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Ich bin mir aber gerade nicht sicher, ob das den normalen Usern zeitlich begrenzt ist. @luk?
Beiträge von Sammy Jankis
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Zeit für einen kleinen Exkurs:
Die Begriffe "Links", "Mitte" und "Rechts" wurden in der Zeit der Französischen Revolution und danach erfunden. Als man sich erstmals in Parlamenten traf und nicht einfach Gesetze empfing, sondern erstmal darüber redete (lat. "parler" = "reden, diskutieren"). Dabei stellten die Menschen fest, dass einige von ihnen ähnliche Ansichten hatten und weil Menschen nunmal Herdentiere sind, bildeten sie Gruppen. Diejenigen, die die Revolution noch weiter radikalisieren und noch mehr Freiheiten und noch mehr Abschaffung von Privilegien wollten, saßen links. Die Gruppe der Königstreuen, die sich ein Leben ohne gar nicht vorstellen konnten, saßen rechts. In der Mitte saßen entweder die, die sich nicht festlegen wollten oder die Bürgerlichen, die sich für ihre eigene (damals noch relativ kleine) Schicht einsetzten.
Links zu sein bedeutet also erstmal nicht mehr und nicht weniger, als für (gesellschaftlichen) Fortschritt zu sein - progressiv zu sein. Und rechts zu sein beudetet nicht mehr und nicht weniger, als den Status Quo mehr oder weniger aufrechterhalten zu wollen - konservativ zu sein (lat. "konservare" = "bewahren, erhalten" [wie die Konserve, die Nahrung vor dem Befall bewahrt]).
Auch im ersten deutschen Parlament saßen die Fortschrittlichen links. Das waren die, die das Feudalsystem und die Adelsprivilegien abschaffen und durch einen geeinten Nationalstaat ersetzen wollten. Die ersten deutschen Linken waren also Nationalisten! Ganz einfach deswegen, weil ein Nationalstaat im Gegensatz zu einem Feudalstaat einen Fortschritt bedeutet. Das war 1848, in dem Jahr, in dem "Das Kommunistische Manifest" gerade erst erschienen war und lange bevor "Das Kapital" erschien (1867).Inzwischen sind die Begriffe sehr verschwommen. Das liegt an mehreren Faktoren. Zum einen gibt es kaum noch klassische kommunistische Linke im Westen (in Japan z. B. sieht das ganz anders aus). Das sieht man schon an den Wahlergebnissen der DKP, die hat zwar irgendeinen Millionär, der ihr vor jeder Wahl etwas Geld für Plakate gibt, aber gewählt wird sie faktisch nicht. Die Partei Die Linke "bekennt" sich zwar zum "Demokratischen Sozialismus", transportiert das aber kaum in die Öffentlichkeit. Ich weiß noch, wie ich im PoWi-Unterricht saß und als Einziger in der Klasse überhaupt den Begriff kannte - "Das gibts doch gar nicht!" war ein Kommentar dazu.
Hinzu kommt, dass sich Neonazis seit einigen Jahren ganz breit bei Linken bedienen, um ihr Image aufzubessern und um Unpolitische zu verwirren (und natürlich um Linke zu provozieren). Statt Glatze, Springerstiefel und Bomberjacke tragen sie jetzt schwarz, bilden Schwarze Blöcke und "kämpfen" gegen den Kapitalismus.
Erwähnenswert ist auch die Querfront, dieses verschwurbelte Bündnis von Linken und Rechten für Putin und gegen Chemtrails oder was weiß ich.
Und aus Sicht der radikalen Rechten ist sowieso alles links, was inzwischen längst zur Mitte gehört. Merkel, die SPD, die Grünen...Auch die Liberalen in Amerika sind nicht links, sondern, wie der Name schon sagt, liberal. Bürgerlich. Mittig. Und wenn sie noch so sehr von den Republikanern als Kommunisten bezeichnet werden. Selbst der beliebteste Politiker der USA, Bernie Sanders, der sich als "Demokratischer Sozialist" bezeichnet, wäre in Deutschland maximal im linken Flügel der SPD. Ich habe mal im Internet ein passendes Schaubild gesehen, bei dem auf einer Waage der Elefant der Republikaner rechts saß und der Esel der Demokraten in der Mitte. Deutsche Linke identifizieren sich vielleicht mit den Demokraten, weil es einfach keine starke linke Bewegung oder Gruppe dort gibt.
