Beiträge von Issho

    Gott ist ein menschengemachtes Hirngespinst, dass von ungebildeten Höhlenbewohnern konstruiert worden ist, um Phänomene zu erklären, die damals nicht erklärt werden konnten. Diese steinzeitliche Ideologie hat bis zur Neuzeit überlebt und lässt sich nicht aus den fantasielosen Köpfen der verblödeten Masse kriegen.
    Religionen und Kirchen sind Massenkontrolle und Volksverblödung. Dank ihrem Einfluss sind schon ganze Völker ausgelöscht worden, unzählige Frauen und Kinder misshandelt und verstümmelt worden und haben den technischen und sozialen Fortschritt in vielen Ländern gebremst.
    Mal von dieser radikalen persönlichen Ansicht/Beobachtung abgesehen: Grundsätzlich lehnen Anarchisten Religion ab, weil sie sich nicht einer höheren Macht oder einem (nichtexistierenden) höheren Wesen unterwerfen wollen. Religionen dienten schon immer als Mittel zur Unterdrückung und als nie versiegender Quell von Intoleranz, Sexismus und Terrorismus.
    In Diskussionen mit pro-religiösen Menschen wird immer argumentiert, dass die Kirche und die Weltreligionen der Welt doch auch soviel Gutes gegeben haben...mein Gegenargument ist , dass moralisches Handeln, Mitgefühl und Nächstenliebe auch ohne Religion praktiziert werden kann, allerdings wären viele Kriege und unzählige Terroranschläge der Geschichte ohne religiöse Motivation gar nicht möglich gewesen. Anders gesagt, der Schaden, den die Weltreligionen auf dieser Welt schon angerichtet haben, lässt sich gar nicht mit dem der Anarchisten vergleichen. Dagegen sind wir eine niedliche Vorstadt-Schlägertruppe.
    Ich denke, in einem konsequent durchgesetzten Anarchismus würden sämtliche religiöse Traditionen, die unfreiwillig sind und auf Zwang beruhen, abgeschafft und durch freiheitsorientierte Aufklärung ersetzt werden. Weihnachten, Ostern und andere Feiertage müssten nicht abgeschafft werden meiner Meinung nach, allerdings sollte jedes Individuum selbst bestimmen, inwiefern man daran teilnehmen möchte, also kein Zwang durch Familie, Arbeit etc.
    Am wichtigsten finde ich es, dass man Kinder nicht gleich nach der Geburt in eine Religionsgemeinschaft zwingt (was sowieso echt pervers ist), sondern sie im Verlauf ihrer Kindheit über die verschiedenen Religionen aufklärt und dass sie ab einem individuell bestimmten Zeitpunk selbst bestimmen können, ob das was für sie ist. Ich denke, durch so eine Erziehung würden die Kirchen und Religionen automatisch irgendwann an Macht und Einfluss verlieren...und vielleicht sogar zu Grunde gehen. Dies ist natürlich eine utopische Vorstellung. Ich zweifle auch daran, dass ich sowas je erleben werde.

    Vielleicht habe ich mich in meiner Wortwahl etwas vergriffen. Es war nicht meine Absicht zu suggerieren, dass mein Weg für jedermann ideal ist. Das waren jetzt eher meine persönlichen Erfahrungen, weil ich schon auf beiden Seiten gelebt habe, das sesshafte Hobbitleben und das Tramperleben.
    Ich kann es nachvollziehen, wenn kreative Köpfe mit künstlerischen Begabungen (wie vielleicht einige in diesem Forum) inmitten von Büchern und Bildschirmen mehr Erfüllung finden als in der gottverlassenen Wildnis. Womit ich allerdings Mühe habe, ist wenn sich die verwöhnten Wohlstandskiddies, die den ganzen Tag Call of Duty zocken und sich hirnlose Let's plays reinziehen, über ihr mickriges Dasein beschweren und in 20 Jahren feststellen werden, dass das Leben an ihnen vorbeigezogen ist und sie nichts davon abgekriegt haben. Und dann fangen sie mit 13 an zu rauchen und Drogen nehmen, mit der Argumentation dass sie ''Probleme und Depressionen hätten'' obwohl die meisten von ihnen erbärmliche Mitläufer sind, die dem Gruppendruck nicht standhalten konnten.


    Ich glaube, wir haben einiges gemeinsam @Dian, aber was Freizeitgestaltung angeht sind wir wohl grundverschieden. Als Kind wollte ich Bergführer, Forscher, Zeichner und Autor werde, die höchsten Berge der Welt besteigen und die Antarktis durchqueren. Das waren ehrliche und aufrichtige Träume, die von mir selber kamen. Als Jugendlicher waren mir diese Sehnsüchte peinlich und ich wollte lieber Profigamer, Hacker oder sogar Rapper lol werden. Unzählige zerschmetterte Bildschirme, Tastaturen und PS3 Controller später bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich weder die Geduld noch die körperliche Verfassung dazu habe, meine Lebenszeit vor dem Bildschirm zu verbringen und langsam dahinzuvegettieren. Obwohl ich natürlich auch heute noch ab und zu auf der PS4 zocke und mir häufig Filme anschaue. :D Bin ja kein Heiliger.
    Wie dem auch sei, ich habe jedenfalls in den letzten Jahren das Kind in mir wiederentdeckt und habe nicht vor am sogenannten "Ernst des Lebens" teilzunehmen. Der Preis für diese Haltung ist zwar, dass man sich selber ins gesellschaftliche Abseits katapultiert, aber dort fühl ich mich auch am wohlsten.

    Ich kenne einen ganzen Haufen von denen.
    Hier ein ziemlich cooles von George Carlin (RIP, amerikanischer Komiker)


    "I have as much authority as the Pope. I just don´t have as many people who believe it."

