Was macht ihr zu Weihnachten bzw. Sylvester?

    • Was macht ihr zu Weihnachten bzw. Sylvester?

      Um die Frage, was ihr esst, sondern eher, was ihr macht. Gibt es Traditionen? Wie läuft bei euch alles ab? Seit ihr verschieden?Mir geht es einfach darum, was ihr macht und wie alles bei euch aussieht. Wie war es früher bei euch? Wie ist es jetzt? Feiert ihr alleine? Feiert ihr mit anderen zusammen? Seit ihr komplette Gegner von Weihnachten? Was sieht ihr bei dem Fest Weihnachten?
      Ihr seht, ich hab so einige Fragen an euch ^^ (ja, ich bin sehr wissbegierig^^ )

      Jetzt zu mir, damit ihr seht, das ich alle Fragen auch beantworte:

      Früher war es so, das ich in der Familie bestimmte Reihenfolgen hatte. Bis zum 3. Advent haben wir alle Weihnachtspost erledigt. Das heißt, Familie, Bekannte und so weiter. Dann wurde erst an uns gedacht. Meist haben wir dann am 23. 12 den Baum aufgestellt. Am 24. war es ganz klar, das wir alle erst uns gemütlich zuhause vorbereitet sind. Leider musste ich immer in die Kirche (jep, das war öde und unnötig, aber es war nun mal dabei) anschließend nachhause und Lieder geträllert. Meist gab es dann die Bescherung und das übliche. Aber anders, wie andere, haben wir an Heiligabend selber so wenig wie es geht an Essen gemacht. Meist gab es Kleinigkeiten, wie Hawaii-Toast, Strammer Max, oder sonstiges kleines. Es war nie aufwändig. Erst am 1. Weihnachtstag gab es dann die Gans oder was es auch immer gab. Das schöne war, wir haben zwei mal Bescherung gehabt, weil wir ja am 1. Weihnachtstag alle Päckchen und Pakete da aufgemacht haben, die wir auch damals bekommen haben. War schon immer viel, was es damals war, aber eher meist praktisches oder eben das, was wir wollten. Nie was großes, was heute ja eher andres ist.
      Das war früher, es hat sich bei mir im Laufe der Zeit kaum was geändert, bis ich selber eine Familie hatte. Allerdings habe ich, sobald ich aus meinem Elternhaus ausgezogen bin, das mit dem Kirchengang sofort gestrichen. Selbst, als ich Kinder hatte, habe ich was anders gemacht. ich hab das mit dem wenigen Essen bis vor ein paar Jahren gemacht, also, das an Heiligabend nicht viel gab. Einfach, weil es so für mich schöner war. Das hat sich dann wiederum geändert.
      Für mich selber ist Weihnachten eine reine Familienfeier. Es geht um das Zusammensein, einfach mal an nichts anders denken. Für mich ist es auch wichtig, das der TV ausbleibt, das wir zusammen spielen und einfach eine schöne Zeit haben.
      Am 1. Weihnachtstag ist meist ein ruhiger Tag, da wird nicht wirklich was gemacht. Hingegen am 2. Weihnachtstag feiern wir mit der Familie, da wird auch abgewechselt, meist wird im Kreis das ganze gemacht, also einmal bei uns, dann bei den Großeltern, dann bei Schwägerin. Große Geschenke gibt es nicht, meist sind es Dinge, die wir eh brauchen. Ein bisschen natürlich auch mal was, was eben nicht praktisch ist.

      So, wie sieht es bei euch aus? Fragen stehen oben. Jetzt seit ihr dran
      Sind wir nicht alle etwas Bluma???? ^^
    • Weihnachten hat sich auf jeden Fall mal anders angefühlt, als man jünger war. Weiß nicht, aber irgendwie geht das nur noch an mir vorbei. Das Aufgeregtsein ist nicht mehr vorhanden. Der Zauber, das Besinnliche, kommt bei mir nicht mehr an.

      Tina-chan wrote:

      Gibt es Traditionen? Wie läuft bei euch alles ab?
      Da meine Mutter die Tradition am Leben hält, gibt es halt Heiligabend das gemeinsame Bockwurst/Kartoffelsalatessen. Dazu die "Bescherung", wobei ich immer einen Teller oder einen Beutel von Snacks, die ich essen mag, bekomme. Manchmal gibt es noch eine Schachtel Zigaretten dazu. Aber so großartig geschenkt wird sich sonst nichts. Meine Schwester bekommt ein paar Kleinigkeiten, aber das finde ich in ihrem Alter noch normal. Also nicht, dass ich es nicht normal finde, dass Erwachsene sich noch gegenseitig mit Materiellem beglücken, aber bei uns ist das schon seit Jahren nicht mehr so.
      Am 1./2. Weihnachtstag läuft dann eigentlich alles wieder "normal", bis auf das spezielle Essen an diesen Tagen. Was ich übrigens begrüße an solchen Tagen.

