Hab heute was interessantes zum Panpsychismus gelesen:
https://www.nzz.ch/wissenschaft/w…sein-ld.1387527
Was da unter 'das harte Problem' steht, finde ich zum Thema sehr interessant, kann es aber mit eigenen Worten noch nicht wiedergeben.
Der nzz.ch-Artikel liegt anscheinend hinter einer Paywall?... "das harte Problem des Bewusstseins", Panpsychismus... Da muss ich an dieses, meiner Meinung nach, exzellente Video denken:
(Englisch). Ich denke das "hard problem of consciousness" besteht in der Frage, wie sich subjektive Erfahrung und Wahrnehmung mit Positivismus/Materialismus/Physikalismus/Empirismus vereinbaren lassen könnten und erwächst meiner Meinung nach genau aus dem Bedürfnis der Reduktionisten/Materialisten/Antimetaphysiker, alles, was sich der Beschreibung durch ihre Methode der Beobachtung entzieht, als indiskutabel, im Sinne von nicht Wert, diskutiert zu werden, zu definieren. ~"Als richtig oder falsch darf nur gelten, was jedem, in perfekter Repliziertbarkeit, "jederzeit" als richtig bzw. falsch demonstriert werden kann."
Von https://de.wikipedia.org/wiki/Logischer_Empirismus: "Sowohl zur Definition des Physikalischen wie auch zur Explikation des Physikalismus gibt es verschiedene Varianten. Gemäß einer häufig verwendeten Definition gelten alle Objekte, Eigenschaften oder Ereignisse (alleEntitäten) als physisch, die in den Theorien der Physik beschrieben werden können. Beispielsweise sind demnach alle Aussagen über die Existenz Gottes empirisch sinnlos. Sowohl ein Atheist als auch ein Theist sind in dieser Sichtweise also Metaphysiker, die sinnlose Behauptungen aufstellen."
Dieses geschickte Wortspiel möchte ich direkt einmal umschreiben, indem ich den Supersurrealismus erfinde. Supersurrealismus: "Sowohl zur Definition des Supersurrealen wie auch zur Explikation des Supersurrealismus, gibt es verschiedene Varianten. Gemäß meiner Definition gelten alle Objekte, Subjekte, Eigenschaften, Ereignisse oder Wahrnehmungen als Supersurreal, die in meinen Theorien des Superrealismus beschrieben werden können. Beispielsweise sind demnach alle Aussagen über die Existenz nicht-supersurrealer Entitäten (zum Beispiel ein ordinärer Tisch, um den ein paar Menschen sitzen, welche sich darauf geeinigt haben, dass dieser Tisch existiert), supersurreal sinnlos. Sowohl ein Tischler als auch ein Innenarchitekt, die der Meinung sind, um diesen Tisch zu sitzen, sind in dieser Sichtweise also Metasupersurrealisten, die sinnlose Behauptungen aufstellen."
Sollte ich nicht das unbedingte Bedürfnis hegen, Geist/Wahrnehmung/Bewusstsein/Subjektivität bestmöglich der Materie unterzuordnen und in das rein Physikalische-Materielle hinein- und wegzuerklären, so eröffnet sich mir die Möglichkeit, über den sich mir aufdrängenden Eindruck des Geist/Materie-Dualismus in alle möglichen Richtungen nachzudenken.
Radikaler Idealismus: Geist/Bewusstsein/Wahrnehmung sei die primäre "Substanz", es ist nicht erforderlich irgendeine grundlegende "materielle/physikalische" Wirklichkeit zu postulieren um sich die Existenz von Bewusstsein vorstellen zu können. Es reicht, das, was wir als Materie wahrnehmen und bezeichnen, auf seine Existenz einzig im Bewusstsein und einzig als Bewusstseinsinhalt zu reduzieren. Diese Sichtweise entspricht also prinzipiell einfach dem Gegenteil der Haltung, dass nur Materie existiert - mit dem Unterschied/"Vorteil", dass praktisch jeder weiß, wie einfach es ist, sich ein Gehirn/Gehirnmasse vorzustellen (die "Materie", die ein Gehirn ausmacht in seiner Fantasie, seinem eigenen Bewusstsein zu "erschaffen"), während es bislang schier unmöglich scheint, sich vorzustellen, auf welche konkrete Art und Weise Materie, selbst in Form eines Gehirns angeordnet, Geist "erschaffen"/bewirken/herbeizaubern soll.
Neutraler Monismus (Wikipedia): "Neutraler Monismus ist die philosophische These, dass sowohl Geist als auch Materie auf grundlegende, identische Elemente reduziert werden können, die insofern neutral sind, als sie entweder ihrerseits weder materieller noch mentaler Natur sind, oder in denen beides gleicherweise angelegt ist. Die jeweilige Geistigkeit bzw. Materialität der Welt wird dabei einzig auf die Beziehungen dieser neutralen Elemente untereinander zurückgeführt."
Hier haben wir es also entweder mit einer "echten" dualistischen Sichtweise zu tun ("beides gleicherweise angelegt"), oder im Grunde wiederum mit einer monistischen Sichteweise ("ihrerseits weder materieller noch mentaler Natur") wie dem "radikalen" Materialismus oder dem radikalen Idealismus. Nur dass man sich bei diesem Monismus weder für die These (Materialismus/Empirismus) noch für die Antithese (Idealismus/Subjektivismus) entscheidet, sondern beide als sekundär/unzureichend betrachtet und sich für eine Synthese in Form einer dritten "Substanz" entscheidet, der sowohl Geist als auch Materie untergeordnet sind und in der sowohl Geist als auch Materie ihre eigentliche Existenzgrundlage finden.
In dem Zusammenhang gefällt mir das Wort Gewahrsein gut, weil jeder seine individuelle Wahrheit, gleichgültig besitzt. Und was du _604_ in deinen Texten noch über Fusion der Gehirnströme schreibst, würde ich auch so beschreiben.
Ich denke, dass das Gewahrsein oder kosmisches Bewusstsein omnipräsent ist, also allzeit verfügbar, und dass man sich einloggen kann wie auf einer Art Datenautobahn und sich dann miteinander verständigen kann.
Aber nicht wie im klassischen Stil wie man sich das bei Sprache vorstellt.
Stichwörter, die mir zum Thema omnipräsentes, kosmisches Bewusstsein einfallen: Morphogenetische Felder (Rupert Sheldrake), "Idea Space" (Alan Moore), Akasha.
Das Gehirn/das gesamte menschliche Nervensystem, nicht als Produzent und Errechner von Gedanken, sondern als "Empfangseinheit".
Wer oder welches Bewusstsein wahrnimmt wäre in dem Moment völlig überflüssig zu fragen, weil sich alles zu schnell bewegt und es somit keine beobachtende Größe oder Instanz mehr geben könnte.
... alles zu schnell - oder vielleicht teilweise auch viel zu langsam? - bewegt. In der zu schnellen Bewegung ginge wohl die Unterscheidbarkeit verloren, in der zu langsamen Bewegung die Identifizierbarkeit. Möglicherweise meinst du, dass in einer zu schnellen Bewegung eine Kontinuität verloren geht, die eine Voraussetzung für eine individuelle Instanz von Bewusstsein/Wahrnehmung ist?