst selten auf qualitativer Ebene (es werden ganze Rädchen ausgewechselt oder neu angeordnet) stattfinden. Meiner Meinung nach wird eben an den Rädchen nur so sehr gedreht, dass sie nicht komplett ausgetauscht oder neu angeordnet werden müssten. Das "System" wird tendenziell in seinen Wirkungsmechanismen so lange wie möglich durch so wenig Änderung wie möglich aufrechterhalten. Profiteure sind definitiv zumindest alle mit viel Macht und Geld - diese haben natürlich auch ein gewisses Interesse daran, dass sich das System nicht wesentlich ändert, könnten also als "konservativ" bezeichnet werden.

    Zitat

    Das stimmt, ich denke zwar das verhindern trotzdem ein legitimer Grund ist aber man sollte natürlich nicht einfach nur wählen um zu wählen. Das ist natürlich Schwachsinn.

    Wenn mir jemand sagt "Ich gehe das geringere Übel wählen, um das größere Übel zu verhindern", werde ich nicht versuchen, demjenigen das auszureden. Wenn ich das größere Übel tatsächlich als bereits sehr bedrohlich einschätzen würde, würde ich denjenigen vielleicht noch fragen, was er sonst noch dagegen unternimmt. Schließlich gibt es Gründe für Entwicklungen, wie zum Beispiel ein erstarken autoritäre/diktatorische Ideologien eine Entwicklung ist, gegen die man ein vielfaches mehr tun kann, als einfach nur wählen zu gehen.

    Zitat

    Ich denke aber trotzdem das Wahlen im Kern ein Zugeständnis der Mächtigen an die Masse ist, dieses Zugeständnis wird aber durch andere Methoden unschädlich gemacht wie Medien, Schulen etc.

    Ich kann es durchaus als Zugeständnis sehen. Aus der Perspektive des Klassenkampfes ist das demokratische Wahlrecht ein Ergebnis eines Machtverhältnisses zwischen "den Mächtigen" und "der Masse". Sozusagen ein gegenseitiges Zugeständnis ("Ihr dürft wählen, dafür gebt ihr euch mit dem Wählen zufrieden", "Ihr lasst uns wenigstens unser Wahlrecht, dafür verlangen wir nicht mehr Mitspracherecht"). Ein großes Problem ist dabei meiner Meinung nach, dass man gewissermaßen schon zu den Profiteuren gehören muss, um überhaupt eine Partei gründen und innerhalb des System tatsächlichen Einfluss nehmen zu können. Viele Menschen haben nicht die nötige "Freizeit" oder sonstigen Ressourcen, um sich überhaupt innerhalb des Systems politisch engagieren zu können und man könnte es sogar so sehen, dass jemand, der diese Ressourcen in ausreichendem Ausmaß hat, damit bereits zu den Profiteuren gezählt werden kann.

    Medien und Schulen sind aus struktureller Sicht meiner Meinung nach Gleichschaltungs- und Verdummungssysteme. Das bedeutet nicht, dass man in der Schule gar nichts lernt, sondern dass man in erster Linie genug lernt, um wirtschaftlich möglichst reibungslos genutzt werden zu können. Und natürlich gibt es immer wieder einzelne Fächer und Lehrende, die auch den Anspruch haben, Schüler zu kritischen und selbstdenkenden Individuen zu erziehen, aber das scheint mir eher ein aus struktureller Sicht unbeabsichtigter "Nebeneffekt" zu sein, dem auch nur eine sekundäre Wirkung zuteil kommt. Bei den Medien ist das etwas differenzierter. Wenn wir von passivem Konsum von Medien sprechen würde ich hauptsächlich zwischen solchen, bei denen der Konsument selbst wählen kann, zu welche Themen er komsumieren möchte, und solchen, wo diese Auswahl praktisch gar nicht oder nur stark eingeschränkt möglich ist, unterscheiden.