Beiträge von Calgmoth

    Das ist eine zentrale Aussage und eines der Hauptprobleme einer Identitätspolitik, die sich nur noch auf Minderheiten fokussiert und von einer weißen, männlichen Mehrheit Demutsgesten einfordert. Da fragen sich eben weiße 'Cis-Männer', wieso sie sich so sehr für die Belange anderer interessieren sollten, wenn sie eigentlich nix zu gewinnen und nur zu verlieren haben.
    Mein Credo war immer: Befreiung muss universell gedacht werden. Nur den Dienstleister für Minderheiten spielen zu wollen, ist ein undankbarer Job. Stichwort Flüchtlingssolidarität: Hilfe und Unterstützung beim Self-Empowerment, na klar, aber wieso man z.B. unbedingt Menschen helfen sollte, die nur ihr Stück vom kapitalistischen Kuchen haben wollen und einen Scheiß auf linke Überzeugungen geben, erschließt sich mir nicht.
    Zumindest der Anspruch einer freieren und gerechteren Welt für alle sollte in dem Kontext immer hochgehalten werden.

    Es geht nicht nur um Demutsgesten, sondern um das tatsächliche Aufgeben von Privilegien und Macht - sowohl im Kleinen, also z.B. von Mackern dominierte linke Splittergruppen, als auch im Großen, z.B. von postkolonialen/rassistischen Ausbeutungsmechanismen, von denen in Europa alle profitieren. Du bist halt strukturell weder Freund noch der Verbündete der Schneiderin in Bangladesch, die dir die T-Shirts näht. Gleichgültig für wie links du dich hältst.

    Und natürlich müssen Cis-Männer gerade auch Macht und Raum abgeben, damit Minderheiten sichtbarer werden und ihre Rechte einfordern können. Du klingst hier wie ein Südstaatler, der die Sklavenhalter unbedingt mitnehmen will: 'Die brauchen doch auch Gründe, um sich für die Abschaffung der Sklaverei zu engagieren bzw. sich dem nicht entgegenzustellen.'

    Nein, brauchen sie nicht. Ungerechte Strukturen gehören abgeschafft. Der erste Schritt dazu ist aber, dass man sich eingesteht, dass die Dinge zur Zeit nicht gerecht zugehen. Und da ist man halt als Cis-Mann doch meistens sehr farbenblind. Das kann man eigentlich nur versuchen, abzubauen, wenn man sich informiert, was Minderheiten und marginalisierte Gruppen tatsächlich erleben ... denn in unserer Position weiß man das schlicht nicht.

    Natürlich muss man auch rechte/autoritäre/rassistische usw. Überzeugungen in Minderheiten bekämpfen, aber das hat nichts mit strukturellen Ungerechtigkeiten/Benachteiligungen zu tun. Sowohl der migrantische Islamist als auch der migrantische Kommunist sollten beide keinen (strukturellen) Rassismus erfahren, oder?

    Das ist keine Glaubensfrage. Die Sachen im Conne Island sind keine tragischen Einzelfälle, ähnliche Vorfälle gab und gibt es auch anderswo.
    Weißen 'Cis-Männern' werden Übergriffe nicht verziehen, 'migrantisch gelesenen' mit Flüchtlingsbiografie schon eher. Da hilft es auch nix, darauf zu verweisen, dass man sich nicht an Themen rantraut, die von Rechts besetzt werden. Das ist ein Armutszeugnis, ebenso wie im Bereich des Islamismus.

    Man muss in dem Kontext Linke mit Migrationshintergrund wie Sevim Dağdelen hervorheben, die in der Hinsicht kein Blatt vor den Mund nehmen, ganz im Gegensatz zu so manchen 'Kartoffel-Linken'. Ich hab diverse türkische Genossen, die die Welt nicht mehr verstehen, wenn ihre linken Parteifreunde in der örtlichen Moschee auf Stimmenfang gehen.

    Trump wird bekannterweise auch von Minderheiten gewählt, denen Themen wie Konservatismus und Antikommunismus eben weitaus wichtiger sind als Antirassismus. Es ist eben verfehlt, progressive Politik mit Minderheitenfokus zu betreiben, anstatt lieber zu versuchen, Menschen unabhängig von Hautfarbe oder Herkunft für fortschrittliche Ziele zu begeistern.

