beim thema kopftuch gehts vor allem um Sure 24 Vers 31 „Und sag den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Augen niederschlagen, und ihre Keuschheit bewahren, den Schmuck, den sie tragen, nicht offen zeigen, soweit er nicht normalerweise sichtbar ist, und ihre Tücher über ihre Busen ziehen."
Da haben wir es doch.
wobei in aufgeklärteren gegenden wie istanbul/ankara einfach nur nuttenhaftes selbstpräsentieren mit minirock und lippenstift abgelehnt wird, lange unbedeckte haare und makeup aber keinen skandal auslösen, auch nicht im TV.
"Nuttenhaftes Selbstpräsentieren mit Minirock und Lippenstift" abzulehnen, halte ich nicht gerade für aufgeklärt.
Eine emanzipierte Frau tut und lässt, was sie will und kein (aufgeklärter) Mensch hat das Recht, dies unterbinden zu wollen. Offene Ablehung ist ein Teil der Unterdrückung.
Worin genau unterscheidet sich ein muslimischer Mann, der eine Frau als nuttenhaft bezeichnet, weil sie ihr Haar offen trägt von einem Mann des Okzidents, der eine Frau als nuttenhaft bezeichnet, weil sie Minirock und Lippenstift trägt?
Beides beruht auf unnatürliche Moralvorstellungen, die weitgehend ihre Ursache in monotheistischen Religionen haben.
Der Aufstieg des Monotheismus in Europa hat falsche Scham erschaffen.
Sasha Grey betrachte ich übrigens als emanzipiert,
im Gegensatz zu Sexistinnen wie Alice Schwarzer, die Frauen vorschreiben wollen, was sie zu tun und zu lassen haben.
Hier passt ein feministisches Statement von mir hin, warum ich gegen das Kopftuchverbot bin und es völlig ablehne, wenn Frauen dazu gezwungen werden sollen, ihr Kopftuch abzulegen:
Ich finde es einfach nicht gut, Frauen dafür zu verurteilen, wenn sie FREIWILLIG etwas tragen oder tun.
Ich kenne einige Musliminnen. Für diese ist es so normal und selbstverständlich, ein Kopftuch zu tragen, wie es für Frauen der westlichen Kultur normal ist, einen BH zu tragen.
Sie empfinden es nicht als Unterdrückung, auch wenn das Kopftuch im Islam ursprünglich der Unterdrückung diente.
Offenes Frauenhaar gilt in islamisch geprägten Kreisen als anstößig. Auch deshalb wird das Kopftuch von Frauen getragen. (Bei uns im Okzident galt der weibliche Fußknöchel einst als anstößig.)
Westliche Frauen verbergen ihre Brüste teils auch deshalb, weil weibliche Brüste als anstößig gelten.
Es ist übergriffig, eine muslimische Frau dazu zwingen zu wollen, ihre Haare zu entblößen, genauso wie es übergriffig wäre, eine Frau dazu zwingen zu wollen, ihre Brüste zu offenbaren.
Dabei ist das Kopftuch nur dann böse, wenn es aufgezwungen wird. Diese wichtige Differenzierung wird gerne vergessen, leider auch in "feministischen" Diskursen.
Man stelle sich vor, eine Frau aus westlicher Kultur wird in einem fiktiven Land, wo Menschen BH´s und das Verdecken von weiblicher Brust als Unterdrückung betrachten, im Job dazu genötigt, ihre Brüste zu entblößen. Ist das eine Perspektive, die zum besseren Verständnis und zur Akzeptanz kopftuchtragender Frauen beiträgt?
Westliche Frauen sagen gerne, dass es unsinnig ist, wenn muslimische Frauen im Hochsommer bei starker Hitze ein Kopftuch tragen. Stimmt sogar, rein praktisch gedacht. Dabei ist es rein praktisch gedacht eigentlich auch unsinnig, im Hochsommer bei starker Hitze Oberbekleidung zu tragen.
Was tun man nun, wenn man bemerkt, dass eine Frau zum Kopftuch gezwungen wird? Die Frau wird eher verurteilt und manche wollen die Frau kriminalisieren, anstatt den Unterdrücker zur Rechenschaft zu ziehen.
Wir brauchen kein Kopftuchverbot! Der Straftatbestand der Nötigung sollte nur konsequent zum Tragen kommen!
Es ist Nötigung, eine Frau dazu zu zwingen, ein Kopftuch zu tragen.
Es ist Nötigung, eine Frau dazu zu zwingen, ihr Kopftuch abzulegen.