Meditationen/ Kontemplationen/Übungen

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      Reißverschluss (Kontemplation in Bezug auf die Körperidentifikation) nach Ayya Khema
      (lässt man sich am besten langsam vorlesen, dann ist der Effekt größer.)



      In Meditationshaltung sitzen und die Achtsamkeit auf den Atem lenken.




      Stell dir nun vor, dass du auf deiner Körpervorderseite einen Reißverschluss hast. Er kann von der Stirn bis zu den Füßen gehen, oder von der Stirn bis zum Schritt – was immer dir besser gefällt.



      Öffne nun diesen Reißverschluss. Du willst jetzt nicht nur in dein Körperinneres hineinschauen, was da so zu finden ist, sondern auch hineingreifen, die inneren Teile herausnehmen und fein säuberlich vor dir aufstapeln.



      Du brauchst dazu keine besonderen Anatomie Kenntnisse. Du weißt, dass du Nieren hast – Lungen, Magen, Gedärme, Leber, Milz, Bauchspeicheldrüse, Herz, Muskeln, Nervengewebe, Blut, Zähne, Zunge usw. Was immer dir in den Sinn kommt, gehe an diesen Platz, wo du denkst, dass sich dieses Körperteil befindet. Beschäftige dich ein bisschen damit, wie es aussieht, wie es sich anfühlt, und dann lege es vor dich hin. Für die flüssigen Körperteile kannst du dir eine Schale vorstellen, wo du sie hinein gibst.



      Du hast jetzt einen beträchtlichen Stapel von Körperteilen vor dir liegen.



      Nun mache dasselbe mit deinen Knochen. Hole sie nach und nach heraus und lege sie fein säuberlich vor dich hin, damit du sie später wieder finden und einsortieren kannst. Alle Knochen an die du denken kannst, Arme, Beine, das ganze Gerippe, das du kennst, herausnehmen und vor dich hinlegen.



      Nachdem du die Knochen herausgenommen hast, kannst du sehen, wie die Haut zusammenfällt. Sie hat nichts mehr, was sie wirklich straff hält. Sie sackt in sich zusammen.



      Jetzt schau dir diese beiden Haufen, die da vor dir liegen, genau an. Ein Knochenhaufen und ein Haufen von inneren Körperteilen, ohne die du natürlich nicht leben kannst.

      Schau noch mal genau hin und frage dich: „Bin das ich?“ Wie kommt es, dass ich glaube dass das ich bin?

      Und wenn du auch die Ohren, die Augen und die Zunge dazugelegt hast, kannst du sehen, dass das deine Sinneskontakte sind. Das Berühren ist sowieso schon durch das Herausnehmen nicht mehr vorhanden. Kannst du erkennen, um was es sich da handelt? Äußere Dinge! Nichts davon hat mit deinem inneren Frieden zu tun. Alles was da vor dir liegt, ist vollkommen ohne Leben. Du hauchst das Leben ein.

      Schau dir diese beiden Haufen noch genauer an. Was von all diesen Einzelteilen ruft „ich“? Die Leber? Das Herz? Die Lungen? Oder sind die nicht einfach nur wunderbare Instrumente, mit ganz speziellen Aufgaben, damit das Instrument Körper optimal funktioniert?



      Nun setze die Knochen wieder ein. Versuche jeden Knochen so in die Hand zu nehmen, dass du ein Gefühl davon bekommst, wie er sich anfühlt, wie groß er ist und wo er hingehört. Also die Knochen Stück für Stück in die Hand nehmen und wieder einsetzen. Dein Unterbewusstsein hilft dir dabei, da es den richtigen Platz genau kennt.

      Du siehst, dass auch die Haut sich wieder strafft.



      Dann geh an den zweiten Haufen heran. Du findest hier die Leber, die Galle, das Herz, die Nieren, den Magen, die Milz, die Gedärme, die Muskeln, die Lungen, die Augen, die Ohren, die Zunge, die Zähne, das Blut, die Lymphe, das Nervengewebe usw. Nimm jedes Teil in die Hand und versuche es an den richtigen Platz zu bringen. Wenn das nicht ganz gelingt, schadet das nichts, du weißt, dass dein Unterbewusstsein den Platz genau kennt.



