Beiträge von Malte

    Noch ein Nachtrag von mir dazu, nachdem Teve mich im Discord nach dem Aussehen meiner eigenen Realität gefragt hat, wenn ich sie erschaffen könnte:

    Zitat

    Eine eigene Realität zu erschaffen würde die Welt in ihrer Gesamtheit einschließen. So weit habe ich mich noch nie gewagt zu denken. Ich müsste ja jedes Detail bedenken, dass irgendwo relevant werden könnte. Was mir bei dem Gedanken an eine eigene Realität genau so wichtig ist, ist der abstand von Utopien, die es nicht in die Wirklichkeit schaffen können. Wenn man sich davon aber distanziert, wie weit ist es dann noch der eigene Wunsch, oder nur noch eine Veränderung des Istzustandes unserer Welt. Aber ich kann mal einfach ein paar Dinge in den Raum werfen: In meinem Idealbild wäre dieser Raum hier überflüssig. Die meisten, die hier herfinden sind hier, weil sie da draußen niemand versteht, weil sie mit der Gesellschaft nicht zurecht kommen, oder weil sie ein Leben leben müssen, für das ihre Voraussetzungen nicht ausreichen oder passen. All diese Dinge sollte es nicht geben. Genau so sollte es nicht nötig sein, sich etwas erkaufen zu müssen. Seien es Leistungen, Waren, Gefälligkeiten. Was ich mir wünsche ist ein Bewusstsein aller Menschen dafür, dass wen jeder seinen Teil nach seinen Voraussetzungen leistet und sich darüber gewiss sein kann, dass jeder dies tut, dass für alle gesorgt sein wird. Und niemand müsste einen direkten Gegenwert für seine Arbeit verlangen, weil auch niemand etwas dafür verlangt, was ich brauche um zu leben. Dieser Kreislauf ist in meinen Augen viel gesünder für alle, funktioniert aber nur, wenn auch alle bereit sind mitzuhelfen. Die Idee ist allerdings dermaßen Utopisch, weil es einer Planwirtschaft bedürfte, um die Arbeit zu steuern, da es keinen regulierenden markt mehr gäbe, aber die Effizienz von Planwirtschaften unbestreitbar schlecht ist.

    Nun etwas näher an der Realität; einfach ein paar Wünsche an unser hier und jetzt: Jeder soll sich mal ein bisschen zurück nehmen und schauen, was sein Verhalten für andere bedeutet. Stichwort extreme Ressourcenverschwendung, Nahrungsmittelkonsum von aller Welt, unmenschliche Arbeitsbedingungen... Es sollte mehr Rücksicht auf unseren Lebensraum genommen werden. Wer mehr hat als andere, sollte sich zurücknehmen, Stichwort Geld. Verteilt es gleichmäßiger. Nicht Firmenkapital. Nicht Grundbesitz von Landwirten (auch wenn dieser sehr viel Wert ist). Würde das beides aufgeteilt und gleichmäßig verteilt, würde nichts mehr in unserer Realität funktionieren. Aber Immobilien und liquide Finanzmittel gehören aus meiner Sicht verteilt. Höhere Einkommen höher besteuert, sämtliche Beitragsbemessungsgrenzen der Sozialversicherungen abgeschafft. Wer mehr verdient muss auch mehr einzahlen. Diese Solidarität sollte selbstverständlich sein, doch wächst mit dem Einkommen oft auch der Geiz gegenüber den Menschen, die es bräuchten. Sich dort ein Umdenken zu wünschen ist utopisch - ich tue es trotzdem - also muss man den Staat (so unliebsam er den Anarchisten hier auch ist) in die Pflicht nehmen, sich für seine Bürger einzusetzen. und das ist eigentlich mein größter Realitätswunsch, der es vielen Menschen besser gehen ließe: Staatlicher Mut, ALLEN Menschen wirklich helfen zu wollen, und nicht manchen mehr helfen zu wollen als anderen.

    Wenn das alles nicht funktioniert, dann lebt man an der Realität vorbei und wird irgendwann gnadenlos zerschellen.

    Ich würde behaupten, dass gerade derjenige, der sich ein möglichst stabiles Weltbild konstruiert, Widersprüche glättet, Unsicherheiten beseitigt und anschließend erklärt, nun endlich mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Tatsachen angekommen zu sein, für mein Empfinden wesentlich eher an der Realität vorbeilebt als jemand, der die eigene Unsicherheit über die Ungewissheit offen eingesteht.

    Genau das Meine ich ja. Wenn Es geht mir um die Anpassungsfähigkeit. Wer nicht gewillt ist sich der Realität zu öffenen, um ein auf der Realität stabil fußendes Weltbild zu erlangen, genau der wird zerschellen. Wer die Unsicherheit eingesteht, hat schwächen erkannt, und kann damit umgehen. Wer Widersprüche glättet, verschweigt die unvereinbarkeit, wer sie abersieht und mit ihnen Ringt, kann die Konflikte seiner Utopie mit der Realität verstehen und umdenken.

    Im Prinzip meinen wir da das gleiche.


    Deine Gendanken zu:

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    Zitat von Malte

    Wenn man kein Rückgrat für seine eigene Vorstellungen hat, at man kein Leben mehr das man Lebt, sondern in dem man nur noch als Körper existiert.

    finde ich seh interessant und führenn wenn ich darüber nachdenke, meine Überlegungen auch aus meiner Sicht konsequent weiter.