    So wie du den Fall hier beschreibst, fanden es Gäste in der Lokalität da nicht geil, wie da mit Flüchtlingen umgegangen wurde. Das ist nicht 'die linke Szene', das sind Einzelfälle. Und natürlich sollte man, wenn man gerade in einem linken Laden sieht, das Leute, von denen man vermutet, dass sie vielleicht aus rassistischen, fremdenfeindlichen usw. Gründen rausgeschmissen wurden, da vielleicht einschreiten. Das erwartet man eigentlich.

    Strukturell sieht man da halt durchaus das Klischee vom 'guten Flüchtling/Holocaustüberlebenden' usw. demzufolge man sich als traumatisierter Überlebender/Hilfesuchender usw. im fremden Land möglichst nett und opfermäßig verhalten sollte ... aber das ist halt eine dämliche Erwartung.

    Und natürlich kann man bis zu einem bestimmten Punkt tolerant mit Leuten aus einem anderen Kulturkreis sein, die nur wegen Krieg und Chaos nach Europa gekommen sind und sich nie mental auf die Welt hier vorbereitet haben. Das geht natürlich nur bis zu einem bestimmten Punkt, aber es macht keinen Sinn zu verlangen, dass die sofort geschliffene Manieren haben.

    Aber dass weißen Cis-Männern Übergriffe nicht verziehen werden, ist doch rechte Scheiße. Natürlich werden die das. Weiße Cis-Männer fallen immer auf die Füße, vor allem wenn sie Geld haben. Weinstein ist zur Zeit ja wohl nicht obdachlos, während das rechte Standardnarrativ doch ist, dass sämtliche südländischen Männer eine 'Gefahr' für 'unsere Frauen' darstellen ... was sowohl zeigt, dass man auch hier Frauen als Besitz ansieht, als auch, dass es für 'unsere Frauen' nicht okay ist, sich mit Schwarzen und Südländern einzulassen.

    Und da's kein richtiges Leben im Falschen gibt, ist's natürlich auch schwer bis unmöglich, eine geile neue Welt zu bauen, wenn man strukturelle Ungerechtigkeiten nicht abbaut. Du verwendest da im Prinzip dasselbe ekelhafte Argument, das damals (auch) von Linken gegen's Frauenwahlrecht geführt wurde: 'Die sind alle konservativ und würden uns gar nicht wählen, wenn sie wählen dürften.'

    Verwende es bezogen auf mein Aussehen / Verhalten und Kleidung.
    Ich finde Gruppenhass primitiv.


    Ist doch nicht 'Gruppenhass', wenn man 'ne linke Splittergruppe oder 'ne Runde oder sonstwas hat, wo man keine Männer will. Da will man sich dann halt auf andere Dinge fokussieren oder vermeiden, dass Männer sich bei Themen in den Vordergrund spielen, von denen sie keine Ahnung.

    Ist doch im Trans-Kontext auch so. Wenn du jetzt 'ne Gruppe hast, wo's um Catcalling/Sexualisierung in Kindheit und Pubertät geht, oder um Gebärmuttertrouble im weitesten Sinn, dann weißt du da wahrscheinlich auch nicht Bescheid.

    Zitat

    Wenn du das so auffasst, also als ich noch Kerl war gehörte mir nichts. Aber wahrscheins bin ich schon immer so stark von der Norm abgeseilt und hatte nebenbei nie so viel Geld, dass ich wohl meine Sonderrechte schon in Kinderschuhen verlor.


    Geht nicht um 'echten Besitz', sondern darum, dass man als Cis-Mann zur 'Chef-Gruppe' gehört, selbst wenn man selbst nicht irgendein Chef ist. Uns als Gruppe gehört die Welt und wir machen die Regeln. Und das gilt in jedem Lebensbereich.
    Musst dich halt mal mit den Erfahrungsberichten von Frauen oder anderweitigen Minderheiten beschäftigen. Ich, z.B. hab im Prinzip nie auf der Straße Angst. Höchstens wenn mir mal 'ne Truppe besoffener Halbstarker entgegenkommt. Anders als Frauen folgen mir nachts keine Typen nach Hause, anders als Schwarze krieg ich keine rassistischen Anfeindungen draußen, die Bullen belästigen mich quasi nie usw. Gleichzeitig kann ich Frauen auf die Pelle rücken und Minderheiten runtermachen, ohne dass ich irgendwelche echten Konsequenzen zu fürchten habe.

