Überwundene Schreibangst :)

    • Hi

      Dian wrote:

      Mainstream-Foren sind generell scheiße, wenn es darum geht, bestimmte Themen anzusprechen.

      Sehe ich total gleich. Für Menschen wie uns gibt es wenige Möglichkeiten so irgendwie ungestört Themen oder Gedanken respektvoll zu diskutieren, ohne total versteinerter Zwischenrufe, wie man es von den genannten Seiten kennt. Irgendwie halte ich ja dennoch daran fest, dass so ziemlich viele Menschen gedanklich auf ein höhere/feinere Wahrnehmung gebracht werden könnten, wenn ich halt auch nicht immer (oder manchma gar nicht) weiß, wie man das mit der Überzeugung anstellen soll.

      Man beißt sich halt die Zähne aus, und dann wirst ja, wie du sagst, eh nur doof beleidigt, was ja gerade so schade ist, weil du Energie hineingesteckt hast und es im Kern nur gut meinst.


      Dian wrote:

      Erinnert mich daran, wie ich auch in irgendsoeinem Psychoforum mal einen guten Beitrag gelesen hab von einem jungen Menschen, der sich intelligente Gedanken gemacht hat über die Gesellschaft, und dass er die Aussichten auf das Arbeitsleben scheiße findet und nicht so enden möchte wie die spießigen Erwachsenen... aber er bekam da kaum brauchbare Antworten, sondern nur beleidigte Reaktionen von Leuten, die sich auf den Schlips getreten gefühlt haben, nach dem Motto "Wie kannst du es wagen, dich über Menschen zu stellen, die hart arbeiten, um ihre Familie zu ernähren! Leiste erstmal selber was, bevor du andere kritisierst, bla bla bla"
      Ich hab mich nie dazu überwinden können, auf solchen Foren zu diskutieren, eben solche Beispiele sind das, wo ich dann schon nicht mehr weis, wie man denen alles noch verständlicher (als es oft schon ist) vermitteln könnte, auch weil mich diese Konfrontation auf youtube abgestumpft hat, mit solchen Gemütern zu reden ist sicher eine Kunst für sich allein :rolleyes: Kann dich da komplett nachvollziehen, das diese ständige Begegnung abfuckt.

      Kann es vielleicht sein, dass manche in Gesellschaftskritik eine Art von Erniedrigung empfinden (hypothetisch)?, obwohl doch die Kritik an erster Stelle ja solidarisch mit den meisten Menschen steht. Jetzt wo du das Beispiel zitierst, was mich auch so verwundert wäre, weshalb sich gerade Leute, die einer geregelten (oder festen) Arbeit nachgehen, im Gegensatz zu Reichen, so angegriffen fühlen. Sind es nicht "Normalverbraucher" , die doch genauso oft auch ausgebeutet wurden, denen man von elitärer Seite herab wenig gönnt? Meinst du, mann könnte diese hart eingestellten Leute irgendwie anders erreichen, so dass sie durchaus auch Vertrauen entwickeln können? Dennoch finde ich dein Beispiel mit der Reaktion gerade interessant, denn da hatte ich gar nicht dran gedacht. Die meisten Menschen, die einem festen Arbeitstag verpflichtet wurden/sind, können sich gar nicht vorstellen, wie das wäre, wenn sie auch mehr Entscheidungen über ihr Leben treffen könnten ohne im Gegenzug heftige Konsequenzen zu befürchten (den wirklich individuellen Menschen ausleben dürften). Wenn man jemanden fragt, ob sie ihren Interessen im Leben tatsächlich nachgehen können, sagen die meisten ganz oberflächig "ja", irgendwie reflexartig (ich kenne das ja auch von früher als ich genauso täglich einer Arbeit nachging, da sagte ich eben auch meist das Gleiche, dabei hatte ich nach einem harten Tag ehrlich gesagt gar keine große Lust mehr zu denken, da ich nur noch mein Nickerchen machen wollte, um am nächsten Tag wieder fit zu sein).

      Dazu kommt ja die Beobachtung, dass so fast alle ja gar nicht etwa für "einander" arbeiten, sondern primär für einen Chef, die wiederum machen können, was sie wollen. Da kommt man wieder zum Thema Hierarchie / Unmündigkeit.


      Dian wrote:

      Momentan ist das Klima gut. Aber das kann hier auch schnell mal kippen, denn auch alternativ gesinnte, weltoffene Menschen können sich ziemlich in die Haare kriegen. Beispielsweise bei der Frage, ob man Nazis gleich an die Wand stellen sollte, weil sie einfach Arschlöcher sind und Arschlöcher sich nicht ändern lassen, oder ob man versuchen sollte, sie durch Argumente auf ihre Denkfehler aufmerksam zu machen, weil in jedem Nazi auch nur ein von der Gesellschaft kaputtgemachtes Kind steckt. Also da kann es dann schon auch mal etwas heftiger zur Sache gehen, und leider ist es auch oft so, dass NUR dann etwas hier los ist, wenn es mal wieder ideologische Grabenkriege zu führen gibt.
      :D Ja, ist was ganz anderes stimmt! Wobei ich ja primär auch eher nur "symbolischen" Hass gegen genannte Gruppen empfinde wie Nazis, Rassisten oder alle möglichen scheiß Ideologien / Denkweisen, weil ich denke, dass es vielleicht noch den/die ein oder andere/n gibt, wo man zum guten überzeugen könnte. Zumindest glaube ich nicht, dass jemand so geboren wird, also ich stimme nicht jeder komischen These zu, die etwa behaupten, aufgrund fehlender Gehirnaktivität würden Menschen etwa zu Monstern (Psychopathen) mutieren. Weil so ein unethischer Thesenbrei eigentlich die Menschheit direkt begraben kann weil :dash: Es gibt da zwei Dinge: Eins ist die Asbach Uralte Evo-Psychologie, das andere wären noch so komische Gehirntheorien, die ja allen ernstes behaupten, ich/du oder Menschen allgemein besäßen etwa eine feste, sprich angeborene, Identität, boah mit so nem Stoff kann man mich über alle Berge vor - zurück jagen! grrr :cursing: haha :evil: Alles andere, wie Astrologie, Mathematik, Quantenmechanik oder Wurmlöcher (was ich gerade nebenbei anlese), da schließe ich Frieden weil cool :saint:

      Dian wrote:

      Aber zumindest bemühe ich mich als Admin darum, dass das Niveau nicht zu tief sinkt.
      Danke! Aber das soll natürlich deine Entscheidung bleiben, ich will dir nicht reinreden oder wenn das so vielleicht rüberkommt ! :)


      Dian wrote:

      Von daher bin ich auch dankbar für jeden neuen User, mit dem man vernünftig diskutieren kann und der nicht nur mit Schaum vorm Mund allen anderen seine Weltanschauung einprügeln möchte. Und ganz besonders freut es mich, wenn so jemand dann auch noch Sätze schreiben kann, die aus mehr als drei Wörtern bestehen (und sogar mehr als fünf Sätze pro Beitrag.) Das ist heutzutage ja leider nicht mehr selbstverständlich... bei jungen Leuten im Internet schonmal gar nicht... Von daher: Weiter so!
      Ich habe mich zwar in den letzten Wochen auch nicht so viel hier im Forum beteiligt, aber vielleicht wird das ja wieder besser, wenn jetzt mal wieder ein bisschen mehr los ist und alle mal so allmählich ihre Winter-Lethargie abschütteln.
      Merci! Ja ich bin auch einer dieser denkenden Dinger, die u.a gerne beim Spazieren rum grübeln, warum die Menschheit sich selbst hasst. Gern lange und einsame Wege. Fernab von sinnlosen und menschen-gemachten Pflichten und Kaputtheiten. Ohne dieses ganze verstellen müssen.

      Stimmt, gute und lange Texte liest man heute eher selten. Da muss man schon expliziter nachschauen. Ja von der jungen Generation leider nicht mehr, richtig. Denen bringt man sicher gerade bei, dass doch eine einfache "geschlechtliche" oder andere "vergleichs" Identität wieder schick sei boaah :puke: Ich hatte hier auf Unity was dazu gelesen, was echt so zutreffend ist, weil die Gesellschaft immer materieller wird und so kommen die ganzen scheiß Kontrollmechanismen wieder zurück. Ja Dr Mengele hätte zu solchen scheiß Thesen bestimmt abgegegrinst, diese dumme Nazisau. Normal ist mir wurst wie sich jemand selbst bezeichnet wenn das von innen raus passiert, aber sowas setzt man keinen Menschen auf pädagogischem Weg ins Hirn, weil wie abgefuckt ist das den.

      Ah, apropos Texten, ich erinnere mich ein Buch von dir gelesen zu haben! Und zwar in dem du über die de-fantasierte Masse reflektiert hast, die quasi nur noch die gleichen Klischees als Parodie einer Parodie lebt und alle Formen der Fantasie höchstens zu Nützlichkeiten der Wirtschaft verkommen, die eigentliche Fantasie aber allmählich immer mehr in der Ferne verschwindet, in einer Welt, wo jeder Paul unbedingt Fußballer bzw. Pilot werden möchte, und das dieser monotone Dauerprozess einem selbst immer mehr entfremdet von den inneren, transzendenten Träumen, nach denen man gerade auch als junger Mensch Sehnsucht empfindet, wenn man noch verrücktes Denken auslebt, das nicht verklemmt und abgestorben ist, so wie es in der abgeschauten Rolle der Erwachsenen unbewusst abläuft. Dass es für die Generation nicht mehr ansprechend sei, anders zu sein und einfach mal was anderes zu wagen, sondern sich krampfhaft am bekloppten Gebot festzuhalten, welches aber keinen freien Individualismus mehr erzeugen kann.

      Es ist schon länge her, als ich das gelesen hab, vielleicht irre ich mich und bilde mir das ein oder andere ein, du hattest auch darin einen verlassenen Ort erwähnt oder so in die Richtung, wo du nachdenken konntest, während die anderen den alltäglichen, oberflächigen vorgetragenen Rollen nachgingen (z.B sich zum Fußball getroffen haben, oder auf dem Spielplatz abhingen). Da ich die nächsten Tage mehr Zeit habe, werde ich mir gerne mal wieder dieses Buch durchlesen und die anderen auch nochmal, um mich wieder einzufinden. Hast du die Bücher noch Online, weil die waren echt fett und nachdenklich! 8)
    • schreckgeist wrote:

