Beiträge von Lydia

    Ich denke nicht, dass du damit erfolg haben wirst, oder dass das erfolgreich sein wird.

    Ich alleine sowieso nicht. Dass die "Strategien", die bisher angewendet wurden und hier teils für besser empfunden werden, überhaupt nicht funktionieren, ist bewiesen.

    Die Mehrheit in diesem Land wird das als totalitäre Bevormundung ansehen und wird sich nochmehr von diesen Gedanken abwenden !

    Nein, warum?
    Die Mehrheit sieht es nicht als Bevormundung an, Gewalttaten zu verbieten und zu sanktionieren. Das kann man locker ausweiten, indem man Gesetze, die es schon gibt, nur umsetzt. wenn man möchte.

    Die Mehrheit sieht es nicht als Bevormundung an, dass sexuelle Belästigung oder Verleumdung verboten ist. Die Mehrheit begrüßt dies sogar.

    Warum sollte es die Mehrheit als Bevormundung ansehen, wenn man sehr ähnliche Dinge verbietet und sanktioniert?

    Übrigens: "Die Mehrheit in diesem Land wird das als totalitäre Bevormundung ansehen und wird sich nochmehr von diesen Gedanken abwenden!" Genau dies ist ein Scheinargument, um die Opferhaltung besser einnehmen zu können, die eben von rechtsradikalen Populisten angewendet wird. Niemand hier im Forum sollte auf derart billige Scheinargumente reinfallen. ;)

    Ein Verbot ist übrigens nur der Ausdruck der eigenen Hilflosigkeit. Verbote führen zu nichts außer der Intensivierung des zu Verbietenden.

    Nope. Teilweise passiert das, aber es kommt auf den Kontext an. Wenn es straffrei wäre, jemanden zu ermorden, gäbe es mehr Morde. Ist so. Bei hoher Strafandrohung steigt die Hemmschwelle.


    Mittlerweile glaube ich, dass es gut wäre, beide Lager zu ignorieren und sein eigenes Ding zu machen.

    Welche beiden Lager?
    Wie sieht dein Ding aus?

    Dass begriffen wird, dass "links" und "rechts" Politische Positionen beschreibt, und keine Weltanschauung.

    Auch das. Danke.

    Es muss ganz klar gelehrt werden, dass Rassismus, Klassismus und Sexismus keine tolerierbaren politischen Positionen sind. Es sind Gewalttaten.

    Wir haben sehr gute Gesetze in diesem Land, die die Demokratie stärken sollen.

    Sehr viele Positionen von Nazis sind nicht nur Gewalttaten, sondern sogar starfbar. Es wird nur leider nicht ausreichend umgesetzt.

    Jeder darf bei uns demonstrieren und das ist gut und richtig so. Massenweise Straftaten wie Volksverhetzung sind verboten, werden aber geduldet. Das muss sich ändern und kann man theoretisch auch.

    Man muss auch die AfD verbieten. Es ist ausreichend bewiesen worden, dass es keine demokratische Partei ist, sondern ein Haufen von Gewalttätern.

    Das Bewusstsein dafür kann man in der Bevölkerung verankern, wenn man nur möchte. Man kann öffentlich den Menschen erklären, warum diese Gewalttäter kein Recht auf ihre Gewalt haben. Dann geht ihre Opferhaltung eben nicht mehr auf.

    Aufklärung und Bildung sind sehr hilfreich, einen Rechtsruck zu verhindern. Dass Aufklärung und Bildung nicht richtig angestrebt werden, steht auf einem anderen Blatt.

    Um nochmal darauf zurückzukommen, wie Gewalt Gegengewalt erzeugt.
    In diesem Video sieht man, wie ein Lehrer einen Schüler verprügelt, nachdem der Schüler den Lehrer rassistisch beleidigt hat:

    Der Schüler hat um Schläge gebettelt und es wundert nicht, dass sein Wunsch erfüllt wurde. DAS WIRD MAN JA WOHL NOCH SAGEN DÜRFEN!

    Sicher sein kann man sich da natürlich nie. Ich meine, wenn ich mir sicher wäre, dass alle Zuhörer/Zuschauer auf meiner Seite sind,

    Eben.

    und wenn man dann einen Nazi einfach von der Bühne jagt, anstatt ihn argumentativ zu zerlegen, kann es leicht passieren, dass sich der Nazi eben in einer Märtyrer-Rolle wiederfindet

    Hab ich auch geschrieben! Das können sie ruhig.

    Wenn jegliche Form von Rassismus, Sexismus und Klassismus weitgehend gesellschaftlich geächtet wird, dann geht diese Strategie der Nazis nicht mehr auf.