    Mit 'Mainstream' meine ich, dass es im Prinzip egal ist, was Minderheiten sagen oder schreiben, solange das nicht von weißen Cis-Männern aufgegriffen oder ernst genommen wird. Frauen, Schwule, Transen usw. können sich in ihren Blasen fusselig faseln - solange 'die Herren der Welt' das nicht interessiert (oder einen signifikanten Anteil) kriegen die einfache keine Kuchenstücke ab.

    @CalgmothDas macht dieses Narrativ™ nicht besser. Genauso, Anders erwähnte es, diese Verniedlichungsform des kleinen "Mädchens". Es ist eine Abwertung, die nicht inhaltlich, sondern ausschließlich aufgrund des Geschlechts fußt. Das ist dieselbe Liga, wenn auf dem Rasen ein Spieler aufgrund seiner Hautfarbe mit Affenlauten begrüßt wird. Was soll das?Das letzteres nicht gerade von der Bildungselite kommt, sollte klar sein. Genauso dass das "Mutti" besonders durch Pegida und später afd-Anhänger große Verbreitung fand (eigentlich ausschließlich). Wenn ich denselben Blödsinn dann jedoch aus scheinbar aufgeklärten Kreisen höre, frage ich mich schon, was da los ist und vor allem wo das herkommt. Zum Beispiel auch, wenn Dian in ihr die "Übermutter" sieht, obwohl sie dieselben Entscheidungen traf wie andere - männliche - Staatsoberoberhäupter weltweit. Wieso sind das alles keine Überväter bei teils noch härteren Auflagen an ihre "Kinder"? Was würde Freud dazu sagen? Politischer Ödipuskomplex oder einfach nur ein altbackenes Frauenbild und die Nichtakzeptanz von einer Frau regiert zu werden? Immerhin ist auffällig, dass gerade von denen die Verunglimpfung von "Mutti" kommt, die sich am stärksten für das Abendland mit seinen traditionellen "Werten" und klassischen Frauenbild einsetzen.

    Klar, ich hab das ja nicht verteidigt, sondern nur erklärt, wann und von wem der Begriff geprägt wurde. Und der kommt natürlich schon von der Bildungselite, wenn wir jetzt CDU-Funktionäre da mal kollektiv reinrechnen wollen. Merkels innerer Kreis war auch mal das 'Girl's Camp', glaube ich, weil ihre Sekretärin und Büroleiterin Frauen sind, was jetzt herablassend von reinen Männerrunden so in der Regel nicht sagt. Ist ja auch schwierig sich so als Mann über Männerrunden aufzuregen. Ist doch normal, dass die rumhängen und Sachen unter sich ausmachen ... genauso wie normal ist, dass Frauen da nicht dabei sind.

    Für Frauen in Machtpositionen gilt im Prinzip schon seit immer, dass sie für Dinge dämonisiert werden, die bei Männern zu Tugenden verklärt werden. Also z.B. gerade das brutale Wegbeißen von Konkurrenten oder Erobern von anderen Ländern. Weil es eben schon immer bzw. immer noch unerhört ist, dass eine Frau über Männer herrscht. Das geht eigentlich nicht.

    Das Beispiel mit den Affenlauten zeigt auch sehr deutlich, wie schief der Rassismus-Diskurs hier eigentlich ist - auch gerade hier im Forum. Man kann nämlich schon seit Generationen hier leben und wird die rassistische Demütigung und Entmenschlichung einfach nicht los, egal was man tut, solange man sichtbar 'nicht dazugehört'.

    Ist doch klar, dass Herrschaftslegitimation in demokratischen Systemen so funktioniert, dass der Durchschnittsheini den Knüppel nur dann spürt, wenn's sein muss, und nicht ständig. Das wäre ja blödsinnig. Deswegen brauchen ja freiheitliche Gesellschaften, wie Chomsky ja schon herausgearbeitet hat, mehr und feingliedrigere Propaganda als repressive Gesellschaften ... weil die Gedanken von Leuten nämlich nicht so wichtig sind, wenn man die Mittel hat sie in Massen zusammenzuschlagen oder endgültig auszuknipsen. Wenn Leute tatsächlich am politischen Prozess durch Wahlen usw. beteiligt sind, ist es wichtig, sicherzustellen, dass sie richtig wählen bzw. durch die Wahlen die Kapitalinteressen der herrschenden Klasse nicht wesentlich beeinträchtigt werden.