Ich persönlich bin erstmal über jeden froh, der sich als "links" bezeichnet. Viel zu viele bekennen sich zur AfD, dieser brandgefährlichen Mischung aus einer radikal-neoliberalen Spitze und ihrer rechtsextremen Basis, die den Rassismus wieder salonfähig macht.
Und viel zu viele bezeichnen sich als "politisch in der Mitte". Sie wollen nicht als extrem gelten, denn extreme Rechte zünden Menschen an und extreme Linke zünden Autos an - was noch viel schlimmer ist, den Menschen besitzen die wenigsten, Autos aber die meisten; danke an Marc-Uwe Kling für diesen Vergleich: -
Lieber Dian, erstmal muss ich um Entschuldigung bitten, weil ich mich drei Jahre lang nicht wegen Reinkarnator gemeldet habe: Mea Culpa, Mea Culpa, Mea Maxima Culpa!
Dafür habe ich, nachdem du diesen Thread eröffnet hast, alle Romane noch einmal gelesen und werde kurz auf alle eingehen:
Unity 1
Kurz, brutal, intensiv.
Es ist vielleicht nicht so durchdacht wie deine späteren Bücher, aber sehr authentisch. Gerade im Vergleich zu den anderen merkt man ihm noch an, dass es ein Erstlingswerk ist. Und das ist nicht negativ gemeint. Mir ist aufgefallen, dass einige Elemente, wie das Thema Freundschaft und das Abschlachten von Nazis auch später immer wieder zentral sind und einem Neuling würde ich auf jeden Fall empfehlen, auch mit diesem Buch anzufangen.Es ist auch das Buch, von dem ich mir am ehesten eine Fortsetzung wünschen würde. Vielleicht mit einem kleinen Zeitsprung, bei dem man sieht, was aus dem Teenager-Sieger-Team geworden ist.
Unity 2
Der Roman, der sich am flüssigsten lesen ließ. Das liegt vermutlich daran, dass er noch sehr linear erzählt wird, bis auf die Hintergrundgeschichte von Janosch. Auch hier wird das Thema Freundschaft sehr gut behandelt; das langsame Kennenlernen, die Konflikte, das gemeinsame Geheimnis und das Blutbad am Ende. Ich hätte mir vielleicht etwas mehr Zeit für den Alltag auf der Schule gelassen, zum Beispiel scheint es dort nur drei oder vier Lehrer zu geben, wobei Major von Stahls offizielle Rolle nicht ganz klar ist und es auch keinen von den anderen Erwachsenen zu stören scheint, dass er offensichtlich keine große Kriegspropaganda betreibt. Trotzdem ist die Atmosphäre gut getroffen und wie du auf deiner Homepage schreibst, ist es dir gelungen, daraus keinen Opfer-Roman zu machen.Ich weiß nicht, ob du "Ich war Hitlerjunge Salomon" (gibt es als Buch und Verfilmung) kennst, die reale Geschichte eines jüdischen Teenagers, der sich als Deutscher ausgibt, eingezogen und unbeabsichtigt ein Kriegsheld wird. Er kommt heim ins Reich und geht dort auf ein Elite-Internat, wo er auch seine Herkunft verbergen muss. Würde dir sicher gefallen!
Gegenwelt
Mir gefällt der komplexe Aufbau. Die verschachtelten Geschichten sind gut aufeinander abgestimmt und führen nach und nach zu einem tollen Finale. Auch die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet. Und nicht zuletzt ist es vermutlich das spannendste deiner Bücher.
Es enthält im Grunde alle Elemente, die in den anderen Büchern vorkommen und natürlich wird dort auch am meisten philosophiert, was es allein schon lesenswert macht. Daher wird es wohl noch mindestens bis zu deiner nächsten Veröffentlichung den Titel "Dian The Saints Hauptwerk" tragen
Reinkarnator
War natürlich eine große Überraschung im damaligen Forum und ich weiß noch, wie ich es nach dem letzten Silvestertreffen verschlungen habe.
Hier hat mir bereits der Anfang besonders gut gefallen. Der Jugendliche, der im Unterricht lieber davon träumt, mit seinen Freunden Nazis abzuschlachten, das ist sowohl authentisch, weil autobiografisch, und weckt zudem Erinnerungen an den tollen Vorgänger. Auch der weitere Verlauf der Geschichte ist eine gute Mischung aus vertrauten Komponenten und gut durchdachten Neuerungen. Auch dass das Ende diesmal etwas herzerwärmender ist, halte ich für einen würdigen Abschluss.
