Was macht ihr zu Weihnachten bzw. Sylvester?

    • Mach eine bedeutende Erfindung oder präge die Menschheit mit deiner Kunst, und die Erinnerung ist dir fortwährend gewiss. Wer dazu nicht fähig ist, versucht es durch das reinziehen Unbeteiligter. Amoklauf oder Selbstmordanschlag. Nicht die beste Erinnerung, aber es gehen damit ja auch nicht die besten Menschen.
    • Na gut, irgendwas erfinden oder die Leute mit Kunst zu begeistern, ist schon ziemlich schwierig. Amoklauf oder Selbstmordanschlag ist schon definitiv einfacher zu bewerkstelligen. Bei letzteren bin ich mir aber nicht sicher, ob die Erinnerung an einem so gut sein wird. Gut, Amoklauf, wenn man es mit Hass auf die Gesellschaft begründet, mag ein paar Begeisterte auffangen, die ähnlichen Hass auf die Gesellschaft hegen. Aber seien wir ehrlich: die Meisten aller Menschen sterben unbedeutend... ne Handvoll Leute erinnern sich an uns/behalten uns in Erinnerung, und danach wars das auch schon.

      The post was edited 5 times, last by Celdur ().

    • Denk an JC......Dieser Penner hat ne ganze Schar durch seinen Tod um sich versammelt und ist immer noch millardenfach bekannt!
      Vielleicht übst du einfach ein wenig übers Wasser laufen oder lässt Wasser zu Wein werden. Dann ist dir Erinnerung sicher! Darfst dann
      "eine" Ewigkeit lang als halbnackte Ikone nur mit Lendenschurz und Dornenkrone in kalten Steinhäusern herumhängen. Wenn das x nix ist!
      aber mein hirn ist doch müde ...... !!!!
    • In meiner Kindheit war Weihnachten, neben dem Geburtstag immer das Highlight des Jahres, weil es dann endlich vernünftige Spielsachen gab, für die übers Jahr das Geld fehlte. Damals in den 80-ern, gab es gelegentlich sogar noch ordentlich Schnee dazu, der fürs Schlittenfahren und Schneeballschlachten taugte. Da habe ich ein paar schöne Erinnerungen an tonnenweise weggeräumten Straßenschnee, den ich mich dem Nachbarsjungen zu fantastischen Schneeburgen verwandelte, worin wir bis spät abends rumtoben durften. Heutzutage kann man Weihnachtsschnee im Saarland ja leider vergessen. Dieses Jahr bin ich extra ins Allgäu gefahren, damit endlich mal ein Schlitten benutzt werden kann, selbst da nur Matsch, außer im Gebirge.
      Für mich ist Schnee zu Weihnachten wichtig, das pusht den Gemütlichkeitseffekt für die Gemeinschaft am warmen Feuer, während es draußen fröstelt. Den genauen Ablauf von früher weiß ich nicht mehr. Der Tannenbaum wurde jedenfalls meist zusammen geschmückt (inklusive brennender Wachskerzen ^^) , meine Mutter stellte stets dieselbe selbstgebastelte Christkind-Krippe mit auf und kochte was Außergewöhnliches. An Christmessen wurde meiner Erinnerung nach, nie teilgenommen. Ab Heiligabend liefen immer irgendwelche klassischen Weihnachtslieder und vor der Bescherung spielte sie selbst was auf der Blockflöte, was ich bis zu einem gewissen Alter durchaus gerne mit einer Melodica begleitete, aber später nur noch lästig fand. Das gemütliche Beisammensein im schön geschmückten Wohnzimmer hat mir aber schon immer gut gefallen.
      Mein Vater war nie dabei, da er sich recht früh von meiner Mutter trennte und so waren wir bis ca. zum Ende meines Grundschulalters nur zu zweit (meinen Vater besuchte ich immer am 1. Weihnachtstag) und in den folgenden Jahren kam nach diversen neuen Partnern meiner Mutter, mein Stiefvater und meine Schwester dazu. Von da an verliefen meine Weihnachten vom Ablauf her, relativ ähnlich, allerdings gab es auch an solchen Feiertagen öfters Krach wegen seinem Alkoholismus und das Ganze verlor schon allein durch meine steigendes Alter seinen kindlich naiven „Weihnachtszauber“.
      Heute, mit eigens gegründeter Familie, geht’s mir an Weihnachten immer noch in erster Linie um leckeres Essen, Geschenke und gemütliches Beisammensein. Ich hab großen Spaß daran, meine Kinder zu beschenken und anschließend mit ihnen zu spielen und Urlaub ist sowieso immer gut. Die religiösen Aspekte (Krippe, Christkind etc.) spielen für uns keine Rolle, meine Kinder will ich solchen Einflüssen generell entziehen. Dass die größten Geschenke vom Weihnachtsmann kommen, haben wir Ihnen aber trotzdem erzählt. Für kleine Kinder ist die Welt noch ein magischer Ort und da ist das Märchen vom lieben, spendablen Weihnachtsmann vom Nordpol für mich in Ordnung, solange das Ganze von Märchen getrennt bleibt, mit denen religiöse Institutionen ihre Verblödungsstrategien verbreiten.

