Kennt ihr eure spirituelle Lebensaufgabe?

    • Ich denke, wir lernen alle auf unserem Weg durch dieses Leben... ganz individuell, jeder nach seinem Tempo und Möglichkeiten.
      Manchmal wächst aber durch dieses individuelle Lernen auch die Distanz zu anderen Menschen, die andere Erfahrungen gemacht haben als wir, oder die bestimmte Erfahrungen einfach noch nicht gemacht haben. Und wenn wir ihnen dann von unseren Erfahrungen berichten, glauben sie uns nicht, weil sie nicht erlebt haben, was wir erlebt haben... weil man nicht in den Schuhen des anderen gelaufen ist, sozusagen. (Aber ich bin in der Hinsicht ja auch nicht anders. Ich lass mir auch von niemandem was sagen, wenn ich mir mal etwas in den Kopf gesetzt habe, und muss dann auch meine Erfahrungen erst selber machen, bevor ich es glaube.)

      Wie ich weiter vorne in diesem Thread schon geschrieben habe: Es gibt viele Weichen im Leben, und wenn man mal die falsche nimmt, kann man schnell aufs Abstellgleis geraten. Dann muss man eben rangieren und schauen, dass man wieder zurück kommt zu der Abzweigung, vor der man die falsche Entscheidung getroffen hat.
      Auch das gehört wohl zur Meisterung des eigenen Lebens dazu. Und ich war selber auch schon oft genug "auf dem falschen Gleis" unterwegs. Denke, das passiert jedem... einfach, weil das Leben auch so verdammt komplex sein kann und einen vor so viele Wahlmöglichkeiten stellt. Inzwischen bin ich aber glaube ich ganz gut darin, das falsche Gleis vom richtigen Gleis zu unterscheiden.
      Vielleicht ist das auch einfach der Lauf der Dinge: Als Kind weiß man intuitiv, was man will und was einem gut tut. Irgendwann im Lauf des Heranwachsens verliert man sich dann in den vielen Möglichkeiten und zahlreichen unterschiedlichen Identitäten, die man ausprobiert. Und dann, wenn man sich genug ausprobiert hat, versucht man wieder zurückzufinden zu seinem wahren Ich... so wie ein Fisch, nachdem er im großen Ozean geschwommen ist, wieder an die Laichplätze seiner Kindheit zurückkehrt (und dann in den Wasserturbinen eines Kraftwerks geschreddert wird... :D )
      Aber hin und wieder kommt auch mal einer lebendig an, und ist dann um eine Menge Erfahrungen reicher. :greybeard:
    • Man betet immer das an, was man denkt nicht erreichen zu können. Etwas zu vergöttern ist ein großer Fehler, es zu verleugnen ein noch größerer.
      Im Endeffekt sucht man immer nach Liebe in Allem und Jedem, aber keiner und nichts ist gut genug. Die Krux wäre gleichzeitig die Lösung, und bestünde darin, das alles stets fallen /sein zu lassen und einfach zu leben. Reflektieren Ja, bereuen Nein. Lernen Ja, bewerten Nein.
      Folge 100% ig deiner Sehnsucht und steh dazu, dann wird dich anstatt der Scheisse, Liebe verfolgen.
    • MiriOm wrote:

      Folge 100% ig deiner Sehnsucht und steh dazu, dann wird dich anstatt der Scheisse, Liebe verfolgen.
      Wohl wahr! Leider neigen Menschen dazu, falsche Sehnsüchte zu entwickeln, die sie sich nur haben aufschwatzen lassen von ihrem Umfeld, oder den Medien.
      Dann glauben sie vielleicht, sie haben Sehnsucht nach beruflichem Erfolg.... Sehnsucht nach einer großen Karriere... aber eigentlich/ursprünglich wollten sie (als Kind) nur von ihren Mitmenschen respektiert werden, und sie glauben nun eben (als Erwachsene), diesen Respekt dadurch zu erreichen, dass sie das Spiel des Systems mitspielen.
      Die ganze Werbebranche tut den ganzen Tag nichts anderes, als Sehnsüchte künstlich zu erzeugen bzw. Sehnsüchte anszuprechen, die in vielen Menschen schon vorhanden sind... etwa auch die Sehnsucht nach einem Leben in Freiheit. Sehnsucht nach einem Leben ohne Stress, oder ohne Sorgen. Aber am Ende wollen sie dir nur ein neues Auto oder eine Versicherung aufschwatzen. ;)
      Daher sollte man sich erstmal überlegen: Woher kommt die Sehnsucht, die man verspürt. Ist sie wirklich echt? Oder ist sie nicht vielleicht auch nur Ersatz für eine ganz andere Sehnsucht? So, wie die Menschen denken, sie haben Sehnsucht nach den TV-Serien, die sie sich jeden Abend reinziehen... aber eigentlich haben sie Sehnsucht danach, dass ihr eigenes Leben so interessant ist wie das Leben der Leute im TV... Sehnsucht danach, dass sie auch so tolle Freundschaften oder Liebes-Affairen oder Abenteuer erleben wie ihre Lieblingshelden.
      Also folge 100% deiner Sehnsucht und steh dazu. Ja! Aber vergewissere dich zunächst, dass es auch wirklich deine eigene Sehnsucht ist, und nicht die von deinen Eltern, von irgendwelchen Werbeprofis oder von irgendjemanden, in den du mal verliebt warst. Das muss man heutzutage echt dazu sagen. Vor allem, wenn man sich wirklich mal die Werbeclips im TV reinzieht. Ist echt abartig, wie da fast jeder zweite Clip nicht mehr das eigentliche Produkt anpreist, sondern nur noch irgendwelche Phrasen über "Freiheit", "Individualität" oder "Glück" in die Köpfe der Leute reingestopft werden. "Folge deiner Sehnsucht" - Das könnte heutzutage tatsächlich auch der Slogan in einem Werbespot sein. Und danach wird dann ein BMW oder Audi eingeblendet, der durch eine wunderschöne Landschaft fährt. Oder es könnte auch das neue Motto vom Hagebaumarkt oder von OBI sein. :D
    • ich weiß nicht wie sehr das jetzt hier reinpasst, aber mir fällt dazu ein, dass ich eigentlich immer versuche, mir familien bzw. familiäre verhältnisse aufzubauen. in der WG in der ich derzeit wohne, klappt das so NAJA. wenn ich sie richtig verstehe, äußern sie sich so, als seien wir schon überdurchschnittlich nah am familienideal dran. ich weiß zwar was sie meinen, aber ich denke das liegt eher daran, dass etwas vielversprechend wirkt, wenn es einfach nur nicht so grottig ist wie das, was man bereits kennt oder sich in der lage ist vorzustellen. (ansonsten hab ich noch die vermutung, dass sich menschen gerne vom disney land erzählen, weil es sonst schmerzen würde, einzusehen, wie es wirklich ist.) ich verbinde mit familie vor allem ein warmes, liebevolles und aufrichtiges umfeld. das kommt bestimmt daher, dass ich selbst auch nicht aus einer familie komme, die darin besonders gut war, aber auch daher, dass ich da etwas davon in mir angelegt spüre und daher auch als prinzipiell möglich ansehe. was mich da antreibt, wirkt umfassend. auf ne art ist das auch meine suche nach der antwort auf die frage, wie "echter kontakt" funzt und da hängt dann im grunde wieder die menschheit hinten dran. ich weiß nur nicht, ob darin die meisten leute mehr oder weniger limitiert sind, oder ob das gar kein generelles menschenproblem ist und ich mich nur in meinem eigenen dunstkreis mit entsprechenden leuten bewege.
      das ganze ist sehr durch kontaktwunsch angetrieben; aber nicht irgendeinen kontakt. wenn ich das gefühl habe, dass ein kontakt irgendwie falsch aufgebaut ist und das aber nur schwer kommuniziert werden kann bzw. in der kommunikation selbst was schief läuft, geht was innerlich bei mir ein. ich denke mal, dass jeder so ein gefühl kennt. ich hab einfach ganz stark das empfinden, dass ganz viele der bedürfnisse die man so hat, ohne andere nicht erfüllt werden können. damit meine ich jetzt nicht, dass man nicht alleine klar kommen und auch zeit sehr gut alleine mit sich verbringen kann. nur wenn es da keinen gibt, mit dem sich die tieferen bedürfnisse ausleben oder einfach nur teilen lassen (von irgendwelchen freundschafts- und liebeswünschen, bishin zu weltverbesserungsdingen oder auf ne bestimmte art zu sein oder zu leben, oder einfach nur verstanden werden und was es da sonst so alles gibt), dann wirkt alles auf mich extremst sinnlos.
      schmeißt die fuffies durch den club
    • massenkompatibel wrote:

      ich weiß nicht wie sehr das jetzt hier reinpasst, aber mir fällt dazu ein, dass ich eigentlich immer versuche, mir familien bzw. familiäre verhältnisse aufzubauen.
      Ich kann das schon gut nachempfinden, was du schreibst.
      Ich habe auch, schon seit meiner Jugend eigentlich, immer nach Leuten gesucht, die mehr sind als "nur" normale Freunde, sondern die ich eher als Brüder oder meine Wahl-Familie betrachten kann. Dabei ist meine Blutsverwandtschaft jetzt gar nicht soooo schlimm (also verglichen mit anderen Familien)... herzlich und liebevoll und so sind die meisten durchaus... aber ich habe mich dort trotzdem nie so richtig zugehörig gefühlt, weil es einfach ne komplett andere Mentalität ist.
      Die familiären Verhältnisse, die ich mir vorstelle, sind halt so dass man gemeinsam auf einer Wellenlänge liegt, und nicht nur deshalb miteinander Zeit verbringt, weil Oma und Opa vor fünfzig Jahren mal miteinander gevögelt haben und man sich irgendwie aneinander gewöhnt hat.

      massenkompatibel wrote:

      ich weiß nur nicht, ob darin die meisten leute mehr oder weniger limitiert sind, oder ob das gar kein generelles menschenproblem ist und ich mich nur in meinem eigenen dunstkreis mit entsprechenden leuten bewege
      Ich denke, limitiert sind vor allem die Vorstellungen, die die meisten Menschen von "Familie" haben.
      Für die meisten ist es einfach die klassische Konstellation... Männlein, Weiblein und zwei Kinder. Mit Freunden hängt man nur so lange rum, so lange man diese Konstellation noch nicht gefunden hat. Also eben hauptsächlich während der Jugendzeit.
      Aber das richtige Familienfeeling kommt bei den meisten wohl erst auf, wenn sie etwas besitzen, was wirklich ihnen "gehört". Einen Partner, der amtlich und mit Besitzurkunde an einen gebunden ist. Und Kinder, die man im Idealfall auch noch selbst mit seinem eigenen Sperma erschaffen hat.
      In dieser Konstellation entwickeln viele Menschen erst Gefühle, zu denen sie vorher im Beisein ihrer Freunde oder WG-Mitbewohner gar nicht in der Lage waren. Es scheint den Menschen leichter zu fallen, sich jemandem zugehörig zu fühlen, wenn es verbindlich ist und man weiß, dass man da sowieso nicht mehr rauskommt. ;)
      Wenn es unverbindlich ist, ist es glaube ich für viele Menschen auch einfach etwas, was man nicht übermäßig pflegen und wertschätzen muss. Deshalb gehen die meisten Freundschaften und ähnliches dann auch irgendwann im Lauf des Älterwerdens kaputt oder verkommen zu gelegentlichen Nostalgie-Veranstaltungen.
    • das ist halt für mich genau die frage, was die wahlfamilie ausmacht. ich weiß z.b. gar nicht inwieweit für mich da "auf einer wellenlänge sein" eine rolle spielt. vermutlich muss auch da was dran sein, sonst wäre es mir einfach nicht möglich, mich auf einem gewissen level austautauschen und die leute, mit denen ich irgendwie in kontakt stehe, wären sehr unterschiedlich (wobei sie tatsächlich recht unterschiedlich sein können, aber wohl auch nicht völlig willkürlich).
      nur wohin es mich auch stark zieht, ist mit dem anderen durch höhen und tiefen zu gehen. das hat zum einen wieder stark mit meiner biografie zu tun, weil meine eltern keinen guten umgang mit problemen hatten bzw. allgemeiner gesagt, diese nicht konfrontieren und gemeinsam bestreiten konnten. aber ich denke nicht, dass ich nur dazu tendiere um einem traumatischen gefühl auszuweichen, sondern auch, weil ich dadurch eben erkannt habe, wie wichtig das ist. es liegt mir sehr fern, den anderen nur deshalb in meinem leben zu haben, weil er mir gute gefühle bescheren soll. dahinter steht aber keiner opfermentalität, bei der man sich schlecht behandeln lässt und sich nicht wehrt und auch keine irre romantik, die auf leidenschaft setzt oder sowas, sondern es folgt eben einfach zwangsläufig aus dieser tieferen einstellung, auch probleme zu bestreiten, dass man sich bei einem streit oder anderen schwierigen dingen nicht verpisst, sondern sich damit und somit auch mit dem anderen auseinandersetzt. ich merke jedenfalls, dass ich da bereit bin sehr weit zu gehen, aber auch nicht bis zum punkt der selbstaufgabe. da merke ich ganz klar eine innere grenze die das nicht bereit ist zu akzeptieren.
      es kommt aber auch da wieder sehr darauf an, wie man zum anderen steht. bei weniger wichtigen kontakten ziehe ich die grenze früher; wenn mir jemand sehr wichtig ist wesentlich später, weil dann auch meine bereitschaft, irgendeinen blödsinn in kauf zu nehmen, größer ist. also in der form, solange ich die hoffnung habe, der blödsinn könnte sich nochmal irgendwann ändern, nicht in der form, diesen einfach zu akzeptieren (deshalb krieg ich ja auch öfter stress mit leuten, weil ich mich nicht darin zurückhalte, das immer wieder zu thematisieren und damit quasi prüfe, ob meine hoffnung noch sinn macht...).
      und dann kommt es auch nochmal darauf an, mit welchen schmerzen ich es so zu tun habe. so können mich enge bindungen an meine eigenen grenzen bringen, wobei ich aber das stoßen auf diese grenzen als "gut" bewerten würde, insofern, als dass es zwar schmerzhaft sein kann, aber auch die chance bietet, dass sich da mal was altes verkrustetes in der seele endlich auflösen und seinen frieden finden kann. also in anderen worten: wenn jemand dadurch, dass er mir nahe kommt, ängste in mir auslöst, ich aber das gefühl habe, dass der mensch ein "sicherer hafen" ist (<-- seltener fall ) und er eben nur oder sogar gerade weil er das ist ängste auslöst, dann ist ja das problem eher bei mir verortet. ganz anders bewerte ich z.b. wenn meine schmerzen daher kommen, dass ich es mit einem gegenüber zu tun habe, dass mich wiederholt nicht wahrnimmt, aber auch keine bereitschaft dazu zeigt, das mal zu ändern. da hab ich dann schon viel mehr den taschenrechner im kopf der rumkalkuliert, wie sehr ich bereit bin mir das bis zu welchem punkt zu geben und wie es mit dem gewinn auf meiner seite des kontos aussieht.

