Beiträge von Lissaminka

    Ich will auch mein Fett wegkriegen wegen irgendwas, fühle mich ausgegrenzt. :cursing:

    Ausnahmsweise: Für dich sollte man ein explizites Verbot zum Bearbeiten und Löschen von Beiträgen aufstellen. ;)

    Und du brauchst einen Therad, in dem dir alle mal aufschreiben sollen müssen, wie toll du bist.

    Scheiße, ich glaub ich hab gegen Paragraph 99 verstoßen. Ich hoffe, ich bekomme jetzt nicht Besuch von der Rechtschreib-Gestapo.

    Geht gar nicht ... :grumble:

    Wenn hier nun schon jeder über jeden abkotzt ... :popcorn:

    Dian, setzt du vor drei Punkte eigentlich absichtlich keine Leerzeichen? Das hat mich schon immer irritiert.

    Auslassungspunkte – Wikipedia

    Yatan, du versuchst krampfhaft, die 1.000 Beiträge zu erreichen.

    @Unmensch, dein Profilbild mag ich auch nicht, ich habe auf alle Planeten unseres Sonnensystems gewartet. Die Monde meinetwegen auch.

    @Ich bin genervt davon, dass mir alle Tippfehler erst nach dem Klick auf "Absenden" auffallen.

    Zitat von Celdur

    Wird aber auch gegenwärtig fleißig praktiziert.

    Die Ein-Kind-Politik aus China kommt mir da in den Sinn, ist ein ähnliches Prinzip.

    Zitat von Celdur

    Erinnert mich jetzt irgendwie an diesen sympathischen Kerl. Nicht böse gemeint. :D

    Wie gesagt, es ergibt keinen Sinn, irgendwelche Nazi-Ideologien mit einer realen Bedrohung oder einem biologischen Notstand zu verknüpfen.

    Und bevor mir nun noch ein kalt-rationales Wesen ohne moralische Bedenken vorgeworfen wird, löst erst mal das Trolley-Problem. :D

    Achtung, folgender Beitrag enthält möglicherweise Spoiler!


    und bevor mir Lissaminka jetzt wieder sagt, dass ich mich nicht ständig dafür entschuldigen soll: Ich bereue nichts! Keine Zeile davon.

    Oh Mann, hätte ich das noch gestern gelesen, als ich bei Kapitel 18 war und eine gewisse Person scheinbar starb, wäre ich spätestens jetzt ausgerastet. :waah:

    (War also eine gute Entscheidung, diesen Therad erst dann anzuklicken, sobald ich mit dem Buch durch bin.)

    Ansonsten traten während des Romans noch ein paar inhaltliche Fragen auf, die sich erst sehr spät geklärt haben und im Grunde verzichtbare Verwirrung stifteten (Beispiel: Kevins Elternhaus wird niedergebrannt, um mit etwas Glück nebenbei noch die Spuren zu verwischen und den rechtlichen Konsequenzen wird viel mehr Beachtung gewidmet als dem ersten Mord, trotz der Tatsache, dass es sich mitten im Nirgendwo befindet und der erste Mord des Lehrers aus einer relativ bewohnten Gegend keine Rolle mehr spielte - obwohl sich zum Schluss herausstellt, dass der Täter dem Komissar offenbar bekannt war. Vielleicht habe ich nur nicht genau gelesen.)

    Kleinigkeiten, wie dass das Haus im Wald steht, davor noch die geparkten Autos sind, und sie es dennoch bedenkenlos abfackeln, stören mich jetzt nicht allzu sehr.

    Die Gespräche im Epilog klärten noch etwas auf, schienen aber leicht wirklichkeitsfremd.

    Die sprachliche Entwicklung, sowie die Entfaltung der Charaktere habe ich im Laufe der Zeit auch vernommen.

    Im Großen und Ganzen mag ich den Roman sehr, hat zusätzlich so eine idealistische Atmosphäre an sich.

    Ich bin furchtbar schlecht im Bewerten, aber wenn es sein muss und ich streng bin, 8,5/10.

    Danke für dieses tolle Werk. :)

    Hm, @Celdur, keine Sorge, ich benötige auch meine gute Zeit, um die Gedanken erst auszuformulieren.

    Das Thema Selektion haben wir letztes Jahr in Bio mal angeschnitten, da musste ich zuerst kurz den Wikipedia-Artikel überfliegen, um letztlich K. Lorenz' Ansatz aus Dians Zitat überhaupt nachvollziehen zu können.

    Und Schachtelsätze ... tja, die sind einfach toll *g*.

    Aber der Mann hat es zumindest versucht. ;)

    Das mag natürlich sein, aber andererseits bezweifle ich fast, dass er selbst jemals auf diesen Gedanken gekommen wäre.

    Es ist ein guter Denkanstoß für die nächste Ethik-Stunde, da wir uns mit dem Text noch befassen werden.

    Verfallserscheinungen aus Mangel an natürlicher Auslese...

