Beiträge von 12950 B.C.

    Die Jüngeren gehen doch auf die Straßen. Beim Klimaprotest sind derzeit Jahrgänge dabei, das treibt so manchen Alt 68 die Tränen des Stolzes in die Augen.
    Man kann das aber nicht so einfach aufs Netz übertragen. Das Nutzungsverhalten hat sich komplett geändert. Die Forenkultur kennen die Jungen gar nicht mehr; wissen nicht wie das ablaufen soll. Viel Text schreiben und dann tagelang auf eine Antwort warten? Manchmal kommt sie gar nicht und dann wiederum seitenlang? Und da schreiben auch andere außerhalb meines Freundeskreises und an einem Thema wochenlang? Wieso? Was soll das bringen?

    Man kann diesen Leuten keinen Vorwurf machen. Sie sind vermutlich alle etwas schlauer als wir, die an althergebrachten festhalten wie Opa Heinz an seiner 70er Jahre Musik. Das war damals eben sein Jahrzehnt.

    Wo existieren denn heute noch Foren und wer kommuniziert überhaupt noch mit einem, wenn man Whatsapp mit Romanen sprengt?
    Die Übriggebliebenen sind verbitterte Alte, die aber genauso wenig auf die Reihe bekommen. Entweder ist man resigniert, hat alles schon gesagt oder ist einfach altersmüde. Nicht selten geben einem Job, Ehe, Nachwuchs und Gartenpflege den Rest.

    Mit WhatsApp ist aber kein Krieg zu gewinnen und auch Facebook ist völlig ungeeignet, um sinnvolle Diskussionen zu beginnen. Und sogar Facebook soll mittlerweile auf dem absteigenden Ast befinden, weil viele junge Leute zu Instagram und Snapchat abgewandert sind, wo die Diskussionskultur aber noch schlechter ist, als sie das bei Facebook der Fall war! Ja, es geht sogar noch mieser! Bei Instagram z.B. geht es nur noch darum, möglichst professionell aussehende Fotos zu posten, unter denen das Volk dann seine Kommentare hinterlassen kann, die aber mehr schlecht als recht sind. Sogenannte "Influcener" buhlen um die Gunst der Meute, lassen sich teilweise von den Firmen dafür bezahlen, ihre Markenzeichen ins Bild zu halten. Diese junge Generation ist fast schon verloren, denn es gab - in meinen Augen - nie eine meinungslosere und konsumorientiertere Generation, als die Leute, die derzeit um die 20 Jahre alt sind. Völlig kritiklos halten sie dort ihre neusten Air Max, Adidas-Leggings oder dm-Schminkartikel ins Bild und loben wie bekloppt die Vorzüge dieser fürs eigentliche Leben völlig irrelevanten Produkte. Die Rechten haben das Netz für sich erobert, weil die wissen, wie man es macht. Die Linke geht auf die Straße und glaubt, dadurch die Masse für sich zu begeistern, was ich aber nicht glaube, weil das für mich im meisten Fall nur eine Befriedigung der eigenen Profilierungssucht ist. Selbst in meinem Umfeld ist es mittlerweile so, dass sie Leute eher rechten Meinungen nachrennen, als linken und menschlicheren Dogmen zu vertrauen. Jeder ist sich seines nächsten selbst und wenn das Thema Asyl und Flüchtlinge sofort die Leute triggert, wenn einem nur die erste Silbe eines der Wörter über die Lippen kommt und diese dann schier durchdrehen, Zitat: "Ich arbeite für dieses Drecksvolk! Scheiß Merkel! Alles Verbrecher, die zocken uns ab!", dann hat die sogenannte "Mitte", also CDU/CSU, FDP, SPD, Grüne und Mitte/Rechts AfD ganze Arbeit geleistet! Den Leuten wurde der rechte Virus erfolgreich eingeflößt und es lässt sich willig täuschen und von den wahren Problemen ablenken, weil es so einfach ist, stattdessen seine Wut auf Flüchtlinge, Ausländer und andere Minderheiten zu projizieren. Und wenn man in Deutschland die Leute nur mit dem Thema DIesel und Fahrverbote hinter dem Ofen hervorlockt, sagt das schon vieles über die Stimmung in dieser BRD aus. Eine Revolution im Sinne einer gerechten und sozialeren Gesellschaft ist von den meisten Vollidioten in diesem Staat jedenfalls nicht zu erwarten.