      Kann es vielleicht sein, dass manche in Gesellschaftskritik eine Art von Erniedrigung empfinden (hypothetisch)?, obwohl doch die Kritik an erster Stelle ja solidarisch mit den meisten Menschen steht.
      Ich denke, das ist so ähnlich wie bei diesem Stockholm-Syndrom, bei dem sich die Geiseln irgendwann mit ihren Entführern solidarisieren, und diese bis zu einem gewissen Grad auch gegen Kritik verteidigen.
      Die modernen Menschen wurden in gewisser Weise von der kapitalistischen Arbeitswelt "entführt", an einen Ort gebracht, an dem sie eigentlich nie sein wollten, und gezwungen, Dinge zu tun, die sie freiwillig sonst nie getan hätten. Weil sie sich aber nicht als hilflose Opfer fühlen wollen, fangen sie irgendwann an, die "Entführung" als richtig zu bezeichnen und ihre "Entführer" (das System, das Kapital, und manchmal auch die dominante, manipulative Ehefrau :P ) gegen jede Kritik zu verteidigen.
      Man will sich nicht eingestehen müssen, sich nicht ausreichend gegen die Vereinnahmung durch andere gewehrt zu haben, und daher muss das, was die anderen mit einem gemacht haben, einfach gut und richtig sein.
      Wenn dann nun jemand wie ich oder sonst ein Systemkritiker daherkommt, der eigentlich ja gar nicht die Menschen als solche angreifen will, sondern die Mechanismen der Manipulation aufzuzeigen versucht, dann fühlt sich wohl mancher schnell mal ertappt und schaltet auf Durchzug. Erst recht natürlich, wenn die Kritik von außerhalb kommt, also nicht aus der eigenen Peergroup oder aus der eigenen Schicht. Wenn es jetzt der eigene Arbeitskollege wäre, der selber Familie und 2 Kinder hat, und der sich auskotzt und die Fehler des Systems anspricht, dann würde man ihm vielleicht sogar recht geben... aber nicht, wenn das von irgendeinem dahergelaufenen Künstler oder Aussteiger kommt, der sich ja nicht in der selben Situation befindet wie man selbst, und der einem daher immer nur wie ein belehrender oder besserwisserischer Klugscheißer vorkommen wird.

      schreckgeist wrote:

      Meinst du, mann könnte diese hart eingestellten Leute irgendwie anders erreichen, so dass sie durchaus auch Vertrauen entwickeln können?
      Nun, den Rechten gelingt es scheinbar ja aktuell deutlich besser als den Linken, den unzufriedenen "kleinen Mann" zu erreichen. Der Trick dabei ist: Gib ihnen etwas Fremdes, worauf sie wütend sein können, und gib ihnen etwas, worauf sie stolz sein können.
      Auf vergewaltigende Flüchtlingshorden können sie wütend sein, und auf ihre bessere Kultur können sie stolz sein. Beides hat nichts mit ihnen selbst zu tun. Sie müssen sich nicht anstrengen für ihre Kultur, denn die ist ja bereits da... und sie müssen sich auch nicht schuldig fühlen für die Flüchtlingskrise, denn damit haben sie ja absolut nichts zu tun.
      Deshalb erscheinen rechte Ideologien wohl aktuell für viele so attraktiv.
      Die Linken hingegen machen das genaue Gegenteil... sie geben den Menschen nicht etwas, worauf sie stolz sein können, sondern etwas, wofür sie sich zu schämen haben (Holocaust, etc.). Und sie geben ihnen zwar auch was, worauf sie wütend sein können, die Bonzen und den Kapitalismus... aber das ist jetzt in dem Sinne nichts von außerhalb... nichts, was man bedingungslos hassen kann, weil es komplett fremd ist und nichts mit einem selbst zu tun hat... denn man selbst lebt ja auch im Kapitalismus, und man selbst arbeitet ja auch für die Bonzen... man soll also in gewisser Weise sich selbst hassen. Und Selbsthass kommt bei den meisten Menschen halt nicht besonders gut an.
      Ich habe auch keine wirkliche Lösung, was man da anders machen könnte... meiner Meinung nach muss man sich erstmal selbst verachten, und muss durch eine Phase gehen, wo man an allem verzweifelt und am liebsten komplett aufhören möchte zu existieren, weil der Weg zur Erkenntnis nunmal leider kein einfacher Weg ist, sondern ein schmerzvoller. Aber "Ihr braucht mehr Schmerzen, um euch selbst zu erkennen" ist leider ein dämlicher Slogan für ein Wahlprogramm. Daher würde meine Partei auch keiner wählen. :/

      schreckgeist wrote:

      Es ist schon länge her, als ich das gelesen hab, vielleicht irre ich mich und bilde mir das ein oder andere ein, du hattest auch darin einen verlassenen Ort erwähnt oder so in die Richtung, wo du nachdenken konntest, während die anderen den alltäglichen, oberflächigen vorgetragenen Rollen nachgingen (z.B sich zum Fußball getroffen haben, oder auf dem Spielplatz abhingen). Da ich die nächsten Tage mehr Zeit habe, werde ich mir gerne mal wieder dieses Buch durchlesen und die anderen auch nochmal, um mich wieder einzufinden. Hast du die Bücher noch Online, weil die waren echt fett und nachdenklich!
      Die Bücher sollten eigentlich alle noch da sein.
      Romane | Dian The Saint
      Ich glaube, das war Reinkarnator (Unity 4), was du meintest. Da habe ich auch viel autobiographisches verarbeitet, weil ich auch so ein Tagträumer war, der sich im Unterricht lieber an ferne Orte geträumt hat, anstatt den Worten des Lehrers zu lauschen.
      Aber im Prinzip ist das ja Thema in meinen ganzen Büchern, oder auch in Anarchonauten-Songs wie "Einsamkeit" oder "Der Abstand", und natürlich auch bei einigen meiner alten Videos. Ist auch ein Thema, was mich einfach mehr interessiert als jetzt etwa aktuelle Politik oder so. Letztlich sind Systeme und politische Geschehnisse auch komplett austauschbar... egal ob nun in der Gegenwart, im Dritten Reich oder im Mittelalter zu Zeiten der Hexenverbrennung... immer gab es die Masse, die mitgelaufen ist, und Einzelne, die ihrer Zeit voraus waren und unter den Zuständen gelitten haben.