    Entgegen der landläufigen Meinung muss ich sagen, dass 2016 ein relativ cooles Jahr war. Vielleicht liegt es daran, dass mich irgendwelche Promi-Sternchen Todesfälle nicht gerade vom Sitz hauen und dass ich dem politischen Geschehen auf der Welt *hust* Trump *hust* nicht allzuviel Bedeutung schenke und ich mein Seelenwohl mehr von meinen eigenen Taten und Erlebnissen abhängig mache.
    In diesem Sinne hab ich 2016 einiges erreicht, was ich im Vorjahr für unvorhergesehen oder unmöglich gehalten hätte. Ich konnte eine monatelang geplante Unternehmung in die Tat umsetzen, habe viele Bekanntschaften gemacht (leider keine bleibenden) habe eine neue Leidenschaft entdeckt, neue Bücher gelesen, neue Serien gefunden, alte Freunde getroffen, bin geistig gereift, habe mich physisch und mental weiterentwickelt und zu guter Letzt das Unity-Forum wiederentdeckt.
    Allerdings muss gesagt sein, dass 2015 besser war. Liegt vermutlich daran, dass ich letztes Jahr die interessanteren Leute traf und meine Abenteuer etwas weniger einsam und geselliger waren. Jedenfalls waren da einige unvergessliche Momente dabei. Oder vielleicht liegts auch daran, dass ich 2015 mehr Pizza gegessen habe als 2016.


    Wenn ich mir so eure Beiträge durchlese...findet ihr nicht auch, dass eure negative Stimmung daher kommt, dass ihr zu viel Zeit vor den Bildschirmen verbringt? (Ich will euch nicht zu nahe treten-leben und leben lassen) Meiner Erfahrung nach führt der längere Aufenthalt in lauwarmen Stuben und auf verfurzten Sofas vor dem Bildschirm früher oder später immer zur Depression. Oder zumindest zur tödlichen Langeweile.
    Das Leben findet man in den Gegensätzen. Kälte, Trauer, Wut, Schmerz, Angst, Einsamkeit etc. gehören alle zum Leben, genauso wie die positiven Emotionen (mir fallen gerade keine Beispiele ein, welch Ironie lol ) Solche Erfahrungen formen uns, sie sind ein Teil von dem was uns ausmacht. Ich scheue solche Dinge nicht, ich suche sie...ansonsten wäre es mir nicht möglich die kleinen alltäglichen Dinge zu schätzen, die man für selbstverständlich hält. Fliessendes Wasser aus der Dusche, ein Dach über dem Kopf, ne Toilette mit Spülfunktion, warme Mahlzeiten, die Nähe von Menschen, die man liebt und schätzt.
    Aber diese extremen Gegensätze findet man nicht im warmen Heim. Mit einem vollen Magen oder auf einem weichen Kissen, findet man keine Erleuchtung.
    Oh, wieder etwas vom Thema abgedriftet... wayne
    Habt nen schönen Abend.

    Wie sehr soll man sich an einem System beteiligen, das man grundsätzlich verachtet...für mich gilt hier der Grundsatz "so viel wie nötig, so wenig wie möglich".


    Ich habe kein Interesse an einer Karriere in diesem System und will mich so wenig wie möglich am Sklavenmarkt (auch bekannt als Arbeitsmarkt) beteiligen. Das einzig Akzeptable für arbeitsscheue Vagabunden wie mich sind temporäre Jobs...man geht quasi von einem Job zum Nächsten und zwischendurch trampt man als Hobo durch die Weltgeschichte bis die Kohle ausgeht. Das ist natürlich ein wenig ein Glückspiel, denn die meisten Arbeitgeber sind nicht interessiert an herumirrenden, ziellosen Träumern ohne Ausbildung, die in der Arbeit nur ein notwendiges Übel sehen um der Jagd auf Essensreste in Müllcontainern vorzubeugen. Das Einzige was diese anzugtragenden Plastikmenschen interessiert an mir ist meine Produktivität, Flexibilität (Überstunden? Gerne doch! Freitage opfern? Mit Vergnügen!) und allenfalls meine Karriereziele. Heutzutage ist ebenfalls die Kompatibilität mit den Mitarbeitern gefragt, die von nun an deine neuen Freunde sein werden *schauder*. Teamwork? ill Fast wie ne Sekte.
    Ich bin ein wenig vom Thema abgedriftet. Als konsequenter Anarchist müsste man sich theoretisch so fern vom Kapitalismus halten, wie man nur kann. Ansonsten verrät man irgendwie seine Ideale. Allerdings ist der Kapitalismus allgegenwärtig, was eine (unfreiwillige) Zusammenarbeit unausweichbar macht. Das Klügste ist vermutlich, so wenig wie möglich zu konsumieren, denn mit unserem Konsum füttern wir dieses gefrässige Monster. Ohne unsere Mithilfe verhungert es. Etwa so im Stil von "stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin"-kein Krieg. Stell dir vor es ist Black Friday und keinen juckts mehr-kein Kapitalis...-moment mal, das wäre doch eine naive Sicht der Dinge, denn die Wurzel des Kapitalismus ist ja immer noch das Streben nach mehr Gewinn und endlosem Wachstum und das ist nicht so leicht zu bekämpfen, denn es ist in den Köpfen der Menschen.
    Unterm Strich hab ich auch kein Wunderheilmittel oder eine utopische Alternative im Ärmel um das Elend zu bekämpfen, das der Kapitalismus und die endlose Gier der Menschen hervorgerufen hat. Vielleicht mal ein Thema für einen anderen Thread?
    Als Anarchist hat man es nicht leicht... dead
    Thema verfehlt? wayne