Gut, irgendwie verstehe ich, dass Leute ohne Autismus vielleicht einiges nicht so gut miteinander verknüpfen können
Ich denke, unsere Neurodiversität könnte man durchaus in Betracht ziehen, allerdings sollte man bedenken, dass einen gesunden Menschenverstand etwas anderes ausmacht. Autismus ist weder eine Entschuldigung, noch eine Benachteiligung darin, was das kritische Hinterfragen angeht.
Hierbei sollte sich jeder an den eigenen Kopf fassen und überlegen, was denn sinnvoll ist und dem wäre selbst ein Dummkopf aus der hintersten Reihe würdig!
Ich kenne Menschen, die Dinge phänomenal miteinander verknüpfen können und zu Gedankengängen ganz neue Verbindungen herstellen. Es ist eine Wonne, sich von diesen inspirieren zu lassen.
@Dian, ich habe das Video von dir gesehen und was soll ich sagen ... Aua.
Du spiegelst einige Hauptmängel an dem heutigen Schulsystem exakt wieder. Es ist einfach schmerzhaft dir zuzuhören und dabei jeden verdammten Satz, alles Erwähnte, an sich und dem Schulalltag wiederzuerkennen. Auch ich kann bestätigen, dass viele Interessen nach den ersten paar Unterrichtseinheiten nach und nach abklingen. Natürlich verbleibt noch die eine oder andere Neigung und Leidenschaft oder wird noch eines Tages entdeckt, doch früher oder später wird man von dem Unterrichtsfach enttäuscht. Der größte Spaß am Lernen wird einem geraubt. Ohne Bedenken weggenommen. Durch falsche Ansichten, Methoden, Lernstrukturen, etc. Dann wird von uns, von jedem Einzelnen, erwartet, dass wir mit Enthusiasmus, Auffassungsvermögen und hoher Lernmotivation Tag für Tag dabei sind und zwanghaft die größten Anforderungen in jedem einzelnen Fach erfüllen. Es wird Perfektionismus erwartet und der macht auf Dauer krank. Wer den Mist mitmacht, wie eine Maschine schuftet und ausgleicht, wofür er nicht geboren wurde, verdient Auszeichnungen, doch was sind sie wert? Für das Leben hat man nicht viel gelernt. Schön, vielleicht kann ich mich nun für die nächsten Wochen daran erinnern, warum im Jahre 1905 ein Feld nicht geerntet wurde. Allgemeinbildung, gell ...
Ich befinde ich mich an einer Schule mit Nachmittagsunterricht. Wenn ich um 16 Uhr nach Hause komme, bin ich erst einmal geschaffen und für ein bis zwei Stunden nicht mehr in der Lage, etwas Sinnvolles zu tun. Es verbleiben die Hausaufgaben, das Lernen für die Tests und Klasuren, etc. Doch was ist mit dem Privatleben? Sind wir nicht alle Individuen mit einer Familie und Beschäftigungen, die wir sonst gerne machen? Je anspruchsvoller es wird, desto weniger Zeit finde ich um Klavier und Geige zu üben, mich mit der Astrophysik zu beschäftigen oder um Bücher zu lesen ...
Du hast auch eine gute Vorstellung davon, wie man den nötigen Lerninhalt effizient an die Schüler vermittelt, allerdings stellt sich mir die Frage, was mit den „Sonderfällen” geschehen soll, die sich weniger für das Übliche interessieren oder gar eine Abneigung haben? Würde das ebenfalls auf der Basis der Mehrheit ablaufen?
Bin aber auch etwas neugierig jetzt, wieso du dich in so jungen Jahren schon für solche Themen interessierst... Warst du schon immer irgendwie deiner Zeit (bzw. deinen Altersgenossen) voraus? Oder gab es irgendein konkretes Erlebnis, was dich dazu gebracht hat, über solcherlei Dinge nachzudenken?
Zum Teil war ich immer so und besitze ziemlich untypische Interessen. Zum anderen Teil galt ich immer als die, mit den „strengsten Eltern”, was ich nicht leugne. (Die „asiatische Erziehung” nennt man das, vermute ich.) Ich wurde mehrmals zum Opfer des Mobbings und werde ausgegrenzt, was meine Gedanken darüber und den Rückzug in diese eigene kleine Welt noch weiter verstärkt. Der Ursprung dessen befindet sich doch offensichtlich in genau diesem Punkt.