    Das ist so wie: solange ihr nicht mit der Revolution beginnt, nehme ich nicht daran teil.
    Gleichzeitig prangert man aber die herrschenden Missstände an. Natürlich ganz subtil, indem man jahrelang schweigt und sich später darüber auslässt, dass Andere zu wenig aktiv sind.

    Ich habe bereits genug beigetragen, und das seit fast 19 Jahren. Jetzt sind mal andere dran. Vor allem Jüngere, aber die scheinen alle nur Däumchen zu drehen oder zu oft aufs Smartphone zu schauen.

    Den habe ich übersehen. Aber man kann ja trotzdem hier weiterschreiben. Außerdem hatte bereits der letzte Thread kaum Resonanz hervorgerufen, was mich aber nicht wundert, weil in diesem Forum sowieso kaum auf noch relevante zeitgeschichtliche Themen eingegangen wird. Dafür belanglose Posts über Filme und Serien, die kaum jemanden interessieren. Das ist auch mit ein Grund, warum ich sehr selten (im Vergleich zu den Anfangsjahren des Unity-Forums bei Parsimony in den Jahren 2000/2001) hier schreibe, weil einfach zu wenig Feedback kommt. Selbst später, um 2004/2005 und 2006 herum, war ich sehr aktiv, aber damals kamen auch noch Diskussionen zustande. Heute bleibt das dagegen meistens nur bei WhatsApp-artigen Ein-Satz-Postings stecken, die nur mit weiteren Ein-Satz-Antworten "gewürdigt" werden. Oder es wird einfach gar nichts dazu gesagt, wie das eher die Regel ist.

    Auf YouTube und generell viele Blogs, Foren und Webseiten könnte demnächst, oder besser gesagt ziemlich bald, ein großes Problem zukommen. Der Artikel 13 soll jetzt wohl doch noch vor der Europawahl im Mai durchgedrückt werden, koste es, was es wolle. Faule, geldgierige und von Lobbyismus verseuchte EU-Abgeordnete (allen voran Frankreich und natürlich Deutschland!) wollen dem Internet an den Kragen und Tür und Tor für verbrecherische Abmahn-Anwälte öffnen. Medien- und YouTube-Anwalt Solmecke bringt das nochmal auf den Punkt:

    Bei mir hört sich (PC-Lautsprecher von der Marke "Trust") Nummer 2 deutlich dumpfer an, während Nummer 1 zwar klarer klingt, es aber irgendwie leicht scheppert bzw. fast schon zu hart klingt. Ich glaube, das hört sich über jedes Sound-System verschieden an. Aber im Grunde empfinde ich Version 1 als die bessere.

    Kommentare unter Videos von YouTube zu hinterlassen, ist eigentlich auch Zeitverschwendung. Ab und zu schrieb ich mal einen zu Videos, die mich interessieren. Leider ist das meistens absolut für die Katz, denn Diskussionen kommen eigentlich selten zustande. Einzelne Kommentare gehen in der Masse unter, oder werden schlicht ignoriert. Da kann man sich noch so viel Mühe geben und auf seine Rechtschreibung achten - es interessiert einfach niemanden. Wenn es Reaktionen gibt, dann höchstens mal Daumen hoch, oder Daumen runter. Aber selbst das passiert selten. Ganz schlimm sind viele Kommentare auf Englisch; eigentlich der größte Anteil der Kommentare, die meistens unter Musikvideos aus den 90er, frühen 2000er und 80er Jahren stehen. Die lauten meistens so: "Who is watching in 2019?", oder "Still watching in 2019!" Komischerweise bekommen diese Kommentare immer die meistens Bewertungen, oft 500+ Daumen nach oben. Es wird nie auf das Video und die Musik selbst eingegangen, sondern man ist nur auf der Jagd nach möglichst viel Aufmerksamkeit, also Daumen nach oben. Ich finde diese Internetphänomene immer befremdlich, weil ich sie mir nicht logisch erklären kann. Oder bin ich zu alt dafür?