      Wie bist du eigentlich damals so zu deiner Sinn-Suche gekommen? Bzw. was hat dich dazu gebracht, deine Umgebung zu hinterfragen und dir solche Videos wie meine anzuschauen?
      Gab es irgendein konkretes "Erweckungserlebnis"? Oder warst du schon immer mehr so der Außenseiter, der das alles eher von außen beobachtet hat?
    • :welcome:

      katia wrote:

      hi, ich bin neu hier. ich suche menschen. menschen die ihr autoritäres denken abgelegt haben, menschen mit einer anderen weltsicht als im meatspace.
      Ich denke schon, dass es hier ein paar Menschen von dieser Sorte gibt. ;)
      Schau dich einfach mal ein bissel um und beteilige dich, wenn dich ein Thema interessiert. Dann entsteht ja vielleicht eine interessante Diskussion. Momentan ist hier im Forum allerdings nicht all zu viel los, also erwarte besser nicht zu viel... gab schonmal bessere Zeiten hier.
    • Dian wrote:

      Die modernen Menschen wurden in gewisser Weise von der kapitalistischen Arbeitswelt "entführt", an einen Ort gebracht, an dem sie eigentlich nie sein wollten, und gezwungen, Dinge zu tun, die sie freiwillig sonst nie getan hätten.
      Interessante Perspektive! Dieses "Geisel" Gefühl hatte ich beim arbeiten auch des öfteren in der Form: ich mach da etwas, auf was ich gar keine große Lust hab, aber ich muss das tun, da ich sonst schiefe Blicke ernten werde. Das ist ein ganz schön mentaler Spagat, den man da erlebt.

      Also bin ich brav meiner "Pflicht" hinterher gedackelt. Lange genug bis ich depressiv wurde und "symptombedingt" aufgehört hab. Man arbeitet nicht für sich selbst, auf gar keinen Fall (außer man ist halt nen reicher Sack), sondern für eine ungewisse Zukunft und ganz selten für einen entgegenkommenden Chef.


      Dian wrote:

      Weil sie sich aber nicht als hilflose Opfer fühlen wollen, fangen sie irgendwann an, die "Entführung" als richtig zu bezeichnen und ihre "Entführer" (das System, das Kapital, und manchmal auch die dominante, manipulative Ehefrau ) gegen jede Kritik zu verteidigen.
      Ich verstehe. Und wahrscheinlich brennt sich das dann auch immer mehr ins Unbewusste ein, bis diese giftigen Reaktionen quasi ganz "normal" werden. Stimmt, wenn man dazu noch eine/einen vom System "bearbeitete/n" Partner/in hat, dazu Kinder, Verträge, Haus (das vielleicht noch nicht abgezahlt ist) oder ein Auto, ja dann ist man ein Leibeigener des
      Systems. (Da käme ja noch diese Geschlechterrollen Kacke dazu)


      Dian wrote:

      Wenn dann nun jemand wie ich oder sonst ein Systemkritiker daherkommt, der eigentlich ja gar nicht die Menschen als solche angreifen will, sondern die Mechanismen der Manipulation aufzuzeigen versucht, dann fühlt sich wohl mancher schnell mal ertappt und schaltet auf Durchzug. Erst recht natürlich, wenn die Kritik von außerhalb kommt, also nicht aus der eigenen Peergroup oder aus der eigenen Schicht.
      Interessant. Das ist alles ein ziemlich übler Zustand, der die Menschen aufeinander losgehen lässt während sie dem hochrangigen Personal sogar noch freiwillig den Boden wischt. Es soll ja wirklich Stellen geben, da müssen die Angestellten in Flaschen pissen, weil sie anderseits fürn wc gang von einem "Anwesenheits-Scanner"-dings nen paar Minuse vom Lohn bekommen oder so.


