Beiträge von Edrey

    Aber hm, selbst mit ausreichender Reflektionsfähigkeit hat man erstmal die Summe all seiner Erfahrungen/Erziehung/Gene, das beliebige Umändern der eigenen Persönlichkeit (als Synonym für Charakter) ist auch nicht mit purer Gedankenkraft so leicht zu ändern.

    Ergibt das Sinn?

    Genau. Also einfach so per "Fingerschnip" (wie es so schön heißt) geht das leider nicht. Wobei es natürlich leichtere und tiefgreifendere (schwerere) Änderungen gibt. Die Psyche des Menschen ist da recht komplex. Man kann mit Person A ein tiefgreifendes Gespräch führen und mit Person B das Gleiche/Ähnliche, aber bei Person A passiert nichts und bei Person B stößt es etwas in einem an, was zur Veränderung führt. Oder zumindest bewusst/unbewusst etwas "öffnet".

    Irgendwie dachte ich manchmal, viele Menschen sind so >endgültig< in ihrem Charakter. Die haben einfach ihre Rolle entdeckt. Aber ist das wirklich so?

    Bei manche Menschen bestimmt. Wobei ich selbst da eher behaupten würde, dass auch diese sich ändern, aber vielleicht nicht gerade in diesem Rahmen, dass es Dir als Freund oder Bekannter auffällt. Viele Änderungen passieren in Bindungs-Beziehungen. Da die meisten Menschen (leider leider) eine "Bindung" nur in einer Liebesbeziehung sehen, spielt sich dort vieles ab. Das kriegt man als 0815 Außenstehender natürlich nicht so mit. Selbst wenn man auch ganz gut befreundet ist merkt man das teilweise nicht, weil unsere Gesellschaft in dem Punkt sehr 'gespalten' ist. Oder zumindest sehr stark differenziert zwischen: Freund und Partner. Nicht nur theoretisch, sondern auch emotional und daher entstehen dann oft diese überrascht-irritierten Unterhaltungen/Zwiespälte. Wenn der gute Freund dann erzählt, dass er nicht so zuverlässig ist in seiner Partnerschaft und vieles vergisst und man sich denkt: Hä? So bist Du doch gar nicht. So kenne ich Dich überhaupt nicht.

    Weißt Du was ich meine? Ich glaube, ich erkläre das gerade super kompliziert. ^^

    Aber wenn ich überlege, eigentlich bin ich auch nicht so richtig wandelbar und vieles wiederholt sich bei mir.

    Der erste Schritt ist es ja, diese Wiederholungen zu erkennen und zu entschlüsseln. Erst dann kann man versuchen die Ursprünge zu verstehen und andere Strategien entwickeln. Bei manchen Dingen reicht auch oft nur die Erkenntnis (also das Wissen dazu) und führt zu bewusst-unbewusster Änderung.

    Zum Beispiel war eine Freundin, bevor sie mich kennengelernt hat, immer gegen eine (Liebes-)Beziehung. Aber nachdem wir das komplett durchgegangen sind und auseinandergenommen haben, habe ich gegen Ende etwas Entscheidendes gesagt: Ja aber wer sagt denn, dass eine Beziehung so auf Zwang und Pflicht sein muss. Du kannst es Dir gestalten wie Du und die Person es möchte! Du bist doch frei.

    Dann hat es natürlich noch eine Weile gedauert, aber irgendwann hat es 'Klick' gemacht und man hat sein Denken gelockert und umprogrammiert.

    Manchmal ist man einfach in so ein stures Gesellschafts-Denken gefangen, dass man es sich selbst schwer macht. Sich selbst beschränkt.

    Das kennst Du doch selber, mit Deinen Nachbarn, Deiner Erwartungshaltung gegenüber Dir selber, usw.

    Aber ich kann halt nicht sagen, JO, das bin jetzt ich bzw mein Charakter und das ist mein Platz in der Welt!

    Naja was "ist" man schon. Man ist ein Mensch und dann gibt es wie Du sagtest, einige Werte und Moralvorstellungen, die man für sich als akzeptabel deklariert hat und übernommen hat. Trotzdem gibt es individuelle "Eigenheiten" die gerade Dich ausmachen.

    Wie z.B. hier im Forum bist Du doch dafür bekannt, gern mal Deine Beiträge mehrfach zu editieren oder Dich (zumindest früher) schlecht zu machen.

    Auch, dass Du solche Themen reinbringst, denn Austausch darüber suchst - auf Deine Art - bist Du.

    Klar hätte das jemand anderes auch machen können - ist ja wie der Spruch: Es gibt kein Gedanke der noch nicht gedacht wurde.

    Aber jetzt hast Du das gemacht und es interessiert Dich. Genauso wie meine Summe an Eigenheiten in dieser Mischung mich ausmacht, ist es bei Dir genauso!