      Unser Ablauf an Weihnachten ist in der Regel simpel und möglichst stressfrei. Den Baum besorge ich immer schon vorher und stelle ihn schonmal am Vortag auf. Meist kommt ein schön fetter Schweine-Rollbraten im Schlauch in den Ofen, der zuvor bestellt und nur noch fertig gewürzt im örtlichen Supermarkt abgeholt werden muss. Während der Braten und die Beilagen garen, wird der Baum geschmückt und mit Geschenken bestückt. Nach dem Essen werden die auch gleich geöffnet und ausprobiert und die Erwachsenen sitzen hinterher meist bis spät in die Nacht noch am Esstisch und unterhalten sich. Was am Ritual variiert ist die Anwesenheit von Omas/Opas. Da wechsle ich mich mit meiner Schwester ab, damit meine Mutter nicht alleine in der Einliegerwohnung unter mir hockt und meinen Vater besuche ich immer am 2. Weihnachtstag, weil am 1. nur Faulenzen, Weihnachtsfilme gucken und evtl. ein Spaziergang in der Natur zum Programm gehören. Meine katholischen Schwiegereltern sind fast immer mit dabei (obwohl es ihnen stinkt, dass ich nix vom Christkind hören will) und meine Schwester besucht mich relativ zeitnah, je nach Schicht, bringt was für die Kinder mit und das wars dann auch schon.

      Das typische Bild von der heuchlerischen Familienidylle, das viele von Weihnachten haben, hab ich eigentlich nie kennengelernt, weil die Verhältnisse unterm Strich eher offen beschissen waren, wenn auch mit gelegentlichen Lichtblicken. Mit dem Großteil meiner Blutsverwandschaft hab ich den Kontakt schon lange abgebrochen, deshalb sind große Familienfeiern, wo sich teilweise verfeindete Menschen entgegen jeglicher Vernunft zusammenraufen sollen, sowieso kein Thema. Ich würde eine Familienfeier wie Weihnachten jedenfalls niemals freiwillig mit Menschen verbringen, für die ich garnichts übrig habe, da bin ich ziemlich unbesinnlich.



      Ansonsten hab ich ne hübsche Panorama Aussicht im zweiten Stock, da schauen wir uns an Silvester das Geballer an, trinken Sekt und veranstalten komische Verrenkungen zu Rock´n´Roll-Oldies.
      Apropos komische Verrenkungen!

      Tina-chan wrote:

      Mir geht es einfach darum, was ihr macht und wie alles bei euch aussieht.


      :lol:

      @Shinobi
      Ich hatte schon ähnliche Gedanken wie du und als ich ganz unten war, hab ich quasi neu angefangen und nurnoch selbst entschieden, was bedeutsam für mich sein soll und was nicht. Ich hoffe du versumpfst nicht komplett in deinem Elend, das fände ich bedauerlich weil ich dich für keinen schlechten Kerl halte, auch wenn ich das in der Vergangenheit schon anders dargestellt habe ;)
    • Shinobi wrote:

      Alles verliert irgendwie an Bedeutung.

      Shinobi wrote:

      Und es ist ja nicht so als ob all die Menschen die ein ''echte'' Leben haben, einen zufriedeneren Eindruck machen würden. Im Gegenteil, verglichen mit ihnen wirkt man selbst gleich wieder viel Zufriedener und fühlt sich in seiner stagnierenden Lebensweise sogar noch ein wenig bestätigt.
      Ich denke, es ist etwas völlig normales, dass Menschen im Lauf ihres Lebens abstumpfen.
      Genaugenommen ist die Welt doch voller abgestumpfter Menschen, deren Gedankenkreise jedes Jahr ein bisschen enger werden, deren Interessen jedes Jahr ein bisschen mehr zusammenschrumpfen, bis irgendwann jeder Tag der selbe ist und man sich fühlt wie bei "Und täglich grüßt das Murmeltier".
      Das geht auch den geselligen Leuten so, die viele Sozialkontakte haben. Hab ich Weihnachten wieder gemerkt als ich noch kurz bei der übriggebliebenen Verwandtschaft vorbeigeschaut habe, bei Onkel und Tante, die jetzt auch Oma und Opa geworden sind. Da krabbeln erwachsene Menschen auf dem Boden rum, um den Nachwuchs und die zwei Hunde zu bespaßen. Und den halben Tag verbringt man damit, dem Baby Essen zu geben oder darüber zu reden, wie das Baby isst oder schläft, und einem durchgeknallten hyperaktiven Fellknäuel mit einem IQ von 25 dabei zuzusehen, wie er sein eigenes Körbchen zerlegt.
      Also letztlich ist auch das normale spießige Familienleben nicht unbedingt geistige Erfüllung auf höchstem Niveau. Man kann sich halt einreden, man dient seinem Kind, damit es heranwachsen kann, und tut damit eine sinnvolle Aufgabe verrichten... aber genauso gut kann Shinobi auch sagen, er verrichtet eine sinnvolle Aufgabe, indem er kein Kind in die Welt setzt und so dafür sorgt, dass in fünfzig Jahren ein Mensch weniger die Umwelt verpestet. :D
      Es ist letztlich egal. Wirklich bedeutungsvoll wird unser Leben nicht durch das, was wir tun. Sondern durch das, was wir uns einreden.
      Und manche sind eben ganz gut darin, sich einen Sinn einzureden und damit zufrieden zu sein. Anderen hingegen fällt es schwer.