      Dian wrote:

      Nun, den Rechten gelingt es scheinbar ja aktuell deutlich besser als den Linken, den unzufriedenen "kleinen Mann" zu erreichen. Der Trick dabei ist: Gib ihnen etwas Fremdes, worauf sie wütend sein können, und gib ihnen etwas, worauf sie stolz sein können.
      Auf vergewaltigende Flüchtlingshorden können sie wütend sein, und auf ihre bessere Kultur können sie stolz sein. Beides hat nichts mit ihnen selbst zu tun. Sie müssen sich nicht anstrengen für ihre Kultur, denn die ist ja bereits da... und sie müssen sich auch nicht schuldig fühlen für die Flüchtlingskrise, denn damit haben sie ja absolut nichts zu tun.
      Deshalb erscheinen rechte Ideologien wohl aktuell für viele so attraktiv.
      Weil die Rechten sich Ideologie-bedingt vor gar nichts schämen. Wenn die Leute auf der anderen Seite ihr Hirn einsetzten würden, dann wären Rechte schon längst wieder Lärm von Gestern. Der "Kleine Mann" ist eben gefundenes Futter stimmt. Die würden aber direkt ihre Endgegner wählen, weil unter solchen Machenschaften würde das eine totale Entmündigung der Arbeiterrechte bedeuten. Man könnte jetzt doch eigentlich sagen, dass der Kapitalismus eben auch Nazis züchtet, zwangsmäßig, weil der Arbeiter ja unmündig ist und wie du erkannt hast, dadurch einfacher zu manipulieren ist. Es brauch nur einen rechten Deppen in so einer unzufriedenen Gesellschaft und alle hören hin.


      Dian wrote:

      Und sie geben ihnen zwar auch was, worauf sie wütend sein können, die Bonzen und den Kapitalismus... aber das ist jetzt in dem Sinne nichts von außerhalb... nichts, was man bedingungslos hassen kann, weil es komplett fremd ist und nichts mit einem selbst zu tun hat... denn man selbst lebt ja auch im Kapitalismus, und man selbst arbeitet ja auch für die Bonzen... man soll also in gewisser Weise sich selbst hassen. Und Selbsthass kommt bei den meisten Menschen halt nicht besonders gut an.
      Die erkennen also die eigentlichen Ursachen nicht. Ja ich denke das mit dem Selbsthass zu verstehen, also vom theoretischen her. Klar, solche Dinge wie Selbsthass passen eben nicht in die steifen Rollen, die die Masse verkörpert, weil der Ereignishorizont oft nur zur nächsten Shopping-Tour reicht. Eigentlich müssten die sich ja gar nicht mal selbst hassen, sondern die, wo in einer höheren Machtposition stehen und solche, die rechte Scheiße ausleben wollen :cursing:



      Dian wrote:

      Die Linken hingegen machen das genaue Gegenteil... sie geben den Menschen nicht etwas, worauf sie stolz sein können, sondern etwas, wofür sie sich zu schämen haben (Holocaust, etc.).
      Ja das stimmt, sprich kritisches Denken und Selbstreflexion.


      Dian wrote:

      Ich habe auch keine wirkliche Lösung, was man da anders machen könnte... meiner Meinung nach muss man sich erstmal selbst verachten, und muss durch eine Phase gehen, wo man an allem verzweifelt und am liebsten komplett aufhören möchte zu existieren, weil der Weg zur Erkenntnis nunmal leider kein einfacher Weg ist, sondern ein schmerzvoller. Aber "Ihr braucht mehr Schmerzen, um euch selbst zu erkennen" ist leider ein dämlicher Slogan für ein Wahlprogramm. Daher würde meine Partei auch keiner wählen.
      In meinem Fall habe ich ad hoc auch keine konkrete Idee.

      Dass man in sich hineingehen muss stimmt einfach, dieses verzweifeln kenne ich auch und oft erlebe ich das wieder, was manchmal zu einer depressiven Stimmung führt. Du hast recht, dass so ein Slogan sich nicht von selbst erklären würde, die meisten würden das nicht raffen, was dahinter versteckt / gemeint sein kann. Hmm also ich würde deine Partei wählen! Aber die verblödete Masse wählt lieber Parteien, die es legitim finden zu töten, oder problemlos andere Scheiße bauen würden, sprich mit fehlender Empathie.

      Ich muss zugeben, dass diese Denkphasen für mich irgendwie auch geil sind, da es motiviert zum reden, etwas tun zu wollen. Momentan befinde ich mich ja in so einem Down, ja in dem ich einfach mit der Gesellschaft extremst wegen ihrer unkritischen Einstellung gegenüber Rechten oder Arschlöchern überhaupt nichts anfangen kann.


      Dian wrote:

      Die Bücher sollten eigentlich alle noch da sein.
      Romane | Dian The Saint
      Ich glaube, das war Reinkarnator (Unity 4), was du meintest. Da habe ich auch viel autobiographisches verarbeitet, weil ich auch so ein Tagträumer war, der sich im Unterricht lieber an ferne Orte geträumt hat, anstatt den Worten des Lehrers zu lauschen.
      Aber im Prinzip ist das ja Thema in meinen ganzen Büchern, oder auch in Anarchonauten-Songs wie "Einsamkeit" oder "Der Abstand", und natürlich auch bei einigen meiner alten Videos. Ist auch ein Thema, was mich einfach mehr interessiert als jetzt etwa aktuelle Politik oder so. Letztlich sind Systeme und politische Geschehnisse auch komplett austauschbar... egal ob nun in der Gegenwart, im Dritten Reich oder im Mittelalter zu Zeiten der Hexenverbrennung... immer gab es die Masse, die mitgelaufen ist, und Einzelne, die ihrer Zeit voraus waren und unter den Zuständen gelitten haben.
      Hey, danke! Ich werde mich mal morgen mit dem Lesen beschäftigen! Politik ist übrigens auch nicht mein Fall, denn ich bin auch eher gern allein und dann denke ich wie du eher über das menschliche Verhalten oder Versagen nach, statt über Rollen oder Identitäten, oder was eine Identität falsch machen könnte. Ich sehe halt auch das ganze Bild, und ich unterscheide auch nicht zwischen oberflächigen Eigenschaften. Ich kann dann auch in bestimmten Diskussionen halt nicht mitreden, z.B wenns um Nationalität oder Geschlecht geht, ich konnte nie etwas damit anfangen. (Ist auch die Ursache, weshalb ich auch gern single bleibe, naja ich denke, dass die meisten Menschen bei dem Thema Partnersuche, Dating etc so stark auf das Geschlecht fixiert sind, dass der Mensch im Hintergrund untergeht, also mir fällt das stark auf. Und dann sind da noch diese Erwartungen, die andere haben, an mein Alter oder so (na z.B Spruch wie "sei wie ein 30 jähriger") :dash: Ich bin einfach nur ein Mensch :sleeping: , so viele Psychoparameter die diese Gesellschaft eingeführt hat, lieben sich menschen eigentlich in Beziehungen? :S )



