Ist ein Diskurs mit Linken heutzutage noch möglich?

    In den kommenden Tagen (23.11.2020 - 01.12.2020) wird das Unity-Forum nicht erreichbar sein aufgrund von Wartungsarbeiten. Mehr folgt in Kürze.

      Post by schreck2geist ().

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    • Attraktiv sind die Linken in den neuen Bundesländern nicht gerade. Da heißt es immerzu: "Die sind mir zu radikal, zünden Autos an, wenn sie ihren Willen nicht bekommen usw." Die Menschen sind irritiert, wenn sie nicht wissen wem sie vertrauen können bzw wen sie dann wählen dürfen. Verallgemeinerungen gibt es demnach nicht nur in den Aussagen, wie man am derzeitigen Chaos sehen kann. Ängste vor einem Bürgerkrieg braucht der Deutsche nicht haben. Die Situationen im Ausland sind halt schon zu unterscheiden von den unseren, aber da scheint die Verblendung, oder weiß nicht an was die allgemeine Panik immer liegen mag, einfach niemals zu verschwinden.
      "Die Ihr mit Eurem Blick das Herz durchstacht, die Ihr den Geist aus seinem Schlaf geweckt, schaut auf mein angsterfülltes Sein, entdeckt sein Leid, da es die Liebe umgebracht."
    • schreck2geist wrote:

      Anders wrote:

      Ob die Karens die Folge vom Feminismus sind lässt sich vermuten.
      Unsere emanzipierte Gesellschaft zeigt halt nen tieferen Einblick in die menschliche Wesensart ;)
      Hey, weißt du was. Ich bin raus. Ich kapierdas ganze Theater schon lange nicht mehr. Für mich ist das alles eine abgefickte Show um Aufmerksamkeit. Hoffentlich lässt der Meteorid nicht lange auf sich warten. Aber ich befürchte, nicht mal der wird sich für unsere Probleme interessieren.
      "Die Ihr mit Eurem Blick das Herz durchstacht, die Ihr den Geist aus seinem Schlaf geweckt, schaut auf mein angsterfülltes Sein, entdeckt sein Leid, da es die Liebe umgebracht."
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      Besser spät als nie: Die Linksfraktion hat ein Verbot der Grauen Wölfe beantragt. Man muss allerdings dazu sagen, dass bis vor kurzem noch mit dem Zentralrat der Muslime (hochrepräsentativ für ca. 0,5 der in Deutschland lebenden Muslime) kooperiert wurde, der selbst Graue Wölfe in seinen Reihe hat. Ob sich das jetzt auch ändern wird?
      Why do we fall?
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      Ich gebe ja gerne zu, wenn ich mich geirrt bzw. Probleme nicht in der Form erkannt habe. Es gibt sie tatsächlich, Linke (eigentlich möchte man sie wirklich SJW nennen, denn wie 'links' das ist, ist fraglich), die einem Southpark-Cartoon entsprungen zu sein scheinen:



      Besonders kennzeichnend ist ein entsprechendes Verhalten für Vertreter*innen der sogenannten 'Critical Whiteness'. Vereinfacht gesagt sollen hierbei Weiße ihre eigenen Privilegien gegenüber Schwarzen bzw PoC 'checken', sich in Diskussionen mit diesen zurücknehmen etc. An sich kein schlechter Ansatz, in der Umsetzung läuft es leider häufig darauf hinaus, dass (weiße) Antirassisten wie Blockwarte durch die Gegend laufen und nur auf eine Verfehlung des Gegenübers achten, um dieses dann im besten Fall zu 'belehren' und im schlimmsten Fall verbal zu lynchen und zur persona non grata zu erklären. Typische Verfehlungen sind z.B. 'kulturelle Aneignungen', also z.B. Weiße die Dreads oder andere Symbole schwarzer Kultur tragen. Ein populäres Beispiel: adele-is-accused-of-racism-for-instagram-post-promoting-notting-hill-carnival

      Im Grunde wird Antirassismus also zur weißen Demutsübung degradiert (wieder mal stehen Weiße, dieses mal aber negativ, im Vordergrund). In der Konsequenz nehmen absurde Rassismus-Vorwürfe und die Ächtung von Personen zu, was auch in linken Zusammenhängen z.B. zum Mobbing und Rausschmissen führt. Wer noch nicht lange mit der Szene in Kontakt ist und deren Jargon noch nicht verinnerlicht hat, wird also exkommuniziert, bevor er wirklich 'eingestiegen' ist.
      Hier nochmal ein kritischer Text zum Thema: Antirassismus ǀ Nicht gecheckt — der Freitag

      Ja, sein Gegenüber mit einer Masse an Textlinks mit der Aufforderung, sich 'zu bilden', zu überwältigen, ist ebenfalls ein Kennzeichen eines arroganten, belehrenden linken Diskurses - ich bekenne mich schuldig ;)
      Why do we fall?
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      Lonewolf wrote:

