Religion in einer anarchistischen Gesellschaft

    • Im kleinen könnte man eine anarchistische Gemeinschaft wohl schon umsetzen, müsste sich aber vorbehalten eventuelle Störenfriede und Unruhestifter jederzeit wieder aus der Gruppe ausschließen zu dürfen. Es müsste sich demnach auch um eine geschlossene Gruppe handeln, in die nicht jeder ungeprüft hinein darf und in der nur diejenigen ein Bleiberecht haben die sich an die Spielregeln halten.

      Dass es in der Natur keine Hierarchien gibt halte ich für ein Gerücht, was ist mit Bienenvölkern oder Rudeln die Anführer haben welche ihre Position mit Gewalt verteidigen? Man könnte sich jetzt den Kopf darüber zerbrechen, ob diese Hierarchien auf Freiwilligkeit basieren und damit aus anarchistischer Sicht eher legitim sind. Auch wenn der Leitwolf in seinem Rudel genügend missgünstige Kontrahenten haben dürfte, würde schließlich keiner der Wölfe auf die Idee kommen die Herrschaftsstruktur des Rudels selbst infrage zu stellen. Das dürfte aber bei der Mehrheit der Menschen auch nicht anders der Fall sein. Weshalb Anarchie auch nur mit denjenigen funktionieren wird die sich davon angesprochen fühlen und nicht Gesamtgesellschaftlich oder Global.
      ''Everyone around me, they feel connected to something. Connected to something, I'm not.''
      Motoko Kusanagi
    • @Shinobi Natürlich wird es Hirarchien auch geben in einer Anarchistisches Gurppe geben. Einfach aus der Natur des Menschen herraus. Der Schluss darauf ist aber nicht das man die einfach so Akzeptirt, sondern man man weiterhin versucht gegen sie an zu Kämpfen. In dem Man versucht leute zu Emanzipiren. Das Problem aber bei der Emanzipation ist aber das man sich in erster Linie sich selber Emanzipiren muss. Aus seinen eigenen Verhaltensmuster austreten und selbstständiger leben, Das ist auch das Problem beim Feminismus. Es wird immer so getahn ob der einzige grund für die ungleichheit das Patriachat ist, also eine Äußere Struktur die zur Unterdrückung der Frau führt. Ich will jetzt nicht sagen das das garnicht so stimmt, aber ein wichtiger aspekt wird vergessen. Als Frau muss man sich zuerst von sich selber befreien, denn man selber führt in erster linie diese verhaltensmuster aus. Wenn man von jemand anderem befreit wird, ist man schon wieder unmündig, denn man hat seine mündigkeit an dem befreier abgegeben. In erster linie muss man sich selber Emanzipiren, sowohl die männer müssen es als auch die frauen um aus diesen Geschlechterwahn entlich auszusteigen. Genau das muss auch im Anarchismus passiren. In erster Linie muss man sich Emanzipiren, von sich selber, denn man selber ist der größte unterdrücker.

      Und diese leute die sich selber noch nicht befreit haben wird es immer geben, wodurch es in gruppen hirarchien geben wird. Trotzdem muss man den leuten zumindestenz helfen sich selbst zu befreien und so versuchen diesen endlosen Hirarchien einhalt zu gebiten.
    • Abfallverwertung wrote:

      Ich finde ja, das (wenn es hypothetisch möglich wäre) nur noch Menschen religiös werden sollten wenn sie das unabhängig entscheiden und nicht, weil sie von ihren Eltern und ihrem Umfeld so erzogen und konditioniert wurden.

      Wie könnte ein Kind sich unabhängig entscheiden, wenn ihm nicht alles gleichberechtigt vorgestellt würde? Das würde dann auch für Kinder nichtreligiöser Eltern gelten?
    • Wie könnte ein Kind sich unabhängig entscheiden, wenn ihm nicht alles gleichberechtigt vorgestellt würde?
      Wie soll das gehen einem Kind alles völlig gleichberechtigt vorzustellen? Alles ist ziemlich viel und äußerst umfangreich, du wirst so viele Inhalte niemals in den/die Unterricht/Erziehung bekommen und schon gar nicht komplett gleichberechtigt, du wirst also notgedrungen irgendwelche Abstriche machen müssen.
      Ich finde es gibt da einen wesentlich sinnvolleren Ansatz, nämlich den Kindern hilfreiche Werkzeuge an die Hand zu geben um zugleich kritisch und offen zu sein, sie sollten lernen vorurteilsfrei durch die Welt zu gehen und dabei alles prüfend zu hinterfragen.