    Allein das ich "Du/Dich" und Co immer groß schreibe ist ungewöhnlich und zumindest im kleinen Rahmen, eindeutig: ich. ;-)

    Mal anders gedacht/gefragt: Was wäre denn, wenn Du Deinen Platz hättest? Wenn Du Dich klar definieren könntest?

    Wärst Du dann nicht schon auch irgendwie am "Ende" - wie Du oben sagst, wäre das dann nicht endgültig? Und irgendwie auch ziemlich unbefriedigend.

    Dann doch lieber auf der Suche sein, nach seinem Platz und seinem eigenen Individuum.

    Wer sagt überhaupt, dass es nur einen Platz gibt. :-D hier ist doch auch ein Platz.

    In Deinen Games hast Du doch auch einen Platz gefunden, genauso wie ich früher beim Jugger oder bei meinem Spiel Grepolis. Oder beim Motorradfahren. Es beschränkt doch keiner, was wir als richtigen Ort definieren, es kann ja auch ein Umfeld sein, der passt.

    Vielleicht auch nur ein kleiner Themenbereich, wie solche Gedanken, Psychologie, Politik oder bei mir: mein Buch und diese Idealwelt darin.

    Langsam beschleicht mich echt das Gefühl, das ist ne pure Illusion und wir sind alle mehr oder weniger Gefangene unserer eigenen Umstände, die zu das geführt haben, was wir gerade sind.

    Leider ist das im großen Teil wahr, zumindest sehe ich das so. Aber es ist nicht absolut.

    Die Veränderung dauert nur sehr lange und ist oft sehr schmerzhaft, was dazu führt, dass wir Menschen es vermeiden.

    Und somit künstlich in die Länge ziehen.

    Selbst wenn wir Gefangene sind, sagt das ja nichts über die Bewertung aus. Man kann sich den Rahmen seiner Gefangenschaft selbst gestalten und auch lernen, anders damit umzugehen. Bekannterweise wird doch "das Leben" so beschrieben, oder? ;-)

    Glaube daran liegt das, ich hab einfach zu viel Zeit, mir über den größten Blödsinn Gedanken zu machen. Dann mutiert man zum Couchpsychologen, der null Plan hat. :D

    Ist ja kein Blödsinn. Wenn sich keiner darüber Gedanken machen würde, dann würde es keinen Wandel geben und ich hätte hier nicht so gut mein ganzes Psycho-Wissen raushängen lassen können :P

    Das ist ne gute Definition.

    Lustigerweise ist es nicht einmal Meine. Sondern von Franz Ruppert. Ob das sein Eigener ist, weiß ich nicht.

    Also...

    Die Summe aller Erfahrungen und Erlebnisse, geprägt von den mitgepackten Genen/DNA und der Vergangenheit der Erzeuger (sofern man an Generationstrauma o.ä. glaubt)?

    Joa. Daher würde ich pauschal sagen, dass der größte Kern fix ist. Der Grundbaustein legt sich in den ersten 3 Lebensjahren. Da lernen wir Bindung (oder eben nicht), da entdecken wir die Welt (oder auch nicht). In den nächsten Jahren lernen wir noch mehr und noch weiter beruhend auf den vorangegangenen Erfahrungen.

    Natürlich können Neue und andere Erfahrungen einen Wandel anstoßen (sofern das nötige know-how) dabei ist und die Reflektion darüber. Aber ich denke trotzdem, dass die meisten Menschen immer wieder an einige Punkte anecken werden. Der große Unterschied wird im Erwachsenen dann sein, dass man entweder gelernt hat, damit umzugehen oder sich immer noch an wiederkehrende Probleme aufhängt.

    Da gibt es einen guten Spruch: Was man nicht ins Haus lässt, wird immer an der Türe klopfen.

    Quasi: Befasst man sich nicht mit seinen Problemen, werden diese immer wieder auftauchen. Nicht in gleicher Form, aber immer ähnlich.

    Was mich angeht, keine Ahnung. Ich habe nicht wirklich das Gefühl, bisher richtig in mir angekommen zu sein

    So geht es mir auch. Ich bin einfach nicht angekommen. Ich tue mich schwer meinen Charakter zu formulieren oder einzugrenzen, weil es für mich nicht greifbar ist. Wahrscheinlich geht es vielen so, es ist auch etwas Abstraktes.

    Andere machen sich vermutlich keine Gedanken darüber, weil sie einfach "sind" und eher über Dinge im Außen nachdenken.

    Aber mir fällt es sehr schwer, da überhaupt Linien zu erkennen und etwas zu greifen. Das ist schon lange ein Problem von mir. Die große Frage nach der Identität.

