Beiträge von Madhias

    Sehr komplizierter Text da komme ich nicht ganz mit.
    Also klar kann ich mir eine solche Kultur vorstellen. Ich denke es hat sich vermutlich aus einer Angst der Männer vor einem Kuckuckskind entwickelt und das kommt daher das halt die eigene Genetik weitergeben werden soll. Überlebenskampf/Natur halt. Das mit dem käuflichen Sex der Frau glaub ich nicht das es aus einer patriarchalische Unterdrückung entstanden ist, sondern hat glaub ich eher mit dem übermäßigen sexuellen Drang der Männer zu tun. Die Frau lässt sich ja bezahlen, ich kenne mich da mit Historie nicht so aus, aber wenn sie bezahlt wird scheint sie es freiwillig zu machen. Es befriedet vielleicht auch eine Gemeinschaft. Keine Ahnung ich hab schon öfters gehört, das es neben dem Sex eben auch wesentliche andere Elemente gibt wie ausheulen, usw. Da fragst du den falschen. Ich sehe es im übrigen auf keinen Fall so das nur die Männer da irgendeine Schuld tragen. Frauen tragen die patriarchalischen Strukturen genauso mit. Sie sind ja die Mütter der Männer. Unterdrückung gibt von beiden Seiten, das gibt und nimmt sich nix. Was den sexuellen Trieb oder Fähigkeiten angeht ist das individuell einfach unterschiedlich. Kann auch sein das die älteren Frauen an Reiz für die Männer verlieren. Bei jüngeren Exemplaren wären sie dann vielleicht wieder auf Zack. Wäre wieder mit der Fortpflanzungs-/Überlebenstrieb erklärbar. Rollen haben für beide Geschlechter Vor- und Nachteile. Hmm weiß nicht ob das bei Homosexuellen anders ist, die haben ja auch ihre Rollen. Ich denke für Männer ist halt weniger ein Problem, ich sag mal einfach ihren Samen in der Gegend zu verteilen, denn das Kind ist dann bei der Frau. Diese muss es dann irgendwie versorgen. Ich seh das alles eher aus einem evolutionären Kontext. Bei Rollen müssen nicht zwangsläufig echte Bedürfnisse weichen. Nein so richtig nachvollziehen kann ich deine Gedanken nicht. --- Was meinst du denn damit, finde mal so jemanden?

    @Madhias Ich würde gerne nochmal auf den Absatz von dir mit der Monogamie zurückkommen. Weil du schreibst, dass der Reiz weg ist, sobald Klarheit im Gespräch besteht.

    Nein, das mit der Klarheit meinte ich anders. Das war bezogen darauf ob eine einseitig offene Beziehung tatsächlich für sie in Ordnung wäre, wenn ich das ausnutzen würde. Es hat seinen Reiz dadurch, dass durch die Unklarheit kein Verbot besteht.

    Opfer -Täter Umkehr, das kann alles so schnell wechseln, vor allem in einem (Geschlechts-) Kampf, wo das Opfer ordentlich auf die Mütze bekommt! Danach bekommt man natürlich regelmäßig das Kotzen !!

    Das mit dem Kotzen war nicht auf die Opfer-Täter Umkehr bezogen. Das war ein "insider"-witz, darüber das es immer wieder auf die Mitte rausläuft, da mach ich mich selber immer mal wieder gern lustig drüber. Ich finde diese Bild aus einer künstlerischen Perspektive halt ganz witzig. Immer diese Streben nach der Mitte im spirituellen, wie im sexuellen Sinn(aus Sicht eines hetero mann). Die Mitte hat halt eine magische Anziehungskraft. ;) ...aber irgendwie will man da ja auch nicht hin, weil wenn man die wirklich erreicht hat dann ist Stillstand. Aber ist da doch so schön. Ich finde diese Ambivalenz witzig. Das war vermutlich Mistverständlich.

    Wichtiges Thema hier. Empowerment ist essentiell.

