dein altes und häufig geklautes Konzept für keine funktionierende Lösungsmöglichkeit halte
Das ist wo du irrst. Es mag zusammengeklaut sein, aber der Ansatz ist dennoch neu und noch nie ausprobiert. Kein Mensch war bereit, die Frage nach Gut und Böse unbeantwortet zu lassen!
Du selbst weigerst dich die Tatsache einer fehlenden Moralbasis anzuerkennen. Für dich gibt es Gut und Böse, das kann ich akzeptieren. Auch ich habe persönliche Maßsstäbe, was ich für gut und schlecht halte. Nur versuche ich diese dir eben gerade NICHT überzustülpen, wie es du bei mir scheinbar versuchst.
Helpokratie kann in deinen Augen dann natürlich nie funktionieren, weil es bedeuten würde, du müsstest allen anderen (auch deinem Erzfeind) die gleichen Rechte zugestehen wie dir, festzulegen, was okay ist und was nicht. Das geht natürlich nicht, wenn man davon überzeugt ist, das bereits zu wissen.
Aber wenn niemand einem Mörder Einhalt gebietet, weil jedes neue Opfer, dass der Täter findet, entweder stirbt oder flüchtet, nur dann wird dieser Mörder problemlos so weitermachen können.
Ich sagte nicht, man soll ihn gewähren lassen. Doch wenn man alle rechtlichen Schritte ausgenutzt hat, sein komplettes Umfeld ausreichend gewarnt hat und dir niemand glaubt oder die Gefahr wahrhaben möchte, hat man meines Erachtens seine Schuldigkeit getan. Du bist nicht verantwortlich für das Unglück, das die Person verursacht und die neuen Opfer. Die Umwelt, Behörden und wohl auch einige der zukünftigen Opfer sind es.
Deine Aufgabe ist vor allem, dich selbst glücklich zu machen.
Ich verstehe, wenn du nach Gerechtigkeit verlangst, aber offenbar ist sie dir nicht vergönnt. Wenn du dich davon fertig machen lässt, hat dein Feind erst recht gewonnen.
Aber was rede ich, manche Menschen kämpfen ihr Lebtag gegen die Realität.
Ich hatte mal am Seelsorgetelefon einen freiwilligen Helfer in der Leitung, der aus seiner (durch mich entstandenen) Notlage heraus, krampfhaft versuchte, mir den christlichen Glauben wie einen Rettungsanker gegen den Kopf zu werfen.
Du vergleichst nicht ernsthaft Helpokratie mit dem christlichen Glauben?
Irgendwie reden wir aneinander vorbei oder du hast nicht verstanden, wie es funktioniert.
Du willst dich umbringen oder Junkie bleiben, kein Thema. Das ist prinzipiell Okay. Helpokratie sagt, ich darf dir nicht sagen, es wäre moralisch falsch. Es sagt sogar, ich sollte dir dabei helfen - einzige und nicht einmal notwendige Einschränkung: Du möchtest das auch wirklich.
Ich mein, ich will dir nicht beim Selbstmord geholfen haben und nachher stellt sich raus, du wolltest eigentlich nicht sterben, sondern bist ein depressiver Mensch und hast so Phasen, die man mit Antidepressiva lindern kann.
Oder: Ich bin Selbstmordgegner und helfe prinzipiell nicht.
Oder: Ich bin Selbstmordgegner und rufe die Polizei.
Ich persönlich würde erstmal fragen: "Hast du dir das auch gut überlegt. Gehen wir doch mal die Pro und Cons durch."
Helpokratie hilft dir da sogar weniger als der christliche Glaube. Für manche funktioniert sogar der (Streng Gläubige bringen sich tatsächlich seltener um)
Helpokratie ist für mich ein System, das bei Anwendung dazu führt, dass die (aktuellen) Wünsche aller Menschen zu einem maximalen Anteil erfüllt werden.
Es behauptet weder das dies eine gute Sache ist, noch dass jeder weiß, welche Wünsche ihn zu dem führen, was man eigentlich will. Noch nicht einmal, dass dann alle glücklich werden.
Im Grunde ist es eine Maschine, in der ich oben eingebe, was ich möchte und unten das Beste rauskommt, was unter den Umständen möglich war. (wer sich wünscht Flügel zu haben, um damit herumzufliegen, muss sich nicht wundern, dass da nichts entsprechendes rauskommt)
Es hat zwei Nachteile:
1. Jede Person wird gleichwertig behandelt
2. Einige wenige Personen könnten mehr Wunscherfüllung bekommen, wenn ein Großteil nicht mitmacht (auf horrende Kosten aller) <- Aktuelle Situation