Beiträge von Lissaminka

    Ich kann mich nicht so hundertprozentig an die Dauer einer Klausur erinnern. Aber das war wohl kaum länger als 90 Minuten.

    Wir hatten zudem auch generell eher selten Doppelstunden. Und wenn doch, dann hatte man dazwischen definitiv seine 5 Minuten Pause gehabt, und der Lehrer hat während dieser Pause für 10 Minuten das Zimmer verlassen, denn die Pause war heilig.

    Ich weiß, das klingt jetzt irgendwie fast idyllisch...

    dabei hab ich die Schule gehast. Vermutlich würde ich sie heute noch viel mehr hassen.

    Das klingt ja fast nach einem Traum ...

    Unsere Schule hat die vergangenen zwei Jahre das Konzept der gelegentlichen Einzelstunden erprobt. Die Lehrer kamen damit nicht klar und es gab viele Beschwerden und Blockungsschwierigkeiten in den Stundenplänen, weswegen in diesem Schuljahr wieder alles ist wie vorher. Also seit der fünften Klasse gibt es demnach ansonsten ausschließlich Doppelstunden à 90 Minuten.

    Früher hatten wir zwei normale Pausen, 20 Minuten, 25 Minuten, und die einstündige Mittagspause. Letztes Jahr im ersten Quartal, während ich mehr Zeit krank zu Hause als in der Schule verbracht habe, wurde das plötzlich geändert. Die 25-minütige Pause wurde auf 20 Minuten runtergekürzt und stattdessen wurde eine 5-Minuten-Pause zwischen der fünften und sechsten (Doppel-)stunde eingeführt. Daran hielten sich einige Lehrer nicht, die Unterrichtsunterbrechung gefiel ihnen nicht und das Pausenklingeln wurde gestrichen. Nach und nach hat es sich eingebürgert, die Existenz dieser Pause schlicht zu ignorieren. Unsere fünf Minuten Pausenzeit bekamen wir nie wieder zurück.

    Direkten Protest schülerseits gab es selbstverständlich nicht.

    Achso, und Pausenklingeln zum Beginn der Pause hatten wir an unserer Schule, soweit ich weiß, noch nie. Es klingelt nur zum Ende. Und auch das schon zwei Minuten vor dem eigentlichen Ende. Zumindest im Hauptgebäude. Im Oberstufengebäude haben wir gar keine Klingel, da müssen wir eigenverantwortlich auf Pünktlichkeit achten und kriegen bei ein, bis zwei Minuten von manchen Lehrern Anschiss, während die anderen standardmäßig noch ihren Kaffee trinken und à la 'akademisches Viertel' mindestens fünfzehn Minuten später kommen.

    Ein Schüler hat heute, wenn es dumm läuft, 8 reguläre Schulstunden

    Auch das ist übrigens nicht ganz richtig. Für mich ist es zutreffend, weil ich den Sportunterricht über gewisse Umwege heimlich loswerden konnte. :D

    ABER: Meine Mitschüler haben teilweise elf Stunden Unterricht, nicht immer ist tatsächlich eine Freistunde dabei (also Unterricht von 7:50 bis 17:15 Uhr). Natürlich ist das nicht legal, das wissen auch unsere Lehrer. Aber wo kein lauter Kläger ...

    Die Alternative wäre nun mal noch länger Unterricht. Oder der Missstand, der ohnehin schon existiert und für einige meiner Mitschüler wöchentliche Realität ist: Schlicht und ergreifend parallel gelegter Unterricht. Betrifft insbesondere die Fächer Spanisch, Russisch, Vokal- und Instrumentalpraktikum und rührt wahrscheinlich aus der Unfähigkeit der Verantwortlichen zur Organisation der Stundenpläne. Je nachdem, was gerade wichtiger ist, wo Klausuren anstehen, wie angepisst der Lehrer ist und was vielleicht ein Abifach ist, laufen sie entweder innerhalb des Unterrichts mehrmals hin und her oder wechseln die Unterrichtsstunden ab. Natürlich gab es da klagen. Die Alternative wurde ihnen aufgetischt: Noch länger Unterricht. Aufstapeln nach oben. Darauf hat natürlich niemand Bock, sind doch nur "Einzelfälle". Dafür aber nicht gerade wenige.

    Schule war eher zur Selektion da. Das hat schon nach der 4. angefangen, nach dem Motto 'Die Noten stimmen und der kommt aus einer Akademikerfamilie, da können ihm sicher die Eltern bei den Hausaufgaben helfen: Gymnasium' oder eben 'Die Noten sind zwar befriedigend, aber der hat einen Arbeiterfamilienhintergrund, also ab auf die Realschule mit dem'.