    Grundsätzlich ist das Menschenbild im philosophischen Sinn hier aber zentral, weil die Frage ist, wie man selbst die Menschen so sieht. Leute, die eher ein Hobbes'sches Menschenbild haben, tendieren hat im Zweifelsfall eher zum Autoritismus als dazu, ihren Mitmenschen, die sie insgeheim oder offen verachten, zuzutrauen, selbstbestimmte, rationale Entscheidungen zu treffen.

    Und man arbeitet natürlich nicht in einem Gemeinwesen an Schlüsselstellen mit, das im Prinzip noch so wie der preußische Obrigkeitsstaat organisiert ist, wenn man nicht der Ansicht wäre, Menschen müssten überwacht und zu ihrem Glück gezwungen werden.

    Aber natürlich ist es großer Unterschied, ob 'alle Macht vom Volke ausgeht', Wahlen stattfinden, Ämter mit Zeitlimit versehen sind usw. als wenn man in einer klaren Monarchie oder Diktatur lebt, deren Staatsideologie auf dem Gottesgnadentum o.ä. basiert.


    P.P.S. Als kleiner Exkurs: Im Grunde ist die Corona-Krise ein Lehrstück dafür, wo uns Wissenschafts- und Expertengläubigkeit letzten Endes hinführt, wenn wir angebliche Notwendigkeiten von einem politischen Diskurs entkoppeln: In die technokratische Diktatur, in der vielleicht irgendwann Computer darüber entscheiden, was das Beste für uns ist. Letzten Endes wäre das die technische Verwirklichung des Jakobinertums: Die totale Herrschaft der Vernunft, in der Menschen notfalls 'auch dazu gezwungen werden, frei zu sein'. Das wäre tatsächlich eine Form der Macht, die nicht von einem pessimistischen Menschenbild ausgeht.

    Das ist doch in dem Fall gerade nicht der Fall, da es ja darum geht, eine Katastrophe zu verhindern. Die Dinge werden doch z.B. durch die Expertise vom Durchschnittsdödel verzerrt, der im Prinzip von der Kapitalfraktion verarscht wird. Ist doch in der Klimafrage dasselbe. Ist es ziemlich klar, was getan werden muss, um die Erwärmung zu verhindern, genau wie es klar ist, wie man 'ne Epidemie eindämmt. Das ganze wird nur verwaschen, wenn man verschiedene Gruppen mit verschiedenen Partikularinteressen unterschiedliche Prioritäten setzen.

    Und das ist immer ein politischer Diskurs, kein Expertendiskurs. Die Gefahr besteht darin, dass politische Ideologie als naturgegeben bzw. alternativlos verkauft wird und das auch geglaubt wird. Aber Viren (oder Asteroiden, die auf die Erde stürzen, oder Supervulkane, die ausbrechen) haben keinerlei politische Agenda.

    Und noch viel früher war sie Kohl's kleines Mädchen glaub ich.

    'Kohls Mädchen', ja. Ich nehme an, das war für Dian auch eine angemessene Bezeichnung für eine promovierte Physikerin und Ministerin um die Vierzig ;-).

    Es hat Merkel vielleicht ein kleines Bisschen genutzt, dass sie verniedlicht und unterschätzt wurde (Merz hat sie zumindest definitiv aus dem Weg geräumt), aber den CDU-Vorsitz hat sie nur wegen der Spendenaffäre 1999/2000 (und dem idiotischen Verhalten von Kohl und Schäuble) gekriegt, und Kanzlerin wurde sie nur weil's Stoiber 2002 nicht geschafft hat und dann dank Schröders Macho-Auftritt in der Elefantenrunde 2005. Die CDU ist da ja massiv unter den Erwartungen geblieben, und bevor Schröder Merkel da runtergeputzt hat, hatte man sich in der CDU schon warmgelaufen, um Merkel zur Seite zu schieben. Das ging dann nach dem Schröder-Auftritt nicht mehr, weil man die Wagenburg schließen musste.

    Aber wir wissen letztlich doch alle, dass man als Mann in der Öffentlichkeit oder auch im Berufsleben ständig Spitznamen kriegt, die sich aufs Aussehen, die Fortpflanzungsrolle, emotionale Kälte/Unbeherrschtheit oder sonstwas bezieht. Deswegen war Söder ja auch 'Stoibers Jüngelchen' und wir erinnern uns alle noch an Westerwelles schlüpfrige Witze darüber mit welcher Politikergröße er heute wieder aufgestanden ist ... und wer ihm schon alles einen geblasen hat.