    Wobei jeder natürlich mal Täter und Opfer ist. Man darf und muss auch mal jammern und sich ausheulen, schimpfen, vielleicht sogar mal jemanden verprügeln(das kann auch mal richtig gut tun, vor allem wenn man das normaler Weise nicht tut, es gibt ja viele Täter denen man aufs Maul hauen kann ;) ) etc.

    Es ist halt Seelenhygiene aber auch ein Sumpf.

    Genauso ist das Opfer darbringen eine wichtige Sache. Aber halt nicht immer und gesellschaftlich stürzen wir da grad ab.
    Und der Täter der tut halt was, also ein Macher. Muss auch nicht immer negativ sein. ;)

    Ach immer diese schleimige feucht warme Mitte, wo jeder rein will, weil's halt so kuschelig da ist ... Ich geh jetzt mal kotzen :ill:

    "Der Handel schützt immer vor Krieg" ??
    Da sehe sogar ICH eine Lüge drin! Ist es nicht so mit Abkommen, die Länder unterzeichneten müssen, weil ihnen sonst Krieg und noch mehr Unterdrückung droht?

    Naja klar gibt es da Mischformen und es ist keine Garantie.
    Aber tendenziell verhält es sich so, Handel befriedet.
    Umso mehr Handel, umso weniger Krieg.
    Kapitalismus hat eine wahnsinnig befriedende Komponente, das muss man schon auch sehen.
    Eigentlich logisch oder?
    Handel bedeutet ja auch Vernetzung, vielleicht hab ich ja mehr Nutzen mit jemanden zu handeln anstatt ihn weg zu bomben.
    Langfristig auf alle Fälle.

    ...jaja die Definitionsfrage, aber ich denke zumindest du solltest inzwischen verstehen, was ich damit meine.
    Beim Begriff Kapitalismus verhält es sich halt nicht anders als beim Begriff Anarchismus.

    PS: Meine Wahrheit ist natürlich die einzige wirkliche wahre Wahrheit.

    Der folgende Satz ist richtig.
    Der vorhergehende Satz ist falsch.

    ;)

    Das geschieht dem zivilisierten Menschen ganz recht. An irgendwas wollen die schließlich glauben dürfen, und wenn es der neue alte Glaube an die Götter in Weiß ist.Da ordne ich mich gerne den Wilden zu und behaupte dann: "die Götter müssen verrückt sein", und versuche das 'teuflische Ding vom Rand der Erde zu schmeißen.
    Bei den anderen Wilden in Nordamerika war Händeschütteln aber ebenfalls nicht üblich. Es war eher eine Geste des Misstrauens statt des Friedens. Bodycheck und Waffe aus dem Ärmel schütteln quasi.
    Das Gespräch ist trotzdem ganz interessant /amüsant^^

    Ich wollte das auch nicht werten. Ich sehe es eben so das Symbole oder Gesten erstmal leer sind und sie dann mit unterschiedlichen Inhalt gefüllt werden können, das habe ich schon versucht mehrfach klar zu machen.
    Darin sehe ich eben auch große Chancen und Möglichkeiten.

    Das gibt eine schöne Analogie zur Begriffsdefintionsdebatte. :D

    Man könnte halt behaupten 2 Fäuste gegeneinander haben schon einen viel kriegerischeren und distanzierten Touch, mal abgesehen vom Ellbogengruß. :lol:
    ganz anderes Thema ist ja das die Schmierinfektion zumindest was Corona angeht wohl etwas überbewertet ist.
    Dann ist da noch die Sache mit der Immunstärkung oder dem Training, eben genau dadurch das diese Bakterien und Viren ausgetauscht werden halt eine geringe Menge, und und und ... echt krasses Thema ...

