• Kennt ihr sie? Haltet ihr sie für gefährlich?


    Ich hasse Frauen nicht und hab ab und auch eine mal ganz fest geknuddelt. Jedoch haben mich meine letzten beiden Partnerinnen wissen lassen, dass sie auf dominante Männer stehen und ich nicht dominant sei. Freundin zwei meinte: „Ich brauche einen Mann, der mich führt.“ Was für ein Stuss. Ich will aber kein Führer sein.


    Aber wie gesagt, ich bin kein Frauenhasser. Für mich haben Frauen und Männer unterschiedliche Profile und der Dominanz-Shit ist wahrscheinlich evolutionär bedingt.

  • Es hätte mich auch schwer gewundert, wenn dich die Ablehnung zweier komplett gegensätzlichen Charaktere zum Frauenhasser gemacht hätte. Das wäre in etwa so, wenn jemand einen schlechten Döner gegessen hat und daraufhin alle Türken verunglimpft.


    Incels sind nichts anderes als die Nazis der Neuzeit. Passenderweise natürlich im Internet beheimatet. Ich halte sie nicht für wenig gefährlich als andere Hetzer, aber eben auch nicht für gefährlicher. Das ist exakt eine Riege.


    Wie kommst du jetzt ausgerechnet auf das Thema? Zumal es mit Dominanz nichts zu tun hat. Eher mit dem Gefühl des Ausgeschlossenseins zu einer Welt, in der man aber gerne mitgespielt hätte. Im Kindergartenalter wäre man einfach nur beleidigt gewesen. Heutzutage hat man aber seine Gefühle scheinbar weniger gut in Griff und meint dann, es wäre besonders schlau sich noch mehr von den Verhaltensweisen anzueignen, für die man abgelehnt wurde. Der typische Incel wurde geboren. Die Welt ist schon verrückt. Da rotten sich dann Gestalten zusammen, die menschlich alle gleich wertlos sind und ziehen daraus ihre vermeintliche Überlegenheit.

  • Persönlich kenne ich keinen ;) Gefährlich sind sie insofern, als dass Hass auch zu entsprechenden Taten führen kann. Und natürlich ist eine 'Incel-Ideologie' auch sehr schädlich für das eigene Selbstwertgefühl und generell die Entwicklung von jungen Männern, die hierdurch beeinflussbar sind bzw. sich in eine fixe Idee reinsteigern.

    Das Thema Gewalt gegen Frauen aufgrund von generellem Frauenhass sollte natürlich stärker ins Bewusstsein treten. Es ist gut, dass dies unter dem Label 'Femizid' nun auch breiter diskutiert wird.


    Dass der Dominanzstil evolutionär bedingt ist, mag sein, viele würden ja behaupten, er sei anerzogen, was natürlich auch stimmt, aber vieles läuft vermutlich auch unbewusst ab.


    Ich bin aber kein Freund von Generalisierungen, und hierzu neigen sowohl maskulinistsche (?) bzw. frauenfeindliche als auch feministische Perspektiven.

    Ein Beispiel, das mir als Victim Blaming ausgelegt werden könnte, aber gar nicht so gemeint ist: Ich halte Teile des Feminismus für männerfeindlich, woraufhin mir schon vorgeworfen wurde, ich würde die Erfahrung von Betroffenen mit großen Teilen der Männerwelt abwerten. Jetzt stellt sich aber die Frage: Wie viele 'abusive and toxic males' gibt es denn tatsächlich? Viele Frauen werden berichten, überproportional viele schlechte Erfahrungen in Partnerschaften gemacht zu haben. Meine Vermutung ist: Viele Frauen suchen unbewusst einen bestimmten Typ Mann, der sich als 'toxisch' herausstellt. Dadurch entsteht diese schiefe Wahrnehmung. Wie gesagt, das ist kein Victim Blaming, aber für die Partnersuche sind wir eben alle selbst verantwortlich.

    Das gilt natürlich auch umgekehrt bzw. für Männer. 'Incels' oder 'absolute Beginner' (kennt ihr noch diese alten Parsimony-Foren ? ;-)) suchen womöglich auf die falsche Weise und an den falschen Orten. Dadurch entsteht das Bild der arroganten, abweisenden Frau - es ist ein Teufelskreislauf, denn ein respektvoller Umgang der Geschlechter ohne subtile oder offene Feindschaft würde uns allen weiterhelfen.