    Oder erinnere ich mich da falsch?

    Jetzt wirds politisch korrekt Leute. Nen fetter Grund warum ich meinen eigenen Weg als linker/anarcho gehe, und nicht der scheiß polarisierenden Masse zustimme. Rölps.

    Ich steige normalerweise immer aus, wenn sich irgendwelche Leute als 'queer' bezeichnen, weil das so als Adjektiv/Label so überhaupt nichts aussagt.

    Die Idee, dass Männer irgendwie Angst vor 'männerfeindlichen Gruppen' haben müssen, ist aber schon putzig. Als ich das letzte Mal in die Welt hinaus geschaut hab, hat die schon noch mir und meinen weißen Cis-Männer-Kumpeln gehört. Es interessiert doch kein Schwein im Mainstream, was irgendwelche marginalisierten Randgruppen in ihren Blasen faseln.

    Männer regen sich nur sehr effizient und lautstark, wenn plötzlich Frauen, Schwarze, Schwuchteln und das andere Gesocks plötzlich meint, auch am Erwachsenentisch mitsprechen zu dürfen. Das wird nicht toleriert.

    Und, klar, kann ja nicht angehen, wenn's irgendwo Gruppen gibt, wo normale Männer per se nicht willkommen sind ... oder wo die Leute da vielleicht Männer gar nicht toll finden. Ist ja nicht so, dass Männer die letzten paar Jahrtausende sich nicht wie Arschlöcher verhalten hätten, oder?

    'Mutti' ist ein sexistischer Spitzname, den Merkel schon seit den frühen Nullerjahren hat, bevor sie Kanzlerin wurde (aber schon CDU-Vorsitzende war). Der wurde ihr von ihren Parteifreunden verpasst und von der Feminazi-Systempresse natürlich sofort aufgegriffen, weil man das so macht...

    Und jetzt gerade ist Merkels Macht so gering wie nie, hat sie doch den CDU-Vorsitz verloren und ist nur noch Kanzlerin auf Abruf, die gerade im Corona-Zusammenhang so gut wie nichts zu bestellen hat, weil das alles Ländersache ist (zumindest so lange kein Notstand ausgerufen wird).

    Das sind für mich eher Minderwertigkeitskomplexe, die einige Leute haben mögen, weil sie nicht einem bestimmten, von Hollywood geprägten Schönheitsideal entsprechen. Das gilt aber auch für Frauen mit kleinem Busen, für dicke Menschen, oder für Männer, die nur 1,60 groß sind, ohne dass man dabei dann von "Rassismus" oder "Diskriminierung" reden würde.Zumal uns ja auch die Film-, Werbe- und Musikindustrie seit geraumer Zeit eher einzureden versucht, dass Schwarze die cooleren Typen sind... zumindest seit den 70er- und 80er Jahren hat sich die Rolle der Schwarzen doch ziemlich gewandelt, davor ist das von den Medien vermittelte Bild des typischen Schwarzen tatsächlich ziemlich unschön und rassistisch gewesen. Heute sind wir von solchen Zuständen aber zum Glück weit entfernt.
    Besorgniserregender finde ich da beispielsweise das Bild der Homosexuellen in den Medien, das sich immer noch größtenteils darauf beschränkt, althergebrachte Klischees zu bedienen und höchstens mal eine meist tuntige oder trottelige Quoten-Schwuchtel einzubauen... und wir werden vermutlich weitaus eher einen schwarzen James Bond auf der Leinwand erleben, als einen schwulen James Bond. Wenn man das mal vergleicht, sieht man eigentlich, dass sich da schon einiges in den Köpfen der Menschen geändert hat im Lauf der letzten hundert Jahre, und dass die Hautfarbe nicht mehr den selben Stellenwert hat wie früher.

