Der Weg des Kriegers

    • Ich bezweifle auch, dass diese Balance möglich ist: Sich tief und intensiv an einen Menschen binden, und gleichzeitig den Schutzwall aufrechterhalten. Liebe bedeutet gerade diesen Schutzwall aufzugeben und sich verwundbar zu machen. Man kann wohl nicht beides haben.
      Mit dem Urteilsvermögen ist es eben so eine Sache: Manche Menschen sind sehr gute Illusionisten. Letztlich muss man hier wohl, wie in allen anderen schweren Lagen auch, auf seine innere Stärke vertrauen, sollten die Dinge nicht so laufen wie gedacht.
      Why do we fall?
    • Lonewolf wrote:

      Im Sinne von: Menschen ausweichen, die einem nicht gut tun - das habe ich in der Vergangenheit nicht immer hinbekommen.
      Genau. Denke aber, du hast schon eine breite Palette an Menschen erleben dürfen. Also ist das doch nicht so unwahrscheinlich, da auch mal schlechte Erfahrungen zu machen. Aber...

      MiriOm wrote:

      Auch ein Konzept oder (Vermeidungs-) Strategie pauschal, der Einfachheit halber anzuwenden halte ich für wenig sinnvoll, da einem wertvolle Erfahrungen verloren gehen könnten, die einem im weiteren Verlauf gute Dienste leisten.
      ...kann man natürlich so sehen. Wobei ich, wenn ich ein schlechtes Gefühl bei einem Menschen hab, nicht unbedingt die Erfahrung haben muss, wie es ist, wenn ich mich auf ihn einlasse. Bei Menschen, von denen ich denke, dass ich ihnen vertrauen kann, muss man ja nicht vermeiden.

      MiriOm wrote:

      Na ja, präventiv handeln ist nur in sofern möglich wenn man das Gegenüber kennt bzw seine eigenen Schattenseiten, und sich darüber hinaus deren stets bewusst ist.
      Na ja, dachte du meintest, dass du "den Feind" schon kennst und dass du dich trotzdem auf ihn einlässt. Darauf war meine Antwort bezogen.

      Allgemein... Menschen können sich natürlich auch verändern.. in welche Richtung auch immer. Pauschal in gut/böse einzuteilen, ist auch na ja. Selbst jemand, dem man vertraut, kann sich negativ verändern (und andersrum). Wachsam bleiben, und keine Angst davor haben, auch mal loszulassen von Abhängigkeitsverhältnissen (oder sonstigen Verbindungen), die einen nur noch runterziehen...

      Ich mag ja das Video "Beziehungs-Katastrophen" von Dian. :thumbup:

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      Lonewolf wrote:

      Working through pain



      Auch hier tritt wieder die buddhistische Weisheit zutage, dass der Schmerz unausweichlich ist, das Leid jedoch eine Entscheidung darstellt.
      "For your Pain is leading you down a Path you desire", bedeutet für mich so viel wie: Das, was dir am wenigsten gefällt hat dir am meisten geholfen.
      Durch die Welle oder den Sturm hindurchzutauchen um am Meeresboden anzukommen, ist es halt immer gut, die Schwimmweste bzw. den "Schutz" abzulegen. Oft hindert einen schon der bloße Gedanke einer schmerzhaften Erfahrung daran, sich auf etwas einzulassen was einem aber im Endeffekt weiterhilft.
      Wenn ich eine Situation bewusst vermeide kommt sie meist immer wieder in anderer Form zurück, da gewisse Lektionen erfahrungsgemäß einfach gemacht werden müssen. Sobald sie integriert werden konnte ist das deutlich merkbar, und du kannst weiter gehen.
      Was geht los da rein?
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      Weiterführend könnte der Sadist in uns sagen:"Lass mich dir helfen", ähnlich dem Teufelchen in Krieger des Lichts.
      Wenn die eigene Verletztheit siegt, wird die Welt auch kein besserer Ort werden, und ich möchte denjenigen erleben der dann noch auf den Trümmern tanzt.