  • Unmensch: Wie komme ich auf das Thema? Ich glaube, in einem Forum wie diesem können interessante Diskussionen entstehen. Sollte dem nicht so sein, geht dieser Thread eben unter.


    Ich gehe den Incels ja etwas entgegen. Ebenso wie ich den Querdenkern ein wenig entgegenkomme. Denn auch die einfachsten Menschen haben ihre Wahrheit. Die Querdenker haben bspw. korrekt erkannt, dass Regierungen lügen und den Reichen die Armen meist scheißegal sind. Und Incels haben meines Erachtens korrekt erkannt, dass 0815-Frauen oft oberflächlich sind und dominante Typen geil finden. Needless to say: Insgesamt reden beide Gruppierungen größtenteils Kacke und ziehen aus teilweise korrekt erkanntem unsinnige Schlüsse.

  • Meine Vermutung ist: Viele Frauen suchen unbewusst einen bestimmten Typ Mann, der sich als 'toxisch' herausstellt

    Lässt sich auch damit begründen:


    viele würden ja behaupten, er sei anerzogen, was natürlich auch stimmt, aber vieles läuft vermutlich auch unbewusst ab.

    Bindungstheorie, Bindungstyp und Co. Frauen suchen i.d.R nicht absichtlich toxische Partnermenschen. Sie kommen unbewusst daran, weil sie Personen oft etwas an sich haben, dass sie ggf. schon kennen und Vertrauen schafft oder sie in das bestätigt, was sie ohnehin schon von sich und der Welt denken.


    : Insgesamt reden beide Gruppierungen größtenteils Kacke und ziehen aus teilweise korrekt erkanntem unsinnige Schlüsse

    Sehr gut zusammengefasst!


    --


    Mir hat mal eine Freundin erzählt, dass sie jemanden in der USA besucht hat, der etwas so tickte. Er hat sie auch sehr grob behandelt und stellenweise gewaltsam 'zurechtgewiesen'. Sie wird ihn wohl nie wieder besuchen.


    Ich habe mal mit einem Anti-sexuellen geschrieben. Als ich schrieb, dass ich nichts gegen Sex habe, obwohl ich Asexuell bin, hat er mich blockiert.

    Hab die Reaktion lustig gefunden.


    Persönlich kann ich damit Null anfangen. Mit Dominanz kann ich absolut nichts anfangen, genauso wenig wie Rollen-Denken. Ein Partnermensch ist mir gleichgestellt und soll so sein wie er ist. Weder mir überlegen noch unterlegen.

    Auf gleicher Stufe mit den gleichen "Rechten". Ernsten Befehlston oder ähnliches kann ich gar nicht abhaben.

    Es lebe die Freiheit, die Meinungsäußerung und der Respekt anderen gegenüber.


    "Der Mensch beherrscht nicht das Eigentum, das Eigentum beherrscht ihn."
    - August Bebel

  • Unmensch: Wie komme ich auf das Thema? Ich glaube, in einem Forum wie diesem können interessante Diskussionen entstehen.

    Ist ja richtig. Ich wunderte mich nur ob deiner Einleitung, die du zu diesem Thema gemacht hast. Also dich im Zentrum von zwei Frauen, die dich verlassen haben.

    Ich gehe den Incels ja etwas entgegen. Ebenso wie ich den Querdenkern ein wenig entgegenkomme. Denn auch die einfachsten Menschen haben ihre Wahrheit. Die Querdenker haben bspw. korrekt erkannt, dass Regierungen lügen und den Reichen die Armen meist scheißegal sind.

    Querdenker haben genau das eben nicht erkannt, sonst hätte es ihre Proteste schon vor Jahrzehnten gegeben und sie stünden linken Parteien näher als Rechten.

    Es sind einfach Schutzbehauptungen nach außen, so wie es der afd natürlich vorrangig um die armen Rentner geht. In Wirklichkeit sollen Flüchtlinge aber möglichst weit abgeschoben und kruden Traditionen der Vergangenheit wieder reaktiviert werden.