    Ich weiß ja nicht, in welcher Welt du lebst, aber, ähm... Das hat sich nicht geändert. Kein bisschen.

    Hat mein SoWi-Lehrer vor einiger Zeit erst wieder darüber abgekotzt.

    Das mit der Fächerwahl nach Noten kenne ich gut, ja. Ich hätte Spanisch gerne weitergelernt, aber sowohl die Analysen als auch der Lernaufwand und die Noten, die ich bekommen hätte, wenn ich meine Leistungen auch nur minimal gedrosselt hätte, weil ich nicht gerade begabt bin im Sprachenlernen, haben mir den Spaß schnell ausgetrieben. Nach zwei Jahren warf ich das Fach wieder raus.

    Ich bin da voreingenommen und destruktiv, auf das Bildungsideal scheiße ich in diesem Kontext, Hauptsache: Abschaffen, abschaffen, abschaffen. Verderbt das System noch weiter, treibt jedem Gutgläubigen, der verblieben ist, die Motivation aus, Lehrer zu werden und lasst die Schüler so weit verkümmern, bis überhaupt nichts mehr mit ihnen anzufangen ist. Lasst es zugrunde gehen, lasst es zu spät für alles sein - denn vorher wird sich nichts ändern und stattdessen alles nur noch viel länger und gravierender summieren. Wie Amerikas Logik mit den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki - ohne den großen Crash wird hier nichts enden.

    Was übrigens auch die iPad-Klassen betrifft, die im Video angesprochen werden: Die gibt es bei uns auch in den jüngeren Jahrgängen. Davon abgesehen arbeiten sowieso schon locker neunzig Prozent unseres Jahrgangs digital mit iPads (teilweise benachteiligen einige Lehrer jetzt schon die analogen Papierschreiber wie mich, indem sie einfach keine Kopien von den Arbeitsblättern machen, aber wir nutzen zu Hause halt weder Apple noch hätte ich bei Bedarf das nötige Geld dafür) und in unseren Klassenräumen des Oberstufengebäudes wurden Apple-TVs aufgehängt, damit die alten Säcke jetzt zwei Meter nach rechts rücken müssen, um das Licht ihres uralten Overheadprojektors an die Wand beamen zu können. :D Nee, Quatsch, ein paar Lehrkräfte verwenden die Teile schon, wenn sie denn mal funktionieren.

    Heute brauchst du bei vielen Aufgaben eine klar strukturierte Einleitung, bestimmte Floskeln, auf die viel Wert gelegt wird, und natürlich wird auch die Form in jedem Fach bewertet, so wie man das früher nur im Deutsch-Unterricht gemacht hätte. Dafür ist meines Erachtens weniger wirkliches Fachwissen gefragt als früher. Wichtiger ist die Form, das Einhalten einer bestimmten Norm, und dass du irgendeinen Text mit eigenen Worten wiedergeben und "analysieren" kannst... also wohlgemerkt in Fächern wie Geschichte, wo es eigentlich nicht um die Sprachkenntnisse, sondern um Kentnisse von Geschichte gehen sollte.

    Bis auf Physik und Chemie betrifft es buchstäblich JEDES Fach.

    Um mal meinen Stundenplan durchzugehen: Englisch, Musik, Sozialwissenschaften, Deutsch, Religion und Geschichte, auch Mathe bleibt nicht verschont. Überall geht es lediglich um formattechnisch und sprachlich korrekte Analysen, der Inhalt ist zweitrangig. Und hätte ich noch Erdkunde, Spanisch, Latein oder Russisch, wäre das kein bisschen anders.

    Die Klausurdauer hast du noch vergessen. Oder hattet ihr zu beginn der Q2 auch schon 225-minütige Klausuren (fünf verdammte Schulstunden)? Oder die Vorabitur-Klausuren mit 300+ Minuten? :kopfschuss:

    Areitsrechtlich würde das bei keinem Unternehmen durchgehen... da hast du deine 8 Stunden am Tag, und alles was darüber geht, wird dir zumindest ausbezahlt. Ein Schüler hat heute, wenn es dumm läuft, 8 reguläre Schulstunden, und darf dann zuhause noch mal 3 oder 4 Stunden mit Hausaufgaben und Lernen für Klausuren verbringen.

    Ganz zu schweigen von den regelmäßig vorkommenden Tagen und Wochen, in denen ich gerne mal vom Aufstehen vor der Schule bis fast zum Schlafengehen mit irgendeinem Schulkram beschäftigt bin und zwischendurch mal zu terminlich verankerten Hobbyaktivitäten hetzen muss, zu denen ich eigentlich längst überhaupt keine Kraft oder Lust mehr habe. ;)

    Und wenn doch noch etwas Zeit bleibt, bin ich eh völlig hinüber und man kann mit mir nix mehr anfangen.

