Beiträge von _604_

    Warum machst du es dann trotzdem? Konsequenter wäre ja, zu sagen: "Macht was ihr wollt, aber ohne mich". Doch du schreibst stattdessen Postings, die sowieso nichts bezwecken, außer deine Lebenszeit zu fressen. Also genau das, was du durch dein Nichtwählen vermeiden willst.

    Ich liebe diese Widersprüche. Man geht nicht wählen, weil dies ja sooooo viel Zeit kostet. Und wenn es die direkte Demokratie gäbe, lehnt man auch die ab, weil durch ständige Volksentscheide noch viel mehr Zeit draufgehen würde.

    Ich mache das alles zum Spaß.

    Nicht mir Nichtwählen schönreden. Ich habe dir bereits vorgerechnet, dass es für das Individuum wirklich schwachsinnig ist, wählen zu gehen - du müsstest dein gesamtes Leben lang _jeden Tag_ 583 Stunden lang wählen gehen (ja, richtig, das geht sich nicht einmal annähernd aus), um einmal - zumindest mathematisch, bei weitem noch nicht inhaltlich - vollwertig über dich bestimmt zu haben. Du unterstellst mir trotzdem munter weiter, dass ich mir etwas schön-denke, nachdem ich dir vorgerechnet habe, in welch astronomischen Ausmauß, du dir etwas schön-denkst. Du unterstellst mir, dass das schreiben von Postings meine Lebenszeit frisst (das tut es nicht, da ich es zum Spaß mache). Du unterstellst mir, dass ich durch Nichtwählen etwas vermeiden will - du konstruierst aus dem Unterlassen einer Handlung eine Intention (was möchtest du denn vermeiden, indem du nicht im Handstand, singend 2 mal rund um die Welt läufst? Oder indem du nicht einfach auf der Stelle mal 5 Burzelbäume machst? Oder auf die Straße gehst und 10 mal blauer Elefant rufst?). Du konstruierst sogar das hypothetische Szenario, dass wir direkte Demokratie hätten, um mir zu unterstellen, dass ich auch diese ablehnen würde. Was versprichst du dir von dieser Form der Kommunikation?

    _604_

    Zu einer richtigen Rechnung gehört, dass es keine 80 Millionen Wahlberechtigten gibt, sondern lediglich 60 Millionen. Und von denen waren bei der letzten Bundestagswahl lediglich 46 Millionen wählen.

    Wenn du also schon so eine hanebüchene Rechnung um Zeit und knapp den doppelten Wählern aufmachst, die eigentlich da sind, so solltest du dann auch den persönlichen Aufwand dividieren mit einer Wahl alle 4 Jahre bzw. Landtagswahlen sogar alle 5 Jahre. Schon ist das Ganze gar nicht mehr so "aufwendig" und in Schwerstarbeit mündend.

    Also bei manchen Leuten fragt man sich echt. Nachher wird noch der Weg zum Supermarkt aufgerechnet mit dem, was hinterher sowieso in der Toilette landet. Ein weiterer Weg, den man sich sparen kann.

    Was man sich halt alles so schönredet, um seinen Hintern weiterhin nicht raufbekommen zu müssen. Analogien fast schon auf dem Niveau der Corona-Schwurbler.

    Erstens brauche ich mich mir nichts schönreden um etwas nicht zu müssen, da ich mich schon lange dazu entschieden habe, per Definition nichts zu müssen.

    Zweitens: Da du deinen mentalen Hintern anscheinend nicht hochbekommst, rechne ich es dir jetzt mit deinen Zahlen für dich vor: Wieviele Stunden am Tag du _jeden Tag_ effektiv wählen gehen müsstest, um auf eine vollwertige Stimme zu kommen, wenn man von einem Zeitaufwand von 30 Minuten pro Wahlgang ausgeht = 46.000.000 * 30 / (((4+5)/2)*365*24*60) = 583 Stunden. Gern geschehen.

    Der Aufwand zur Wahlurne zu latschen, anstatt mal eben Brötchen zu kaufen , ist relativ gering.

    Mehrheiten der für dich schlimmsten Parteien, gegen die du nicht gestimmt hast, können dir das Leben verhältnismäßig schwer machen.

    Du berücksichtigst nicht, dass du nur 1/80.000.000 der Gesamt-Stimme des Volkes hast. Hättest du eine vollwertige Stimme (also nicht so eine, mit der dich der Rest deiner Landsmänner 80 Millionen zu 1 überstimmen), wäre der Aufwand einer halben Stunde vernachlässigbar. So musst die halbe Stunde mit 80.000.000 multiplizieren um zu erkennen, wie effektiv deine Stimme _in Hinsicht auf deine Selbstbestimmungskraft_ ist, relativ zu deinem Zeitaufwand. Jetzt kannst du dir einreden, dass du 80.000.000 Menschen zu jeweils 1/80.000.000 "bestimmst", also über 80.000.000 Menschen verteilt auf insgesamt eine vollwertige Stimme kommst, aber was hast du davon, wenn du dabei mit deiner Stimme trotzdem faktisch nur zu 1/80.000.000 über _dich selbst_ bestimmst?