      Die Figur des "Jokers" bedeutete an der Stelle eigentlich, daß ich die Wahl habe und nicht in der Opferrolle hängen bleiben müsste.
      (Die Aussage des Engelchens war übrigens:"Ich helfe dir", der eine Reihe von echten Handlungen vorausging. Einerseits sich bereits über den eigenen Schmerz hinweggesetzt zu haben, und andererseits dadurch im Stande zu sein Hilfe leisten zu können. Beide Aussagen deuten Hilfe an, nur mit völlig verschiedenen Motivationen und Ausgangspunkten.)
      Die Frage nach dem Warum (wir fallen)? sollte sich mir, in Anbetracht der Gegebenheiten und im Annehmen des So-Seins, gar nicht stellen.
      Eine Aktion im Vergleich zur Re-Aktion "geschieht", und ist just in diesem Moment ex-ist-ent, also wahr und kann als solches angenommen werden. (Eine ablehnende Haltung gegenüber anderen, kann ein Annehmen des Selbst ausdrücken.)
      Ich spreche also von Handlungen (auch geistige), die nicht durch eine Vorstellung davon wie etwas zu sein hat verdrängt werden sollten.

      *Vereinfacht würde ich den Grund für das (vorübergehende) Fallen bei unseren Projektionen suchen, welche wiederum in der Konsequenz zum Thema: Ursachen für Krieg, Umweltzerstörung,... von @Anarchyes passt.
      Was geht los da rein?

      The post was edited 2 times, last by MiriOm ().

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      MiriOm wrote:

      Das, was dir am wenigsten gefällt hat dir am meisten geholfen.
      Jo das stimmt schon. Eine negative Erfahrung kann dazu anregen den Ursachen nachzugehen und damit auch wieder ein Stück von sich selbst zu finden. Passiert ja meistens, bevor sich Menschen oder sogar ganze Gesellschaften aus einer Missere retten wollen, zB der Wunsch nach Anarchie kann grundlegend davon getragen werden, dass dir ein vorgekautes, unterworfenes Leben nicht schmeckt.


      MiriOm wrote:

      Oft hindert einen schon der bloße Gedanke einer schmerzhaften Erfahrung daran, sich auf etwas einzulassen was einem aber im Endeffekt weiterhilft.
      Korrekt. Diese hemmende Angst in nützlichen Antrieb zu konvertieren ist die Kunst eines Kämpfers. Für mich spielt auch das Bewusstmachen der eigenen Fantasie und Ideen eine treibende Rolle, sonst weiß man ja gar nicht, für was man überhaupt kämpft und bleibt beim Alten.


      MiriOm wrote:

      Wenn ich eine Situation bewusst vermeide kommt sie meist immer wieder in anderer Form zurück, da gewisse Lektionen erfahrungsgemäß einfach gemacht werden müssen
      Kann ich sehr gut nachvollziehen. Bei mir erzeugt das mittlerweile erst recht Wut und die Lust, etwas zum Trotz auszuprobieren, frei nach dem Motto "tus doch einfach, scheiß egal". Diesen Punkt musste ich lange überwinden, sehr lange!


      MiriOm wrote:

      Wenn die eigene Verletztheit siegt, wird die Welt auch kein besserer Ort werden, und ich möchte denjenigen erleben der dann noch auf den Trümmern tanzt.
      Außer man ist Masochist. Naja, ohne gewisse Veränderungswut wird man nen verzweifelnder, passiver Haufen voller Angst, der sich alles gefallen lässt. Dann kommt der "Sadist", der förmliche Selbsthass, weil irgendwo die Wut hin muss. Alles schon durch. :chainsaw: Immerhin wurden fast alle Menschen nach dieser patriarchalen Zombienummer erzogen, freiwilliger Sklave zu werden und immer schön Tritte gegeneinander auszuteilen. Hat sich leider bis heute durchgesetzt. :pump:


      MiriOm wrote:

      Die Figur des "Jokers" bedeutete an der Stelle eigentlich, daß ich die Wahl habe und nicht in der Opferrolle hängen bleiben müsste.
      Beim Bild des Jokers stört mich, dass er sich selbst dem Wettbewerb und der Rache bedient, und damit auch nur Scherben hinterlässt. Die beste Medizin ist für mich immer noch, die Menschen zum denken anzuregen.