    Deshalb muss man es ja von Grund auf ächten. Es gibt genug Formen von Rassismus, Sexismus und Klassismus, die geduldet werden. Wir brauchen nicht noch mehr davon, sondern müssen öffentlich aufklären, aufklären und nochmal aufklären.
    Es muss über Nazis und ihre irren Lehren geredet werden, nicht mit ihnen.


    Dass man Nazis reden lässt und immer mehr ihrer Ansichten toleriert, ist der größte Fehler, der gemacht wurde. Das muss sich grundlegend ändern. Der Rechtsruck, den wir erleben, ist real und der falsche Umgang mit den Nazis trägt daran leider eine Mitschuld.


    Es mag gut gemeint sein, wenn man sagt, man sollte mit Nazis reden und ihre Scheinargumente widerlegen, die man sich erst anhören sollte. Aber gut gemeint ist das Gegenteil von gut.

    aber wenn ich heute öffentlich bzw. im Internet jemand über fehlende Meinungsfreiheit und gesellschaftliche Gleichschaltung reden höre, dann ist das zu 90 Prozent kein Linker, sondern ein Rechter.
    Und das sollte ja wohl eigentlich umgekehrt sein....

    Eben. Es sollte umgekehrt sein und daran sollte jeder mitwirken. (Ich sehe mal darüber hinweg, dass du hier von "rechts" und "links" schreibst, statt von Nazis und normal denkenden Menschen.)

    Soooo. Guten Morgen erstmal.

    Ich kann verstehen, wenn du glaubst, alle Nazis wären gleich und man dürfe ihnen gar nicht erst zuhören, sondern müsse sofort mit Diskriminierung und Gewalt auf sie reagieren

    Versteh das jetzt bitte nicht als Angriff!
    Ich muss leider grundsätzlich anmerken, dass ich es absolut nich leiden kann, wenn mir Dinge angedichtet werden, die ich niemals geäußert habe.

    Niemals habe ich behauptet, alle Nazis wären gleich! Dies glaube ich auch nicht!
    Es gibt die unterschiedlichsten Motive, warum jemand Nazi wird.
    Ihre Ideologie ist nur gleich und sie definieren sich in ihren Gruppen über ihre Arschlöchigkeit.
    Pass bitte in Zukunft besser auf und lies genau, was ich schreibe. Die Zitatfunktion ist da auch sehr hilfreich.

    So. Jetzt zu den Nazis, mit denen man nicht reden sollte, sondern sie diskriminieren.
    Man kann mit jedem Menschen reden, wenn er denn etwas zu sagen hat.
    Wenn ein Mensch Nazi war und um Vergebung bitten möchte, dann darf man ihm zuhören.
    Wenn sich ein Mensch wie ein Nazi äußert, hat er jedes Recht verwirkt, weiter zu reden bzw. seinen Scheiß zu erklären.
    Er hat nach einmaliger Aufforderung die Fresse zu halten und zuzuhören. Wenn er das nicht kann oder will, muss man ihn ächten. Das ist der einzig sinnvolle Weg, mit solchen Subjekten umzugehen. Später Genaueres dazu.

    Ich denke mal, ihr [Lydia und daryus] werdet euch wohl nur darin einig werden, dass ihr bei diesem Thema unterschiedlicher Ansicht seid.

    Das glaube ich noch nicht. Daryus hat meinen Standpunkt nur (noch) nicht vollständig verstanden. Was man nicht versteht, kann man auch nicht akzeptieren.

    Ich werde mir Mühe geben, dass er versteht. Mit ihm kann man nämlich reden.^^
    Womöglich wird er mich irgendwann zu einem anderen Thema überzeugen können oder meinen Horizont erweitern können. Soll ja keine Einbahnstraße sein hier.

    Ich persönlich habe auch schon mit Nazis diskutiert, habe aber leider noch keinen dazu gebracht, deshalb sein Weltbild zu ändern. Wenn, dann war Sinn und Zweck dieser Diskussionen auch meistens eher, den vielen unbeteiligten Zuschauern oder Beobachtern zu demonstrieren, wie dämlich so ein nationalistisches reaktionäres Weltbild eigentlich ist

    Eine weitere Bestätigung meiner Ansicht.
    Es bringt nie etwas, mit Nazis zu diskutieren. Schon ganz einfach aus dem Grund, dass sie keine Fakten und sichere Argumente gebraucht haben, um ihre irre Ideologie zu festigen. Sie sind dadurch eben auch imun gegen Fakten und Argumente, die ihren Scheiß widerlegen. Immer!