    Was das angeht, so denke ich nicht, dass die künstliche Selektion an Menschen (u.a. gesellschaftlich) gut ausgehen würde, insofern das mit „Bekämpfung” gemeint ist.

    Aus dem biologischen Standpunkt heraus kann ich den Gedanken aber gut nachvollziehen - wenn die natürliche Auslese nicht genügt und die Spezies im Extremfall der Gefahr ausgesetzt ist, auszurotten, so ist die Herbeiführung einer effektiven DNA-Sequenzierung sogar ganz sinnvoll.

    In Richtung Moral ist es allerdings wie das Beispiel mit dem Raumschiff, in welchem zehn Leute Platz haben, die weit weggebracht werden und für das Überleben der Menschheit sorgen sollen, während der Rest auf der Erde untergeht.

    Die selbstlose Frage sollte dann lauten: Wen nehmen wir?

    Aus einer gesellschaftlichen oder gar anarchistischen Perspektive betrachtet und von der Ausnahmeerscheinung, dass der Weltuntergang bevorsteht, mal abgesehen, ist es ...

    a) nicht richtig, Verfallserscheinungen an einem Individuum oder Kollektiv festzumachen (davon ausgegangen, dass es z.B. nur gesellschaftliche Prägungen sind und keine gesundheitlichen Einschränkungen),

    b) falsch, diesen durch einen reinen Ausschluss entgegenzuwirken und

    c) heuchlerisch und paradox, überhaupt anzunehmen, dass diese Art der Überordnung (sowie jede andere) langfristig einen positiven Effekt auf die Menschheit hätte.

    Dummheit ist wie ein Virus, das sich durch keine Selektion der Welt jemals auslöschen lassen wird.

    Ich denke, einige Vorwürfe bezüglich meines Lehrers nehme ich doch wieder zurück.

    Ganz ehrlich, ich kann diesen Mann überhaupt nicht einordnen und das ist schon wieder Grund genug, es hier in diesem Therad stehen zu lassen. :D

    Zunächst besteht er darauf, dass ihm alle bei der Begrüßung aufstehen, behandelt uns von oben herab und wirft während der Stunde mit Kreide nach Schülern, die ihm irgendwie auf die Nerven gehen, und im nächsten Moment redet er überzeugt etwas davon, dass sich der Mainstream immer weiter verdichtet und wie schlimm es mit der Gesellschaft steht, und so weiter.

    Über seine Unterrichtsgestaltung kann man sich im Ganzen nicht beklagen und bei Gruppendiskussionen führt er gerne auf, wie beschissen es ist, dass Leuten heutzutage normalerweise ein Standpunkt zugeteilt wird, den sie bedingungslos zu vertreten haben, für den sich eigentlich sowieso niemand interessiert, besonders in der Schule. Das macht er anders ... er lässt es uns offen.

    Nur was soll ich schon mit einem Haufen Altersgenossen anfangen, den das genauso wenig anspricht wie eine Mathegleichung?

    Zudem hat er offenbar jahrelang mit Leuten aus dem Jugendknast zusammengearbeitet, speziell in einer Suchtklinik und berichtet uns viel davon - unter anderem von einem Freund, der daran wohl verkümmert ist. Doch er verknüpft die Erzählungen auf eine Weise mit dem Unterricht und scheint wirklich zu wissen, wovon er redet, sobald er Kritik an bestimmten Strukturen ausübt.

    Letzte Woche lasen wir einen Text von Konrad Lorenz, zu welchem er sich so zustimmend äußert, dass er doch glatt einer aus der Unity sein könnte.

    Äußerst seltsamer Typ, im Vergleich zu anderen Lehrern kaum zu durchschauen, aber zumindest sympathisch.

    P.S., wen es interessiert:

    Konrad Lorenz: Der Mensch, ein selbstzerstörerisches Wesen

    Alle Gaben, die dem Menschen aus seinen tiefen Einsichten in die umgebende Natur erwachsen, die Fortschritte seiner Technologie, seiner chemischen und medizinischen Wissenschaften, alles, was dazu angetan scheint, menschliche Leiden zu mindern, wirkt sich in entsetzlicher und paradoxer Weise zum Verderben der Menschheit aus. Sie droht genau das zu tun, was sonst lebenden Systemen fast nie geschieht, nämlich in sich selbst zu ersticken. Das Entsetzlichste aber ist, dass bei diesem apokalyptischen Vorgange die höchsten und edelsten Eigenschaften und Fähigkeiten des Menschen, gerade jene, die wir mit Recht als spezifisch menschlich empfinden und werten, allem Anscheine nach die ersten sind, die untergehen.