      nochmal zurück zur wellenlänge: im extrem des dazu gegenteiligen modells wäre es jedenfalls so, dass man den kontakt abbricht, die beziehung beendet etc. sobald man das gefühl hat, man ist gerade mal nicht auf einer wellenlänge. und das fühlt sich für mich erstmal genauso falsch vom gedanken her an, wie "gar nicht" auf einer wellenlänge zu sein. bzw. was meinst du eigentlich mit wellenlänge? (ich brauche in einem kontakt z.b. vor allem die bereitschaft, zuzuhören und nicht nur seinen eigenen film zu fahren ;) .)
      schmeißt die fuffies durch den club
    • massenkompatibel wrote:

      bzw. was meinst du eigentlich mit wellenlänge?
      Eigentlich ganz banale Dinge... wie dass man die selben Dinge witzig findet... dass man sich nicht ständig beim anderen erklären oder entschuldigen muss, weil der irgendwas "in den falschen Hals" bekommen hat... dass man einen ähnlichen Musikgeschmack hat... dass man ähnliche Hobbys und Interessen hat, und dass sich eben alle Beteiligten gleichermaßen darauf freuen, wenn man irgendetwas bestimmtes gemeinsam tut, und es nicht jedes Mal so ein Gefeilsche gibt nach dem Motto "ok, ich mach jetzt dir zuliebe etwas, was mir nicht so gefällt, und dafür tust du dann morgen das mit mir, was dir nicht so Spaß macht"
      Hast du ne Ahnung, in wie vielen Beziehungen das exakt genau so abläuft? Also jedenfalls in den allermeisten, meiner Erfahrung nach...
      und das ist eben was, was ich total abschreckend finde, und was ich für mich selbst niemals haben wollte.
      Darum habe ich ja auch in meinem Video über die "Beziehungs-Katastrophen" gesagt, dass ich es nicht verstehen kann, warum die Menschen ihre besten Freunde oder Freundinnen, mit denen sie total viele gemeinsame Interessen haben, nur ab und zu mal am Wochenende treffen... während sie mit den Menschen, mit denen sie oft gar nicht einer Meinung sind, dann zusammen ein Haus bauen und eine Familie gründen.

