'Weg zur Brücke' von Christina Maria S.

Es gibt 43 Antworten in diesem Thema, welches 45.817 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (4. Juni 2026 um 18:29) ist von johnmirra.

  • Das Thema Todessehnsucht ist eines für sich, denke ich.

    Ich würde allein beim Live-Anblick weiche Knie bekommen, gebe ich zu. Warum es so dramatisch sein muss, erschließt sich mir bis heute nicht. Wenn ich raten müsste, würde ich sagen: Weil das Gefühl von Thrill nochmal erlebt werden will, oder weil die angestaute Wut und Verzweiflung durch den windigen Abtrieb noch einmal raus kann. Ist bestimmt Unsinn - ich kann mich nicht in diese Lage hinein versetzen.


    "Auch wenn dieser Weg auf die eine oder andere Art unter der
    Brücke endet, direkt oder knapp daneben, ist es doch meiner. Vielleicht der einer Fanatikerin,
    getrieben von der Sehnsucht nach absoluter Hingabe, Selbstaufgabe, Verlorenheit in einer Sache,
    die das wert ist. Mäßigkeit ist nicht meine Bestimmung, ich muss leben lassen, was in mir lauert und
    nicht daran ersticken, sollte es mich vernichten, werde ich das akzeptieren, aber es wird kein
    Erstickungs- oder Erfrierungstod sein."


    Ich seh sie noch vor mir, wie sie - im Gegensatz zu uns - souverän über alle Höhen bergauf und bergab lief, im Einklang mit der Bergwelt. Natürlich hat sie das Ende draußen in der Wildnis gewählt, wo auch sonst.

    Why do we fall?

  • Danke für das passende Zitat, Lonewolf.

    Auch wenn es durchaus eine Erklärung liefert - ist es nicht weiterhin erstaunlich, wenn es schmerzlosere, schnellere Methoden gibt, die man ebenfalls in der Wildnis durchführen könnte? Ich begreife es nicht. Allerdings ist das auch etwas sehr persönliches, und daher geht es auch gar nicht um mein Verständnis.

  • Das sagt die KI:


    "Diese Texte sind rückblickend deshalb so belastend, weil sie suggerieren:

    Zitat

    „Wenn man mich nur richtig verstanden hätte, wäre alles lösbar gewesen.“

    Das ist ein sehr verständlicher Gedanke, aber er ist meistens zu optimistisch in Bezug auf Komplexität solcher Verläufe.

    Verstehen hilft – aber nicht allein."


    Zumindest ist klar, wieso ich nicht der Richtige gewesen bin, um irgendwie bei den beiden durchzudringen: eine Auseinandersetzung auf philosophischer, symbolischer Ebene kann nicht diese geschlossene Doktrin der Ausweglosigkeit aufbrechen, die aus ihren Texten herausscheint. Es ist wohl letztlich so, wie Dian angedeutet hat: stabile, lebensbejahende Beziehungen, soziale Verankerungen außerhalb des eigenen Mikrokosmos, hätten sie vielleicht gerettet, sprich: 'eine dauerhafte, sehr einfache Gegenrealität zur inneren Totalisierung.'

    Why do we fall?