    Ob du gegen Parteien stimmst ist noch irrelevanter, als ob du mit deiner praktisch nicht hörbaren Stimme für eine bestimmte Partei stimmst (ist genau um den Faktor der Anzahl an Parteien, die es gibt, minus 1, noch irrelevanter). Und auch hier werden der Rest der Stimmen deine mit einem Fakter von 80.000.000 zu 1 überstimmen. Wie kannst du dir da einreden großartig _gegen_ etwas zu stimmen?

    Mir ist wirklich rätselhaft, wie man sich diese Fakten derartig schön-denken kann, dass man sie dann scheinbar gar nicht mehr erkennen kann.

    Den lächerlichen Aufwand des Wählens als unverhältnismäßig für den individuellen Nutzen zu erklären, ergibt für mich keinen Sinn. Als ob durch die begeisterten Wahlgänge der anderen, keinem ein nennenswerter Schaden entstehen könnte.

    Kannst du mir bitte den Zusammenhang dieser beiden Sätze erläutern? Versuchst du tatsächlich "Nutzen" und "Schaden" gleichzusetzen?

    Wenn ich Möglichkeiten zur Abstimmung nutze, signalisiere ich weder Zufriedenheit mit den herrschenden Verhältnissen noch fehlenden Widerstand gegen für mich suboptimale Entscheidungssprinzipien. Ich nutze einfach nur eine Möglichkeit, anstatt mich mit dem beklagen fehlender Möglichkeiten "zufrieden zu geben", weil die anderen Menschen noch nicht so einen "geistig hohen Level" wie ich erreicht haben. :lol:

    Selbst wenn es nicht deine aktive Absicht ist, das zu signalisieren, kann es durchaus so interpretiert werden - und ich behaupte sogar, es kann kaum anders also so interpretiert werden. Und das "Nutzen" dieser Möglichkeit ist genaugenommen derartig lächerlich, von daher, dass es in seinem individuellen Nutzen, selbst wenn man es ernst nimmt und für wichtig hält, in keinem vernünftigen Verhältnis zum Aufwand steht, auch wenn man sich das Gegenteil natürlich einreden kann - kollektiv sogar einreden muss, wenn man denkt, dass es keine Alternativen geben kann. Nicht umsonst machen nicht nur die Partei Werbung, dass man genau sie als Partei wählt, sondern wird von Demokratien auch systematisch Werbung gemacht, dass man überhaupt zu den Wahlen geht (genaugenommen: dass sich die Leute gegenseitig dazu drängen, ihre Stimmen abzugeben) - denn jedes Prozent, an enthaltenen Stimmen signalisiert recht unmissverständlich: Ich fühle mich nicht vertreten oder repräsentiert und bin, wenn schon nicht mit dem System als ganzes nicht einverstanden, so zumindest mit keiner (der für mich un-) wählbaren Parteien.

    Vom "Beklagen" systemischer Mängel rate ich generell ab. Diese würde ich eher konstruktiv diskutieren oder propagandistisch karikieren wollen.

    "The medium is the message." Wenn ich mich damit zufrieden geben will, dass ich in meinen höchst-persönlichen Belangen ("Gesetze" gelten für jeden, auch für mich persönlich) nur ein Mitspracherecht von 1/8.000.000 oder 1/80.000.000 habe, dann mache ich ein Kreuzchen auf ein Zettelchen und geben meinen vernachlässigbaren, im statistischen Rauschen untergehenden, Bruchteil der Stimme des Volkes dem geringsten Übel. Und signalisiere damit gleichzeitg, dass ich mit genau diesem Umstand auch einverstanden bin und mich adäquat vertreten fühle. Tatsächlich jedoch finde ich, dass Volksvertreter, mit dem Großteil des Volkes ziemlich wenig gemeinsam haben, jedenfalls mit Sicherheit nicht die gleichen politischen Interessen.

    Jede Entscheidung einer Gruppe, die nicht auf dem Konsens aller Gruppenmitglieder beruht ist um Grunde Unterdrückung und Beweis dafür, dass die Organisationsform _für diese spezielle Konstellation an Menschen_ nicht hinreichend gut funktioniert. Sobald ein einziges Gruppenmitglied in einer Entscheidung übergangen wird, schwächt das bereits den Zusammenhalt und die Effektivität der ganzen Gruppe. Mir ist klar, dass sich eine auf Konsens basierende Organisation des Zusammenlebens für 99% der Menschen völlig utopisch anhört, aber für mich ist das ist auch nicht verwunderlich, wenn es weitestgehend normal ist, nicht einmal mit sich selbst klar zu kommen, ohne sich, in welchen Formen auch immer, immer wieder an anderen abzureagieren. Und dazu gehört über-genaugenommen schon, sich ein billigst in Fernost von Kindern zusammengenähtes T-Shirt zu kaufen.

    Aus meiner Sicht sind die Schlösser so etwas wie Wünsche, Erwartungen, Hoffnungen, etc.. Entstehend aus Gefühlen des Mangels oder von Unzufriedenheit. Die Gefängnisarchitekten wären Kultur, Eltern, Traditionen, möglicherweise geerbte Gene. Gefängnisdirektor sind entweder die eigene Unbewusstheit und Unwissenheit oder man übernimmt die Verantwortung für diese Rolle selbst und erlangt die Möglichkeit, sich zu entlassen.