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      Ich habe den Film nicht gesehen, nur den Trailer. Ich dachte dabei aber unter Anderem auch an das Kartenspiel. Den Joker kann man beliebig einsetzen.
      Ich weiß daß meine naive Sichtweise auf die Dinge nichts für jedermann ist, und ich möchte mir auch nichts schönreden, aber ich halte eine positive Fantasie für das einzig lebenswerte in den Tagen des Murmeltiers.
      Die Tage sind so schnell vorbei obwohl gar nichts besonderes geschieht. Wenn ich also was positives zu berichten habe, etwas das mich irgendwie weiterbringt, dann tue ich das auch.
      Ansonsten gleichen die Tage eher einem Fristen ohne größeren Sinn.
      Ich denke eben unablässig daran, wie ich ein Heute besser machen kann als ein Gestern. Für mich und nur für mich, erstmal.
      Wenn ich an Jokers' Stelle wäre (ich werde mir den Film mal ansehen wenns mir besser geht), würde ich mich auch von Leuten entfernen die mir absolut nicht gut täten. Manchmal ist das nicht möglich und es bleibt einem nur das still zu ertragen bis Änderung in Sicht ist.
      Ich hab die Erfahrung gemacht, dass ein sich Herausmanövrieren aus einer Situation nichts bringt. Es ist nur das Ego, welches da jetzt einfach keinen Bock mehr drauf hat. Ohne Lerneffekt.
      Sich durch Differenzen im Leben wirklich hindurch zu arbeiten, ist das was einem reichlich Sinn und Genuss beschert und was einem Stärke gibt. Dazu brauche ich nicht mal einen Glauben an Gott, welcher oft als Sinnbild herhalten muss. Manche halten die Existenz für etwas sehr kleingeistiges...zu komisch :)
      Was geht los da rein?
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      Joker wäre, wenn man so will, das Zerrbild Batmans, sein dunkler Gegenpol. Er erhebt den Wahnsinn, der aus seinem Trauma resultiert, zur Maxime. Das Resultat ist nihilistische Zerstörungslust. Andererseits kann die Zerstörung auch progressiv sein, wenn sie zur gesellschaftlichen Selbstbesinnung führt. Das ist aber eher nicht zu erwarten. Aus diesem Grund sehe ich auch diverse Formen des Anarchismus kritisch.

      Batman verkörpert auch insofern einen Kriegertypus, als er sich in den Dienst einer Sache stellt. Es geht eben nicht (nur) um das eigene Ego. Die Frage ist, wie man dieses Modell leben kann. Beispiele können im weitesten Sinne alle Bereiche sein, die mit dem Beschützen anderer zu tun haben.
      Spielt die Frage, wie ihr in dieser Welt "nützlich" sein könnt, für euch eine Rolle?
      Why do we fall?
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      MiriOm wrote:

      Ich dachte dabei aber unter Anderem auch an das Kartenspiel. Den Joker kann man beliebig einsetzen.
      Achso schon nachvollziehbarer :)


      MiriOm wrote:

      Ich habe den Film nicht gesehen, nur den Trailer.
      Ich bisher auch.

      MiriOm wrote:

      Ich weiß daß meine naive Sichtweise auf die Dinge nichts für jedermann ist, und ich möchte mir auch nichts schönreden, aber ich halte eine positive Fantasie für das einzig lebenswerte in den Tagen des Murmeltiers.
      Aber oben hast du doch schöne Analogien geschrieben? Hmm nicht selbst abwerten!


      MiriOm wrote:

      Ansonsten gleichen die Tage eher einem Fristen ohne größeren Sinn.
      Kann auch ein wahrgenommener Qurik unserer monotonen Lebensweise sein. Was möchte man auf der sozialen Ebene planen, wenn viele um dich herum nach der Berufs-Illusion tanzen und ihr Leben inkl. Träume hemmungslos darin versenken :?: Man steht oft alleine mit seiner individuellen Wahrnehmung im Raum, das Gefühl teile ich mir dir und anderen Gleichgesinnten. Btw, noch lebe ich dieses "Einsiedler-Ding" gern, es hat mich gestärkt und mir giftige Kontakte fern gehalten.