      Das hat sich halt irgendwie kulturell so entwickelt. Aber ich find das irgendwie krank. Vielleicht ist auch ein bisschen Masochismus dabei. (nicht, dass ich dir jetzt einen solchen unterstellen wollte... ;) )
      Ich versteh schon auch deine Argumentation.
      Du siehst die Probleme, die aus der Ungleichheit und den Meinungsverschiedenheiten zwischen Familienmitgliedern entstehen, auch als eine Chance, daran zu wachsen... als einen Spiegel, in dem man erkennen kann, an welchen Stellen man noch an sich selber arbeiten muss. Vielleicht auch als etwas, was einen zusammenschweißt, wenn man durch unzählige Auseinandersetzungen gegangen ist und es dann trotzdem immer noch miteinander aushält.
      Für sowas hab ich persönlich ja dieses Forum hier. :D Das ist auch ne Form von (wenn auch virtueller) Familie, wo sich die Leute im Lauf der Zeit so zusammengerauft haben und man sich irgendwie aneinander gewöhnt hat, auch wenn manchmal himmelweite Unterschiede zwischen einem klaffen.
      Gerade so als Training, wie man in Konfliktsituationen reagieren soll, oder als Gedulds-Prüfung, hat mich das Forum auch definitiv weiter gebracht. Da bin ich durch jahrelanges Konflikttraining mittlerweile echt an einem Punkt, wo ich total über den Dingen schwebe und mich so schnell nichts mehr auf die Palme bringen oder erschüttern kann.
      In meinem Privatleben sehe ich es aber völlig anders. Da will ich keinen Ärger, keinen Stress, keine Meinungsverschiedenheiten, sondern am liebsten totale Harmonie, Einigkeit und ECHTE "Unity" rund um die Uhr. Ich ertrage keine Fremdkörper in meiner Sphäre. Und "Fremdkörper" ist für mich in dieser Hinsicht jeder Mensch, der mich nicht versteht, oder zumindest wichtige Teile von mir nicht versteht, oder den ich manchmal nicht verstehe, oder wo man zu oft aneinander vorbeiredet. Sowas brauch ich einfach nicht, weder in der Familie noch im Freundeskreis. Weil ich sowas eben als Stress empfinde... und auch wenn Stress positive Auswirkungen haben kann, brauch ich den nicht in meiner Sphäre, wo ich einfach nur entspannt den Frieden genießen will.
      Also wie gesagt, so ist eben meine persönliche Ansicht dazu. Ohne dass ich diese jetzt jedem anderen auch aufzwingen wollte. Muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden, was ihm wichtiger ist... Harmonie/Einklang/Eintönigkeit und Frieden, oder lieber Abwechslung/Herausforderungen/Stress und Action.
    • hi dian :)

      ich hab ne ecke gebraucht, um den input zu verarbeiten und ein gefühl für das zu bekommen, was ich sagen will.

      ich denke, wir unterscheiden uns im denken bei den schlussfolgerungen eines ähnlich wahrgenommenen problems. du hast dich z.b. darauf bezogen, dass leute in beziehungen oft widerwillig etwas für den anderen tun und das für dich ein dicker hinweis für einen dysfunktionalen kontakt ist. dem würde ich erstmal voll zustimmen, nur denke ich, dass die folgerung, das ideal sei eine große ähnlichkeit in allerlei hinsichten (so hab dich dich zumindest verstanden) nur wieder in eine weitere sackgasse führt.
      selbst wenn ich mal von dem gedankenbeispiel ausgehe, dass zwei leute sehr große ähnlichkeiten aufweisen, so wird es ja dennoch dinge geben, in welchen die sich unterscheiden.
      beispiel:
      könnte ja sein, dass man sich im denken und fühlen sehr ähnlich ist, aber der eine hat einen fetisch, den man selbst so überhaupt nicht teilt. nun, was macht man jetzt? ich denke, da kommt es doch auf eine liebevolle haltung an, bzw. darauf, ob der andere einem ausreichend wichtig ist, dass man sich um dieses bedürfnis kümmern will. und das wäre ja dann genauso eine variante, dass man z.b. was für den anderen tut, was man jetzt selbst nicht so für sich bräuchte, weil man sich daran erfreut, dass es ihn happy macht. oder aber der fetisch ist so abgefahren oder man ist selbst wiederum sehr speziell drauf in seiner sexualität, dass man beispielsweise merkt, dass man das selbst nicht erfüllen kann oder will, aber sich darum kümmert, dass der andere das irgendwo anders ausleben kann.
      fetisch lässt sich jetzt mit allen möglichen anderen bereichen und vorlieben ersetzen. der eine mag es vielleicht lieber draußen in der natur zu sein, der andere ist lieber zu hause. oder man ist in der sexualität voll auf einer wellenlänge, sieht aber dinge politisch etwas anders (muss ja nicht TOTAL anders sein, aber halt auch nicht unbedingt total gleich).