    Und Incels haben meines Erachtens korrekt erkannt, dass 0815-Frauen oft oberflächlich sind und dominante Typen geil finden.

    Hier exakt dasselbe: Incels haben nichts erkannt. Die fahren ihre Racheschiene und versuchen sich die mit dummen Verallgemeinerungen zu rechtfertigen und ihr Handeln zu legitimieren. Von diesen genannten "0815"-Ablegern gibt es auch genug Männer - und meiner Meinung nach sind diese auf der Welt sogar deutlich in der Überzahl. Aber wer attackiert sich schon selbst in einem eigens dafür geschaffenen Onlineforum?

  • Hab mir neulich ein Erklärvideo dazu angesehen, weil ich wissen wollte was das überhaupt für Menschen sind. Sie benennen sich selbst so, und dann gibt es zusätzlich wohl noch eine Splittergruppe die sich komplett von Frauen abgewandt hat.

    Meines Erachtens laufen wahnsinnig viele INCELS herum, die meisten wissen gar nichts davon dass sie so ticken.

    Die Einstellung kommt bestimmt von der jeweiligen Erziehung, nämlich wenn sie von ihren Muttis überwiegend 'Goldjunge', oder sogar 'Gott' genannt werden, und ihnen somit jegliche Ablehnung fremd wird.

    Eigentlich hätten diese genau bei sogenannten 08/15 Frauen bessere Chancen und werden erst richtig pampig, wenn man deren sexuelle Anspielungen nicht Folge leistet.


    Mit Dominanz oder Unterwürfigkeit hat das eher weniger zu tun denke ich.

    Es ist einfach pure Blödheit und Verbohrtheit.

    • Offizieller Beitrag

    Incels sind nichts anderes als die Nazis der Neuzeit.

    Beneidenswert. Ich hätte auch gerne deine Fähigkeit, die Welt so unkompliziert in gut und böse einzuteilen.

    Einfache Antworten auf komplexe Sachverhalte zu finden, ist ja dann zumindest etwas, was du mit den Incels gemeinsam zu haben scheinst.


    Ich sehe das eher so, dass frauenhassende Incels eine ganz normale Gegenreaktion darstellen auf eine Gesellschaft, in der ganz selbstverständlich von "toxischer Männlichkeit" gesprochen wird, die Sprache durch Gendern massakriert wird, und sich Feministinnen in ihrer Opferrolle suhlen und auf ihr ach so schlimmes Sklaven-Dasein hinweisen, obwohl Frauen vermutlich noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit so gleichgestellt waren wie in unserer heutigen westlichen Zivilisation.

    Ist doch kein Wunder, dass es da nur eine Frage der Zeit war, bis sich auch die Herren der Schöpfung zur Abwechslung mal in einer Opferrolle suhlen wollen und von "toxischer Weiblichkeit" reden möchten, also die ganzen Vorurteile, die sie schon immer gegen das andere Geschlecht gehegt haben, in ein pseudo-psychologisches Wissenschaftsgewand packen.
    Vor allem, wenn dann noch negative persönliche Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht dazukommen, die es ja nunmal gibt... also ich könnte jetzt aus dem Stand einige Beispiele aufzählen von Frauen, die überhaupt nicht in der Lage sind, sich kritisch selbst zu hinterfragen, und die total arrogant und besserwisserisch auftreten, obwohl sie in Wirklichkeit nichts in der Birne haben und völlig fantasielose Wurfkühe sind.

    Ich würde aus diesen Erfahrungen aber jetzt (anders als diese Incels) auch keine Weltanschauung oder Religion machen wollen... denn Arschlöcher gibt es nunmal in jedem Geschlecht und in jeder Kultur überaus zahlreich.


    Dennoch muss die Frage natürlich erlaubt sein, in wie fern sich bestimmte Entwicklungen in der Gesellschaft negativ auf die Beziehungsfähigkeit der Menschen auswirken.

    Aber dieses Thema ist wie gesagt viel komplexer, als dass man es mal eben so auf ein paar platte Parolen wie "Frauen zurück an den Herd" oder "Männer an die Leine nehmen" reduzieren sollte. Ich sehe da eher ein Wechselspiel zwischen Männern, die gern wieder in einer männerdominierten Welt von vor 50 Jahren leben möchten, und Frauen, die es insgeheim auch geil finden, dass sie nur mit dem Arsch zu wackeln brauchen, damit die Herren der Schöpfung ihnen alle Wünsche erfüllen, ohne dass sie jemals ihr eigenes Gehirn benutzen müssen.