    Wir alle, die wir in dichtbesiedelten Kulturländern oder gar in Großstädten leben, wissen gar nicht mehr, wie sehr es uns an allgemeiner, herzlicher und warmer Menschenliebe gebricht. Man muss einmal in einem wirklich dünn besiedelten Land, wo mehrere Kilometer schlechter Straßen die Nachbarn voneinander trennen, als ungebetener Gast in ein Haus gekommen sein, um zu ermessen, wie gastfreundlich und menschenliebend der Mensch dann ist, wenn seine Fähigkeit zu sozialem Kontakt nicht dauernd überfordert wird. [...]
    Das Zusammengepferchtsein vieler Menschen auf engstem Raum führt nicht nur mitteibar durch Erschöpfung und Versandung zwischenmenschlicher Beziehungen zu Erscheinungen der Entmenschlichung, es löst auch ganz unmittelbar aggressives Verhalten aus. [...]

    „Homo homini lupus" - „der Mensch ist für den Menschen das Raubtier” - ist ebenso wie der berühmte Ausspruch Heinroths ein „Understatement”. Der Mensch als einziger die weitere Entwicklung seiner eigenen Art bestimmender Selektionsfaktor wirkt leider keineswegs so harmlos wie ein Raubtier, und sei es das gefährlichste. Der Wettbewerb des Menschen mit dem Menschen wirkt, wie kein biologischer Faktor es vor ihm je getan hat, „der ewig regen, der heilsam schaffenden Gewalt” direkt entgegen und zerstört so ziemlich alle Werte, die sie schuf, mit kalter Teufelsfaust, deren Tun ausschließlich von wertblinden, kommerziellen Erwägungen bestimmt ist.

    Was für die Menschheit als Ganzes, ja selbst was für den Einzelmenschen gut und nützlich ist, wurde unter dem Druck zwischenmenschlichen Wettbewerbs bereits völlig vergessen.
    Man muss sich fragen, was der heutigen Menschheit größeren Schaden an ihrer Seele zufügt: die verblendende Geldgier oder die zermürbende Hast. Welches von beiden es auch sei, es liegt im Sinne der Machthabenden aller politischen Richtungen, beides zu fördern und jene Motivationen bis zur Hypertrophie zu steigern, die den Menschen zum Wettbewerb antreiben. Meines Wissens liegt noch keine tiefenpsychologische Analyse dieser Motivationen vor, ich halte es aber für sehr wahrscheinlich, dass neben der Gier nach Besitz oder nach beidem, auch die Angst eine sehr wesentliche Rolle spielt, Angst im Wettlauf überholt zu werden, Angst vor Verarmung, Angst, falsche Entscheidungen zu treffen und der ganzen aufreibenden Situation nicht oder nicht mehr gewachsen zu sein. Angst in jeglicher Form ist ganz sicher der wesentlichste Faktor, der die Gesundheit moderner Menschen untergräbt und ihnen arteriellen Hochdruck, genuine Schrumpfniere, frühen Herzinfarkt und ähnliche schöne Dinge zufügt. Der hastende Mensch ist sicher nicht nur von Gier gelockt, die stärksten Lockungen würden ihn nicht zu so energischer Selbstbeschädigung veranlassen können, er ist getrieben, und was ihn treibt, kann nur die Angst sein.

    Ängstliche Hast und hastende Angst tragen dazu bei, den Menschen seiner wesentlichsten Eigenschaften zu berauben. Eine von ihnen ist die Reflexion. [...]

    Ein Wesen, das aufhört zu reflektieren, ist in Gefahr, all diese spezifisch menschlichen Eigenschaften und Leistungen zu verlieren.

    Eine der bösesten Auswirkungen der Hast oder vielleicht unmittelbar der Hast erzeugenden Angst ist die offenkundige Unfähigkeit moderner Menschen, auch nur kurze Zeit mit sich selbst allein zu sein. Sie vermeiden jede Möglichkeit der Selbstbesinnung und Einkehr mit einer ängstlichen Beflissenheit, als fürchteten sie, dass die Reflexion ihnen ein geradezu grässliches Selbstbildnis entgegenhalten könnte [...].

    Für die um sich greifende Sucht nach Lärm, die bei der sonstigen Neurasthenie moderner Menschen geradezu paradox ist, gibt es keine andere Erklärung als die, dass irgend etwas übertäubt werden muss. Auf einem Waldspaziergang hörten einst meine Frau und ich unterwartet das sich nähernde Geplärre eines Kofferradios, das ein etwa 16-jähriger einsamer Radfahrer auf dem Gepäckträger mit sich führte. Meine Frau bemerkte: „Der hat Angst, er könnte die Vögel singen hören!” Ich glaube, er hatte nur Angst, einen Augenblick in Gefahr zu kommen, sich selbst zu begegnen. Weshalb ziehen wohl sonst durchaus intellektuell anspruchsvolle Menschen die geradezu hirnerweichten Werbesendungen des Fernsehens der eigenen Gesellschaft vor? Ganz sicher nur deshalb, weil es ihnen hilft, Reflexion zu verdrängen. [...]

    Selbst wenn man die unberechtigt optimistische Annahme macht, dass die Überbevölkerung der Erde nicht in dem heute drohenden Maße weiter zunähme, muss man den wirtschaftlichen Wettlauf der Menschheit mit sich selbst für allein hinreichend betrachten, um sie völlig zugrunde zu richten.