      nicht nur denke ich, dass es rein realistisch betrachtet so keine chance gibt, einen total gleichgesinnten zu finden, sondern ich gehe noch weiter und würde sogar sagen, dass man sich auf ne art ja dann auch gar nicht tief für den anderen interessiert, wenn man das nur tut, wenn er einem sehr ähnelt.
      ich würde auch noch sagen, dass viele von den sogenannten beziehungskatastrophen genau auf diesem prinzip beruhen: dass partner sich gegenseitig damit unter druck setzen, "ähnlich" sein zu müssen ("du musst jetzt auch das toll finden was ich toll finde"). okay, ich mache hier eine kleine einschränkung, denn ich verstehe dich so, dass du dir wünscht, dass das gar nicht erst teil eines mühseligen druckbehafteten verhandlungsprozesses ist, sondern von vornherein klar, weil die ähnlichkeit von alleine da ist, weil man eben gleich auf die welt blickt. aber ich halte es dann eben auch für naheliegend, dass genau ein solches denken schnell nach sich zieht, dass man den anderen auf ähnlichkeiten (unbewusst) "abcheckt" und dass man schnell abgestoßen ist und das interesse verliert, wenn man am anderen dinge sieht, die einem weniger gefallen oder die einen zumindest nicht vom hocker reißen.

      hier kommt dann aus meiner sicht die kommunikation ins spiel, denn diese lässt sich ja so aufbauen, dass man eine gemeinsame kommunikationsbasis schafft. so lassen sich "probleme" oder auch einfach interessenunterschiede dann liebevoll und fair aushandeln (und mit liebevoll meine ich nicht eine angstbehaftete höflichkeit, sondern durchaus auch mit brutaler ehrlichkeit, die aber das wohl beider im blick hat). ich halte es auch für sehr wichtig, zu sich zu stehen. so wie ich dich verstehe sehen wir diesen punkt vielleicht sehr ähnlich, dass es der totale kontaktkiller ist, wenn man was von seiner persönlichkeit aufgibt.

      dass es grundsätzlich eine basis geben sollte, wo man sich nicht mit irgendeinem bullshit zunölt, dass man sich sicher und gehalten fühlt und chillen kann und was man eben noch so alles grundsätzlich braucht, ist klar. also in anderen worten: man sollte das gefühl haben, dass man durch die beziehung was dazugewinnt oder selbst wenn man das nicht tut, einfach das gefühl, dass man wirklich gerne mit dem anderen zusammen ist. dementsprechend würde ich sagen, dass wir da sehr übereinstimmen und uns somit "nur" darin unterscheiden, wie man sowas erreichen kann ;-).

      dass du sagst, du erträgst keine "nicht-unity", ist aus meiner sicht nichts in stein gemeiseltes. ich denke, dass das halt der totale kommunikationskiller ist. du sagst zwar, dass du da im forum auch dran gewachsen bist, schränkst es aber selbst wieder dadurch ein, dass das in deinem privatleben bzw. ich sag mal auf deiner wunschebene ganz anders aussieht. ohne dir was unterstellen zu wollen, klingt das für mich erstmal so, wie wenn du immer dann eine wand zwischen dir und dem anderen baust, sobald die "totale harmonie" mal gestört ist. und das hieße dann ja eigentlich, dass an der stelle dann gar keine auseinandersetzung damit stattfindet, was die harmonie gestört hat. vielleicht ist es ja auch mal etwas, das du suboptimal machst und was gar nicht so viel mit dem anderen zu tun hat.

      damit will ich nicht über den wunsch hinwegreden, dass man sich tiefes verständnis wünscht. und ich finde diesen wunsch auch total wichtig und zentral, in dem sinne, dass eine gute beziehung/ein guter kontakt/eine gute freundschaft gar nicht funktionieren kann, wenn man den teil aufgibt oder bereits aufgegeben hat. nur ist es in meiner erfahrung eben so, dass alle leute ihre macken haben und dass sich echter kontakt für mich eher dadurch auszeichnet, dass man sich gegenseitig nicht auf dem weg aufgibt, rauszufinden, was das verständnis stört. so wie wenn liebe für mich nicht nur ist, dass dieses verständnis da ist, sondern auch ein "ich gebe dich nicht auf BIS das verständnis da ist" (wobei ich damit NICHT meine sich aufzuopfern oder jeden blödsinn mitzumachen).

