Beiträge von Sammy Jankis

    Der Thread war ja in den alten Foren immer beliebt und schlief dann irgendwann einfach ein. Mal gucken, wie dieser so läuft.
    Erlaubt sind alle Sprichwörter, (Film-)Zitate, Merksätze und Limericks.


    Odi profanum vulgus et arceo - Ich verachte das gemeine Volk und halte es mir fern.
    Ist der erste Satz aus einem Werk des römischen Dichters Horaz und wird heute meist ironisch verwendet, wenn man sich von Prolls distanzieren möchte.

    Da es mich ankotzt, dass ihr immer nur über Musik redet, habe ich mal einen exklusiven Thread für Bücher geöffnet.


    Ich habe zuletzt "Der faszinierende Alltag im Römischen Reich - Kaiser, Huren, Legionäre" gelesen. Es spielt im Jahr 117 n. Chr., als das Römische Imperium unter Kaiser Trajan seine größte Ausdehnung hatte. Als Leser folgt man einer Münze, die durch den weitreichenden Handel durch alle Schichten von Hand zu Hand geht. Dabei erfährt man viel über den Alltag der Menschen unter der Pax Romana. Man trifft Handwerker, Bauern, Sklaven, Ärzte, den Kaiser selbst und zwar auf drei Kontinenten, man erlebt eine typische Schlacht mit und verbringt zwei Kapitel im Caput Mundi, dem Haupt der Welt. Wir erfahren, dass Wagenrennen damals bedeutender war als hier und heute Fußball, Handball, Autorennen und Golf zusammen. Im Circus Maximus hatten, nach vorsichtigen Schätzungen, 150.000 Menschen oder mehr Platz, das ist mehr als heutige Fußballstadien verkraften und dreimal so Platz wie im Kolosseum. Kostenlose oder billige Thermen, einschließlich Massagen, kostenlose Belustigung (als würden wir heute alle einen Fernseher mit freien Kanälen geschenkt bekommen) und viel kostenloses Brot und die haben nur von morgens bis mittags gearbeitet.
    Man spürt die Freude, die der Autor, ein Italiener, bei der Arbeit an dem Buch hatte und wie sehr ihn diese Zeit fasziniert. Gleichzeitig erfährt man unglaublich viel, auch für mich war viel Neues dabei, zum Beispiel der Humor und der Totenkult der alten Römer.
    Von mir eine klare Empfehlung an alle, die sich halbwegs für das Thema interessieren. Es hat knapp 600 schnell gelesene Seiten und ist im Goldmann-Verlag erschienen.

    Zurzeit habe ich etwa 50 Bücher auf meinem Stapel, das sollte für 2017 reichen.

    Stimmt, Springfield kostet eine Menge Speicher und man braucht immer Highspeed oder WLAN. Aber die haben das Spiel umgebaut, inzwischen ist es sehr einfach, an viele Donuts zu kommen, wenn man einigermaßen aktiv ist. Freunde besuchen (täglich 1 - 2 Donuts etwa, manchmal auch 5), Maggie suchen bringt alle 16 Stunden 1/3 von einem Drei-Donut-Paket, Tagesaufgaben + Boni kann man kaum zählen, Bonus-Donuts, wenn man bei Events alle Preise hat, das Gleiswerk bringt jede Woche 5 zusätzlich und ich erreiche alle 2 - 3 Tage eine neue Stufe, bringt auch jedes Mal einen. Es reicht, wenn man alle 4 Stunden rein schaut für 5 Minuten und sich einmal am Tag Zeit lässt. Ich habe noch nie echtes Geld investiert, habe mehr als genug Donuts und kaufe mir regelmäßig Figuren ;)

    Ich finde, man kann das System schon verachten, auch wenn man nach dessen Regeln spielt und dessen Vorteile nutzt. Die Bauern im Mittelalter fanden es sicher auch nicht geil, dass sie mit Vierzig nach einem Leben voller harter Arbeit als alte Menschen verreckt sind, während es die Fürsten sich haben gut gehen lassen. Ich denke auch, dass es legitim ist, die Möglichen des Systems zu nutzen, die es uns bietet, um es zu vernichten. Selbst Schuld.
    Allerdings hätte ich Probleme damit, andere auszunutzen, nur weil ich es kann und andere das auch tun. Gerade weil andere scheiße sind, habe ich das Bedürfnis, zumindest weniger scheiße zu sein als die. Wer weiß, vielleicht bin ich auch nur einmal zu oft verarscht worden und deswegen bei dem Thema etwas sensibel.
    Ansonsten stehe ich auf den Zugang zu fließend warmem Wasser, eine Heizung, Internet, Blu Ray-DVDs und mehr Bücher, als ich jemals werde ich lesen können. Aber das ist auch nichts, worauf man in einer Anarchie verzichten müsste, es wäre bloß gerechter verteilt. (Okay, Blu Rays werden hoffentlich auch irgendwann abgeschafft und durch Downloads ersetzt, würde Ressourcen sparen)
    Dafür nehme ich auch einen schlecht bezahlen Job in Kauf (der wenigstens relativ gut zu mir passt), um Miete, Gebühren und Nahrungsmittel (und ab und zu etwas Luxus) bezahlen zu können. Ich hatte ja schonmal an einer anderen Stelle gesagt, dass Entwicklungen Zeit brauchen (guckt euch die ehemalige DDR an) und dass wir uns mit etwas Glück und viel Arbeit irgendwann in eine anarchistische Gesellschaft entwickeln können, aber das werden wir wahrscheinlich nicht mehr erleben. Schöne Grüße an die Anarchisten der Zukunft, die dieses Forum lesen werden, um Rückschlüsse auf eine längst untergegange, beschissene Gesellschaft zu ziehen.

