Suizid

    • Im Allgemeinen finde ich die Beweggründe für Suizid äußerst seltsam. Ich bin dafür, was das Leben zu bieten hat viel zu neugierig. Aber trotzdem führt genau diese Neugierde in diese Richtung, zu ergründen was hinter dem hinter dem Hinter ist. Drogenkonsum dauert viel zu lange und hat auch nicht wirklich was mit Genuss zu tun.
      Das Leben an sich hat was mit Genuss zu tun, und wenn man es kurzzeitig nicht hat, weiß man es viel mehr zu schätzen glaub ich.
      Ich bin ein Freund von aussergewöhnlichen Experimenten und denke daß ich ganz sicher bei den "Flatliners" mitgemacht hätte, wären sie nicht Fiktion und würde ich so jemand wie sie kennengelernt haben.
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      Ich versuche grundsätzlich immer, mich in die Lage eines anderen hinein zu versetzen.
      Wieviel Zeit wäre Hansi im Gegensatz zu Ina und Ben zur Verfügung gestanden, um das Unvermeidbare abzuwenden?
      In dem Moment, wo ich mich in der Breitach Klamm vom Felsen abstoße, oder in den vielen Augenblicken, in denen ich im Badezimmer aufs Einschlafen (im günstigsten Fall) warte.
      Wenn ich mir sicher bin, dann wähle ich doch den sicheren und schnellen Tod?
      Ich will Hansi im Nachhinein keinen Vorwurf machen, aber seine Wahl ist einfach seltsam für mich.
      Allerdings wüsste ich auch nicht, ob ich nicht beim Anblick eines Naturwunders wie der Breitach Klamm den totalen, lebensbejahenden Flash bekäme.
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      Also so ungefähr ist die Aussicht von da oben:

      Ob das so ein garantierter, sicherer Tod ist, weiß ich nicht mal. Kommt sicher drauf an, wo man aufschlägt. Ok, das Wasser ist saukalt und erledigt vermutlich den Rest... trotzdem wären mir das persönlich zu viele Unabwägbarkeiten. Da gehört schon eine ordentliche Portion Mut (oder Wahnsinn) hinzu, um sich in so eine Schlucht zu stürzen.
      Da ist die Gas- oder Kohlenmonoxid-Methode vermutlich berechenbarer vom Ergebnis her. Aber natürlich hast du Recht, und die Zeitspanne, die man noch hat, um es sich wieder anders zu überlegen, ist mit Sicherheit länger. Mal abgesehen davon, dass bei der Erstickungsmethode auch noch zufällig vorbeikommende Angehörige oder Nachbarn eingreifen könnten, wenn sie was mitbekommen.

      Aber wir wissen ja auch nichts über die genauen Umstände. Welche Drogen oder Medikamente noch im Spiel waren. Ob die sich vorher alle richtig zugedröhnt haben, ob Ina vielleicht noch so eine heftige Bowle aufgetischt hat wie damals, als ich bei ihr zu Besuch war. Oder ob sie es bewusst nüchtern angegangen sind wie bei einer Beerdigung. Ob es eine relative Kurzschlussentscheidung war, oder ob dem monatelange Planungen vorausgegangen sind.
      So gesehen wird das alles wohl für immer ein Stück Spekulation bleiben... und so richtig reinversetzen können wird man sich wohl nie. Das verstehen nur die, die dabei waren.
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      Habe mir eben auch Fotos angesehen und bemerkt daß das ganze ziemlich unberechenbar wäre. Aber romantischer ist die Vorstellung allemal, als sich irgendwo klassisch vor den Zug zu werfen.
      Ja, mir ging es bei der Überlegung wirklich um die Zeitspanne. Sekunden und Minuten davor können wie eine Ewigkeit wirken, in der das Leid unendlich groß sein Muss.