    (Off topic: Wie kommt es zu den besagten "Werten"? Sind das wirklich "Unsere/Deine"? Oder haben wir diese nur aufgrund unserer Kultur, Erziehung und Altlasten übernommen? Sind es überhaupt Unsere?

    Meines ist z.b. Fairness. Ich möchte gern, dass alle fair behandelt werden und behandle mich dagegen unfair. Woher kommt das? -> Aus meiner Kindheit. Ich wurde immer unfair behandelt, es ging immer ungleich zu und so hat sich das quasi gegenteilig entwickelt. Gerechtigkeit und Fairness.

    Aber inwieweit ist ein eigener Wert gesund? "Pünktlichkeit" ist auch ein Wert. Wenn sich Leute aber daran aufhängen und es persönlich nehmen, nicht anders können (Zwang), ist es mMn. eher ein problematisches Verhalten.)

    Könnte das aber einfach sinnloses Grübeln sein und in Wahrheit bin ich eigentlich schon starr in meinem Charakter, in meiner Entwicklung? Dieses Grübeln, gehört es nicht einfach zu meinem Wesen, meinem Charakter, und es gaukelt mir einfach nur vor, dass ich mich noch nicht richtig gefunden hab?

    Ich glaube wirklich, dass ein Teil "starr" ist. Der tiefe Grundkern. Aber vieles ist auch wandelbar - die Frage ist, ob man durch Grübeln darauf kommt was es ist oder was einem stört? Ich glaube nicht das Grübeln per se ein Teil eines Charakters ist und schätze, dass es jeder auf seine Art macht. Wenn man keine Zeit zum Grübeln hat, tut man es auch nicht - jedenfalls die meisten nicht.

    Warum klingt es bei Dir so negativ?

    Seh es doch so; dass Du ein sehr reflektierter Mensch bist, der offen daran interessiert ist, an sich zu arbeiten. Sich zu erkunden und weiter zu entwickeln. Und dazu gehört Reflektion und ja: nachdenken/grübeln und Austausch!

    Die besten Entwicklungschancen hat man im Kontakt. In Bindung und im Austausch.

    Auch denke ich, dass man sich nicht "finden kann". Ich weiß schon was Du meinst. Aber wir sind Menschen und wir werden immer nach etwas mehr streben. Selbst wenn Du Dich optimierst (was teilw sehr lange dauert) und in dem Moment stolz und zufrieden bist, wird irgendwann wieder etwas anderes kommen. Die Entwicklung ist ein Prozess ohne Ende.

    Da gibt's kein "fertig". Da gibt's höchstens ein "aufgeben". Aber das ist dann auch Stagnation worauf meist nur der Tod folgt, sofern man nichts anderes "will" oder sich auch nicht dafür öffnet/öffnen kann (was auch möglich ist aufgrund von Trauma und Co).

    Heey,

    vorweg, würde ich Dich bitten Deine Definition von "Charakter" zu geben.

    Schätze jeder versteht darunter was ähnliches oder was anderes. Da auf einen Konsens zu kommen, wäre sicher gut.

    Eine pro russische Marionettenregierung ist für mich kein Kompromiss. Welches Volk meinst du, die Ukrainer? Die Deutschen, die jetzt wegen Spritpreisen flennen sind doof.

    Naja... Das ist die Folge wenn man verliert. Was sollen sie den machen? Bürgerkrieg. Ja.. Dann werden halt die aufständischen eben abgeschossen. Das juckt doch Putin nicht, wenn da ein paar tausend Menschen sterben. Irgendwann hört es dann auf. Und offiziell ist es ja nicht prorussisch (vermutlich) sondern "neutral".

    Mhm... Alles Mutmaßungen. Wir werden sehen was passiert. Am Ende kommt es vllt doch ganz anders.

    Diese mutigen Ukrainer werden jede "Marionette" bekämpfen, die der Bärenficker installieren will

    Ironie oder meinst du deinen Post ernst?

    Mit einem Kompromiss werden sie sich zufrieden geben müssen. Putin wird schon jemand hinstellen der beide Seiten besänftigen kann, aber trotzdem gelenkt wird.

    Wir haben doch super gelernt:

    Das Volk ist doof.

    aber es ist sicherlich wichtiger, was man mit vorhandenem Geld anfängt, als die Höhe eines Militärbudgets an sich und grade da bin ich absolut der Meinung, dass China und Russland mit deutlich weniger Geld den gleichen Stand an Technik aufbringen können, wie das im Westen dann der Fall ist

    Genau das meine ich auch!

    60% an Berater, 20% an den Einkauf, der daran scheitert, dass keiner Ware liefern kann und der Rest verschwindet noch so in Produktion und Transport.