      Wenn du alles wieder eingeordnet hast schließe den Reißverschluss.



      Und nun untersuche, ob du total erleichtert bist, dass du wieder im Ganzen bist und zu diesem Körper „Ich“ sagen kannst. Wenn diese Erleichterung spürbar ist, dann weißt du wie stark deine Körperidentifikation immer noch ist. Oder kannst du schon erkennen, dass Körper nur Körper sind und nicht das, was uns wirklich bewegt?



      Alle Menschen, egal wer sie sind, wo sie sind und wie sie äußerlich aussehen, innen haben sie alle das Gleiche, was du jetzt gerade aus dir herausgeholt und wieder hineingetan hast. Kein Unterschied. Dieses Wissen kannst du sogar auf alle Lebewesen ausdehnen.



      Und nun vergleiche den Körper mal mit einem Roboter.

      In einem Roboter gibt es Schaltkreise, Mikroprozessoren, Sensoren, Motoren, Kabel, Batterien oder Akkus, Schrauben, Bleche, Gummi, Kunststoffteile, Seilzüge, Stecker, Lautsprecher, Mikrofone usw. Und all diese Teile sind so aufeinander abgestimmt, dass der Roboter optimal funktionieren kann. Und damit er funktioniert sind Impulse notwendig, die er ebenfalls bekommt. Ohne diese Impulse könnte er absolut nichts tun.



      Auch du könntest nichts tun, wenn du keine Impulse erhalten würdest. Wo kommen die Impulse her? „Ich“ habe etwas gesehen, gehört, gerochen, geschmeckt, berührt oder gedacht.

      Oder war nur sehen, hören, riechen, schmecken, berühren oder denken da? Wo kam es her?

      Wer sagt „ICH“ ? Wer ist „ICH“ ? Folge diesem „Ich-Gedanken“ zu seiner Quelle und erkenne langsam die „Ich-Losigkeit“ in allem was ist.



      Lenke die Achtsamkeit nun wieder auf den Atem. Atme tief ein und aus, öffne langsam deine Augen und schau dich um. Nimm deine Umgebung wahr und all die wunderbaren Formen um dich herum, diese Lebendigkeit, dieses Geschenk des Lebens, das du bist.
    • DIALOG MIT DER NATUR

      Frage eine Pflanze deiner Wahl:
      *Was gibt dir "EXISTENCE", was du nicht schon hast?
      *Welche Botschaft hast du für mich?

      Verbinde dich während der Übung mit der Pflanze über deinen Atem, und lasse die Antwort(en) in dir aufsteigen.

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    • Aus gegebenem Anlass möchte ich hier gerne die "Vipassana" Meditation vorstellen, die ganz leicht zu erlernen ist.

      Einige Worte aus dem Internet darüber:
      Vipassana ist eine der ältesten Meditationstechniken Indiens und bedeutet soviel wie "die Dinge zu sehen wie sie wirklich sind".
      Vipassana wurde in Indien vor über 2500 Jahren von Gotama (Gautama), dem Buddha wiederentdeckt, und von ihm als ein universelles Heilmittel gegen universelle Krankheiten, als eine Kunst zu leben gelehrt. (Ist also älter als Buddha).
      Keiner bestimmten Religion zugehörig, strebt diese Technik die vollständige Beseitigung geistiger Unreinheiten und letztlich das Glück vollkommener Befreiung an.
      Vipassana ist ein Weg der Selbstveränderung durch Selbstbeobachtung. Der Fokus liegt auf der tiefen Wechselbeziehung zwischen Körper und Geist, die durch eine geschulte, auf die körperlichen Empfindungen gerichtete Achtsamkeit auf direktem Wege erfahren werden kann.
      Diese Empfindungen bestimmen das Leben des Körpers und beeinflussen so im ständigen Wechselspiel die Konditionierung des Geistes. Die auf eigenen Beobachtungen gründende, selbsterforschende Reise zu dem gemeinsamen Ursprung von Geist und Körper, löst die geistigen Unreinheiten auf und führt zu einem ausgeglichenen Geist voller Liebe und Mitgefühl.
      Die Naturgesetze, die unser Denken, unsere Gefühle, unsere Urteile und Empfindungen steuern werden eindeutig erkennbar.
      Durch direkte Erfahrung wird verständlich, wie man Fortschritte oder Rückschritte macht, wie man Leiden schafft oder sich vom Leiden befreit.
      Gesteigerte Achtsamkeit, das Erkennen von Illusionen, Selbstkontrolle und Frieden werden zu Kennzeichen des eigenen Lebens.

