Der Weg des Kriegers

    • Hier eine kleine Erklärung einer der Techniken aus dem Wing Chun. Im Unterschied zu anderen Kampfkünsten wird hier der Schwerpunkt auf Entspannung gelegt. Ich kann das aus meiner Arbeit mit schweren Gartengeräten den ganzen Tag lang gut nachvollziehen. Auch im Unterschied zu anderen Kampfkünsten oder des Strassenkampfes habe ich auf Anhieb nichts vergleichbares finden können. Da das Wing Chun von einer Frau entwickelt wurde, ist es für den Nahkampf sicher eine der effektiveren Methoden (für mich).

      Wenn ich als Frau erstmal darauf hoffen muss, dass mein Gegener den Abstand oder die Flucht allein durch mein Schreien ergreift, bin ich durch die Ausschüttung meines zusätzlich produzierten Adrenalins dermaßen blockiert in dem Moment, dass ich mir ebenfalls vorstellen könnte, über zu reagieren und vielleicht einen entscheidenden aber vermeidbaren Fehler zu begehen.
      Verhältnismäßig zu handeln und cool zu bleiben, erscheint mir in jeder akuten Ausgangssituation ersteinmal für angemessen. Man darf eben nicht vergessen, daß es sich hierbei um Selbstverteidigung handelt und nicht um ein Killerkommando oder so was.
      Desweiteren will ich meinen Körper nicht mehr dem tagelangen, schmerzhaften Adrenalinabbau aussetzen, wo mir schon ein schiefer Blick, eine schlechte Nachricht die Schrauben in meiner Grundspannung unnötig anzieht.

      youtube.com/watch?v=0POu0pxzO28

      The post was edited 2 times, last by MiriOm: Einiges noch ausgeführt, wofür ich vorher keine Ruhe hatte. ().

    • MiriOm wrote:

      Hier eine kleine Erklärung einer der Techniken aus dem Wing Chun. Im Unterschied zu anderen Kampfkünsten wird hier der Schwerpunkt auf Entspannung gelegt. Ich kann das aus meiner Arbeit mit schweren Gartengeräten den ganzen Tag lang gut nachvollziehen. Auch im Unterschied zu anderen Kampfkünsten oder des Strassenkampfes habe ich auf Anhieb nichts vergleichbares finden können. Da das Wing Chun von einer Frau entwickelt wurde, ist es für den Nahkampf sicher eine der effektiveren Methoden (für mich).

      Wenn ich als Frau erstmal darauf hoffen muss, dass mein Gegener den Abstand oder die Flucht allein durch mein Schreien ergreift, bin ich durch die Ausschüttung meines zusätzlich produzierten Adrenalins dermaßen blockiert in dem Moment, dass ich mir ebenfalls vorstellen könnte, über zu reagieren und vielleicht einen entscheidenden aber vermeidbaren Fehler zu begehen.
      Verhältnismäßig zu handeln und cool zu bleiben, erscheint mir in jeder akuten Ausgangssituation ersteinmal für angemessen. Man darf eben nicht vergessen, daß es sich hierbei um Selbstverteidigung handelt und nicht um ein Killerkommando oder so was.
      Desweiteren will ich meinen Körper nicht mehr dem tagelangen, schmerzhaften Adrenalinabbau aussetzen, wo mir schon ein schiefer Blick, eine schlechte Nachricht die Schrauben in meiner Grundspannung unnötig anzieht.