    Ich dachte immer, der perfekte Partner ist derjenige mit dem man gerade zusammen ist? Zusammen mit Kindern sind sie die besten Lehrmeister. Wenn euer Sohn schon zwölf ist, ist er ja bereits aus dem gröbsten draußen. Oft halten Beziehungen (mit Kindern) gar nicht mehr so lange. Wenn Kindern der richtige Bezug innerhalb der Familie fehlt, suchen die sich meistens andere Erwachsene oder andere Instanzen dafür.
    Ich finde das gut, wenn man über Ängste und Eventualitäten offen spricht, und dass man dem anderen genau die gleichen Freiheiten einräumt die man selber gerne ausleben würde. Natürlich ist das schwierig, wenn einer von beiden mit der Monogamie absolut zufrieden ist. Wie habt ihr das geregelt wenn ich fragen darf?

    Exakt so ist es. Es macht keinen Sinn immer nach dem Besseren zu suchen. Das musste ich auch nach und nach lernen. Aber ich hatte einfach auch Glück. In gewisser Weise seh ich eine Seelenverwandschaft zwischen mir und meiner Frau. Ich finds immer komisch Frau zu sagen oder zu schreiben. Wir legen da keinen Wert drauf und haben tatsächlich auch kein Fest gefeiert, weil wir beide das blöd fanden, war sehr spontan und niemand eingeladen. Zum Standesamt und fertig. :D Im Bauch habe ich immer noch das Wort Freundin. Wir haben eigentlich nur aus Naivität bzgl. der Bequemlichkeit geheiratet also Steuer, Name, Krankenhausgeschichten, ... Später wurde mir dann erst klar was da noch alles dran hängt. Puhh bisher Glück gehabt.

    Ja zum Glück ist er aus dem Gröbsten raus, ich muss sagen jedes Alter hat seine Seiten. Aber im Moment genieße ich es sehr, jetzt wird der Papa immer wichtiger. Aktuell spielen wir oft Magic. Und er wird immer selbstständiger, das macht mich sehr stolz. Er hat wirklich eine starke Bindung zu uns, hat immer noch sein Anstellbett und kommt oft in der Nacht zu uns und ist mega verkuschelt, mir wird das auch öfters mal zu viel. Naja vielleicht typisch Mann, aber er lernt eben dadurch auch Grenzen.

    Hmm gute Frage mit der Monogamie. Auf der einen Seite ist dieses Thema für mich immer unwichtiger geworden. Auf der anderen Seite gibt es da praktische vorprogrammierte Probleme, wie ich schon versucht hab darzustellen. Es besteht halt eine hohe Verletzungswahrscheinlichkeit, vermutlich weil vielleicht die geistige Reife fehlt, keine Ahnung ändert sich vielleicht noch. Dann ist da noch das, ich nenne es mal Gönner Problem. Früher war meine Frau sehr umworben, ich denke deshalb konnte sie diese Position einnehmen. Inzwischen ist eher anders rum. Und damit ist diese Rolle für sie scheinbar nicht mehr ganz so einfach einzunehmen, ich hab den Eindruck sie ist eifersüchtiger oder vielleicht gesteht sie es sich auch mehr ein. Bin mir nicht ganz sicher. Wir reden immer mal wieder drüber. Aber so eine richtige Klarheit entsteht nicht, aber das hat auch seinen Reiz, dadurch entsteht diese "eingesperrt" Gefühl nicht so.

    Mir ist halt über die Jahre eigentlich immer klarer geworden, wie unwichtig körperlicher "Sex" eigentlich ist. Das macht natürlich Spaß und natürlich habe ich Fantasie und Bedürfnisse etc. aber im Großen und Ganzen ist es halt eher unwichtig geworden.

