Beiträge von Madhias

    Ich muss sagen generell gehen mir diese Anfeindungen etwas auf den Sack. Irgendwie kommt es mir bisschen wie im Kindergarten vor. Ich hatte mir hier mehr erhofft. Nach eurem Verständnis bin ich sicher kein Anarchokapitalist. Das skizzierte Bild verstehe ich darunter auch nicht. Ich beziehe meine Standpunkte vor allem auf das Buch vom Blankertz und der Haltung z.b. vom Gunnar Kaiser, da kann ich stark mit gehen. Wenn ihr das nicht lesen wollt oder euch informieren, verstehe ich das aber dann müsst ihr mir die Zeit lassen, es zu erklären und nicht immer wieder auf euer Reizthema Kapitalismus eingehen. Aber manche Menschen verstehen leichte Provokationen anscheinend falsch. Das ganze Thema ist nicht gerade einfach und braucht Zeit. Vielleicht ist mein Standpunkt nicht ganz ausgereift u.a. aus diesem Grund diskutiere ich ja mit euch. Einfach nur Parolen o.ä. raushauen und vom eigentlichen Thema abdriften hilft da sicher nicht.

    Ich kann mit der Beschreibung nix anfangen, mir ist das zu vage bzw. im Grunde utopischer als alles, das sich Anarchisten oder Marxisten in Bezug auf Wirtschaftsformen so ausgedacht haben. Naturzustand mag in Bezug auf langfristige Entwicklungen auf Konkurrenz und Selektion aufbauen, hinsichtlich des Zusammenlebens von Primaten bzw. intelligenten Säugern ist dieser Zustand dann doch eher von bedürfnisorientiertem Wirtschaften geprägt - 'Urkommunismus' , wenn man so will. Gehandelt bzw getauscht wird doch nur das , was man nicht selbst konsumiert. Und wenn ich in der arbeitsteiligen Gesellschaft nur noch meine Arbeitskraft habe, die ich tauschen kann, dann bin ich dem Verwertungszwang ausgesetzt, also de facto unfrei.
    Streng genommen sollten wir doch auch vom 'Überleben des Angepasstesten' wegkommen, oder? Eine fortschrittliche Gesellschaft sollte es sich 'erlauben', auch Menschen mitzuziehen, die nichts 'nützen'.
    Das heißt nicht, dass ich Privateigentum ablehne. Nur reden wir in Bezug auf Kapitalismus nicht von Dingen, die man als Individuum zum guten Leben braucht, sondern von Zeugs wie Produktionsmitteln und Grund und Boden im großen Stil.
    Ich bin kein Freund von allzu abstrakten Debatten. Mich würde z.B. interessieren, wie ein Anarcho-Cap das Problem der Gentrifizierung sehen bzw lösen würde.

    Hmm ja auch hier würde ich nicht komplett wieder sprechen. Was den Urzustand gesehen als Urkommunismus angeht, sehe ich das nicht so. Das müsstest du schon weiter erklären. Vor allem sind wir doch mal ehrlich von außen (hochentwickelte außerirdische Intelligenz) betrachtet, was unterscheidet uns den von anderen Organismen wie Bakterien oder Viren? Aber wir sind meines Erachtens schon viel zu tief in der Anarchokapitalismus Diskussion drin ohne grundlegende Verständnisse geklärt zu haben. Ich möchte hier lediglich über das Verständnis, die Definition eines freien Marktes diskutieren und nicht über die Folgen.

    ancaps haben einfach vieles ganz grundsätzlich nicht verstanden. und durchs verdrehen von wörtern und bullshit-neusprech wird das nicht gerade besser. meistens gehts nur darum, dass pappi nicht mehr 42% spitzensteuersatz für arme leute abgeben soll, die angeblich selbst an ihrem elend schuld sind und zu dumm sich daraus zu befreien... wie pappi... der held. dabei sind er und sein sohn einfach nur üble egofucker und aoszialer und ekelhafter als alle leute zusammen, auf die sie beide herabschauen. da aber bei einem gewissem grad an aufklärung nicht akzeptiert werden kann, dass das angehäufte vermögen entweder geerbt oder durch lug und betrug der mitmenschen entstanden ist, kommt dann so eine art psychosoziale störung in gang, die nur dadurch aufgelöst wird sämtliche begrifflichkeiten in positiver weise neuzuformulieren. und dann sucht man sich irgendein forum und lässt den ganzen rotz raus, der sich angestaut hat.

    Auf der Ebene habe ich keine Bereitschaft mit dir weiter zu diskutieren.