    • Als Singularität wird in der Physik die Krümmung der Raum Zeit um ein Objekt benannt. Die Punkt-Singularität ist unendlich klein...
      Im Original der Übung ist lediglich von Observation die Rede ^^
      Ich wollte es für die aufstrebenden Geister hier etwas stimulierender gestalten.
      Als kleiner "Catcher" sozusagen, da es sowieso niemand ausprobiert ist es grad WURSCHT...
    • Vielleicht hatte ich auch einfach nur die Hoffnung, daß mir dann jemand was über Quantengravitation erzählen kann.
      Nebenbei bemerkt, bin ich immer scharf auf eigens gemachte Erfahrungen und sei es, daß sie sich noch so abstrus anhören.
      "Die Wissenschaft ist eine Wissenschaft, die WISSEN schafft!"
      Googeln und auswendig lernen kann ich selber...weist?

      EDIT: Habe trotzdem mal nachgesehen um verständlicher zu erklären...
      Also mir geht es um den Erfahrungsaustausch, oder auch um den "Erkenntnisgewinn" durch die "Methodologie" der "Wissenschaftstheorie" , welche ja ein Teilgebiet der Philosophie ist.
      In der Astronomie braucht es Teleskope um zu beobachten, in der Physik kann ich mit bloßer Aufmerksamkeit (der eigenen Physik) beobachten.
      Ergebnisse werden zusammengetragen und abgeglichen. Und wenn das jeder selbst erfahren konnte, ist es auch nicht länger eine Theorie, oder?
      Ich sehe das alles nicht so verbissen wie manch anderer.
      Meines Erachtens ist das weder Hokus pokus noch Esoterik. Ist ja auch egal...
      Aber ich denke, es gibt noch so viel mehr zu entdecken, oder wie könnte es sonst möglich sein, daß uns riesige Objekte im All erst jetzt auffallen, wo sie doch schon seit geraumer Zeit präsent sein sollen?

      Im Übrigen war das mit der Stille während der Meditation ein Scherz, sry...
      Wenn man darauf warten müsste daß zuvor Stille einkehrt, würde man nie! dazu kommen zu meditieren..

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      Post by schreckgeist ().

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    • Danke, daß du die Übung gewagt hast. Du kannst sie auch vor einem einfarbigen Farbkarton sitzend machen..
      Absicht ist es, den "Beobachter" (der Gedanken und den der Wahrnehmung) zu schulen.

      In der Natur kommt es auf den gewählten Ort an. Wenn du auf Wasser guckst, dann ist die Veränderung schneller als wenn du auf ein Stück Wiese schaust, wo nur ab und zu mal ein Käfer vorüber krabbelt.
      Mir ist aufgefallen, daß wenn ich in meine Gedanken abgedriftet bin, war ich sofort aus dem Kästchen raus und habe die Tiefe der Dimensionen verloren.
      Deine Version als Kapitän der "Oneironauten" hört sich sehr interessant an :) (So nenne ich dich jetzt einfach mal).
      Ich werde da auf jeden Fall dran bleiben! (Träume)
      Übrigens ist keine Wiederholung der Übung gleich..Man kann sie alle unendlich oft machen mit verschiedenen Einsichten. Anders als im Fernsehprogramm ;)