    Hach ja. Dieses leidige Thema hat längst seinen eigenen Thread verdient. Und falls es schon einen gibt, eröffne ich hiermit trotzdem den nächsten.

    Zum Einstieg gibt es mal zwei ausgesprochen gute Videos:

    Ganz besonders die Sache mit den Kompetenzen aus dem zweiten Teil kann ich nur unterschreiben. Der erste Corona-Lockdown war die unbeschwerteste Blütezeit meines Lebens (so gut es mit meinen Eltern eben möglich ist), weil ich einfach zu Hause sitzen konnte, den Zwängen und hässlichen Fratzen in dieser Anstalt nicht ausgeliefert war und auf einmal mit ganz viel Zeit für mich allein (und das Internet) konfrontiert wurde. Mann, hat mir das gut getan.

    In der achten Klasse habe ich geschnallt, dass ich nicht wirklich viel mehr tun muss als ein gescheites Vokabular anzuwenden und mich häufiger zu melden als der Durchschnittsschüler, was bis heute noch ausgezeichnet funktioniert, weil die Fragen im Grunde allesamt überhaupt nichts abverlangen. Mittlerweile hat sich das sogar zu einer Art Bewältigungsstrategie von mir weiterentwickelt, indem ich mit meinen supertollen, subtil provokanten Bemerkungen die Grenzen des Lehrers austeste und meine innere Verachtung durchschimmern lasse. Aber sie können trotzdem nicht anders, als ihre Musterschülerin zu lieben, die den einen oder anderen Kurs sogar noch von der völligen Beteiligungslosigkeit schülerseits bewahrt.

    Und das ist ja nicht einmal ein ernster Aufwand - dafür mit dem Vorteil, dass die Unterrichtszeit schneller rumgeht. Und im Unterricht kann man sich leicht vor vielen gottverdammt nervigen Aufgaben drücken, wenn man seinem Lehrer nur glaubwürdig genug das Bild von sich vermittelt, dass man gut improvisieren kann und natürlich schwer mit der tiefergreifenden Recherche zum Unterrichtsthema beschäftigt ist.

    Ich denke nicht, dass ich hier viel von meinen persönlichen täglichen Erfahrungen schildern werde. Dafür ist das alles zu präsent und verflochten, ich kann das überhaupt nicht angemessen in Worte fassen und meistens nur über Einzelheiten und aktuelle Begebenheiten oder Missstände abkotzen. Die Strukturen des Gesamtbilds gehen an mir vorbei - oder ich lasse unbewusst an mir vorbeigehen, weil mich das Thema so zermürbt und ich sie darum meistens nur flüchtig und unkonkret erfassen kann.

    Eigentlich bin ich kein Mensch, der sich leicht triggern lässt, nicht von detaillierten Selbstmord-Beschreibungen oder verkorksten Familien, deren cholerische Väter mich an meinen erinnern.

    Aber die Schule schafft es - und wie sie es schafft. Nicht einmal direkt die Schule selbst, sondern vielmehr die Menschen in ihr und um sie herum, die das geisteskranke Prinzip nicht verachten und stattdessen befürworten, oder sogar dadurch unterstützen, indem sie selbst Lehrer sind oder werden. Ich hasse alles und jeden, der darin mitmischt. Jeden gottverlassenen Politiker und die Leute aus dem verfickten Bildungsministerium, die das alles für richtig befinden und die Augen verschließen.

    Und die Leute, die meinen Alltag nicht kennen, und sich dennoch anmaßen, mich für meine vermeintliche Unfairness blöd anzumachen, wenn ich meinen Aufwand durch ein wenig Rumgeschleime bei den Lehrern reduziere.

    Dieses Land, diese Bildung, sie haben mich betrogen, um Lebenszeit und Psyche - und so betrüge ich sie. Und keiner hat mir was reinzureden.

    :dash:  :dash:  :dash:

    Okay, wenn alle dagegen sind (sogar die Kirchen!), muss da ja doch was dran sein. Das ist die Logik, auf der der 'Unity-Anarchismus' mittlerweile angekommen ist.