    Ich mein... Wir stecken doch schon jahrelang viel Geld rein und heute heißt es, wir haben nur Kaputtes. Na nu, wo ist denn das Geld dafür die letzten Jahre hin gegangen?

    Von daher wird Putin alles dran setzen, hier Nägel mit Köpfen zu machen und daher wird es noch deutlich schlimmer werden

    Er wirds einnehmen. Damit hat Ungarn indirekt verloren und dann wird er (sofern passende Vorschläge kommen) auf Verhandlungen eingehen.

    Das was der YouTuber "Wissen2Go" in seinem Video ( darüber wie es enden könnte) als dritte Lösung vorschlägt, sehe ich als sehr realistisch.

    Ukraine gibt ein paar Städte ab, die Regierung wird durch prorussische Marionetten ersetzt und es kommt ein NatobeitrittsVERBOT. Unbefristet.

    Überhaupt gehört der USA doch nicht der gesamte amerikanische Kontinent und die westliche Welt

    Habe ich auch nicht behauptet. Natürlich gehört es nicht der USA. Aber viel Einfluss und indirektes/direktes Mitspracherecht haben sie definitiv. Und vllt lehne ich mich aus dem Fenster; aber garantiert mehr Mitsprache als alle anderen.

    "Besitz" ist nur was für die Bürokratie. Macht äußert sich unter anderem auch in Einfluss aus. Finde ich.

    Ich denke das kommt nicht nur so vor, sondern ist so. Der Nachteil des Kapitalismus - schätze ich. Firmen regieren die Welt.

    Ja ich auch nicht. Nicht das du mich falsch versteht, finde das echt scheiße, dass jetzt auf einmal 100 Milliarden in die Bundeswehr gesteckt werden und Leute wieder von Wehrpflicht sprechen. Es ist nur gerade die Realität und ich glaube nicht dass Aufrüstung im Interesse Russlands oder China liegt

    Nein nein - alles gut. Habe Dich schon verstanden. Vorallem ist es fast schon ein Witz. Die heute-show macht sich ja auch darüber lustig. 100 Milliarden in was? Dazu müsste es erstmal ein gutes System geben. 70 Milliarden gehen dann wohl an Berater...

    Ich finde es traurig und schrecklich, dass wir 2022 immer noch übers Aufrüsten reden müssen. Ich wäre für ein weltliches Abrüsten. Aber das werde ich wohl eher nicht erleben.

    Ja diese Erklärung hab ich schon öfter gehört aber irgendwie nehme ich das Putin nicht ab. Die Nato war noch nie so unbedeutend wie in den letzten paar Jahren

    Mhm... Ich weiß nicht. Ich finde der Schein trügt. Nur weil wir es medial nicht mitkriegen, heißt es nicht, dass die NATO unwichtig geworden ist.

    Wenn diese Seite stimmt, ist die NATO derzeit in 5 Kriege verwickelt.

    Bis vor kurzem noch in Afghanistan.

    USA natürlich vorne voran und das Russland und USA nicht gerade die besten Freunde sind, ist bekannt.

    Mir ging es nur ums Prinzip.

    Sarah Wagenknecht (Linke) hat auch einen interessanten Vergleich in einem Video gebracht: Wenn auf amerikanischem Kontinent russische Truppen stationiert(!) wären, fände das USA auch nicht toll.

    ((Man mag natürlich von ihr halten was man will, aber ich fand ihren Beitrag darüber erfrischend neutral, auch wenn es nicht so wirkt.))

    Nach Trump wurde offen das Verhältnis von seiten von Europa zu den USA in frage gestellt

    Reden tun sie viel. Aber getan hat sich nichts. Wir sind immer noch pro USA, egal welche scheiße dort passiert ist. Als Trump mit Raketen nach Syrien und Co drohte und sogar abschoss haben wir nicht nach Sanktionen geschrieen. Da war es offensichtlich ok. Dabei ist es doch völlig egal wohin, da passt das Zitat von August Bebel wieder: Der Mensch hat keinen Kurs an der Börse.

    Ukraine wird ja wahrscheinlich eh den Krieg verlieren und dann denke ich nicht das die neue Regierung in die Nato beitreten würde

    Das denke ich auch.

    Der entscheidene Punkt ist, wer schneller ist. Wenn sie jetzt (heute/morgen) die Ukraine aufnehmen, dann würde Putin verlieren. Sehr viele Truppen sind ja schon in der Nähe. Aber dann haben wir ganz andere Probleme...

    Mit irgendwas muss man ja schließlich in die Geschichtsbücher eingehen

    Ich kenne Putin nicht. Aber ich denke, einen Platz in den Geschichtsbüchern hat er so oder so schon. Das wird ihm wohl egal sein.

    ---

    Naja wir werden es sehen, was raus kommt. Oder auch nicht.

    Angst habe ich jedenfalls nicht.