@ShadowX , Marc Gerhard : Ja volle Zustimmung, das sind auch Punkte, die mich nerven. Ich habe mich wohl sehr stark auf das fokusiert, was mich persönlich am ehesten betrifft.
Dazu möchte ich noch ergänzen, denn das ist gerade extrem populär:
Mich kotzt an, dass Menschen sich gegenseitig zu Idioten degradieren und dem Gegenüber dauernd das schlechteste unterstellen.
Was die Arbeitszeit angeht
@ShadowX : Da leben wir heute in sehr liberalen Zeiten, aber das hat mich vor etwa 2 Jahren auch extrem angekotzt, dass ich eigentlich die ganze Zeit maloche und bei meinen gesundheitlichen Problemen Schwierigkeiten hab, 40 Stunden zu bringen. Ich hab jetzt auf 30 Stundenwoche reduziert. In vielen Unternehmen ist die Kernarbeitszeit auch sehr zuvorkommend.
Mich kotzen Menschen und negative Eigenschaften an, die ich mit ihnen teile.
Willst du darauf hinaus, dass du merkst, dass das, was du an anderen hasst vorrangig deine eigenen Unarten sind? Sehr weise.
@Unmensch : Danke für deine sachliche Reaktion. Da stimme ich zu. Nur anmerken bzgl. "Diktatur-Schreier" tu ich immer wieder, dass es - zumindest mir - klar ist, dass die BRD in realem Bezug (was Gesetzgebung und staatliche Repression angeht) (noch) weit weg von anderen Diktaturen ist. Aber eben auch deutlich weniger weit weg, als noch vor 10 Jahren. Es geht darum, was mal ein sehr linker Satz war: "Wehret den Anfängen". Die gesellschaftliche Stimmung ist am Kippen und viele befürchten eben, dass das auf psychologischer Ebene das Anzeichen eines aufkeimenden Faschismus ist. Diese Befürchtungen zu unterminieren und ins lächerliche zu ziehen hilft auch nicht gerade dabei, der mehr oder weniger reellen Gefahr eines tendenziellen Abbaus von freiheitlichen Werten gegenzusteuern. Diese Gefahr ist eigentlich immer gegeben.
Abgesehen davon sehe ich das ganze weniger aus der Warte des schlimmsten, was man sich unter einem repressiven, autoritären Staat vorstellen kann als eher aus der Warte einer goldenen Zeit, die vielleicht aus heutiger Sicht unerreichbar in der Zukunft liegt. Es ist klar, dass die heutigen Einschränkung der Freiheit bei diesem Bezugspunkt weit ärger wiegen. Und ich sag immer wieder: Wer sich damit abgibt, dass es hier nur nicht so schlimm ist, wie anderswo, der braucht sich nicht wundern, wenn es hier bald genau so ist, wie anderswo.
Für mich war schon als Kind klar, dass ich mich nicht von Menschen bevormunden lassen will, die nicht mehr oder weniger sind, als ich: Erwachsene Menschen. Ich hätte bzw. habe ich noch nicht einmal ein Problem mit einer hierarchischen Ordnung, wenn das ganze nicht dem Götzen Mammon (Geld) untergeordnet wäre.