    Es gab auch bei uns in früheren Jahrhunderten Zeiten, da galt es als schick, eine möglichst blasse Haut zu haben... mit Rassismus hatte das aber eher wenig zu tun, weil die hellhäutigen Adeligen für gewöhnlich der selben "Rasse" angehörten wie die Bauern, die auf dem Feld schuften mussten und deshalb einen deutlich dunkleren Teint hatten. Es war eher eine Frage des sozialen Status. Wer es sich leisten konnte, blieb der Sonne fern, und man wollte das auch nach außen zeigen durch eine hellere Haut.
    Also ja... es gibt natürlich dieses Phänomen, dass Menschen eine bestimmte Hautfarbe mit bestimmten positiven oder negativen Eigenschaften assoziieren. Solche Vorurteile gibt es aber überall und in jeder Kultur... wer anders aussieht als der Rest, egal ob dunkler oder heller oder sonstwie anders, wird erstmal skeptischer beurteilt und muss sich doppelt so stark anstrengen, um sich Respekt zu verschaffen. Das ist nunmal so ein menschliches Phänomen, und das sollte man natürlich auch ansprechen und durch Aufklärung der jungen Menschen versuchen, solche dämlichen Vorurteile zu überwinden. Keine Frage.
    Ich halte es nur für eine gefährliche und letztlich auch ziemlich kontraproduktive Vereinfachung, wenn man das alles auf eine Art Rassenkampf reduziert, nach dem Motto: Die Weißen sind die Herren der Welt. Da kann man im Prinzip ja auch gleich sagen: Die Juden sind die Herren der Welt. Das wäre dann wiederum Rassismus, nicht wahr? Weil Juden ja eine verfolgte, schützenswerte Minderheit sind... während die Weißen die Mehrheit stellen. Es ist nur so, fürchte ich, dass global betrachtet die Weißen auch nur eine Minderheit sind... eine besonders erfolgreiche vielleicht (wie die Juden eben auch)... aber das macht sie ja nicht gleich zu den Herren der Welt. ;)

    Das ist zu einfach, das auf Schönheitsideale runterzubrechen, gerade weil die halt im Prinzip ausschließlich das Weißsein pushen. Ein sehr krasses Beispiel wäre auch die Animékultur. Es ist kein Zufall, dass großäugige, blauäugige Blondies in Japan die prototypische Frau in Zeichentrickfilmen sind. Die Kultur kam mit dem Amis dahin, und man hat die eben nicht asiatisch adaptiert, obwohl der Kram erst vierzig Jahre später in der weißen Welt irgendwie ankam.
    Ist schon bizarr aus 'unserer' Perspektive nur anzunehmen, dass all unsere Zeichentrickfiguren schwarz oder asiatisch aussehen würden ... aber frag dich mal kurz, was das mit dir als Person und deinem Selbstbild machen würde, von der Kindheit an.

    Und, lol, Schwarze als die cooleren Typen? In Gangsterfilmen oder was? Da sind sie aber trotzdem ... Gangster, oder nicht? Echt toll, wenn das einzige positive Rollenvorbild für den schwarzen Jugendlicher der 'coole Gangsta-Rapper' ist. Als Weißer kann man mit schwarzer Kultur rumspielen, sich mal Dreads machen und die dann wieder abschneiden oder sich 'n schwarzes Gesicht malen ... aber als schwarze Person musst du damit fürs Leben 'gestraft'.

    Und, nein, blaublütige Adelige gehörten qua Geburt und Abstammung eben nicht derselben Rasse an wie der Pöbel. Eine Wurzel des Rassismus, die älteste, ist nämlich der 'biologische Unterschied' zwischen Adel und Pöbel. Oder glaubst der Adel hat nur die eigenen Kusinen geheiratet weil die alle so geil aussahen? Da ging's ums Reinherhalten des edlen Blutes ... was nicht möglich gewesen wäre, wenn man sich mit den Bauern gepaart hätte. In dem Sinne gehörten die definitiv eine anderen Rasse an.
    Die Idee von völkischen Rassismus ist damit verglichen bedeutend jünger. Sieht man auch daran, das Königsfamilien einander über Staatsgrenzen hinweg vorgezogen haben anstatt niederen Adel oder Bürgerliche aus den eigenen Ländern zu heiraten.

    Und, nein, historisch gibt's durchaus Evidenz dafür, dass Rassismus wie wir in kennen nicht 'natürlich' ist oder überall vorkommt. Den Schwarzen wird z.B. erst seit der Moderne das Menschsein abgesprochen. Sogar die Einsortierung von Menschen nach Hautfarben wurde erst in der Moderne systematisiert.