      Tina-chan wrote:

      Wie war es früher bei euch?
      Es gab mehr Geschenke für mich *gg*. Und die Ansammlung von Familienmitgliedern war auch mal größer.

      Tina-chan wrote:

      Seit ihr komplette Gegner von Weihnachten? Was sieht ihr bei dem Fest Weihnachten?
      Nicht komplett. Ich mag Feiertage eigentlich, weil dann alles schön still steht. Wenn ich arbeiten gehen würde, würde ich mich über die freien Tage freuen. Das Essen an diesen Tagen ist wie gesagt echt begrüßenswert.
      Was mich an Weihnachten stört, ist z.B. stressiger Konsumwahn, Freundlichtun auf Knopfdruck, die ewig gleichen Phrasen.

      Tina-chan wrote:

      Sylvester
      Das hab ich mir abgewöhnt. Kann vielleicht daran liegen, dass hier im Häuschen immer diese RTL2-Scheiße an Silvester läuft. Das kann ich mir echt nicht geben. Die letzten Jahre habe ich stets versucht, einfach zu pennen. Manchmal werde ich ab Punkt 0 Uhr wach, wenn die Leute schön am rumknallen sind.
    • Da gibt's nicht viel Besonderes zu berichten.
      Als ich noch ein Kind war, hat sich die ganze Familie am 24. bei der Oma versammelt, es gab Leberkäs mit Kartoffelsalat und einen Berg Geschenke. Im Nachhinein kann ich eigentlich nur den Kopf darüber schütteln, wie sehr ich früher darauf hingefiebert habe, irgendeinen neuen Scheiß geschenkt zu bekommen. Aber meistens gab es eh nur Geldgeschenke, das war mir auch am liebsten... hat einem damals so einen Hauch von Freiheit vermittelt, selbst Geld zu haben und entscheiden zu können, was man damit macht, ohne ständig die Eltern um Erlaubnis bitten zu müssen.
      Und dann gab es noch so lästige Großonkel und Großtante, die darauf bestanden haben, dass man ihnen was am Klavier vorspielt. :zombie:
      Wie ich schon früher mal in meinem Weihnachtsvideo gesagt hatte: Für mich war Weihnachten immer das Fest der Geschenke und des ungezügelten Kommerzes. Alles andere empfand ich schon damals eher als lästige Notwendigkeit.

      Heute ist von der Verwandtschaft nicht mehr viel übrig. Der Mutter zuliebe setze ich mich halt eine Weile zu ihr in die Stube und mache Smalltalk, kippe mir ordentlich Wein rein, und spiele besoffen ein paar Weihnachtslieder. (Also total langweilige, normale Weihnachtslieder, kein Anarchonauten-Style. Da habt ihr nix verpasst.)
      Und damit ist Weihnachten dann auch für mich schon wieder beendet. Danach ziehe ich wie jedes Jahr mit meinem besten Freund um die Häuser und schaue den anderen von außen, mit dem gebührenden ABSTAND, beim Zelebrieren ihrer Familienidylle zu.
      Ich bin kein Familienmensch. Nein. Ich bin ein Wahlfamilien- und Seelenverwandten-Mensch. Dieses Zusammenseinmüssen mit Menschen, die man sich nie bewusst rausgesucht hat, sondern die einem eben vom Schicksal zugelost worden sind, hat mir nie wirklich was gegeben. Hab das nie verstanden, warum das andere so als Idealzustand betrachten. Für mich ist der Idealzustand, mit Menschen zusammenzusein, weil man ähnlich tickt und die gleichen Schwingungen hat, und nicht weil man eben miteinander aufgewachsen ist und sich aneinander gewöhnt hat. Deshalb würde ich auch selber nie Kinder kriegen wollen oder so... weil man halt nie weiß, was man bekommt. Nachher haste ein kleines Arschloch im Haus und musst den Rest deines Lebens damit klarkommen. Das wäre mir viel zu riskant.

      An Silvester ist's auch nicht viel anders als an Weihnachten. Irgendwas saufen, um die kollektive Feierlaune der Menschen auf der Straße besser ertragen zu können. Und dann auf einen hohen Berg steigen, aufs Feuerwerk runterschauen und sich vorstellen, dass endlich Dritter Weltkrieg ist. :kotz:

    • It's not about the destination it's about the journey, but the journey loses its meaning when there's no destination at all. When you not trying to get anywhere you can't travel.