    Eine Weile habe ich auch versucht das auszuleben, hab mich dazu auf auch auf Tinder rumgetrieben, sie wusste das und wir haben drüber gesprochen. Das hat viel Tiefe gebracht, sie aber auch an ihre Grenze gebracht. Ich habe mich auch mit einigen Mädels getroffen. An sich hätte das gut funktioniert. Aber ich bin ein sehr ehrlicher Mensch und ich habe den Eindruck, das die meisten Frauen sich nicht auf diese rein temporäre Ebene einlassen können, also wenn es das wirklich klar ist. Witziger Weise habe ich von den Frauen, die sich da rumgetrieben haben ein ganz anderes Bild bekommen, als man vielleicht annimmt. Ich hatte eher den Eindruck in erster Linie suchen die alle nach ihrem Lebenspartner und wenn ich ihnen diese Option genommen habe wurde das Ganze uninteressant. Also nicht bei allen aber bei vielen. Ich habe mich dann ein bisschen mit Pick-up beschäftigt, aber nur theoretisch, ich habe das auch für mich abgewogen, da es natürlich ein praktischer Weg ist auf der Ebene "Erfolg" zu haben. Ich lehne das aber im tiefsten Inneren ab, ich hab auch 1-2 halbherzige Versuche gestartet. Aber ich habe immer den Menschen gesehen und jemanden zu bescheißen und eine Rolle zu spielen, die mir nicht liegt, das fällt mir extrem schwer.
    Ich habe mich dann immer in mein gegenüber reinversetzt und dann ging das nicht, das hat schon zu der ein oder anderen komischen Situation geführt.
    Auf der anderen Seite habe ich auch keinerlei Bedürfnis zu na Hure zu gehen. Das sehe ich dann eher pragmatisch, dafür kann ich mir dann auch einen runter holen und gut is. :D Das ist nicht das was ich Suche, mir geht es schon eher um eine echte Berührung auch wenn die temporär begrenzt ist und diese Spannung und Aufregung davor.
    Das waren schon sehr wichtige Erfahrungen für mich. Ein Stück weit hab ich auch das bekommen, was ich gesucht habe.
    Also Anerkennung oder vielleicht besser ausgedrückt, die Sicherheit gewonnen, dass ich schon könnte wenn ich wollte, das hat mich dann auch ausreichend befriedigt.
    Ich habe dabei auch nette Menschen kennengelernt und eben viel über mich gelernt.
    Ich muss dazu sagen, das ich Mädels gegenüber eher etwas schüchterner bin, bzw. vor allem war und dadurch waren dann die meisten Erfahrungen in der Richtung auch eher passiverer Natur. Also sagen wir mal so, ich wurde öfters aufgerissen anstatt das selber zu. Vor allem das hat mich immer genervt, dass ich da meine Ängste nicht überwinden konnte.
    Ich hab halt dann gelernt, das ich das kann. :)
    Ich bin halt auch generell eher ein Outsider und etwas verschroben, das war ich selbst bei den Ousidern. :D
    Mich haben auch immer diese Stylo-Punx mega angekotzt, aber das gehört natürlich schon auch ein Stück dazu.
    Vor allem die Heuchelei.
    Es gibt nicht viele Menschen, die mich verstehen. Aber ich habe ein unglaubliches Glück, das ich davon so viele in meinem Umfeld habe, das wurde mir aber auch erst nach und nach bewusst. Naja mega viele sind es auch nicht, aber zu zu vielen Menschen kann ich auch keine tiefere Verbindung aufbauen, allein wegen der Zeit geht das nicht. Die Handvoll die ich hab reicht mir, aber es ist immer wieder schön neue kennen zu lernen. Auch diese handvoll bleibt dynamisch.

    Hat auch damit zu tun, das mir halt klar geworden ist, vor allem seid dem ich angefangen habe Yoga zu machen und ein bisschen zu meditieren und vor allem mich mehr mit mir zu beschäftigen und zu hinterfragen, dass Wünsche unzufrieden und unglücklich machen. Also gebe ich diesen nicht mehr so viel Raum. Und zum Glück ist ja nix ausgeschlossen. Eigentlich sehe ich kein Problem darin, dass es da unterschiedliche Bedürfnisse gibt. So sind wir Menschen halt mal, der eine hat auf der Ebene mehr Gelüste/Bedürfnisse und der andere auf der anderen Ebene. Man muss eben nicht immer alles gleich machen. Es kommt eher auf das Gesamtgefüge an.