      in deinem video stimme ich auch bei deiner analyse von dysfunktionalen beziehungen überein. es ist auch aus meiner sicht so, dass menschen andauernd beziehungen aufgrund von falschen motivationen eingehen (status, rolle etc.) und dass sie ihre eigene vergangenheit gar nicht richtig verstehen und sich damit auch nicht auseinandersetzen um zu verstehen, warum sie dazu neigen, bestimmte muster zu reproduzieren. du zeigst das ja auch ganz treffend mit dem beispiel von dem mann, der nach hause kommt und auf dem sofa seine ruhe will und der frau, die im schönen kleid tanzen will: das ist ein gutes bild dafür, dass menschen primär über ROLLEN kontakte herstellen. und ja, menschen versuchen dann diese dinge über falsche sicherheiten wie z.b. monogamie zu kompensieren bzw. die "trigger" zu eliminieren, die wieder zu problemen führen könnten (was halt kein beseitigung des ursächlichen problems ist).
      ich kann daher total nachvollziehen, warum du eine aversion gegen all das hast, was menschen da zu zombies macht. nur ist es aufgrund meiner eigenen erfahrung halt dennoch so, dass beziehungsprobleme auch mit leuten auftauchen, die keine zombies sind. weil eben auch diese menschen oft irgendwas in sich tragen, was mal verletzt wurde, und sich diese nicht verarbeitete verletzung dann wieder irgendwo in der beziehung zeigt (psychische probleme z.B.).

      im wesentlichen würde ich meine gedanken so zusammenfassen, dass für mich "totales unverständnis" (was du z.B. im video zeigst und wo ich voll übereinstimme) und "totales verständnis" (das erstrebenswerte das du vorschlägst) zwei seiten derselben medaille sind.

      ich will dir übrigens auch nichs aufzwingen falls sich das alles so anhört, sondern nur frei von meiner perspektive auf die dinge erzählen.
      schmeißt die fuffies durch den club
    • massenkompatibel wrote:

      dem würde ich erstmal voll zustimmen, nur denke ich, dass die folgerung, das ideal sei eine große ähnlichkeit in allerlei hinsichten (so hab dich dich zumindest verstanden) nur wieder in eine weitere sackgasse führt.
      Ich habe ja bewusst nicht davon gesprochen, dass man möglichst identisch sein soll, sondern dass man "auf einer Wellenlänge" liegen sollte. Vielleicht habe ich das auch dann etwas missverständlich ausformuliert, als du gefragt hast, wie ich "Wellenlänge" genau definiere...
      Es geht nicht darum, in allem gleich zu sein oder immer die selbe Meinung zu allem zu haben. (Wenn beide exakt die selben Ansichten hätten, bräuchte man ja auch überhaupt nicht mehr miteinander zu reden. Das wäre dann auch ziemlich langweilig, wenn man sich gegenseitig nicht mal auf neue Gedanken bringen könnte)
      Mir ging es eher darum, aufzuzeigen, dass in vielen Beziehungen nichtmal grundliegendste Gemeinsamkeiten gegeben sind.... und dass da teilweise Menschen zusammenleben, die unterschiedlicher nicht sein könnten, was ihre Gedanken, Hobbys und Interessen angeht. Um jetzt mal ein paar Klischees zu bedienen: Die Frau interessiert sich für Mode, kauft sich ständig neue Schuhe, schaut sich im Fernsehen DSDS an, liest Liebesromane, findet es toll, wenn ab und zu ihre Eltern zu Besuch vorbeischauen, will sich gern dadurch selbtsverwirklichen, dass sie Kinder in die Welt setzt, hört am liebsten seichte Popmusik, ist über-ängstlich, macht die Augen zu, wenn im Fernsehen irgendwas schlimmes läuft... der Mann hingegen achtet nicht besonders auf sein Äußeres, trinkt gern mal ein paar Bier oder kifft, hängt mit seinen Kumpels rum, zockt Videospiele, oder interessiert sich für Fußball, schraubt an seinem Auto rum, kann mit dem ganzen Romantikquatsch nicht viel anfangen, hat seine Frau nur geheiratet und Kinder gezeugt, weil die es unbedingt wollte, hört aggressive Rapmusik oder Metal, kann gar nicht genug Adrenalin oder Nervenkitzel haben, und wenn er mal freiwillig ein Buch liest, dann höchstens die Bedienungsanleitung eines technischen Geräts.
      Das ist jetzt natürlich etwas übertrieben dargestellt. Aber solche oder ähnliche Muster sind mir schon so oft begegnet. Man lebt mit Menschen zusammen, mit denen man so wenig Gemeinsamkeiten hat, dass der Mann dann regelrecht aufatmet, wenn er mal wieder mit seinen Kumpels von früher rumhängen kann und nicht mit seiner Frau shoppen gehen muss... oder dass die Frau ganz oft mit ihren besten Freundinnen in Kontakt ist, weil sie mit denen über all das reden kann, worüber sie mit ihrem Mann nicht reden kann, weil der ihr manchmal wie ein Eisklotz oder ein emotionaler Krüppel erscheint.
      Und solche Zustände, die wie gesagt meiner Beobachtung nach eher die Regel als die Ausnahme sind, finde ich eben dann ziemlich abschreckend. Weshalb ich dann eben jeder Frau raten würde: Wenn du mit deinen besten Freundinnen besser reden kannst als mit deinem Mann, dann zieh mit deinen Freundinnen zusammen und bau dir mit denen ein Haus und adoptiert ein paar Kinder! Warum dann mit so einem Höhlenmenschen zusammenleben?
      Und umgekehrt würde ich jedem Mann raten: Wenn du mit deinen Kumpels mehr Spaß hast als mit deiner Frau, dann überlegt dir vielleicht wirklich mal, ob du nicht glücklicher wärst, wenn du einen von denen heiratest. ^^ Dafür muss man halt erst ein paar Vorurteile und anerzogene Rollenmuster über Bord werfen, und das fällt vermutlich vielen Menschen schwer, weshalb sie eben dann doch immer beim klassischen Familienmodell landen.