Ich würde vielleicht die Briefe nach den bestandenen Prüfungen leicht kürzen, da sie meiner Meinung nach etwas das Tempo aus dem sonst schwungvollen Anfang nehmen. Aber als jemand, der selber mal geschrieben hat, weiß ich natürlich, wie schwer so etwas ist.Meta-Kritik
Zwei Kleinigkeiten wollte ich bei der Gelegenheit nicht unerwähnt lassen. Zum einen sind das einige Rechtschreibfehler, die sich durch alle Bücher ziehen. Mir ist natürlich klar, dass gerade bei deinen Werken der Inhalt wichtiger ist als die Form, aber wenn jemand so viel liest wie ich, ist es leicht irritierend, wenn das "sie" immer klein geschrieben wird oder am Ende der wörtlichen Rede ein Punkt kommt, wenn der Satz noch nicht vorbei ist. Also zum Beispiel: >"TextTextText.", sagte er<. Statt: >"TextTextText", sagte er<.
Zum anderen ist mir irgendwann aufgefallen, dass sich die Sprache einiger Figuren teilweise sehr ähnelt. Bei manchen hast du dir viel Mühe gegeben, um sie voneinander abzugrenzen, wie dem Dorfdoktor in Resistance mit dem starken Akzent oder dem dümmlichen Bruder des Gauleiters in Gegenwelt. Aber viele Figuren benutzen zum Beispiel die gleichen Redewendungen wie "Wenn du mich fragst...", "Im Grunde genommen...", "Aber ganz ehrlich...".
Das liegt vielleicht daran, dass auch die meisten Antagonisten sehr philosophisch veranlagt sind und bloß auf der anderen Seite stehen. Oder es liegt schlicht und ergreifend an mir, weil mir das einmal am Anfang ins Auge gefallen ist und ich danach etwas darauf geachtet habe. Vielleicht kann da der eine oder andere Leser noch etwas zu sagen.Fazit
Bleibt zum Abschluss also nur noch die eigentliche Frage des Threads zu klären, welchen der Romane ich zu meinem Favoriten erklären würde.
Mit einem kleinen Vorsprung ist das bei mir:
Reinkarnator.
Und das liegt vor allem an der Szene, in der Clyde ebenjenes Gerät benutzt und seine früheren Leben noch einmal erlebt, also die Kapitel 16 bis 22. Ganz besonders das Leben des schottischen Clydes ist hervorragend geschrieben!
Es gibt in deinen Büchern einige gute Szenen, wie das Gespräch zwischen Markus und Nemo, Markus' Fight Club-Moment oder als die drei Freunde in Resistance in ihrem Versteck Händchen halten und sich so ihrer Freundschaft versichern (um nur mal ein paar zu nennen). Aber diese Kapitel haben mich besonders beeindruckt und ich würde sie als einzige - abgesehen von Janoschs gruseliger Vorgeschichte - auch zwischendurch immer mal wieder lesen und genießen.Von meiner Seite aus darf es also gerne noch etwas weiter gehen, wenn du Bock hast und etwas inspirierendes findest.
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Ich sehe das wie @cthulhu. Ich habe mir vor einigen Jahren, da dürfte ich so etwa 17 gewesen sein, Gedanken über den Sinn des Lebens gemacht und fand die Idee ziemlich geil, dass es keinen übergeordneten Sinn gibt, beziehungsweise die Menschheit diesen noch nicht entdeckt hat. Hätten wir zum Beispiel irgendwann festgestellt, dass der Sinn unseres Lebens darin besteht, einem Gott zu dienen, müssten wir ja diesem alles unterordnen. Keine Zeit mehr für andere Sachen, bei jeder Handlung müssten wir uns fragen, dient das Gott oder nicht? Und wenn nein, müssten wir es lassen. Wenn wir konsequent wären. Genauso wäre es, wenn es unser Sinn wäre, Kinder zu zeugen.
Als ich jemanden von dem Gedanken erzählte, kam als Antwort, dass ich mich dann ja auch gleich umbringen könnte, wenn mein Leben keinen Sinn hat.