      Ich finde es gibt aber auch durchaus bestimmte Themen wo man den Schülern speziell die Gefahren und Widersprüche anhand von exemplarischen Beispielen aufzeigen sollte. Dazu gehört unter anderem das kritische Hinterfragen von Religionen, wobei sie natürlich nicht dämonisiert werden sollten und Spiritualität vielleicht noch mal gesondert davon behandelt werden müsste. Es sollte auch eine Aufklärung geben, über die generelle Gefahr im Laufe seines Lebens einer beliebigen Ideologie und dessen Propaganda, mit ihren unterschiedlichen Manipulationsmethoden zum Opfer zu fallen und wie man sich effektiv davor schützen kann. Das steht natürlich im direkten Gegensatz zu deinem vorschlag, die Kinder sich ihre Ideologie einfach selbst aussuchen zu lassen, nachdem man sie ihnen kurz kommentarlos und als völlig gleichberechtigt vorgestellt hat und sie dann mit ihrer Entscheidung alleine zu lasen.
      Man kann Kinder nicht vor der Welt und ihren stupiden Grausamkeiten und Dummheiten verstecken und ihnen die Augen davor verschließen, vielmehr sollte man aber den Kidz dabei helfen diese Vorgänge besser zu verstehen und ihnen auch aufzeigen warum man manches besser unterlässt oder infrage stellt.

      ''Everyone around me, they feel connected to something. Connected to something, I'm not.''
      Motoko Kusanagi
    • '"'"' wrote:

      Wie könnte ein Kind sich unabhängig entscheiden, wenn ihm nicht alles gleichberechtigt vorgestellt würde? Das würde dann auch für Kinder nichtreligiöser Eltern gelten?
      Also ich stelle mir das so vor, dass der heilige Geist (oder was auch immer) einfach unangemeldet in das Kind fährt. Dazu bräuchte doch ein spirituelles Gottwesen sicher keine jahrelange Vorbereitung der gesunden Kindergehirne, durch weltliches Lehrpersonal.
      Marienhafte Geistesblitze z.b. passieren ja gelegentlich, während Mathematik, Lesen und Schreiben, meistens erst erlernt werden müssen. Da ist die Schulzeit imho besser investiert und wird nicht unnötig aufgebläht. Wenn religiös angehauchte Erfahrungen auftreten, auf die einen die Schule nicht vorbereitet hat, kann man ja immernoch privat zum Schamanen gehen um diese zu besprechen.

      #ya-for-admin
    • Shinobi wrote:

      Wie soll das gehen einem Kind alles völlig gleichberechtigt vorzustellen?

      Das ist eine sehr gute Frage.
      du wirst so viele Inhalte niemals in den/die Unterricht/Erziehung bekommen

      Nun ging es um eine anarchistische Gesellschaft und die soll ja herrschaftsfrei sein. Wie passt das zur Annahme irgendeines gelenkten Unterrichts? Warum nicht das Kind seine Interessen bestimmen lassen, bestimmen lassen wozu es mehr erfahren möchte? Kinder sind neugierig, sie erschließen sich selbstbestimmt die Welt, wenn man ihnen die Möglichkeiten dazu bietet und auf ihr Interesse eingeht.
      Es sollte auch eine Aufklärung geben, über die generelle Gefahr im Laufe seines Lebens einer beliebigen Ideologie und dessen Propaganda, mit ihren unterschiedlichen Manipulationsmethoden zum Opfer zu fallen und wie man sich effektiv davor schützen kann.

      Das kann vieles bedeuten. Was stellst du dir darunter vor? Was würde dem Kind da erzählt?

      -Ya- wrote:

      Also ich stelle mir das so vor, dass der heilige Geist (oder was auch immer) einfach unangemeldet in das Kind fährt.

      Und weil du das meinst, soll die Menschheit so beherrscht werden?