      youtube.com/watch?v=0POu0pxzO28

      Dass Wing Chun von einer Frau entwickelt worden sein soll, fällt vermutlich eher in den Bereich der Legende. Wirklich gesichert sind diesbezüglich meines Wissens keine Entstehungsgeschichten. Ich vermute eher, dass es ein Hong-Kong-typischer Straßenkampfstil der letzten 100-150 Jahre ist. Ist aber, wie gesagt, nur eine Vermutung.
      Die Idee der völligen Entspannung habe ich vor allem in den russischen Stilen kennengelernt. Wobei ich für mich nicht abschließend die Frage klären konnte, ob das unter Stress so umsetzbar ist. Der Körper ist dann angespannter, ist einfach eine natürliche Reaktion, die sich schwer abstellen lässt.
      Die Stärke des Wing Chun besteht meiner Erfahrung nach gerade in dem kurzen, explosiven "Overkill" auf sehr kurze Distanz - weich oder flexibel ist das eher nicht. Und meines Erachtens ist das (nicht das System, sondern die Vorgehensweise) auch die Chance, die eine körperliche schwächere Person gegen eine stärkere hat.

      Die Idee der Entspannung ist natürlich generell für den Alltag und die gesunde Bewegung von sehr großer Bedeutung. Das klingt sehr simpel, ist es aber nicht. Wir sind in der Regel so voller Blockaden, dass man Jahre braucht, um das wegzubekommen.
      Why do we fall?
    • Meinst du mit russischen Stilen die 'Systema' Methoden? Ein Warm up Video hat mich sehr an Yoga Haltungen erinnert, und die Geschichte davon (daß es verboten wurde), macht das ganze um so interessanter für mich.
      Natürlich hört sich das mit den Energien erstmal total verrückt an, aber genau darum geht es im Eigentlichen denke ich. Wenn der Körper genug Entspannung aufweist, also neben der normalen Spannung zur Aufrechterhaltung, hat die Energie des Körpers irgendwie ihre eigene "Intelligenz".
      Ich weis nicht, ob man das so sagen kann, aber ich vermute, es hat etwas damit zu tun, sich in jegliche Situation iwi "hinein entspannen" zu können bzw zu lernen.
      Ähnlich den Yoga Haltungen, wo man die Blockaden im Körper durch tiefes Atmen und in den Schmerz hinein dehnend, auflösen kann.
      Vertrauen spielt dabei eine große Rolle. Was mir oft widerstrebt sind eben die starren Bewegungsabläufe und Übungen am "Holzmann", die ich bestimmt in akuten Gefahrensituationen vergesse, wie ein Blackout beispielsweise.
      Wahrscheinlich muss jeder seine ganz individuell eigene Variante finden, gemixt aus den Techniken die es gibt, und dem, was der eigene Körper/Geist Mechanismus in der jeweiligen Tagesverfassung so hergibt.
      * Achso, was ich noch dazu sagen wollte im Bezug aufs Lernen und Körper-Intelligenz.
      Alles, was ich mühsam erlernen muss, geht bei mir auch schnell wieder verloren. Deswegen setze ich oft auf "unlearning" und habe damit ein besseres Gefühl für den Moment. Ich kann mir auch keine bessere Methode vorstellen, als mit so etwas seine Sinne zu schärfen. Danke für den Hinweis, das hört sich für mich jedenfalls nach einem sehr sympathischen 'System' an.

      The post was edited 1 time, last by MiriOm ().

    • Ja, ich meinte die 'ballistischen' Methoden des Schlagens und auch Werfens z. B. im Systema. Ich sehe darin aber eher eine Methodik zur Bewegungsoptimierung. Um das anzuwenden, muss das schon mit etwas mehr Druck eingeübt werden, das hat dann auch nix mit Hokus Pokus zu tun:

      Was mir daran gefällt, ist vor allem die Spontanität, es sind eben keine festgelegten Abfolgen oder 'dead patterns', die da abgefeuert werden. Genau für diesen 'Flow' sind die ganzen teils etwas merkwürdig aussehenden Vorbereitungsübungen gedacht.

      Geoff Thompson sagte mal so schön: Worum es letztlich geht, kann man auf die Rückseite eines Bierdeckels schreiben: 'Learn to hit fucking hard'. Aber das hat keine Bedeutung, wenn man nicht selbst die Systeme durchsucht nach der Methodik, die für einen selbst Sinn macht.
      Why do we fall?