      Dian wrote:

      Wie bist du eigentlich damals so zu deiner Sinn-Suche gekommen? Bzw. was hat dich dazu gebracht, deine Umgebung zu hinterfragen und dir solche Videos wie meine anzuschauen?
      Gab es irgendein konkretes "Erweckungserlebnis"? Oder warst du schon immer mehr so der Außenseiter, der das alles eher von außen beobachtet hat?
      Quasi mMeine "Samplerate", oder Auflösung (Sensibilität) ist einfach so tief, dass ich von meiner inneren "Natur" her gar keine primitiven Sachen auf Dauer aushalte. Das war schon in der Kindheit bei mir ganz krass als ich tiefere Visionen über bestimmte Umgebungen empfand. Als ich älter wurde haben mich dann die ganzen Verhaltensmuster von Menschen neugierig gestimmt, warum es manchmal "kaputt" bei anderen zugeht und so.
    • Hallo Schreckgeist,

      ich finde das, was du bisher geschrieben hast ziemlich interessant. Mich stört es auch sehr, dass um mich herum kaum Leute existieren, mit denen man tiefere Gedanken besprechen kann.

      Wenn ich anfange die gesellschaftlich propagierte Moral zu hinterfragen, oder gar moralische Wertvorstellungen auf einer logischen Basis zu rekonstruieren, dann bekomme ich meist nur schiefe Blicke und werde ausgegrenzt.

      Du schreibst, du wünschst dir ein Umfeld, dass selbstbestimmt denkt und agiert und frei in seinem Handeln ist. Klingt toll.
      Leider sind aber die meisten Leute, die ich kenne, rein geistig nicht in der Lage dazu oder wollen nicht selbstständig denken und handeln. Dir scheint es in diesem Punkt ja nicht anders zu gehen.

      Was mich in diesem Kontext aber immer wieder als Frage beschäftigt, ist, wo will die Gesellschaft hin? Ich weiß, dass ich mich gerne mit anderen frei denkenden Menschen umgebe und austausche.
      Das kann ich soweit als ein Ziel in meinem Leben verbuchen.

      Aber die Frage bleibt. Was ist das Ziel der Gesellschaft?

      Ich habe echte Probleme zu sagen, dass bestimmte Dinge in der Gesellschaft falsch laufen oder schlecht sind, wenn ich nicht weiß, wohin die Gesellschaft will. Mir fehlt ein zu Grunde liegendes Prinzip in der Gesellschaft.
      Die Gesellschaft hat mir bisher nur eines gezeigt:
      Was ich brauche, um vollkommen glücklich zu sein, bekomme ich nicht.

      Ist das nun von der Gesellschaft so gewollt, weil ich nicht in sie hineinpasse? Oder gibt sie mir schon alles, damit ich glücklich sein kann und ich selbst bin aber zu dumm, um das einzusehen? Sehe ich einfach nur bestimmte Aspekte nicht, die verhindern, dass ich verstehe und mich wohl fühlen kann?

      Um das einschätzen zu können müsste ich mir ein ungefähres Ziel ausmalen können, wo denn nun die Gesellschaft wirklich hin will. Wenn ich darüber nachdenke, komme ich als Ziel nur auf den recht trivialen Aspekt der Art Erhaltung. Also, dass die Gesellschaft der Art Mensch, sich selbst solange wie möglich aufrechterhalten möchte.

      Das ist aber für mich nicht zufriedenstellend, weil es nicht die Frage beantwortet, wie viel denn die Gesellschaft dem Einzelnen geben muss. Das ist ja schließlich die Frage, die mich selbst am meisten betrifft.

      Sicherlich kann man aus dem bloßen Fakt der Art Erhaltung Ableitungen ziehen, wie viel jedem Menschen mindestens und höchstens gegeben werden sollte, damit wir zum einen nicht die Erde kaputt machen und zum anderen unser Überleben solange wie möglich sichern. Aber hier fehlt doch etwas!

      Die große Unbekannte in dieser Rechnung ist die menschliche Kreativität. Das ist das was mich stört.
      Die menschliche Eigenheit, dass scheinbar aus dem Nichts neue Gedanken hervorgebracht werden können, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Das ist das, was ich mir für mich in der Gesellschaft mehr wünsche. Nämlich freies, selbstbestimmtes Denken fern jeder Konvention oder ungerechtfertigten moralischen Verpflichtung. Wo kommt das her? Wie pflegt man diese Eigenschaft in der Gesellschaft am besten? Wie kann man das, wenn noch nicht vorhanden erzeugen?