      Also um zum Thema "Ideal" zurückzukommen: Das Ideal ist für mich einfach, eine ähnliche Lebenseinstellung und möglichst viele gemeinsame Interessen zu haben, den selben Humor zu teilen, etc. Wenn das gegeben ist, ist es auch überhaupt kein Problem, wenn der andere irgendeinen Spleen oder Fetisch hat, den der Partner nicht so nachvollziehen kann (so wie du es in deinem Beispiel geschildert hast). Aber wenn halt die Grundeinigkeit nicht gegeben ist, weil man in zwei komplett verschiedenen Welten lebt, dann wird jede neue Meinungsverschiedenheit und jedes kleine Problemchen zur Zerreißprobe werden. Und bei manchen ist das halt Dauerzustand das ganze Leben hindurch. Und sowas versuche ich eben zu vermeiden.

      massenkompatibel wrote:

      es ist auch aus meiner sicht so, dass menschen andauernd beziehungen aufgrund von falschen motivationen eingehen (status, rolle etc.) und dass sie ihre eigene vergangenheit gar nicht richtig verstehen und sich damit auch nicht auseinandersetzen um zu verstehen, warum sie dazu neigen, bestimmte muster zu reproduzieren.
      Ja, weil der Hauptgrund, warum Menschen eine Beziehung zueinander eingehen, halt auch sehr oft nicht ist: "Weil wir uns blind bzw. wortlos verstehen und die Gedanken des anderen schon kennen, bevor er sie ausgesprochen hat" (so wie es meiner romantischen Denkweise nach eigentlich sein sollte)... sondern meistens ist es doch eher eine Mischung aus sexuellem Interesse und den Emotionen, die die andere Person bei einem auslöst. Und diese Emotionen sind sehr oft eben etwas, was mit der Vergangenheit zusammenhängt, oder mit den eigenen Eltern, so wie in dem Beispiel von der Frau, die immer wieder an die falschen Kerle gerät, weil schon ihr Vater ein "falscher Kerl" war. Aber irgendwas daran macht sie auch an, vielleicht braucht sie es, runtergemacht zu werden, um sich "wie Zuhause" zu fühlen.
      Manch andere mögen es vielleicht, dass sie einen anderen Menschen kontrollieren können. Oder sie mögen das Gefühl, dass da jemand ist, der sie beschützt, und zu dem sie aufschauen können. Und wenn man dann erst mal eine längere Zeit miteinander verbracht hat, kommt noch der Faktor "Gewöhnung" und "Angst vor einem Neubeginn" hinzu, wegen dem sich viele dann miteinander arrangieren und viele ungesunde Kompromisse eingehen.
      Das alles sind Dinge, die die Menschen aneinander festhalten lassen.. und weniger die klassische "Seelenverwandtschaft", die ich eben eher anstrebe.
      Wobei natürlich auch das mit der Seelenverwandtschaft eine Idealvorstellung ist, welche in der Realität nie hundertprozentig zu erfüllen sein dürfte.
      Aber es gibt eben Menschen, mit denen man sich nahezu wortlos verstehen kann, und welche, bei denen man viel Anstrengung braucht, um einigermaßen miteinander klarzukommen. Und ich sag mir eben, ich suche lieber etwas, was weniger anstrengend ist, weil ich einfach auch so ein Wohlfühlmensch bin, der Konflikte nicht unbedingt in seinem Leben braucht. Mehr wollte ich eigentlich gar nicht damit aussagen.