    Wenn du mit ihnen redest, um den unbeteiligten Zuschauern zu demonstrieren, wie dämlich sie sind, musst du dir sicher sein, dass alle Zuschauer deine Argumente verstehen (wollen) und nicht eventuell auch dämlich sind, oder gern gegen andere Menschen hetzen.

    Faktum 1: Mit Reden, Zuhören und Widerlegen von Scheinargumenten tendiert die Chance gegen 0, den Nazi zu überzeugen, dass er falsch liegt.

    Faktum 2: Wenn man Nazis eine Möglichkeit bietet, ihre Scheinargumente vorzutragen (statt sie sofort wegen ihrer verbalen Gewalt zu ächten), ja, wenn man ihnen gar eine Bühne dafür bietet (Talkshow, Zeitung, etc.), dann ist die Gefahr sehr groß, dass sie mit ihrem Scheiß andere Menschen infizieren und vergiften.

    Es ist eine politisch gefährliche Strategie, Ersteres zu tun. Das sollte man sich unbedingt klar machen. Wäge ab, was sinnvoller ist und den geringsten Schaden verursachen könnte!

    Falsches Mitleid mit Nazis, wenn man sie sofort nach ihren Äußerungen ächtet, also ja, diskriminiert, ist unangebracht. Die Opferhaltung werden sie dann eh erstmal selbst einnehmen. Es ist nicht richtig, sie darin zu bestätigen! Sie haben es sich nämlich selbst zuzuschreiben, wenn sie diskriminiert werden. Das ist nach gewisser Zeit eher heilsam und hilfreicher, wenn man ihre Ansichten wirklich ändern möchte.

    Es gibt immer mal wieder Berichte von Menschen, die erst Nazis waren, und dann durch persönliche Erfahrungen, viel Kontakt zu Andersdenkenden, etc. ihr menschenverachtendes Weltbild abgelegt haben.

    Richtig. Sie sind zum größten Teil von ihrer Ideologie weggekommen, weil sie gemerkt haben, dass es zu nichts führt, außer von anderen geächtet zu werden.

    Sie haben gemerkt, dass es ihnen selbst mehr bringt, wenn sie Erfahrungen und Kontakte mit Menschen machen, die nicht Nazis sind. Es ist dabei sehr wichtig, dass diese Menschen rechtsradikale Äußerungen nicht dulden. Wenn es geduldet wird, warum sollte der Nazi dann von seiner Ideologie abweichen?

    Sondern das sind alles Menschen, bei denen halt eine Menge schief gelaufen ist in der Entwicklung

    Dieses "Sie haben ne schlechte Kindheit gehabt.", lasse ich nicht gelten.
    Das ist zum Teil eine Erklärung, aber niemals eine Entschuldigung.

    Niemand sollte Gewalttäter direkt entschuldigen und in Schutz nehmen, weil sie ne schlechte Kindheit hatten.*
    Nazis sind gewalttätig! Eine rechtsradikale Äußerung ist immer Gewalt, auch wenn es von vielen nicht so wahrgenommen wird.

    *"Schlechte Kindheit" ist eine grobe Vereinfachung. Ich meine damit Lebensumstände im Allgemeinen, die Rechtsradikalismus förden können.

    @Lonewolf

    Ich nenne das Tier hier beim Namen. Wenn dir ein besserer Begriff für die Menschen einfällt, die ich meine, dann lass es mich gerne wisse.

    Hab in meinem letzten Beitrag noch etwas ergänzt. Nur damit du es nicht eventuell übersiehst.

    Doch deine Worte erweckten bei mir den Eindruck, dass du sie nicht mal erklären lassen würdest, WARUM sie sich dermaßen Scheiße aufführen

    Ist auch so. Sie müssen sich nicht erklären. Dafür ist mir meine Lebenszeit auch zu schade.

    Die Lächerlichkeit ihrer Standpunkte kann erst dann deutlich werden, wenn du sie ebenfalls mal zu Wort kommen läßt

    Nein. Ihre Standpunkte, um ihre Äußerungen zu erklären, sind immer Scheinargumente, auf die geistig wenig wendige Menschen reinfallen könnten. Wenn man sie zu Wort kommen lässt, ihre Ansichten zu erklären, bildet dies die Grundlage für Rechtspopulismus und einen Nährboden für Faschismus.

    Man kann ihren Scheiß auch öffentlich der Lächerlichkeit preisgeben, ohne ihnen zuzuhören und ohne ihnen eine Plattform zu bieten. Verstehst du?

    Genau das ist der eigentliche Punkt in der Debatte, ob man mit Nazis reden sollte.