      Ich finde wichtig ist vor allem, dass man sich wohl fühlt mit der Weise, wie man lebt.
      Und wenn man sich dabei nicht wohl fühlt, ganz egal ob man nun fauler Gammler ist oder fleißiger Familienvater, dann sollte man etwas ändern.
      Das ist ja auch das, was ich immer predige. Und was ich selbst früher auch getan habe. Ich wollte unbedingt echte Freunde bzw. Seelenverwandte um mich haben. Und weil es die nicht gab in meinem Umfeld, hab ich Forum gegründet und Bücher geschrieben und die halbe Welt auf den Kopf gestellt. Viel mehr Seelenverwandte hab ich jetzt deshalb auch nicht. Aber ich habe dank diesem Ziel, das ich so viele Jahre lang vor Augen hatte, einen interessanten Weg zurückgelegt. Und Dinge erschaffen, wo man vielleicht erst in zehn oder zwanzig Jahren sehen wird, wofür sie gut gewesen sind.
      Was ich damit sagen will, @Shinobi... und du hast es ja auch selber schon gesagt "When you not trying to get anywhere you can't travel."
      Oder anders formuliert: Wenn du nicht willst, dass jeder Tag gleich ist, dann sei du selbst die Veränderung, die du dir in deinem Leben wünschst. Ich hab es dir schon früher gesagt, und ich finde es auch nach wie vor: Du bist eigentlich noch zu jung, um jetzt schon wie Dude Karl zu leben und nur noch aufs Ende zu warten. Vor allem sehe ich ja wieder, wenn du hier beispielsweise schreibst, dass du dich gut ausdrücken kannst und dass da Potential wäre für einiges mehr.
      Aber ich weiß... letztlich braucht man für alles, was man tut, erstmal Energie. Und wenn man die nicht hat, wird es schwer. Geht mir ja auch so, weil ich auch oft keine Energie habe und dann auch diese Hilflosigkeit nachempfinden kann, die man dann spürt. Man hofft auf ein Erlebnis, das einem wieder einen Energieschub gibt, aber wenn sowas zu lange ausbleibt, dann rostet man irgendwann ein. Aber nur, weil du etwas eingerostet bist, heißt das noch lange nicht, dass du schon zum alten Eisen gehörst. ;)
    • Auch euch allen ein schönes Ostern!

      Zum Glück ist er nun vorbei, der alljährliche Beweis-dass-Anarchie-nicht-funktioniert-Tag. Gib einem Menschen Macht und erkenne sein wahres Gesicht. Oder gib ihm Feuerwerkskörper.
      Ich habe dieser ganzen Szenerie nicht eines einzigen Blickes gewürdigt. Das Personal in der Notaufnahme konnte dies freilich nicht. Warum eigentlich nicht? Widerstrebt das doch komplett dem Prozess der natürlichen Auslese.
      Und weil das nicht stattfindet, sehen wir jedes Jahr erneut das Ergebnis dieser Misere.

      Egal, ordnen wir uns jetzt erst mal wieder der heiligen Kirche unter und feiern nicht nur ihre Zeitrechnung, sondern starten in ein neues aufregendes Jahr, welches auch an dessen Ende die Leute wieder zu Millionen in die Geschäfte pilgern lässt, um freudestrahlend Geld ausgeben zu dürfen, um ihre eigene Umwelt zu verschmutzen und um sich den Lebensfrust mittels Böller mal richtig von der Seele brüllen zu können.
      Aber das muss dann für das ganze Jahr reichen! Morgen dann wieder Nachtruhe um 22 Uhr, denn man muss schlafen; der Chef wird sauer bei Verspätung am Arbeitsplatz.