    @Lonewolf

    Oh, ich meinte jetzt nicht Parteien, sondern die echte radikale Linke ;-). Dass die SPD nicht dazugehört, ist doch wohl klar.

    Klar, Zusammenarbeit mit den rechten/islamistischen Islamverbänden usw. ist nicht nur Unsinn, sondern auch gefährlich. Dass das läuft, hat im Fall der Grauen Wölfe mit historischem Antikommunismus zu tun und im Bezug auf die diversen Islamverbände mit den starken Interessen der Kirchen hier, ihre Privilegien zu behalten, indem man sie auf den Islam ausdehnt.

    Grundsätzlich braucht man jetzt auch nicht für jeden Mord 'ne Demo, würde ich sagen, vor allem aus linker Perspektive. Das Problem mit der Islamismus-Frage ist doch, dass 'der Islam' doch im Prinzip nur ein Code für 'Ausländer, Araber, Türken usw. raus' ist. Wenn man sich stark und spezifisich auf den Islam kapriziert, landet man sehr schnell im rechten Lager. Schau dich mal um, wie schnell z.B. säkulare Flüchtlinge aus dem Nahen Osten von der Rechten instrumentalisiert oder vereinnahmt werden.

    Ich persönlich finde ja auch, dass 'antimuslimischer Rassismus' ein verdrehtes Konzept ist, weil es im Prinzip derselbe Rassismus ist, den wir vor 2001 hatten, nur jetzt garniert mit dem Schreckgespenst, dass 'die alle' uns in die Luft jagen und den Gottesstaat errichten wollen. Aus rechter/rassistischer Perspektive sind die Leute das Problem, nicht deren Religion. Was ja sehr einfach dadurch deutlich zu machen ist, dass die meisten Rechten kein Problem (oder ein geringeres/anderes) damit hätten, wenn ich zum Islam konvertiere als sie damit haben, wenn Leute aus dem arabischen Kulturkreis hier einfach auftauchen, gleichgültig wie fromm die sind.

    Ich glaube nicht, dass z.B. in linken feministischen Kreisen männliche Übergriffe kleingeredet oder verharmlost werden. Wie das mit der Situation in marginalisierten Gruppen ist, müssen die Leute selber sagen. Ich glaube jetzt aber nicht, dass in der Linken z.B. im Kurden-Türkei-Konflikt nicht klar Partei ergriffen wird. Und da ist's auch 'ne andere Hausnummer ob man sichtbar asiatisch oder schwarz ist oder nicht.

    Bei BLM hörst du dich fast an, wie so 'n Trump-Unterstützer. Historisch ist die amerikanische Polizei ja fast aus Anti-Sklaven-/Sklavenfänger-Trupps hervorgegangen, nicht wie in Europa aus Bütteln der Obrigkeit, die v.a. das Eigentum schützen. Das ist dort eine ganz andere Hausnummer, ein Staatswesen wo Lynchen durch offene und verdeckte Repräsentaten des Staates (und den netten Nachbarn) im 20. Jahrhundert noch üblich war.
    Es ist schlicht nicht der Job von marginalsierten/unterdrückten Gruppen, auch für Leute zu sprechen, die sie strukturell (mit)unterdrücken. Ich nehme nicht an, dass alle BLM-Aktivisten das kommunistische Wunderland anstreben ... aber das heißt jetzt nicht, dass sie nicht ein Recht haben in den herrschenden Verhältnissen weniger Rassismus (vor allem durch Staatsorgane) zu erfahren. Wenn man jetzt mit 'Aber Weiße erfahren auch Polizeigewalt' kommt, dann untergräbt und verdeckt man das strukturell viel gravierende Problem in dem Fall ... das eben der Rassismus ist, und nicht Polizeigewalt generell.

    Und Einzelfälle in Leipziger Läden sind doch repräsentativ für gar nichts. Dass es Idioten und Dummköpfe gibt, wussten wir auch schon vorher - genauso wie klar ist, dass man sich in einer neuen Kultur als Kriegsflüchtling erstmal eingewöhnen muss. Was natürlich nicht heißt, dass man Leuten die Eingewöhnung erschweren sollte, indem man sie einfach mal machen lässt...