    Ja genau, freiheitlich den Markt betreffend und damit wäre auch schon alles geklärt. Anarchokapitalismus hat nix mit Anarchismus zu tun.Diese Wortverbindung ist eine Verballhornung des ersten Begriffes, da im Anarchokapitalismus die Macht nur von den Staaten auf die Konzerne gelegt wird. Vorher dürfte das Verhältnis irgendwo dazwischen gewesen sein. Aber mit einer Abwesenheit von Macht hat das ganze ja nix zu tun. Murray Rothbard und seine ihm folgenden Theoretiker, wie auch unser guter lustige Freund Oilver Janich sind nicht tragbar.
    Ich habe mir mal ein Video von Gunnar Kaiser ausgeliehen und selber hochgeladen, als er Herrmann Hesse zum Thema Eigensinn vorlas.
    Das fand ich ganz ok. Wie gesagt, seine Stimme ist TOP ;)

    Such doch mal ein Video von ihm, was deine Behauptungen belegt und poste es hier dann können wir konkret diskutieren.

    Hust kotz würg

    Richi ist wohl eher ein Kapitalist der den Staat ablehnt. Mit Sicherheit gibt es Anarchokapitalisten die genau so denken. Das sind für mich aber keine, das sind wohl eher Narzzisten. Aber das mit den Begriffsdefinitionen hatten wir ja schon. Warum? Weil hier keinerlei anarchistische Tendenzen zu erkennen sind, außer in der Ablehnung des Staates. Aber vielleicht sollten wir das eher in einem eigenen Thread diskutieren. Hier würde ich einfach nur über die Definition eines freien Marktes diskutieren wollen und dazu hast du noch nichts beigetragen, wenn du das tust, dann können wir gerne weiter diskutieren. Aber wenn du den Schritt überspringen willst, mach doch einfach mal einen neuen Thread auf. Dann kannst du ja deinen Standpunkt darlegen, aber vermutlich wird es schwierig darüber zu diskutieren, wenn wir unterschiedliche Begriffsdefinitionen nutzen. Ich habe ehrlich gesagt bisher nur ein Buch darüber gelesen und das ist das vom Stefan Blankertz "Anarchokapitalismus gegen Gewalt". Mit dieser Darstellung, Definition und dem Verständnis dessen kann ich gut mitgehen und da hätten wir dann auch eine Diskussionsgrundlage. Ich finde er zeigt in diesem Buch wirklich bemerkenswerte analytische Fähigkeiten. Deine vermisse ich doch leider etwas. Dein Musikgeschmack gefällt mir, aber Zynismus bringt uns da wohl eher nicht weiter, wobei ich den bis zu einem gewissen Punkt auch mag ;)

    Der Schluss im Video hat einen kapitalistischen Standpunkt. Bildet eure eigenen Gruppen/Unternehmen/Community und nehmt euch die Freiheit auch andere raus zuschmeißen. Geil!

    Bildet eure eigenen Utopien, baut etwas auf, das stellt das klassische Unternehmertum dar.

    Nein das Video überzeugt mich in keinem Fall, naja bis auf den Schluss da gebe ich ihm Recht.

    Bis auf das mit dem rausschmeißen, dass ist sicher richtig und wichtig, aber da sollte man sehr vorsichtig sein.

    Auch hier macht die Dosis das Gift.

    Die Opferrolle oder Zynismus bringt da halt nix.

    Mit den Klammern will ich ausdrücken das die Begriffe etwas schwierig sind, aber ich würde es nicht nur auf die politische Gleichheit und Ungleichheit beziehen. Ich denke es geht da auch um eine philosophische Un-/Gleichheit. Also in wie weit wir als Menschen eben gleich sind. Wir sind ja doch allen Individuen aber eben auch Menschen.

    Für mich ist Anarchismus in erster Linie eine Philosophie. Es ist das Prinzip was Machmissbrauch ablehnt und das sozio-kulturelle Zusammenleben genial einfach löst.
    Der Buddhismus schließt den Anarchismus ein.
    Anarchismus hat in diesem Kontext nichts mit Chaos gemein. Er kann etwas mit Chaos gemein haben, wenn man ihn außerhalb eines sozio-kulturellen Kontext stellt.
    Meine Freiheit hört da auf wo deine beginnt.
    Wir werden einen radikalen Anarchismus vermutlich nie erreichen, denn der Krieg ist der Vater aller Dinge. Er ist ein wunderschöner und genialer Fixstern.
    Dem Anarchismus kann man sich in erster Linie nur durch Aufklärung und Bewusstsein annähern und das fängt im eigenen Kopf an und wird dann zur Tat.
    Ändern kann man in erster Linie nur sich selbst.