Aber ich finde es befreiend, dass ich mir selbst aussuchen kann, was ich mit meinem Leben anfange. Das ist so ähnlich wie bei Bakunin, der ja sagte, dass es keinen Gott (in dem Fall Sinn des Lebens) gibt, weil der Mensch frei sein muss und Gott einen immer irgendwo einschränkt.Ich habe als Antwort deswegen zuerst "Spaß haben, Leben genießen" gewählt und als zweites "Wissen und Erfahrungen sammeln", das ist für mich größtenteils synonym. Etwas für die Gesellschaft zu tun wäre sicher auch erfüllend und würde meinem kollektivistischen Ideal entsprechen, aber zumindest aktuell und noch die nächsten Jahre habe ich dafür definitiv zu wenig Freizeit. Im Moment beobachte ich lieber die Gesellschaft und hole das nach, wozu ich in den letzten Jahren nicht gekommen bin. Ich bin schon gespannt, ob unsere Zivilisation in den 80er/90er-Jahren ihren Zenit erreicht hatte und es nun bergab geht (Umweltzerstörung, Nationalismus, Egoismus) oder ob wir nochmal die Kurve kriegen und es wieder bergauf geht (Veganismus, neue Technologien, weniger Kriege).
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Danke für die schnellen Umsetzungen!

Edit: Ich habe das Update für Firefox runtergeladen, der Hinweis im Forum ist verschwunden. Danke auch dafür.
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Ja, stimmt überein. Also ich habe Firefox 42, laut Firefox bin ich damit aktuell. Laut der Anzeige soll ich das aber updaten.Verschleiert Ghostery meinen User-Agent? Ansonsten habe ich nur noch den Adblocker drauf.
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Das kotzt mich zwar überhaupt nicht an, aber an einen solchen Thread hatte ich auch schon gedacht. Dein Review hat mich jedenfalls neugierig gemacht. Hoffe, dass ich die Muße finde, demnächst hier auch mal einen dicken oder dünnen Schinken kurz vorzustellen.
Das war auch eher ironisch gemeint, ich wollte @eternalvoid s Startkommentar im Allgemeinen Musikthread auf die Schippe nehmen
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Lieber @luk, erstmal fettes Lob für das neue Forum. Bisher funktioniert alles sehr gut und mit dem Vioven-Style sieht es auch sehr nach dem vorletzten Forum aus, mit dem ich "groß geworden" bin und dass ich zu schätzen gelernt habe. Auch dass wir die alten Smilies hier haben ist

Ich habe mir in den letzten Wochen eine Liste mit Kleinigkeiten gemacht, die ich noch vermissen würde, aber das sind, wie gesagt, keine dringenden Anliegen. Lass dir also ruhig Zeit, wenn technisch und auch sonst nichts dagegen spricht

- Shoutbox: Die war ja immer ganz praktisch, wenn man nur mal eben einen Link posten oder eine Frage stellen und nicht extra einen Thread eröffnen wollte
- Dropdown-Feld mit Gesinnungstypen
- Anzeige für Geburtstage: Soll ja auch hier noch Leute geben, die sich über Glückwünsche freuen. Wer darauf keinen Bock hat, kann ja vielleicht in den Einstellungen ankreuzen, dass er davon ausgenommen werden möchte
- automatisches abonnieren von Themen: Kann man das irgendwie deaktivieren? Ich lese sowieso normalerweise alle Beiträge (außer vielleicht in den Musikthreads), also brauche ich nicht jedes Mal einen Hinweis, wenn irgendwo jemand etwas nach mir geschrieben hat. Ich würde Themen, bei denen ich tatsächlich benachrichtig werden möchte, lieber manuell auswählen.
Zum Schluss noch eine Frage, von der ich nicht weiß, ob sie nur mich betrifft und die deswegen vielleicht auch für andere interessant ist: Mir wird mit einer gelben Box angezeigt, ich hätte ein veraltetes Firefox mit "Sicherheitsschwachstellen". Laut Firefox selbst bin ich aber auf dem neuesten Stand. Was hat es damit auf sich und wie werde ich die Anzeige wieder los?
Hi Hintner!
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Update:
Die Wahl findet am 24. September statt.
Mit Cem Özdemir und Katrin Göring Eckardt gehen die Grünen mit einem eher konservativem Duo ins Rennen, wollen sich aber (noch) nicht auf schwarzgrün festlegen.
Die SPD versucht es diesmal mit einem populären EUler, den Sonneborn-Fans als Martin Chulz kennen. -
Ich habe ja immer lieber Treffen abgehalten, als zu welchen zu fahren. Wenn man das selbst macht, muss man nur mal etwas mehr einkaufen und eventuell sauber machen, das ist mir lieber als anstregende Hin- und Rückfahrten.
Dummerweise bin ich letztes Jahr umgezogen und in der neuen Wohnun ist leider nicht genug Platz.Prinzipiell würde ich wieder zu Treffen fahren, allerdings habe ich auch Freitagabends Schule und ich arbeite häufig an den Wochenenden - mit anderen Worten, ich muss rechtzeitig einen genauen Termin haben, damit ich mir freinehmen kann.