      Hier nochmal ein kritischer Text zum Thema: Antirassismus ǀ Nicht gecheckt — der Freitag
      Interessant, was da über das Konzert von Feine Sahne Fischfilet steht. Auf was man heutzutage alles achten muss... ^^ Dass Männer dafür kritisiert werden, weil sie ihr Hemd ausziehen und ihren nackten Oberkörper zur Schau stellen (und damit ihre Privilegiertheit gegenüber Frauen ausnutzen, denen das nicht so ohne Weiteres gestattet ist), habe ich noch nie gehört. Der dahintersteckende Gedanke ist aber an sich ja gar nicht so verkehrt. Tatsächlich halte ich diese gesellschaftlichen Normen auch für Schwachsinn, und mir will auch nicht ganz einleuchten, warum Brüste von Frauen immer artig bedeckt sein müssen, während sich Männer jederzeit obenrum entblößen dürfen, ohne dass es deshalb gleich als "anzüglich" oder "schlüpfrig" wahrgenommen wird.
      Hier wäre tatsächlich emanzipatorische Aufklärungsarbeit zu leisten, denn der kulturelle Mief unserer Vorgängergenerationen und deren prüder Religion ist noch längst nicht aus den Köpfen verschwunden. Doch sehe ich keinen Grund dafür, warum man deshalb nun Männern ein schlechtes Gewissen machen oder neue politisch korrekte Verhaltensregeln (diesmal für die Männer) erstellen sollte.
      Wenn Frauen oben ohne rumlaufen wollen, dann sollen sie eben mit gutem Beispiel voran gehen und sich einfach ebenfalls das Hemd ausziehen, sobald ein Mann dies tut und sie sich davon gestört fühlen... vielleicht sollten sie auch demonstrieren gehen für ihre Gleichberechtigung, und nackig durch die Fußgängerzone laufen. Sie hätten meine vollste Unterstützung (und sicher sogar die von dem einen oder anderen chauvinistischen alten Sack. :D )
      So groß scheint das Bedürfnis bei der Weiblichkeit nach einer "Befreiung von den kulturellen Zwängen" aber nicht zu sein, dass es deshalb massenhaft Demonstrationen geben würde.
      Manchmal hat man den Eindruck, die SJW's, die sich für die Abschaffung solcher Privilegien stark machen, leiden als Nicht-Betroffene wesentlich mehr als diejenigen, die konkret von irgendwelchen Dingen betroffen sind... einfach, weil sie sich in die Rolle des diskriminierten Menschen so sehr reinsteigern wie in einem masochistischen Rollenspiel, bis sie sich schwärzer fühlen als der schwärzeste Schwarze, und unterdrückter als die unterdrückteste Frau.

      Ich glaube, wenn sich hierzulande jemand als Indianer verkleidet, dürften die echten Indianer damit weitaus weniger Probleme haben als gewisse kopflastige Intellektuelle, die uns was über "kulturelle Aneignung" erzählen wollen. Tatsächlich kann man es auch als eine Form von Respektsbekundung betrachten, wenn sich Weiße für das Leben und die Bräuche anderer Kulturen interessieren.
      Ich hab das nie so empfunden, wenn Kinder beispielsweise Cowboy und Indianer spielen, dass dies in irgendeiner Form rassistisch gemeint wäre. Sich als Cowboy oder Pirat zu verkleiden, weil man Cowboys und Piraten cool findet, ist ganz normal... aber wenn ich mich als Indianer, Schwarzer oder Eskimo (tschuldigung für das böse Wort) verkleide, weil ich die cool finde, dann schände ich damit das Andenken der vielen Ureinwohner, die von meinen Vorfahren versklavt oder ausgerottet worden sind?
      Es will mir nicht ganz in den Kopf.
      Aber vermutlich kommt das dabei raus, wenn man die Form der Vergangenheitsbewältigung, die in Deutschland in den letzten paar Jahrzehnten etabliert wurde, konsequent zu Ende denkt. Die Gesellschaft verliert irgendwann das richtige Maß, und verlernt zu unterscheiden, wo Wiedergutmachung für begangenes Unrecht nötig und sinnvoll ist, und wo es in ritualisierte Formen der masochistischen Selbstgeißelung und einen regelrechten Schuld-Kult ausartet.

      Keine Frage, man muss sich seiner Verantwortung und den Konsequenzen des eigenen Handelns bewusst sein, und sollte auch kritisch mit den eigenen Vorfahren ins Gericht gehen. (Gerade auch hier in Deutschland.) Aber wenn das dazu führt, dass ich mich als Weißer, der nie irgendjemanden versklavt oder vergast hat, einzig aufgrund meiner Hautfarbe oder der Gegend, in die ich geboren wurde, auf eine bestimmte Weise verhalten muss, und bestimmte Dinge nicht tun darf, die andere, die mit einer anderen Hautfarbe geboren wurden, tun dürfen, weil es der "Kultur ihrer Vorfahren" entspricht... dann haben wir da eben eine neue Form von Rassismus. Eine, die vielleicht als Gedankenmodell ganz interessant ist, weil sie den Weißen mal einen Spiegel vorhält. Nur wenn dann ernsthaft versucht wird, die Gesellschaft anhand von diesem "umgekehrten, positiven Rassismus" neu zu gestalten, dann werden sich die Linken damit nur selbst schaden, weil sie eben mehr Menschen verprellen werden, als sie mit dieser Ideologie ansprechen.