    Neulich hab ich ernsthaft von irgendeinem "Rassismus-Forscher" die Meinung gelesen, dass es keinen schwarzen Rassismus gibt, weil Rassismus grundsätzlich weiß ist.
    Die Hutus und Tutsis, die sich in Afrika gegenseitig den Schädel einschlagen, sind dann vermutlich auch nur durch den weißen Kolonialismus so geworden, und waren davor total friedliche, sympathische Menschen, die in Frieden mit ihren Nachbarn und im Einklang mit der Natur gelebt haben. :kopfschuss: Und die Ureinwohner von Nord- und Südamerika haben sich auch alle gut miteinander vertragen, bevor der böse weiße Mann kam und allen anderen sein Herrschaftsdenken aufgezwungen hat.
    Manche Ansichten von Menschen, die heutzutage eine Bühne bekommen, sind so dermaßen dämlich, da fällt einem echt nix mehr dazu ein. Aber wer einem (noch dazu farbigen) Rassismus-Forscher widerspricht, muss ja schon grundsätzlich ein Rassist sein, daher lässt man solche Quatschköpfe weiterhin ihren Bullshit verbreiten... und wundert sich dann hinterher noch, warum es immer mehr Menschen gibt, die von einer linksgrün versifften Gesinnungsdiktatur reden.
    Dabei ist an unserer heutigen Gesellschaft eigentlich überhaupt nix "links"... der Kapitalismus hat einfach nur irgendwann beschlossen, dass es gut für das Geschäft ist, gegen Rassismus zu sein, für die Gleichstellung der Frau und auch für ein bisschen Umweltschutz. Ganz nach dem Motto: "Wenn dir irgendwann die Argumente auszugehen drohen und du das Gefühl hast, dass dein politischer Gegner Recht haben könnte, übernimm einfach seine Argumente und gib sie als die eigenen aus." Und deshalb machen sie heute bei ihren Multi-Millionen-Veranstaltungen Schweigeminuten gegen Rassismus, die Millionäre verbeugen sich auf dem Rasen und trennen brav ihren Müll, die Autohersteller bauen Elektroautos, und trotzdem hat so gut wie keiner irgendwas kapiert in diesem Land.

    Das bezieht sich darauf, dass die strukturelle Benachteiligung von Minderheiten immer zugunsten der Mehrheit läuft. Natürlich kannst du auch im Kleinen Individuen ausschließen und schlecht behandeln, aber Rassismus ist z.B. wie Leute, die nicht deutsch aussehen, standardmäßig von den Bullen, auf dem Amt usw. behandelt werden. Und natürlich wirkt der weitweite Rassismus durch Kolonialismus und Kulturexport auch in Ländern mit mehrheitlich/ausschließlich nicht-weißer Bevölkerung, z.B. vor allem in der Schönheitsindustrie. Araber lassen sich die Nasen operieren, Asiaten die Augenfalten und Schwarze und Asiaten benutzen gesundheitsgefährdende Aufhellercremes.

    Das hat nicht nur was mit falschen 'Schönheitsidealen' zu tun, sondern vor allem damit, dass Erfolg, Macht usw. mit Weißsein assoziiert sind, man also in einer weißen Welt möglichst nicht als nicht-weiß wahrgenommen werden sollte, wenn man nicht als Person abgewertet werden will. Deswegen gibt's ja auch unter Schwarzen so eine informelle Hierarchie derzufolge die Schwarzen am besten sind, die möglichst hellhäutig sind.

    Natürlich kann man sich auch über uns Weißbrote usw. lustig machen - aber das passiert strukturell halt nicht auf Augenhöhe.

    Ich meine, du dürftest als weiß-deutscher Provinzschwabe mit bürgerlichem Hintergrund nur schwer nachfühlen, wie's ist als 'Türke' in Deutschland aufzuwachsen - ganz zu schweigen davon, wie's ist schwarz zu sein oder asiatisch auszusehen.

    Und natürlich haben wir auch alle mehr oder wenige starke Rassismen im Kopf ... du solltest dran arbeiten, die abzubauen, und dich nicht im Internet darüber beschweren.

    Und klar, der Kapitalismus greift natürlich alles auf, was er verwerten und integrieren kann ... aber das heißt jetzt nicht, dass man mit quasi-rechten Argumenten antirassistisches und feministisches Engagement abwerten sollte. 'Linksgrün versifft' stammt direkt von Jörg Meuthen.

    @Lonewolf:

    Was ich so mitbekomme, deutet nicht darauf hin, dass man sich in der radikalen Linken mit Islamisten solidarisiert.