    Naja, korrigiert mich, wenn ich etwas falsch verstanden habe - aber geht es hier nicht hauptsächlich um die ganze abgefuckte "Diskussionskultur" in Kombination mit dem weitestgehend politischen Einheitsbrei, der überhaupt nichts mehr duldet, geschweige denn toleriert, was von der Mainstream-Blase abweicht? Natürlich ist die AfD eine hängengebliebene Schrottpartei, aber man darf eben nicht aus den Augen verlieren, dass sie kein Teil des gerne präsentierten Einheitsbreis ist. Hinzu kommt die wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung, die sich letzten Endes von den hübsch servierten Scheinlösungen der Partei angezogen fühlt. Die ordentliche Anzahl dieser Leute, die deutlich zu spüren meinen, dass etwas schiefläuft, sollte doch zu denken geben.

    Die Probleme liegen nicht darin, dass die Wähler dumm wählen, sondern in den Ursachen ihres Verlangens, dumm zu wählen (alles andere hätte man sich noch vor der Errichtung der Demokratie überlegen sollen). Gerade diese spielen nämlich in die Karten der AfD. Und aus meiner Sicht trägt der Umgang der Mainstream-Parteien mit dieser Entwicklung aktiv dazu bei.

    Dabei gäbe es tatsächlich interessantere Wortmeldungen aus dem politischen Alltag, die man hier thematisieren könnte.

    Beispielsweise das hier: https://www.spiegel.de/politik/deutsc…6b-de61822adeb0

    Na, das ist doch mal was!

    Aber (und jetzt nicht meckern, weil das von der BILD-Zeitung ist, ich habe nirgends sonst eine Umfrage-Statistik einsehen können) angesichts aller Kommentare und Statistiken segnet jeden Rest meiner Hoffnungskrümel, der sich beim Lesen des Artikels ausbilden konnte, doch das Zeitliche ... :depri:

    Ich hoffe doch, es ist nur Zufall, dass diese niveaulose Scheiße jetzt auf meiner YouTube-Startseite auftaucht ... :D

    Aber ohne mir den Kram reingezogen zu haben: Wenigstens scheint da ein halbwegs reger und ernst gemeinter Austausch stattzufinden, anders als die pure Hetze in den Kommentaren oder von Leuten, die mit FCKAFD-Stickern durch die Gegend rennen.

    Diese Gesellschaft versucht einem das wertvollste wegzunehmen, was wir besitzen, unsere Lebenszeit, und kaum jemand leistet Widerstand.

    Amen.

    Und das meistens noch mittels hirnverbrannter Scheiße, gegen die der Großteil der Daseienden wohl irgendwie Scheuklappen entwickelt hat. Sie filtern all das Unangenehme heraus, während man selbst daneben sitzt und nicht klarkommt, als hätte man etwas verpasst - als hätte man all diese notwendigen Mechanismen nie genau gelernt, um der Sache getrost aus dem Weg zu gehen oder sie stumpf zu erdulden, solange man es nur ausreichend übertüncht mit den "höheren Zielen", die man sich dadurch verspricht.

    Ja, man kann es eine gewisse Zeit lang ganz gut für sich abtöten, ignorieren, und vielleicht schaffen es einige sogar, sich für den Rest ihres Lebens damit zu arrangieren. Meistens geht das aber schief, man erkennt seinen inneren Widerstand überhaupt nicht mehr, und das äußert sich in Form von diffusen Auswüchsen, die sich nicht so richtig zuordnen lassen. Oder man führt einfach nur ein tiefunglückliches Leben, lebt für die nächste Kippe und findet sich damit ab.

    Die Alternative legt einem, wenn man Pech hat, noch größere Steine auf den Weg, aber du scheinst ja zumindest die konvergente 'scheißegal'-Einstellung erlangt zu haben, welche dir alle Wege offenbart, um jetzt ein phlegmatisches, von Weltschmerz erfülltes - oder sogar noch ein halbwegs zufriedenes - Außenseiterdasein zu führen.

    Herzlichen Glückwunsch! :)

    Darüber hinaus würde ich sagen, dass man, wenn man wirklich etwas ändern will, den Gesamtkontext anschauen muss, anstatt nur die Täter zu verdammen und sonst nichts zu tun. Ist ja bei anderen Verbrechen auch so.

    Oh je, sag das mal den Amokläufern, die sich an ihren Schulen gerächt haben. :D Oder den Arschlöchern, die die Fälle anschließend behandeln und kommentieren mussten.

    Ich glaube jedenfalls nicht, dass es bei anderen Verbrechen immer die Regel darstellt, sich die Gesamtsituation anzusehen. Es wird immer jemand gesucht, dem man im Notfall schnell alle Schuld in die Schuhe schieben kann - gerade auch bei zufälligen Unvorhersehbarkeiten, siehe Autounfälle. Was natürlich nicht immer heißen muss, dass es keine begünstigenden Faktoren gab, die in dem Moment eine Rolle spielten. Da gibt es meistens unzählige Kleinigkeiten, die aufgrund ihrer Komplexität einfach nicht im vollen Umfang berücksichtigt, geschweige denn von den Involvierten verantwortet werden können.