    Ich finde den Remix bzw. die neue Edition besser als die alte. Habe mir das angehört und das klingt nicht mehr so trashig, wie die Ursprungsversion. Aber ich finde nicht, dass man das komplett neu machen müsste, wie @mis san thrope anmerkte. Das war damals echt eine Heidenarbeit und es gab bzw. gibt noch einige andere Gründe, warum eine komplette Neuproduktion nicht viel Sinn machen würde. Man müsste sich eine gänzlich neue Melodie einfallen lassen und alles neu aufnehmen. Damit ist sehr viel Aufwand verbunden. Und dann würde der Text wieder nicht passen, man müsste die Melodie so komponieren, dass sie zum Text passt und, und, und... Wenn, dann hätte man schon damals diesen Song komplett anders angehen müssen, vielleicht halt deutlich düsterer, aber ich denke, gerade, weil die Melodie dazu eher fröhlich klingt, wirkt es verbunden zum Thema Anarchie doch sehr ungewöhnlich und gleichzeitig interessant. Welche Band könnte schon von sich behaupten, einen fröhlich klingenden Song über Anarchie produziert zu haben?

    Mich kotzt es an, dass, wenn man hier und in anderen Threads den neuesten Beitrag anklicken tut, man immer einige Seiten vor diesem landet. Wenn ich z.B. den neuesten Beitrag von User XY anklicke, der auf Seite 52 angezeigt wird, werde ich trotzdem auf Seite 46 geleitet. Das nervt, also bitte fixen!

    Apropos Sinn des Lebens: habe gestern mal etwas für meine "Allgemeinbildung" getan (da muss ich langsam mal was tun, ich glaube, durch den ganzen seichten YouTube/Twitch-Kram, den ich immer gucke, hat sich mein Gehirn ein wenig zurückentwickelt) und ein bisschen in diesen "britischen Humor" reingeschnuppert. In diesem Fall in Monty Pythons "Der Sinn des Lebens". Und wow, der Film hat echt Spaß gemacht, das ist ein richtig genialer Humor, dieser britische. Am Besten hat mir die Restaurantszene mit dem Dicken gefallen, aber auch der Samen-Song am Anfang war so genial over-the-top. Richtig guter Humor. :love:


    Ich finde "Der Sinn des Lebens" bzw. "The Meaning of Life" ist der schwächste Film der Gruppe. Ich fand nur den Anfang witzig, also die Geburtsszene. Alles Weitere wirkt nur dahingerotzt und irgendwie uninspiriert. Man merkte der Gruppe schon an, dass die Luft raus war. War ja schon relativ spät (1983) ihrer Schaffensphase. Ich kann jedenfalls nur an sehr wenigen Stellen lachen, wenn überhaupt. Man zwingt sich zu lachen, getreu nach dem Motto "Los, das musst du jetzt witzig finden - das sind Monty Python!", aber meistens schämt man sich eher fremd. Und mit diesem völlig bescheuerten Fäkalhumor, wenn da in der Schulklasse über den Geschlechtsakt gesprochen wird, konnte ich noch nie was anfangen. Witze übers Ficken und so sind einfach nur abgrundtief dämlich, weil einfach nicht witzig. Für pubertäre Heranwachsende vielleicht, aber bestimmt nicht für Erwachsene.
    Besser finde ich "Die Ritter der Kokosnuss", da kann ich heute noch immer wieder lachen. Ansonsten finde ich britischen Humor eher überbewertet. Sooo witzig ist das alles jetzt auch nicht. Mr. Bean geht ja noch, oder halt die Serien von Monty Python, aber alles andere ist auch nicht viel besser als der größte deutsche Blödsinn. Immer noch besser als deutscher Humor, denn so Sachen wie von Loriot sind entweder zu intellektuell, oder einfach nur staubtrocken und dröge.
    Ein weiteres dickes Manko von "Der Sinn des Lebens" ist diese dauernde Singerei. Wenn ich eines nicht ab kann, ist, wenn in Filmen gesungen und getanzt wird. Der Film ist eher ein halbes Musical, aber die Faszination dieser Sparte hat sich mir noch nie erschlossen. Für mich sind diese Elemente im Film nur vorhanden, um die Spielzeit künstlich in die Länge zu ziehen.