    Anarchismus ist evolutionär betrachtet das erfolgversprechendste sozio-kulturelle Konzept.
    Das Erfolgsprinzip der Menschen aus evolutionärer Sicht ist Wissen und Bewusstsein. Wissen entsteht durch Kommunikation zwischen möglichst unterschiedlichen Standpunkten/Individuen und mit möglichst wenigen Ängsten im zwischenmenschlichen Miteinander.
    Angst in zwischenmenschlichem Kontext ist der größte Feind des Anarchismus.
    Hierarchie mit zu starkem Machtgefälle mindert den Informationsgehalt.
    Aus diesem Grund etabliert sich in der modernen Softwareentwicklung immer mehr das anarchistische Prinzip. (z.B. Scrum)
    Wissen ist Macht. Macht ist weder gut noch böse.
    Anarchismus ist mit unseren heutigen technischen Möglichkeiten kapitalistisch gesehen absolut Wettbewerbsfähig, aber dafür müssen die beteiligten einen gewissen "Reifegrad" erreicht haben.
    Praktischer Anarchismus ist ohne Technik kaum denkbar.

    Um den Anarchismus in der Praxis umzusetzen benötigt man Menschen mit Selbstverantwortung, Selbstbewusstsein und einer anarchistischen Grundhaltung.
    Eine anarchistische Gruppe kann nur einen gewissen Anteil an Menschen verkraften, welche diese Qualitäten aufweisen. In gewisser Weise ist er erst einmal elitären Kreisen vorbehalten.
    Diese können Zellen bilden, welche sich vermehren. Es muss sich aber erst einmal eine Zelle bilden können.

    In der Praxis sehe ich den kapitalistischen Anarchismus als die erfolgversprechendste Spielart an.
    Und das heißt nicht meine Freiheit ja, deine Freiheit nein. Menschen, die so denken sind keine Anarchisten.
    Ich sehe keinen ernsthaften Weg über einen Staat. Da der Staat immer ein Gewaltmonopol darstellt. Gewalt erzeugt fast immer Gegengewalt, nicht unbedingt gegen mich aber dann gegen andere.
    Die aktuellen Kapitalismusprobleme beruhen auf der Wechselwirkung mit dem Staat. Ich bezeichne ihn als Monopolkapitalismus.
    Es existiert kein freier Markt dieser wird von Monopolisten kontrolliert und gesteuert.

    Über diesen Weg sehe ich eine reale Chance immer mehr vom Monopolkapitalismus weg zu kommen.

    Nach dem herkömmlichen Verständnis von Kapitalismus also Monopolkapitalismus würde ich mich nicht als ancap bezeichnen.

    Äh, Konservative haben imo den Egoismus nicht für sich allein gepachtet.
    Rechter Altruismus: Schwachen Almosen hinwerfen, ran an die Futtertröge und sonst bleibt alles so wie es ist !. Linker Altruismus: Schwache stärker machen, für gerechtere Gesellschaft/Wirtschaft eintreten, Futtertröge sichern.

    Das ist eine Gemeinsamkeit aller Menschen, aber philosophisch sehe ich den eher rechts.

    In Bezug auf rechte Strömungen ist das doch eher alter Wein in neuen Schläuchen. Wo die Reise hingeht, beweisen ja diverse Staaten mit Rechtsentwicklung - Abbau von Grundrechten, mehr Überwachung, mehr soziale Verdrängung etc. Nix mit 'Rebellion' , sondern derselbe Kapitalismus, nur noch ein gutes Stück beschissener und asozialer.

    Hinsichtlich linker Strömungen vermisse ich teilweise auch neue Impulse. Zumindest haben linke Diskurse mittlerweile wieder mehr die Öffentlichkeit erreicht, wenn auch eher in Teilbereichen (Diversität, Gentrifizierung, Antirassismus).
    Anfang der 2000er und nach der ganzen Gipfelstürmerei der 90er haben wir eine neue theoretische Hinwendung zum Marxismus erlebt. Es wäre schön, wenn es wieder mehr anarchistische Bewegung gäbe.

    Da gebe ich dir recht. Aber gerade in der deutschen neuen Rechten finde ich schon das sich was getan hat. Das mit dem Kapitalismus sehe anders, aber das ist eben auch eine philosophische und Definitionsfrage. Ich sehe den Kapitalismus nicht als schlecht oder gut an. Ich würde da auch gerne einen Thread starten, vielleicht hast du Lust erstmal bei dem zum freien Markt mit zu diskutieren. Ein wenig mehr anarchistische Strömungen täten uns gut, ach was ein wenig ist wohl zu wenig. Für mich stellt das eigentlich die einzige Zukunftsweisende sozio-kulturelle Philosophie dar. Witziger weiße findet aber da gerade in der Unternehmenswelt was in der Richtung(agile Softwareentwicklung, agile Firmenpolitik) statt, aber das würde ich auch in einem anderen Thread diskutieren.