    Im Rahmen dieses Themas der sexualisierten Gewalt gegen Frauen ist das natürlich nochmal etwas anderes. Kaum eine Frau wird sich wie ne Nutte mit dem Hintergedanken kleiden, dass sie sich wünscht, an dem Abend einen Übergriff zu erleben. Man könnte zwar meinen, die Frau setze sich dadurch indirekt einem erhöhten Risiko aus (ja, ja, seine sexuellen Triebe zu stillen ist nicht der häufigste Grund des Übergriffs, sondern das Ausleben seiner Macht - aber das ist mir jetzt zu viel Aufwand, nur, um mal eben meinen Standpunkt dahinzurotzen, sorry), aber letztlich lindert die gegenteilige Handlung diese Problematik nicht in ihrem Kern. Dieser ist nach wie vor auf die Täter ausgerichtet, also größtenteils Männer, die diese Handlungen eben für nötig halten.

    Das ist jetzt nix Neues und wurde schon tausendmal hier und auf dem Server geschrieben. Mir fehlt nur ehrlich gesagt auch die Motivation, mehr zu dieser Thematik zu schreiben, denn schließlich drehen sich alle nur im Kreis und hängen sich an formulierungsbezogenen Einzelheiten auf. Ist mir dann auch zu blöd und sinkt zunehmend auf den alleinigen Unterhaltungsfaktor herab. Kein Wunder, dass die Gesellschaft nicht wirklich vorankommt. :popcorn:

    (Ich hätte den Titel jetzt um ein Haar in Caps geschrieben.)

    Ja, ich könnte darüber auch im Misanthropie-Thread im Server abkotzen, aber wir wollen ja hier ein wenig Leben in die Bude bringen. Außerdem gibt es hier bessere Kotz-Smileys (hm, auf Discord sollte sich das eigentlich auch einrichten lassen, da sind neben dem Sarkasmusschild für Autisten noch 49 Plätze für Smileys frei, die ich hier klauen kann, also sagt Bescheid, wenn ihr was unbedingt haben wollt).

    Aber kommen wir zu den Baustellen:

    Sie sind laut, stauben, stinken und nerven. Und würden sie doch wenigstens irgendeinem höheren Zweck dienen, als im Endeffekt nur die Bevölkerungsdichte zu erhöhen oder schöne Aussichten zu blockieren, für welche man sich doch sicherlich irgendwann beim Kauf der Bude entschieden hat.

    Während meiner Homeschooling-Zeit wurden wenige Meter vor dem Fenster meines Zimmers vier riesige Betonklötze hingeklatscht. Und das hat bei den Lieferschwierigkeiten des Materials dermaßen lange gedauert, dass sich meine Lehrer wirklich die ganze Zeit über des Lärms im Hintergrund erfreuen durften, wenn ich mal das Mikro aktiviert habe. Statt des uralten Hauses mit Holzgarage, Tannen, und Pflaumenbäumen darf ich nun stattdessen das Fernsehprogramm der ganzen Rentner-Nachbarn mitverfolgen. Und das geht jetzt auf der anderen Seite der Wohnung genauso weiter, nur, dass da mein Fenster wenigstens nicht länger dahin ausgerichtet ist.

    Abgesehen von den Betonklötzen gibt es natürlich noch die fette Straße. Die fette Straße muss ich auf dem Weg zur Schule mehrmals am Tag überqueren und sie wird, seit ich denken kann, dauersaniert. Stück hier, Stück da, Stück da vorne, und - oh, das erste Stück muss ja wieder neu saniert werden. Nun wird wieder ein Stück saniert, und zwar an genau der Stelle, die am lautesten hier zu uns rüberlärmen kann und wo ich eigentlich die fette Straße überqueren muss. Überqueren ist ja noch das eine - aber ich muss jeden Tag, wenn nicht alle paar Stunden, einen neuen Weg durch dieses vercrackte Labyrinth finden. Und nebenbei auch im Schlafmangel ein bisschen aufpassen, dass mich währenddessen kein Auto überrollt und dass ich nicht die Nerven verliere beim Krach der ganzen Geräte, für den die Arbeiter selbst ja Lärmschutzkopfhörer tragen. Nein, ich hab's nicht so mit lautem Lärm in meiner unmittelbaren Nähe. :kotz::waah: