2016

    • Hier könnt ihr alles reinschreiben, was euch zum Jahr 2016 einfällt...
      War es ein gutes Jahr für euch oder ein schlechtes? Habt ihr irgendwas besonderes erlebt, was hängen bleiben wird und was ihr immer mit dieser Jahreszahl verbinden werdet?

      Ich fühlte irgendwie schon am 31.12. letzten Jahres, als ich komplett von Nebel umgeben auf einer Anhöhe stand und weder Feuerwerk noch irgendwas anderes sehen konnte, obwohl ich mir extra einen schönen Aussichtspunkt rausgesucht hatte, dass 2016 ein beschissenes Jahr werden würde. Dass es aber so beschissen werden würde, hätte ich dann doch nicht erwartet.
      Die meiste Zeit des Jahres dürfte ich damit verbracht haben, wie ein dämlicher Teenie vorm Rechner zu hocken und darauf zu warten, dass sich eine bestimmte Person bei mir meldet. Was natürlich nie geschehen ist. (Der Betreffende liest hier vermutlich nicht mal mehr mit, weil er inzwischen völlig andere Interessen hat.)
      Wenn man so viel Zeit und Energie in eine bestimmte Sache steckt, und am Ende mit komplett leeren Händen dasteht, ist es natürlich doppelt frustrierend, und man fühlt sich wie der letzte Volldepp. Und das Schlimmste ist, ich würde es vermutlich, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, wieder genauso machen.. bin da scheinbar auch ziemlich lernresistent. Vielleicht würde ich ein paar andere Dinge versuchen, ein bissschen diplomatischer vorgehen hier und da.. aber wahrscheinlich wäre das Endergebnis so oder so das gleiche geblieben. Denn 2016 hat mir gesagt: "Egal, was du tust, egal, wie du dich anstrengst, egal ob du bettelst oder rumheulst oder fluchst oder irgendwelche Tricks anwendest... du wirst niemals bekommen, was du willst, weil du ein Stück Scheiße bist! Und nur weil du im Internet ein paar Bücher und Songs veröffentlicht hast, bekommst du noch lang keine Sonderbehandlung oder darfst dir irgendwelche Extrawünsche raussuchen!"
      Danke, 2016, das vergesse ich dir nie. Du wirst dafür immer als absolutes Drecksjahr in meiner Erinnerung verbleiben!!
      Und jaaaa, ich weiß, andere Leute haben Krebs oder werden vom Auto überfahren.. ich habe nur mein Herz für den falschen Menschen geöffnet, und bin damit auf die Fresse gefallen. Es gibt schlimmeres. Trotzdem fühlt es sich an wie ein Todesstoß, wenn man eh schon am Boden liegt (weil 2015 auch beschissen war), und dann noch sowas dazu kommt. :waah:
      2016 ist auch das Jahr des Flarum-Forums, das ich jetzt aufgrund meiner schlechten Laune in diesem Jahr und meiner ständigen Jammerei wohl auf ewig als Depri-Forum in Erinnerung behalten werde.

      An positiven Dingen, die ich mit 2016 verbinden kann, fällt mir echt nicht viel ein. Außer der Urlaub auf Rügen und Usedom im Sommer. Irgendwie hat es mir für ein paar Tage Frieden gegeben, einfach am Strand zu liegen, den Wellen zu lauschen und Quallen zu zählen.
      Und Sternschnuppen. Eines nachts kamen wir etwas angetrunken zum Strand, und genau in dem Moment raste eine riesige Feuerkugel über den ganzen Horizont. Und ich dachte mir: "Wow, ein Zeichen! Jetzt wird irgendwas Besonderes, Magisches passieren!"
      Das magischste am Rest der Nacht war aber nur, dass ich im Sand den Autoschlüssel verloren habe (was wirklich Spaß macht, nachts, betrunken, ohne Taschenlampe und den geringsten Anhaltspunkt am kilometerlangen Strand nach einem verfickten Schlüssel zu suchen)... immerhin haben wir ihn später mit etwas Glück wiedergefunden... und sonst... ja, mich hat noch jemand beim Kacken in den Dünen überrascht, was auch nicht gerade magisch war, wenn man gerade mitten am Kacken ist und plötzlich irgendsoein Kiffer auf einen zukommt und Hallo sagen möchte. !:
      Naja, immerhin waren das ein paar unbeschwerte Tage mit lustigen Erlebnissen, die es sonst viel zu selten gab.
      Und jetzt sitze ich hier und hoffe auf 2017, auf irgendeine Form der Wiedergutmachung, irgendein Wunder... irgendwas, was mich wieder richtig zurück in die Spur bringt. Geht mir zwar gerade etwas besser als noch vor einigen Monaten (nicht zuletzt dank der Ablenkung durch das neue Forum), aber ganz der Alte bin ich sicher noch nicht. Weiß auch nicht, ob ich das jemals wieder sein werde. 2016 hat mich schon ziemlich fertig gemacht.
    • Hm, also eigentlich pisst mich das Jahr auch ziemlich an. Ich wurde in meiner Misanthropie und Hoffnungslosigkeit sehr bestärkt, aber da ich meine Emotionen gut im Griff habe führt das eher zu extremer Apathie als ständigem Stress. Verglichen mit 2015 fühle ich mich einerseits etwas weiser aber auch desillusioniert. Zur ziemlich gleichen Zeit wie Dian hatte auch ich mit der Liebe Pech. Allerdings ging es mir dabei eh nur um sexuelle Bedürfnisse und eine Art "Verknalltheit" des Gehirns, obwohl mir bewusst war, das jene Person eigentlich auch nur oberflächlich und außerordentlich durchschnittlich war - wenn ich tatsächlich eine Beziehung mit der Person eingegangen wäre, hätte ich die wohl kaum lange ausgehalten. Dementsprechend fiel mir der emotionale Abschied zum Glück ausgesprochen leicht (ohne die vorherige Verliebtheit hätte ich die Restzeit an der Schule wahrscheinlich gar nicht erst überstanden), den ich auf leider ziemlich dämliche Weise bei meinem Schulwechsel vollzog. Von einem strengen und doch mit Gutmenschen und Leistungsdruck verseuchtem staatlichen Gymnasium wechselte ich auf ein privates, das aber wenigstens in 5 Minuten statt manchmal nur innerhalb mehrerer Stunden erreichbar ist und noch dazu deutlich "wilder", inkompetenter und unkontrollierter ist. Dieser Punkt war sogar ein Fortschritt gegenüber dem letzten Jahr.

      Dann war ich (allerdings noch Ende 2015) umgezogen, aus einem spießigen Einfamilienhaus in ein Mietshaus mit 4 Parteien. Das wiederum kotzte mich an, besonders weil meine Mutter dabei zeitweise fast 3 Monatsmieten im Rückstand war, was zum Rausschmiss hätte führen können. Dafür habe ich endlich eine Kamera und wohne jetzt nahe einem Wald, aber da meine Prokrastination dieses Jahr auch stark zugenommen hat nutze ich beide kaum so (aus) wie ich es ursprünglich wollte. Dazu habe ich ein paar neue Computerspiele für mich entdeckt (da ich 95% meiner Freizeit am PC sitze ist das sehr wichtig) und auch 1-2 neue Chatfreunde gefunden.

      Sehr ambivalent sehe ich es, dass ich jetzt ein Smartphone habe. Ich würde einerseits auf keinen Fall mehr auf die ständig verfügbare Musik verzichten wollen, aber meine Sehfähigkeit hat beträchtlich nachgelassen. Ich sollte vielleicht im Unterricht lieber mehr tagträumen und weniger Bücher (als .pdf) unter der Bank lesen. Stolz bin ich darauf, bis heute keine einzige Spieleapp installiert zu haben. :P Immerhin hat sich die ständige Erreichbarkeit nicht bemerkbar gemacht, da irgendwie niemand wirklich Interesse daran hat mich zu nerven. Leider sind meine wenigen Freunde auch aus verschiedenen Gründen nicht sehr kontaktfreudig, wodurch ich tatsächlich sozial unterbelastet bin - im Vergleich zu 2015 haben meine Bedürfnisse da leider zugenommen.
      Dann habe ich aber wenigstens auch 2 meiner Hobbys intensiviert, Klarträumen und den syrischen Bürgerkrieg.

      Also zusammengefasst: 2016 hat für mich einige positive Dinge gebracht und ähnlich viele zerstört. Am Ende gleicht sich das irgendwie aus.

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    • Bei mir war 2013 ein ziemlich bescheidenes Jahr, in dem ich die Menschen so richtig von ihrer schlechten Seite kennengelernt habe, sowohl im Beruf als auch im Privatleben. Irgendwie habe ich jetzt anscheinend tatsächlich bis 2016 gebraucht, um das einigermaßen zu verarbeiten. Viel problematischer empfinde ich aber, dass mir mittlerweile das meiste absolut egal ist - ob ich nun grandiose Erfolge verbuche oder mit Pauken und Trompeten scheitere, irgendwie fühlt sich das langfristig gesehen alles absolut gleich an. Das hat unter anderem dazu geführt, dass ich 2016 nicht wirklich an meinen eigenen Zielen gearbeitet habe, sondern nur versucht habe, so eben über die Runden zu kommen. Da sollte ich wohl mal was verändern.

      Subjektiv habe ich auch das Empfinden, dass das Nationalbewusstsein im Internet auch bei ganz normalen Leuten wieder stark im Kommen ist, was mich den kommenden Jahren gegenüber ebenfalls misstrauisch macht. Es kann auch sein, dass ich nur mehr in den entsprechenden Bereichen des Internets gelesen habe. Trotzdem bleibt bei dem ganzen mit Lügen zu Propaganda verquirltem Bullshit ein mulmiges Gefühl.

      Außerdem ist 2016 natürlich das Jahr, in dem Donald Trump Präsident der USA wurde. Hätte nicht gedacht, dass ich das tatsächlich mal erlebe.
    • Ich hatte ein sehr gemischtes Jahr. Im Januar ging es mir noch sehr gut; ein neuer, cooler Job, die Abendschule hatte noch nicht angefangen und ich war satt vom Weihnachtessen. Im Februar war ich dann kurz nach Schulbeginn eine Woche lang krank, die fetteste Erkältung seit Jahren. Dann wurde mir gekündigt und ich wurde ziemlich depressiv. In der Schule lief es trotz überwiegend guten bis sehr guten Lehrern und einer tollen Klassengemeinschaft sehr beschissen und dann kam noch der Umzugsstress dazu.
      Im Sommer ging es dann aufwärts, nach ein paar Monaten hatte ich mich an die neue Umgebung gewöhnt (es hat geholfen, dass ich nur ein paar Gehminuten von der Schule und der Arbeit entfernt wohne) und ich habe einen neuen Job gefunden, bei dem ich die regelmäßigen Spaziergänge als Sport verbuchen kann und ansonsten viel Zeit zum lesen und gelegentlichen Staatsfernsehen sehen habe. In der Schule lief es eine Weile gut, auch wenn sie mich regelmäßig runterzieht.
      Zuletzt hatte ich dann noch etwas mehr Stress, weil ich dieses Jahr eigentlich noch viele Sachen erledigen wollte, diese aber vor mir her geschoben habe und teilweise auf nächstes Jahr verschieben musste. Jetzt habe ich aber erstmal ein paar Wochen Schulferien und bezahlten Urlaub zum entspannen.

      Politisch hat mich das Jahr kaum mitgenommen. Ich hatte das Gefühl, dass schon immer regelmäßig Promis gestorben und sind habe nicht verstanden, warum das dieses Jahr ständig aufgebauscht wurde. Vielleicht hat mal jemand eine Statistik dazu, ob in letzter Zeit überdurchschnittlich viele gestorben sind. Dass Trump gewinnt, hat mich nicht überrascht, daher war ich vermutlich auch nicht so schockiert. Dass es seit ein paar Jahren einen globalen Rechtsruck gibt, ist nichts Neues und Hetze gegen Flüchtlinge ist auch schon älter. Hätte mich auch überrascht, wenn das innerhalb eines Jahres erledigt wäre, die Leute haben immerhin immer noch zu wenig Geld und Angst davor, arbeitslos zu werden.
      Erfreulich ist immerhin, dass es immer mehr Menschen gibt, die legal privat kiffen dürfen. Da kommen starke, positive Signale aus den U.S.A., ich denke, dass wir das auch noch hier erleben werden - die SPD und die Grünen zeigen sich da auch immer empfänglicher für, vielleicht wird Bremen in ein paar Jahren zu einem deutschen Amsterdam. Das ist nicht nur gut für Kiffer, sondern meiner Meinung nach auch ein Zeichen, dass es immer noch Fortschritt gibt und die Vernunft auch noch Siege verzeichnen kann.

      Von 2017 erwarte ich privat etwas mehr, ich fahre als Urlaub endlich mal wieder auf ein fünftägiges Festival und ich hoffe, dass ich mir endlich die ganzen Bücher vornehmen kann, die sich seit teilweise drei Jahren ungelesen bei mir stapeln. Zusätzlich habe ich mir vorgenommen, meine komplette DVD-Sammlung zu sehen, weil ich mich in letzter Zeit zu sehr mit Serien beschäftigt habe und meiner Filmleidenschaft kaum nachgegangen bin. Ein neuer Umzugsstress und Jobwechsel bleiben mir hoffentlich erspart, dann habe ich auch mehr Kraft, eher sekundäre Dinge zu erledigen.
      Ach so, eine Bundestagswahl steht ja auch noch an, ich glaube aber nicht, dass wir da großartig überrascht werden (CDU + SPD oder Grüne, außerdem kommt die FDP zurück). Aber das wäre auch eher einen eigenen Thread wert.
      Ich wünschte, Gott würde noch leben, um das zu sehen. - Homer Simpson
    • Sammy Jankis wrote:

      Erfreulich ist immerhin, dass es immer mehr Menschen gibt, die legal privat kiffen dürfen. Da kommen starke, positive Signale aus den U.S.A., ich denke, dass wir das auch noch hier erleben werden - die SPD und die Grünen zeigen sich da auch immer empfänglicher für, vielleicht wird Bremen in ein paar Jahren zu einem deutschen Amsterdam. Das ist nicht nur gut für Kiffer, sondern meiner Meinung nach auch ein Zeichen, dass es immer noch Fortschritt gibt und die Vernunft auch noch Siege verzeichnen kann.

      Fraglich ist bloß ob das unter einem Trump auch so bleiben wird und für Deutschland sehe ich weiterhin schwarz, wenn tatsächlich die afd gewählt wird und andernfalls kommt eh wieder die CDU an die Macht. Grüne, Linke und SPD sind in der Bevölkerung so verhasst wie nie und daher mache ich mir diesbezüglich auch gar keine großen Hoffnungen.

      Was meinen Jahresrückblick betrifft warte ich damit noch bis das Jahr auch tatsächlich rum ist und ob ich die kommende Silvesternacht überhaupt überlebe. An Weihnachten wurde hier auch einer halb Tod geprügelt und der Täter wohnt womöglich sogar direkt über mir, jedenfalls war wohl neulich die Polizei deshalb da...

      Des weiteren halte ich mich aber mit Prognosen für die laufende oder kommende Jahr lieber bedeckt.

      Wobei es eigentlich eh nicht viel zu diesem Jahr zu sagen gibt, eigentlich war es aber gar nicht so schlecht... Ich musste mal abgesehen von einigen wöchentlichen Terminen bei der Dekra Anfang des Jahres und der Tagesklinik gegen Ende des Jahres nicht arbeiten oder an anderweitigen entwürdigenden Maßnahmen teilnehmen. Die ersten beiden Quartale des Jahres war ich äußerst unkreativ gewesen, aber in den Letzten Wochen und Monaten sind dann doch einige meiner schönsten Fotografien entstanden.
      Darüber hinaus konnte ich durch meinen Aufenthalt in der Tagesklinik einige soziale Allianzen schließen, die entgegen erster Vermutungen auch noch nicht komplett erloschen sind. So bin ich zumindest heute auf einen Geburtstag und morgen für Silvester eingeladen worden und hätte die Tage andernfalls wohl alleine verbringen müssen. Also alles in allem kann ich sogar noch recht zufrieden sein mit diesem Jahr. Wer die Erwartungshaltung nicht zu hoch schraubt kann halt auch schwer enttäuscht werden und meine Erwartungen an 2016 waren ohnehin eher bescheiden. Das einzige was mich enttäuscht hat waren die Animes die dieses Jahr erschienen sind, irgendwie ist mir da nicht viel positives in Erinnerung geblieben.
      ''Everyone around me, they feel connected to something. Connected to something, I'm not.''
      Motoko Kusanagi

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    • Shinobi wrote:

      Sammy Jankis wrote:

      Erfreulich ist immerhin, dass es immer mehr Menschen gibt, die legal privat kiffen dürfen. Da kommen starke, positive Signale aus den U.S.A., ich denke, dass wir das auch noch hier erleben werden - die SPD und die Grünen zeigen sich da auch immer empfänglicher für, vielleicht wird Bremen in ein paar Jahren zu einem deutschen Amsterdam. Das ist nicht nur gut für Kiffer, sondern meiner Meinung nach auch ein Zeichen, dass es immer noch Fortschritt gibt und die Vernunft auch noch Siege verzeichnen kann.

      Shinobi wrote:

      Fraglich ist bloß ob das unter einem Trump auch so bleiben wird

      Zumindest hat er bisher gesagt, dass das Sache der Bundesländer sein soll und er sich nicht einmischen will. Das gute an ihm ist ja, dass er nicht unbedingt ein Konservativer ist, sondern ein Liberaler, der nur reicher werden will. Der würde vermutlich eher selbst Hanfplantagen anlegen, als das gottlose Teufelskraut wieder zu verbieten.
      Ich wünschte, Gott würde noch leben, um das zu sehen. - Homer Simpson
    • Um Trump mache ich mir auch weniger Sorgen. Er wird ab und zu in ein paar Fettnäpfchen treten, und die Klatschpresse wird frohlocken, aber darüberhinaus sehe ich da weniger Probleme... außer dass innenpolitisch in den USA das Klima rauer wird. Aber das ist es ja ohnehin schon, und mit Hillary hätte es vermutlich auch keinen sozialen Frieden gegeben.

      Was mich eher etwas besorgt macht, ist die ansteigende konservativ-rechte Stimmungslage in Deutschland. 2016 hat diesen Leuten, die ohnehin schon im Aufwind waren, noch so viel Wasser auf die Mühlen geliefert... angefangen von den Silvester-Asis, diversen medial hochgeputschten U-Bahn-Schlägereien bis zum Anschlag in Berlin. Die fühlen sich jetzt ja alle total bestätigt.
      Neulich war wieder eine Umfrage, in der sich eine deutliche Mehrheit für mehr Sicherheitsvorkehrungen und Kameraüberwachung ausgesprochen hat.
      Also wohin wird sich die Gesellschaft da wohl entwickeln?
      Es scheint mir, als gibt es in der öffentlichen Wahrnehmung nur noch 2 Alternativen: "Flüchtlinge reinlassen und mehr Überwachungsstaat", oder "Keine Flüchtlinge mehr reinlassen, und mehr Überwachungsstaat"... CDU/SPD-Mainstream oder AfD.
      Ist echt ne super Auswahl! Und wie Shinobi schon sagte, Grüne und Linke gelten eh mittlerweile nur noch als Synonym für staatliche Bevormundung und Gutmenschentum.. und die Arbeitslosen, die einzige Klientel der Linken (zumindest im Westen), wählen inzwischen auch alle lieber AfD. Linke Politik ist eigentlich nicht mehr vorhanden (höchstens als allgegenwärtiges Schreckgespenst, vor dem man den Wählern Angst machen kann) Ich denke, soweit waren wir in den 70er Jahren auch schon.

      Und diese Schwächung der Linken wird dann natürlich auch genutzt werden, um noch mehr Sozialleistungen zu kürzen und den Druck auf Arbeitslose weiter zu erhöhen. Also sucht euch besser schnell eine Niesche, in der ihr überleben könnt... macht irgendein Geschäft auf, lasst euch eine geistige Behinderung attestieren, um aus Hartz4 rauszufallen, oder schaut sonstwie zu, dass ihr eure Schäfchen ins Trockene bringt. Menschlicher und sozialer wird das Klima da draußen so schnell nicht mehr werden. Krisenzeiten bringen immer das Hässliche in den Menschen zum Vorschein.
    • Entgegen der landläufigen Meinung muss ich sagen, dass 2016 ein relativ cooles Jahr war. Vielleicht liegt es daran, dass mich irgendwelche Promi-Sternchen Todesfälle nicht gerade vom Sitz hauen und dass ich dem politischen Geschehen auf der Welt *hust* Trump *hust* nicht allzuviel Bedeutung schenke und ich mein Seelenwohl mehr von meinen eigenen Taten und Erlebnissen abhängig mache.
      In diesem Sinne hab ich 2016 einiges erreicht, was ich im Vorjahr für unvorhergesehen oder unmöglich gehalten hätte. Ich konnte eine monatelang geplante Unternehmung in die Tat umsetzen, habe viele Bekanntschaften gemacht (leider keine bleibenden) habe eine neue Leidenschaft entdeckt, neue Bücher gelesen, neue Serien gefunden, alte Freunde getroffen, bin geistig gereift, habe mich physisch und mental weiterentwickelt und zu guter Letzt das Unity-Forum wiederentdeckt.
      Allerdings muss gesagt sein, dass 2015 besser war. Liegt vermutlich daran, dass ich letztes Jahr die interessanteren Leute traf und meine Abenteuer etwas weniger einsam und geselliger waren. Jedenfalls waren da einige unvergessliche Momente dabei. Oder vielleicht liegts auch daran, dass ich 2015 mehr Pizza gegessen habe als 2016.

      Wenn ich mir so eure Beiträge durchlese...findet ihr nicht auch, dass eure negative Stimmung daher kommt, dass ihr zu viel Zeit vor den Bildschirmen verbringt? (Ich will euch nicht zu nahe treten-leben und leben lassen) Meiner Erfahrung nach führt der längere Aufenthalt in lauwarmen Stuben und auf verfurzten Sofas vor dem Bildschirm früher oder später immer zur Depression. Oder zumindest zur tödlichen Langeweile.
      Das Leben findet man in den Gegensätzen. Kälte, Trauer, Wut, Schmerz, Angst, Einsamkeit etc. gehören alle zum Leben, genauso wie die positiven Emotionen (mir fallen gerade keine Beispiele ein, welch Ironie lol ) Solche Erfahrungen formen uns, sie sind ein Teil von dem was uns ausmacht. Ich scheue solche Dinge nicht, ich suche sie...ansonsten wäre es mir nicht möglich die kleinen alltäglichen Dinge zu schätzen, die man für selbstverständlich hält. Fliessendes Wasser aus der Dusche, ein Dach über dem Kopf, ne Toilette mit Spülfunktion, warme Mahlzeiten, die Nähe von Menschen, die man liebt und schätzt.
      Aber diese extremen Gegensätze findet man nicht im warmen Heim. Mit einem vollen Magen oder auf einem weichen Kissen, findet man keine Erleuchtung.
      Oh, wieder etwas vom Thema abgedriftet... wayne
      Habt nen schönen Abend.
    • Issho wrote:

      Meiner Erfahrung nach führt der längere Aufenthalt in lauwarmen Stuben und auf verfurzten Sofas vor dem Bildschirm früher oder später immer zur Depression. Oder zumindest zur tödlichen Langeweile.
      Ich denke, das kommt darauf an, was für eine Art Mensch man ist... ob man mehr der Abenteurer- und Entdeckertyp ist (dann trifft deine Aussage sicherlich zu), oder eher so der sesshafte Gewohnheits-Hobbit, der seine vertraute Umgebung braucht, um sich wohlfühlen zu können.
      Ich würde mich ganz klar zu Letzterem zählen. Ich leide eh schon darunter, dass ich in dieser Welt nicht halb so viel zähle wie in meiner Fantasie, und ich mich ständig irgendwelchen Naturgesetzen oder menschgemachten Gesetzen unterwerfen muss und man nirgendwo da draußen wirklich man selbst sein kann, weil überall entweder andere Menschen sind oder sonstige Zwänge... da brauche ich wenigstens Zuhause einen Rückzugsort, der komplett mir gehört, und in dem es zur Abwechslung mal nach meinen Gesetzen abläuft.
      Ich geh auch gern mal woanders hin und schau mir was anderes an, aber im Idealfall bin ich dann abends wieder zuhause oder übernachte in eigenem Auto oder Wohnmobil. Schon in Hotels fühle ich mich unwohl und fremd und finde keinen Schlaf in fremden Betten.

      Ob meine schlechte Laune damit zusammenhängt, weil ich auf diese Weise zu wenig neue Menschen kennenlerne, wage ich zu bezweifeln.
      Ich empfinde den Umgang mit den allermeisten Menschen als sehr lästig und unangenehm... und um da draußen die "richtigen" Menschen kennenzulernen, muss man sich halt blöderweise erstmal durch unzählige nervige, unangenehme Menschen hindurchwühlen, bis man irgendwo mal die eine Stecknadel im Heuhaufen findet. Ich finde die Herangehensweise, wie ich es im Internet tue, daher im Prinzip schon richtig: Erstmal einen Filter installieren, der nur bestimmte Menschen durchlässt, die tendenziell kompatibel zu einem sind.. das erhöht dann die Chance, dass man irgendwann den einen "richtigen" trifft.
      Und es hätte ja auch FAST funktioniert... ist ja nicht so, dass ich hier völlig im Trüben gefischt hätte und dass meine Herangehensweise komplett erfolglos gewesen wäre...
      Ich denke, ich hatte den einen Menschen bereits gefunden, der zu mir kompatibel ist... und dem wäre ich draußen auf der Straße vermutlich nicht so einfach begegnet, weil er in einer ganz anderen Stadt wohnt und jetzt auch nicht so das soziale Wesen ist, das den Kontakt zu anderen Menschen suchen würde. Ja, ich war fast am Ziel, und dann hätten wir es uns gemeinsam in meiner Hobbit-Höhle (oder besser gesagt: "Vampir-Höhle") gemütlich machen können, und alle wären glücklich und zufrieden gewesen bis ans Ende ihrer Tage. Wir haben uns wohl nur um ein paar Monate verpasst, oder irgendwie war das Schicksal einfach dagegen, oder was weiß ich, was da schief gelaufen ist... ich kapier's ja selber immer noch nicht so ganz.
      Aber im Prinzip denke ich schon, dass es funktionieren könnte, und dass ich dann auch prima glücklich geworden wäre ohne die doofe Außenwelt.

      Aber das muss jetzt natürlich nicht heißen, dass man das für alle Menschen verallgemeinern kann. Gibt halt welche, die reisen am liebsten mit ihrem Körper, und andere bevorzugen das Reisen im Kopf. (Auch dabei kann man theoretisch interessante neue Erfahrungen machen und spannende Dinge erleben. ;) )
    • Vielleicht habe ich mich in meiner Wortwahl etwas vergriffen. Es war nicht meine Absicht zu suggerieren, dass mein Weg für jedermann ideal ist. Das waren jetzt eher meine persönlichen Erfahrungen, weil ich schon auf beiden Seiten gelebt habe, das sesshafte Hobbitleben und das Tramperleben.
      Ich kann es nachvollziehen, wenn kreative Köpfe mit künstlerischen Begabungen (wie vielleicht einige in diesem Forum) inmitten von Büchern und Bildschirmen mehr Erfüllung finden als in der gottverlassenen Wildnis. Womit ich allerdings Mühe habe, ist wenn sich die verwöhnten Wohlstandskiddies, die den ganzen Tag Call of Duty zocken und sich hirnlose Let's plays reinziehen, über ihr mickriges Dasein beschweren und in 20 Jahren feststellen werden, dass das Leben an ihnen vorbeigezogen ist und sie nichts davon abgekriegt haben. Und dann fangen sie mit 13 an zu rauchen und Drogen nehmen, mit der Argumentation dass sie ''Probleme und Depressionen hätten'' obwohl die meisten von ihnen erbärmliche Mitläufer sind, die dem Gruppendruck nicht standhalten konnten.

      Ich glaube, wir haben einiges gemeinsam @Dian, aber was Freizeitgestaltung angeht sind wir wohl grundverschieden. Als Kind wollte ich Bergführer, Forscher, Zeichner und Autor werde, die höchsten Berge der Welt besteigen und die Antarktis durchqueren. Das waren ehrliche und aufrichtige Träume, die von mir selber kamen. Als Jugendlicher waren mir diese Sehnsüchte peinlich und ich wollte lieber Profigamer, Hacker oder sogar Rapper lol werden. Unzählige zerschmetterte Bildschirme, Tastaturen und PS3 Controller später bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich weder die Geduld noch die körperliche Verfassung dazu habe, meine Lebenszeit vor dem Bildschirm zu verbringen und langsam dahinzuvegettieren. Obwohl ich natürlich auch heute noch ab und zu auf der PS4 zocke und mir häufig Filme anschaue. :D Bin ja kein Heiliger.
      Wie dem auch sei, ich habe jedenfalls in den letzten Jahren das Kind in mir wiederentdeckt und habe nicht vor am sogenannten "Ernst des Lebens" teilzunehmen. Der Preis für diese Haltung ist zwar, dass man sich selber ins gesellschaftliche Abseits katapultiert, aber dort fühl ich mich auch am wohlsten.

      The post was edited 1 time, last by Issho ().