    Oh schon wieder ein mega langer Text, ich kann halt nicht anders :D

    Abschließend muss ich noch sagen, dass durch Corona mir sehr stark bewusst geworden ist, wie wichtig es ist andere Menschen real um sich zu haben und zu treffen. Ich spüre das jetzt richtig. Früher war es oft so, das mir das sogar zu viel wurde und ich mich schon drauf gefreut hab wieder allein zu sein. ;)

    Ich für meinen Teil bin nun seit 14 Jahren mit derselben Frau zusammen und verheiratet (Ob das so schlau war, will ich an der Stelle unbeantwortet lassen, aber es war und ist bequem). Wir haben uns nicht über ein Datingportal kennen gelernt, aber ich würde so etwas jetzt nutzen. Wir haben einen 12 Jahre alten Sohn, das ging sehr schnell ;) Natürlich hatten wir viele Höhen und Tiefen. Wir kommen immer wieder an den Punkt, wo wir hinterfragen ob unsere Beziehung uns noch gut tut. Bisher war das immer der Fall, auch wenn es teilweise wirklich sehr anstrengend und fordernd ist. Gerade befinden wir uns auch wieder in einer mittleren Krise. Ich denke wir werden auch diese bewältigen. Bisher haben diese Krisen unserer Beziehung immer gut getan und frischen Wind und Vertrauen in die Sache gebracht und unsere Beziehung intensiver und tiefer gemacht. Ich habe viel in dieser Beziehung über mich gelernt und viel Kraft bezogen. Reibung erzeugt Wärme. Natürlich bedeutet das Einschränkung und Abhängigkeit. Allerdings bedeutet das Leben für mich an sich Abhängigkeit. Es ist nur eine Frage ob mir diese gut tun. Bei manchen ist das der Fall, bei anderen vielleicht nicht. Manche Abhängigkeiten bieten temporäre Freiheit und langfristig das Gegenteil. Manchmal ist das Gegenteil der Fall. Ich für meinen Teil hätte gerne in Bezug auf Sexualität mehr Freiheit, bin aber selbst noch nicht bereit diese zu geben. Meine Frau hat hier weniger Ängste und lässt mir mehr Freiheit ohne sich diese selbst zu nehmen, allerdings im Rahmen einer klaren Trennung zwischen Sexualität und Beziehung. Aber ich habe den Eindruck sie geht über ihre Grenze. Da die Grenze hier schwimmend verläuft. Also wo fängt eine Beziehung an und wo hört Sexualität auf. Deshalb habe ich diese Freiheit eigentlich noch nie ernsthaft genutzt. Eine offene Beziehung stellt für mich eigentlich echte Liebe dar. Auf der logischen Ebene weiß ich das. Allerdings führt das in der Praxis oft zur Trennung, zumindest nach meinen Beobachtungen. Meine Frau hat große Ängste, dass ich mich in eine andere verlieben könnte. Da habe ich weniger Ängste. Bei mir ist das wohl eher unterbewusst so eine Kuckucksei Geschichte, genau kann ich nicht sagen woher das kommt. Ja das ist kompliziert aber so sind wir Menschen halt mal. Evolutionär betrachtet spielt Eifersucht(Die Ei und I(englisch) Analogie läuft mir immer wieder über den Weg, ich finde das sehr erheiternd, das habe ich auch in meinen Gedichten verarbeitet) eine große Rolle, da sie einen gewissen Nestschutz für das Kind gewährt. Ich denke in einer Art Dorfgemeinschaft oder Sippe, wo das Kind mehrere Bezugspersonen hat stellt sich das anders dar und wäre sicher anstrebenswert und vielleicht das bessere Modell. Auf der anderen Seite haben wir nur eine begrenzte Aufmerksamkeitsspanne. Wir können zu vielen Menschen keine so intensive Beziehung, wie zu einer Person aufbauen. Außerdem fühle ich zu eher wenigen Menschen eine tiefere Verbundenheit. Monogamie scheint irgendwie evolutionär, das sicherere Prinzip für das Aufziehen von Kindern zu sein. Es ist einfach unglaublich schön wenn man die Sicherheit hat, dass am Abend ein Mensch in meinem Bett liegt den ich liebe und der mich auffängt, wenn es mir schlecht geht und der mir sehr viel Kraft gegeben hat weiter zu mir selbst zu finden. Eine tiefe Beziehung bedeutet für mich sich gegenseitig zu spiegeln und Eigenarten des Partners zu akzeptieren. Das ist nicht immer einfach. Wünsche und Bedürfnisse führen immer zu Unzufriedenheit. Genauso gehört es aber auch dazu sich den Bedürfnissen des Partners anzupassen. Wir bezeichnen und sehen uns beide als Egoisten und können in diesem Rahmen unsere Grenzen akzeptieren und uns lieben. Für uns gibt es da keinen Widerspruch. Natürlich befinden wir uns in gegenseitiger Abhängigkeit und teilen unser Leben. Das sich diese Abhängigkeit oder dieses Verbundenheits- und Geborgenheitsgefühl irgendwann lösen könnte erzeugt in uns beiden Angst. Spätestens mit dem Tod von einem von uns beiden wird dies passieren, vielleicht auch schon früher. Das ist für mich aber kein Grund mich deshalb jetzt schon davon zu lösen, ich bin mir dessen aber bewusst. Ich nehme es in Kauf, denn ich lebe im Augenblick, was interessiert mich morgen. :D