      Ich denke damit hat er meine Situation und meinen Lebenswandel bereits ganz gut zusammengefasst. Alles verliert irgendwie an Bedeutung. Man fängt an bis in den späten Nachmittag hinein zu schlafen und erst am frühen Morgen wieder ins Bett zu gehen, doch der Verlust des Tages hat keinerlei Bedeutung. Das Internet stellt rund um die Uhr alles bereit was man möchte, da spielt es keine Rolle mehr ob es draußen hell oder dunkel ist. Auch der Verlust von menschlicher Nähe und das knüpfen und erhalten von Beziehungen verliert mit der Zeit an Wert. Sobald man sich einsam oder traurig fühlt gibt es unzählige Möglichkeiten sich davon abzulenken und seinen Schmerz zu maskieren. Durch Drogen, Videospiele, Internet und Selbstbefriedigung lässt sich so ziemlich alles simulieren was einem im echten Leben fehlt und zugleich steht einem eine schier unaufhörliche Dopaminquelle zur Verfügung, die für ein permanentes Glücksgefühl sorgt.
      Dagegen verblassen alle Ereignisse und Aktivitäten aus der realen Welt irgendwie. Nur hin und wieder wenn durch all diese Schleier künstlicher Glückseligkeit die dahinter liegende Leere durchscheint, beginnt man ein wenig diesen Lebensstil zu hinterfragen. Aber man bringt irgendwie nie die nötige Kraft für einen radikalen Wandel auf.

      Die Welt da draußen ist hart und beschwerlich, sich stärker in die Gesellschaft einzubringen führt lediglich zu mehr Frust und Enttäuschungen. Und alles was sie einem für die geleisteten Anstrengungen an Belohnungen in Aussicht stellen wirkt wie ein schlechter Witz, wirkt wie blanker Hohn. Keine der Anstrengungen des echten Lebens scheint sich zu Lohnen, keines der Risiken es wert zu sein. Und es ist ja nicht so als ob all die Menschen die ein ''echte'' Leben haben, einen zufriedeneren Eindruck machen würden. Im Gegenteil, verglichen mit ihnen wirkt man selbst gleich wieder viel Zufriedener und fühlt sich in seiner stagnierenden Lebensweise sogar noch ein wenig bestätigt.

      Gestern habe ich wieder für einen Moment eine tiefe innerer leere verspürt und die Lustlosigkeit schien allem was mir sonst so viel Spaß bereitet irgendwie im Weg zu stehen. Also legte ich mich bereits früher als üblich ins Bett. Nach 3 Stunden bekam ich dann aber doch wieder einen Sinneswandel, fing an mich zu betrinken und hockte mich bis 5 Uhr Morgens vor den PC. Danach ging es mir wieder etwas besser und als ich so in meinem Bett lag, dachte ich mir wieder dass mein Leben doch im Grunde ganz ok sei. Weihnachten wird halt mit der Zeit auch bloß zu einem weiteren unbedeutenden Tag im Kalender welcher kurz darauf durch einen anderen ersetzt wird, so als wäre nichts gewesen.
      ''Everyone around me, they feel connected to something. Connected to something, I'm not.''
      Motoko Kusanagi
    • Ein Ziel hab ich auch nicht. Zumindest kein Ziel, das mir die Gesellschaft anbietet. Erfolgreichen Job, tolle Ehefrau, 1-2 Kinder, so was. Es ist eigentlich nur leben, weil man lebt, bis man stirbt. Aber irgendwie kann auch das zufrieden machen. Aber du hast schon Recht, es reichen schon banale Dinge, um einen zufriedenzustellen. Zocken, Bier trinken, sich einen rubbeln. Und dann hat man diese Glücksgefühle, und nichts stört einen mehr.
      Bei mir ist das so, je glücklicher ich mich fühle, desto weniger hinterfrage ich. Ich bin glücklich - das ist so richtig. Mir geht das tiefere Denken abhanden. Wiederhole die glücklichmachenden Sachen. Frage mich, warum sich andere Menschen das Leben so schwer machen.

      Ich finde es auf jeden Fall ok, wenn du so lebst. Wenn du zufrieden damit bist. Und wenn du nicht zufrieden mit deiner Lebensweise bist, versuche darauf hinzuarbeiten, dass du zufrieden bist. Aber selbst wenn du das, was du leben willst, erreichst hast, wirst du immer noch nicht mit allem zufrieden sein, weil es immer Kleinigkeiten gibt, die du verbessern möchtest. Und schlussendlich ist es eh egal, ob du zufrieden mit deinem Leben warst, du stirbst eh irgendwann, kriegst ne Beerdigung und nach einiger Zeit wirst du keine Rolle mehr spielen, in welchem Kopf auch immer. In ein paar Jahrzehnten später wirst du überhaupt keine Rolle mehr in irgendeinem Gehirn spielen, es ist so, als hättest du nie existiert. Existiert hast du ja schon, aber es erinnert sich kein Arsch mehr daran.