    Die gesellschaftlichen Rollenklischees sind verdammt tief in den Köpfen verankert, und zwar bei Männchen und Weibchen gleichermaßen, egal wie pseudo-aufgeklärt oder emanzipiert sie sich auch nach außen hin geben mögen.

  • Ich sehe das eher so, dass frauenhassende Incels eine ganz normale Gegenreaktion darstellen auf eine Gesellschaft, in der ganz selbstverständlich von "toxischer Männlichkeit" gesprochen wird, die Sprache durch Gendern massakriert wird, und sich Feministinnen in ihrer Opferrolle suhlen und auf ihr ach so schlimmes Sklaven-Dasein hinweisen, obwohl Frauen vermutlich noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit so gleichgestellt waren wie in unserer heutigen westlichen Zivilisation.

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    Dennoch muss die Frage natürlich erlaubt sein, in wie fern sich bestimmte Entwicklungen in der Gesellschaft negativ auf die Beziehungsfähigkeit der Menschen auswirken.

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    Die gesellschaftlichen Rollenklischees sind verdammt tief in den Köpfen verankert, und zwar bei Männchen und Weibchen gleichermaßen, egal wie pseudo-aufgeklärt oder emanzipiert sie sich auch nach außen hin geben mögen.

    "Ganz normale Gegenreaktion" - Ja, normal im Sinne von "nicht überraschend". Trotzdem kontraproduktiv.


    "toxische Männlichkeit", "Feministinnen" (~"Feminismus") - Höchstkomplexe, soziale Phänomene, die auf "knackige" Schlagwörter reduziert werden - Finger-Zeigen leicht gemacht. Diese Schlagwörter werden tatsächlich als Knüppel, wie Hin-Schläge "kommuniziert" und mit ihnen gleichzeitig die diesen hohlen Unbegreifbarkeiten innewohnende(n) Bedeutungslosigkeit und Missverständnisse und wer diese glaubt/sie ernst nimmt, macht sich damit zum Komplizen seiner eigenen Verwirrung.


    "die Sprache durch Gendern massakriert wird" - Ich empfinde das auch so, dass die Sprache durch das Gendern entstellt wird. Gleichzeitig muss ich der Forderung, zu gendern, eine gewisse Legitimität zuerkennen. Wörter und wie diese genutzt werden und welche Konnotationen dabei (mehr oder weniger) hörbar mitschwingen formen unsere soziale Wirklichkeit (entsprechend mehr oder weniger offensichtlich oder unterschwellig). Eine Untersuchung, wie man das Problem, das durch gendern "gelöst" werden soll, lösen könnte, ohne unsere Sprache dabei zu entstellen könnte eine(n)/eineN/etc. ("uns"?!) wohl auf interessante Fährten bringen.


    "auf ihr ach so schlimmes Sklaven-Dasein hinweisen, obwohl Frauen vermutlich noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit so gleichgestellt waren wie in unserer heutigen westlichen Zivilisation." - Dass Missstände in der Vergangenheit noch ausgeprägter waren, als sie es gegenwärtig sind, ist kein Argument, diese hinzunehmen.


    "sich Feministinnen in ihrer Opferrolle suhlen" - Das ist eines der zentralen Probleme. Heißt die entpsrechende Studienrichtung nicht "Gender Studies"? Warum wimmelt es scheinbar überall nur so von Feministinnen? Wollen die meisten die andere Seite der Medaille nicht anerkennen? Warum legt man(/sie) es auf ein 50/50 wir-gegen-euch an? Wohin soll das führen? - Statt "neutral" zu ermitteln wer (unabhängig von Geschlecht oder Gender) wo wie diskriminiert wird und alle in's Boot zu holen.


    "Die gesellschaftlichen Rollenklischees sind verdammt tief in den Köpfen verankert" - allerdings. Das merke ich auch an mir selbst. Und ich bin mir dessen bewußt, wie das mein Leben unnötig verkompliziert. Ich bin schon gespannt, wie ich das fixen werde.