    Ich finde, dass wir sehr weit von einer gleichen Gesellschaft entfernt sind. Auch wenn es besser als anderswo ist, ist es nicht gut. Dass wir relativ weit sind, sieht man daran, wie leicht es uns fällt, uns einzureden, diese Gesellschaft wäre gleich. Wenn man ein männlicher, weißer, gesunder (nicht behinderter) mit Abitur und (mehr oder weniger) großem Vermögen ist, kann man sich das vermutlich auch leichter einreden - und da schließe ich mich mit ein.

    Ja, nicht alles, was unternommen wird, um für mehr Gleichheit zu sorgen, ist gut. Frauenparkplätze verstehe ich, ohne mich bisher über die Hintergründe informiert zu haben, auch erstmal nicht. Frauenquoten finde ich hingegen hervorragend, die können auch gerne 50 % betragen. Klar, in einer idealen Welt würde man nach der Qualität eingestellt - aber wir leben nicht in einer idealen Welt, das muss ich hier hoffentlich keinem mehr erklären. Alte, weiße Männer im Vorstand wählen gerne andere alte, weiße Männer in den Vorstand. Einmal sind da vermutlich viele Sexisten dabei, aber homogenität ist einfach auch sehr bequem. Ich finde es gut, dass Frauen den Männern zeigen können, dass sie genauso gut oder scheiße in ihrem Job sein können, die Quoten müssen, oder besser gesagt sollten, ja keine Dauerlösung sein.
    In einer Gesellschaft, wo es in jeder Stadt Frauenhäuser gibt, weil jedes Jahr 100.000 Frauen Gewalt in der Partnerschaft erleiden (man schätzt, dass ein Drittel bis die Hälfte der Frauen nicht daürber reden oder lange brauchen, um den Mut dafür zu finden, also dürften das sogar noch mehr sein) und fast jeden Tag Frauen von ihren (ehemaligen) Partnern umgebracht werden, in der Frauen trotz der Gleichstellungsgesetze immer noch etwa 20 % weniger verdienen und dafür mehr für ihre Produkte bezahlen müssen und wo allgemein die männlichen Verhaltensweisen idealisiert werden (Mädchen, die Fußball spielen, sind gut, Jungs, die Röcke tragen, sorgen für Entsetzen), kann noch einiges für Frauen getan werden.
    Aber eigentlich wollte ich gar nicht so viel zum Sexismus sagen, da hatten wir im letzten Forum schon einen Thread, wo vieles gesagt wurde - zum Beispiel auch, dass Feminismus bedeutet, Frauen auf den Stand von Männern zu heben und nicht, Frauen zu bevorteilen.

    Dass so viele ein Problem mit Flüchtlingen haben, verstehe ich auch nicht. Wie lange wurde den Deutschen ein schlechtes Gewissen gemacht, weil zu wenige Kinder gezeugt wurden und wir in ein paar Jahren eine Rentner-Gesellschaft sind? Die Realrenten wurden gesenkt ("Nullrunde"), das Rentenalter angehoben und ein Nazi hat einen Bestseller geschrieben, weil Deutschland sich abschafft. Und jetzt kommen erwachsene Menschen freiwillig hierher, weil sie in ihrem Land von deutschen Bomben bedroht werden und statt verdiente Rache zu nehmen, weil wir damit Milliarden verdienen, wollen die deutsch lernen und arbeiten.
    Auch im Hinblick auf die deutsche Geschichte (gemeint ist die Zeit seit den 1950er Jahren, als Italiener gebraucht wurden um mit amerikanischem Geld ein "Wirtschaftswunder" zu bewerkstelligen), denke ich, dass die Deutschen zu arrogant und dumm für Integration sind. Immigranten wollen nichts anderes, als akzeptiert und anerkannt werden - so sind Menschen, wir sind soziale Tiere, wir brauchen Respekt und Anerkennung, sonst gehen wir ein. Aber wenn das neue Umfeld einen nicht einschließt, ist es doch selbstverständlich, dass man sich eine andere Gruppe sucht, wo man die Anerkennung findet. Dann hängt man nur noch mit anderen Einwanderern aus der alten Heimat rum, bleibt seiner Religion treu und eventuell steigert man sich auch in seine Andersartigkeit rein, damit man wenigstens darauf angesprochen wird. Oder man wird Fußballstar, aber Vorsicht: Wenn man mal nicht das Tor trifft, wird vom Nationalhelden schnell wieder zu "dem Türken" oder "dem Schwarzen".

    Der Regisseur von allen neuen Teilen ist jedenfalls auch der, der die letzten drei Bücher verfilmt hat, deswegen hoffe ich auch, dass sie Richtung Heiligtümer des Todes geht, die beiden waren in Ordnung bis gut. Ein episches Finale im Jahr 1945, wie es im Buch erzählt wird, habe ich mir auch düster und actionreich vorgestellt. Und ich finde es schade, dass die Grindelwald & Dumbledore-Story nur angedeutet oder nacherzählt wird, das habe ich bei den letzten beiden Büchern echt vermisst. Darum hoffe ich jetzt wenigstens auf eine gute Verfilmung.