      Reicht dafür ein Mindestmaß an Zuwendung für den Einzelnen, oder muss er soviel unterstützt werden wie nur möglich? Ist es sinnvoll allen gleichermaßen Unterstützung zu bieten, oder sollte man gezielt Einzelne ausschließen, weil diese sich gerade dadurch besser entfalten?
      Wieviel dieser Entfaltung ist überhaupt mit dem mir unbekannten Ziel der Gesellschaft vereinbar?

      Ich finde zur Beantwortung momentan kaum Anhaltspunkte und freundlicherweise bedeutet die Existenz dieser Fragen, dass es nicht viele Menschen gibt, mit denen man das besprechen kann.
    • Hi, Ein Mensch!

      Ein Mensch wrote:

      Du schreibst, du wünschst dir ein Umfeld, dass selbstbestimmt denkt und agiert und frei in seinem Handeln ist.
      genau, halt so in diese Richtung etwa ;)


      Ein Mensch wrote:

      Was mich in diesem Kontext aber immer wieder als Frage beschäftigt, ist, wo will die Gesellschaft hin?

      Ein Mensch wrote:

      Aber die Frage bleibt. Was ist das Ziel der Gesellschaft?

      Das ist durchaus eine komplexe Frage. Darüber habe ich schon oft sinniert (in der Form, was den die Gesellschaft reizen könnte). Dazu neigt meine bisherige Haltung in die Richtung einer Art von nicht-destruktiven, wenig-materiellen Hedonismus, als soziale Grundlage sollte das Konzept der Empathie bestärkt werden, als Fortschritt könnte gemeinnützige Arbeit sowie Therapie und Wissenschaft herhalten. Was als Tauschmittel dienen würde, darüber kann man sich durchaus noch streiten (darüber müsste ich selbst erst noch nachdenken). Wobei ich die jetzige Version des Tauschmittels als Indikator für das verursachen egoistischen Denkens betrachten kann.

      Ein elementarer Punkt sollte es sein, dass sich niemand mehr zu etwas gezwungen fühlen muss. Die Würde des Menschen liegt im Mensch selbst, sprich nach der Geburt und wird dann auch nicht durch den Tod beendet. Die Gesellschaft an sich würde dann in Form von mehr/weniger losen Sippen / Gemeinschaften geformt sein (die natürlich alle friedlich zusammen leben müssten durch gemeinschaftliches Handeln) Hierarchien sollte es keine mehr geben. Tugenden sollten jederzeit annehmbar sein, sprich, es sollte egal sein, wann oder wo jemand etwas beiträgt oder einbringt. Es sollte auch nicht mehr zu negativer Attributierung führen, wenn man durch bestimmte Ursachen nicht immer bereit ist, irgendwo teilzunehmen. Auch das Wissen sollte frei und uneingeschränkt sein. Wobei Bildung auf Fakten basieren muss. Freiheit, Empathie, Reflexion, ungezwungene Spiritualität sowie Wissenschaft sollten allgemein die höchsten Tugenden werden. Die Wissenschaft sollte für den Menschen nutzen und nicht mehr für persönliche, namentliche Bereicherung. Auch in der Erziehung sollte man nicht mehr jeden Gedanken sanktionieren. Kriege werden als unterste Abartigkeit betrachtet werden. Das Militär wird abgebaut und verlassen. Konflikte werden dann durch gemeinschaftliche, zwischenmenschlich und psychologisch gebildete Gruppen, die sich darauf spezialisieren, gelöst oder gedämpft. Aber ein Ziel sollte auch sein, den Krieg als soziales Konzept aus den Köpfen zu bekommen.

      TV (und bestimmte Medienarten) könnte(n) eigentlich auch abgeschafft werden und durch selbst-entscheidbare Formen ersetzt. Das Internet ist in seiner Form doch schon ganz gut dafür ausgestattet. Jeder erzeugt somit Output.


      Es würde vielleicht noch gewisse Strukturen geben, an denen man sich orientieren könnte, aber die eigentliche Problematik vieler Menschen sehe ich heute eben in unserer gegenseitigen Einschränkung (oft ist das sogar Einschüchterung!) von Selbstbestimmung und gesunder Freiheit.

      Ein Mensch wrote:

      Das kann ich soweit als ein Ziel in meinem Leben verbuchen.
      Klingt doch schon ganz nett, das wäre auch so mein Ziel :rolleyes:




      Ein Mensch wrote:

      Ich habe echte Probleme zu sagen, dass bestimmte Dinge in der Gesellschaft falsch laufen oder schlecht sind, wenn ich nicht weiß, wohin die Gesellschaft will. Mir fehlt ein zu Grunde liegendes Prinzip in der Gesellschaft.
      Das geht mir ja genauso. Viele interessieren sich leider nur für oberflächige Dinge und relfektieren gar nicht. Dann gibt es solche, die kaputte und destruktive Vorstellungen einer Gesellschaftsform pflegen, die also mittels Krieg und Zwang ihr "Glück" versuchen zu finden. Man müsste viele Menschen einfach mal zu ganz alternativen Gedanken anregen und dabei betonen, dass man in seinem Inneren nicht gleich die damit verbundenen hollywood-artigen "Untergangs-Klischees" triggern lassen sollte. Viele verstehen auch unter dem Begriff Selbstbestimmung oder Anarchie nur negative Bilder zuzuordnen. Auch scheinen einige Menschen reflexartig an einen fehlerhaften Naturbegriff festzuklammern oder leiten ihr Verhalten aus der Tierwelt ab.



