Beiträge von Funkenbrand

    Ich wusste lange Zeit aufgrund meiner Vergangenheit nicht, wer ich eigentlich selbst bin, da ich durch mein Elternhaus so "erzogen" wurde, dass ich als Mensch keine Relevanz habe und nur dazu da bin, es anderen recht zu machen.

    Mir war deshalb lange Zeit die Meinung anderer sehr wichtig und ich habe mich daran orientiert und übermäßig angepasst.

    In den letzten Jahren war ich hauptsächlich damit beschäftigt, mich selbst hinter meiner Maske zu finden.

    Das war echt anstrengend und kein gerader Weg, weil man sich selbst täuscht, um nicht genau hinsehen zu müssen, dass man viele Jahre ein Leben führte, dass nicht viel mit einem selbst zu tun hatte.

    Mittlerweile bin ich wieder da angekommen, wo ich mich verloren hatte und froh darüber, es noch geschafft zu haben.

    Ich habe festgestellt, dass dieses Forum immer noch lebt und bin wirklich erleichtert darüber.

    Der Wunsch angenommen zu sein ist vielleicht sowas wie eine Rückmeldung von außen, so sein zu dürfen, wie man ist, ohne das Alleinsein fürchten zu müssen oder ständig dafür kritisiert zu werden und im Idealfall natürlich Menschen zu finden, die ähnlich ticken, wie man selbst.

    Schafe!

    Ist der Hirte nicht euer Zwingherr?

    Füllt er seine Taschen nicht mit dem Profit des Verkaufes eurer Wolle?

    Er hält den Hirtenstab fest in der Hand, besiegelt so euer Schicksal bei jeder kleinsten Gegenwehr.

    Sicher wiegt er sich in der Gewissheit, dass ihr ihm nicht die Stirn bieten werdet.

    Jedoch seid ihr keine Schafe,

    sondern Menschen!

    Wie lange wollt ihr schlafen noch in Platons Höhle?

    Gott ist der Hirte?

    Wer gab ihm diese Vollmacht, wenn nicht ihr?

    Zerbrochen liegt der Hirtenstab am Boden

    Nutzlos ängstigt er nicht mehr.

    Der Mensch sei frei!

    Mir kommt dieser Woke-Scheiß manchmal wie False-Flag-Aktionen irgendwelcher Kapitalistenarschlöcher vor und sei es nur um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen und ja nix an den Umständen zu ändern.

    Blöderweise werden damit an sich wichtige Themen ad absurdum geführt: Antirassismus durch Allyships, Umweltschutz durch Klimaproteste à la Fridays for Future oder Letzte Generation (meiner Meinung nach nix weiter als grüner Kapitalismus) und an sich wichtige Akzeptanz der freien Persönlichkeitsentfaltung und Sexualität ad absurdum durch Gendersternchendebatten und Wortneuschöpfungen. Leider macht das an sich wichtige Themen lächerlich. Der Frauentag heißt auch nicht mehr Frauentag sondern FLINTA-Tag. Daran sieht man schon, dass sowas in der Hirmschale irgendwelcher klugscheißenden Studenten entstanden ist. Die Arbeiterklasse wird kaum Zeit und Muße haben, sich mit solchen Sachen zu beschäftigen und ist dementsprechend irritiert und befremdet, weil es ja noch wichtige andere Themen gibt wie Kinder- und Altersarmut, undogmatischen Antirassismus, Antimilitarismus .. Ja einfach so viele Baustellen, die den Herrschenden zu entreißen sind. Aber die Leute laufen lieber den Herrschenden hinterher und haben ihr Denken sonstwo gelassen.

    Ich wollt das Lied des Herzens nicht verschweigen.

    Ich wollt es jubelnd zu den Menschen schmettern,

    die bleich am Baume der Erkenntnis klettern,

    das Glück vermutend in den kahlen Zweigen.

    Ich wollt sie rufen zu den breiten Küsten,

    an die des Meeres Wellen silbern schlagen.

    Ich wollt sie lehren leichte Schultern tragen

    und freien Sinn in übermüt′gen Brüsten.

    Ich stoß ins Horn. Noch einmal. - Doch ich staune:

    die Menschen lachen, die ich wecken wollte,

    als ob ein Mißton in die Lüfte rollte. -

    Es muß ein Sandkorn sein in der Posaune.

    Erich Mühsam