    Ich wünsche allen hier, die nach ihrem Deckel oder Topf suchen die Kraft, die Hoffnung nicht zu verlieren, die Stärke an einer Beziehung arbeiten zu können und die Weisheit und Durchsicht sich nicht von Äußerlichkeiten verblenden oder täuschen zu lassen!

    Wenn man allzu kompatibel durchs Leben rennt, läuft man schneller Gefahr ausgenutzt oder missbraucht zu werden. Das ist denke ich der Grund warum man sich mit Einsamkeit zu schützen versucht. Das zwischenmenschliche Miteinander ist eines der schwierigsten Dinge im Leben, und ebenso schwer ist es dort wertfrei zu bleiben, ohne dabei selbst seelisch vor die Hunde zu gehen. Jeder hat seine persönliche Brille auf, durch die er den anderen betrachtet. Dabei möchte jeder doch so vorurteilsfrei wie möglich gesehen und wahrgenommen werden und auch gefunden werden. Die Vorstellung von Dating Portalen hat mich demnach nie angezogen, frei nach dem Motto: ich backe mir _den perfekten Partner nach entsprechenden Zutaten. Nach kürzester Zeit würde ich gefrustet aufgeben, weil so eine "Suche" nach menschlichen Kriterien einfach nicht für mich funktioniert. Aber dazu hat jeder ein anderes Schema. Ich bevorzuge es keines zu haben, und mit dem Zufallsprinzip weiterzumachen: auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn, oder besser gesagt, zwei blinde Hühner laufen ineinander, nachdem jedes auf der Flucht vor seinem persönlichen Hype war und verlieben sich. Das ist mein Verständnis von Romantik, und darauf kann im Alltag aufgebaut werden bzw diese erhalten werden. Viele Partner sind sich dessen nicht bewusst, weil sie durch die Absicherung (das Ding mit der Unterschrift) jegliche Verantwortung für ein gutes Miteinander von sich schieben. Eine gewisse Leichtigkeit bleibt nur dann erhalten, wenn man sich vergegenwärtigt wie zerbrechlich und ungewiss kurz alles sein kann. Im Erkennen dessen liegt dann Schönheit, welche jeden Alltag meistern kann.

    Ich glaube schon, dass Datingportale eine Chance bieten. Auch da können sich mal 2 Hühner finden. Es kommt halt drauf an wie man sie nutzt. Aber ich verstehe deine Haltung total, da ist eine enorme Erkenntnistiefe drin und ich sehe das genauso.
    Wir werden nie den perfekten Partner finden, es ist immer eine Entwicklung und ein aneinander Wachsen. Konstruktiver Streit ist für eine Beziehung essentiell.