    Nein, sollte man nicht. Ausstoßen muss man sie und über sie reden. Dann kommen die meisten früher oder später selbst drauf, dass sie Geisterfahrer sind. Die kleinen Grüppchen von Unverbesserlichen, die dann übrig bleiben, sind quasi vernachlässigbar.

    und ihre Statements danach VERBAL (und ohne physische Gewalt) als menschenverachtend offenbarst

    Vergiss es! Hab ich zu oft versucht.

    Sie hören erst dann zu, wenn sie bereits weitgehend geächtet werden.

    Besser, wenn man über sie spicht. Versuch mal einen geschickten Nazi, dessen Äußerungen allgemein toleriert werden, zu überzeugen, dass seine Ansichten falsch sind. Es funktioniert niemals. Es funktioniert auch nicht, einen Chemtrailgläubigen zu überzeugen. Es ist nur sinnvoll, über sie zu sprechen.

    Nimm zurück, dass ich kein Antifaschist bin, wenn ich Gewalt als eine Notlösung betrachte

    Deshalb habe ich nicht gesagt, du wärst kein Antifaschist. ;)
    Als Notlösung betrachte ich es auch. Meine persönliche Grenze, ab wenn es eine Notlösung ist, ist nur womöglich kleiner.


    Entschuldige bitte, falls dich meine Aussagen beleidigten - es lag daran, dass ich mich durch deine (missverständlichen) Worte ebenfalls beleidigt fühlte.

    In Ordung. :)
    Ist entschuldigt.

    Können wir vielleicht einfach wieder Frieden schließen?

    In meinen Augen gab es keinen Krieg.^^

    Ich glaube, du steht kurz davor, mich zu verstehen.

    Daher finde ich es extrem "menschenverachtend" von dir, wenn du sie ohne vorherige Möglichkeit auf eine friedliche, verbale Lösung des Problems, zuerst angreifen willst

    Ich würde niemals zuerst angreifen.

    Wenn einer sagt, dass Menschen wie ich weniger Rechte haben sollten, weil ich ungleich geboren wurde und ich reagiere darauf.

    Wer greift zuerst an? Ich oder dieser fiktive Eine?

    und jeden, der die umgehende Gewalt gegen sie missbilligt, nicht mehr als Antifaschisten betrachten kannst.


    Die umgehende (Gegen-)Gewalt kann auch so aussehen, dass man den Täter friedlich sanktioniert, indem man ihn z.B. aus der Gesellschaft ausschließt, bis er um Vergebung bittend zur Gesellschaft zurückkehrt. So würde man in einer anarchistischen Gesellschaft handeln.

    Das funktioniert in Zeiten des Rechtsrucks, in dem wir leben, aber nicht.

    Ich kann nur Menschen nicht als Antifaschisten betrachten, die nicht einsehen, dass es wichtig ist, die anfängliche Gewalt nicht zu dulden. Antifaschisten können meinetwegen sehr wohl physische Gegengewalt ablehnen.

    Hattest du nicht selber mal von "Exit" gesprochen - und davon, dass selbst "Nazis" unter Umständen wieder umdenken können? Wie, glaubst du, machen die Leute von Exit das?

    Zu Exit gehen in erster Linie Menschen, die bereits wissen, dass ihre Ansichten falsch sind.

    Nur weil sich ein Nazi ändern kann und dann nicht mehr Nazi ist, heißt das nicht, dass man ihre grundfalschen (gewaltvollen!) Ansichten tolerieren darf. Im Gegenteil. Sie ändern eher ihre Ansichten, wenn sie geächtet werden.

    Der Typ in deinem vorgeschlagenen Film wurde einsichtig, nachdem er geächtet wurde. Schau ihn dir nochmal an und beachte diese Perspektive. ;)

    Ist es faschistoid oder antifaschistisch, für Redefreiheit zu plädieren?

    Mann! Die verbale Gewalt von Nazis ist eben nicht von der Redefreiheit gedeckt.
    Es gibt sogar Gesetze deswegen, die leider zu selten zur Anwendung kommen....

    Sollte man ohne Gesprächsbereitschaft zuerst auf sein Feindbild einschlagen wollen - oder nach friedlichen Lösungen suchen?

    ....Selbst in einem funktionierenden Anarchismus werden menschenverachtende Äußerungen von der Gesellschaft nicht geduldet. Sie werden dort friedlich sanktioniert.

    Mein Wunsch ist ja, dass auch in dieser Welt, in der wir jetzt leben, untolerierbare Äußerungen sanktioniert werden müssen. Da dies meistens nicht geschieht, ist physische Gegengewalt eben eine logische Konsequenz.