      Ein Mensch wrote:

      Was ich brauche, um vollkommen glücklich zu sein, bekomme ich nicht.
      Kann ich nachvollziehen.


      Ein Mensch wrote:

      Ist das nun von der Gesellschaft so gewollt, weil ich nicht in sie hineinpasse? Oder gibt sie mir schon alles, damit ich glücklich sein kann und ich selbst bin aber zu dumm, um das einzusehen? Sehe ich einfach nur bestimmte Aspekte nicht, die verhindern, dass ich verstehe und mich wohl fühlen kann?
      Nein du bist nicht dumm! :) Ich fühle mich hier echt genauso. Ich denke, du bist einfach zu schlau dafür, als um dich den spießigen und stereotypen Weltbildern anzupassen, weil das deine Seele nicht erfüllt. Du kannst hinter die Facetten blicken.

      Ich denke, das ist von der Gesellschaft nicht unbedingt in direkter weise so gewollt, aber ein Zustand, der sich aus vielen kleineren Schritten zusammengesetzt hat. Viele Handlungen laufen unterbewusst ab. Jemand, der z.B den ganzen tag nur noch eine Handlung ausführt und keine Zeit oder Lust mehr hat, nachzudenken, wird nie ein tieferes Gefühl suchen oder entwickeln. Sowas muss sich ja erst mal aufbauen. Ich bin aber überzeugt, dass es sogar fast jeder könnte, auch wenn es ein längerer Weg dorthin wäre.



      Ein Mensch wrote:

      Um das einschätzen zu können müsste ich mir ein ungefähres Ziel ausmalen können, wo denn nun die Gesellschaft wirklich hin will. Wenn ich darüber nachdenke, komme ich als Ziel nur auf den recht trivialen Aspekt der Art Erhaltung. Also, dass die Gesellschaft der Art Mensch, sich selbst solange wie möglich aufrechterhalten möchte.
      Hmm, damit der Mensch sich erhalten könnte, würde sogar die primitivste Form des "auslebens" genügen. Aber dennoch sehnen sich einige Menschen nach mehr.


      Ein Mensch wrote:

      Das ist aber für mich nicht zufriedenstellend, weil es nicht die Frage beantwortet, wie viel denn die Gesellschaft dem Einzelnen geben muss. Das ist ja schließlich die Frage, die mich selbst am meisten betrifft.

      Sicherlich kann man aus dem bloßen Fakt der Art Erhaltung Ableitungen ziehen, wie viel jedem Menschen mindestens und höchstens gegeben werden sollte, damit wir zum einen nicht die Erde kaputt machen und zum anderen unser Überleben solange wie möglich sichern. Aber hier fehlt doch etwas!
      Aber das fühlt sich sehr "beschränkt" an, genau. So als wären Menschen inetwa nur Maschinen, deren Batterie ständig geladen werden muss und seine Erhaltung gesichert sein soll, und dass alles schon am Sinn wäre. Uff. Du hasst recht, in uns gibt es auch eine Neugierde auf tiefere Ebenen, die alle möglichen Bereiche betreffen.



      Ein Mensch wrote:

      Die große Unbekannte in dieser Rechnung ist die menschliche Kreativität. Das ist das was mich stört.
      Die menschliche Eigenheit, dass scheinbar aus dem Nichts neue Gedanken hervorgebracht werden können, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Das ist das, was ich mir für mich in der Gesellschaft mehr wünsche. Nämlich freies, selbstbestimmtes Denken fern jeder Konvention oder ungerechtfertigten moralischen Verpflichtung.
      Das ist diese gewisse Einsicht überhaupt! Das wir tatsächlich über "grenzen hinweg" denken können! Wir können ganze Welten in uns enstehen lassen, Träume erfahren oder Erlebnisse aus der Fantasie zaubern. Richtig! :) Dabei kann diese Fantasie tatsächlich alle möglichen Formen annehmen, selbst solche, die jenseits unserer logischen Erfahrung liegen. Bilder und Orte bereisen, die nicht mal existieren, oder lange in der Vergangenheit / Zukunft liegen. Wir können uns auch darauf konzentrieren, Gedanken über eine schönere Gesellschaft zusammenzustellen. Die enstehen dann auch von alleine, wenn man mal den Mechanismus dazu angeregt hat.



      Ein Mensch wrote:

      Reicht dafür ein Mindestmaß an Zuwendung für den Einzelnen, oder muss er soviel unterstützt werden wie nur möglich? Ist es sinnvoll allen gleichermaßen Unterstützung zu bieten, oder sollte man gezielt Einzelne ausschließen, weil diese sich gerade dadurch besser entfalten?
      Wieviel dieser Entfaltung ist überhaupt mit dem mir unbekannten Ziel der Gesellschaft vereinbar?
      Hmm mein Gefühl sagt mir da auf die Schnelle, dass es auf das ganz Individuelle hinausläuft. Aber das Anregen solcher tieferen und atemberaubenden Gedanken + Gefühle wäre wohl ein interessantes Thema für sich. Da gibt es vielseitige Methoden (u.a Meditation, oder auch luzides träumen etc)