      Für viele erscheint das Dasein als Zweckslebenslauf ohne Randnotizen bis zum letzten Geleit. Also daraus kann man schließen, dass man nicht alles nur allein falsch mache, oder sich "zu wenig" um dem richtigen Platz kümmere.


      MiriOm wrote:

      Manchmal ist das nicht möglich und es bleibt einem nur das still zu ertragen bis Änderung in Sicht ist.
      Ich weiß ja. Joa das nervt. Aber wenn man mehr rebellisch ist, macht man nicht falsch. Die Frage ist, wie weit sollen die Gefallen reichen, die man für Erwartungen opfert? Was die Leute nicht verstehen ist, dass keiner nen Eigentum des anderen ist. Also, rebellisch bleiben.


      MiriOm wrote:

      Sich durch Differenzen im Leben wirklich hindurch zu arbeiten, ist das was einem reichlich Sinn und Genuss beschert und was einem Stärke gibt.
      Das sehe ich auch so.


      Lonewolf wrote:

      Joker wäre, wenn man so will, das Zerrbild Batmans, sein dunkler Gegenpol. Er erhebt den Wahnsinn, der aus seinem Trauma resultiert, zur Maxime. Das Resultat ist nihilistische Zerstörungslust. Andererseits kann die Zerstörung auch progressiv sein, wenn sie zur gesellschaftlichen Selbstbesinnung führt. Das ist aber eher nicht zu erwarten. Aus diesem Grund sehe ich auch diverse Formen des Anarchismus kritisch.
      Ziemlich gut beschrieben :thumbup: Genau das turnt mich vom Film und der Figur Joker ansich ab. Für mich steht das Verhalten aber auch für das Ergebnis, wenn man Emotionen nie reflektiert und nicht erforscht, woher sie kommen. Btw: Deshalb bediene ich mich u.A nicht (mehr) dem Pessismismus, Realismus etc, weil das auch negative, unnötige Emotionen erzeugt.
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      Natürlich muss man sich zwangsläufig irgendwann fragen ob man zu Diensten sein kann, sobald man entdeckt hat daß man nicht alleine auf der Insel wie Robinson Cruso lebt. So ein Leben ist bis zu einem gewissen Grad ganz schön, bis man ganz schnell feststellen muss, daß das nicht dem Leben an sich entspricht.
      Viele, vor allem viele Mönche und Novizen haben es sich schön gemütlich gemacht in ihrer Komfortzone. Das ist mein stiller Vorwurf an alle Geistlichen da draußen.
      Damit mein Wirken (da wo ich lebe) Wirkung zeigt, muss ich einer unter ihnen sein und nicht den Anspruch erheben etwas höheres oder anderes sein zu wollen.
      Zu oft wird ein Geben als etwas missionarisches empfunden.
      Gut ist es auch vorher zu fragen, ob und wie man helfen kann.
      Ich sehe immer wieder bestätigt dass Leiden als leichter empfunden wird als sich zu lösen.
      Der freie Wille des Menschen muss respektvoll akzeptiert werden. Das ist nicht immer leicht mit anzusehen.
      Wenn man aber Gewalt braucht um etwas Gutes durchzusetzen, ist es dann noch eine gute Sache?
      Vielleicht ist Anarchismus auch schon ein zu veraltetes Konzept für unsere schnellebige Zeit, und es braucht etwas verändertes, und komplett neues um gesellschaftlich voranzukommen?
      Unsere Geschichte als Wegweiser zur Hand zu nehmen halte ich für längst überholt.
      Wenn man sich wirklich in den Dienst von etwas stellen möchte, weil man einen unaufhörlichen Drang nach etwas noch nie dagewesenem verspürt, dann sollte man sein (bisheriges) Denken abgeben und sein Gehirn für etwas Größeres öffnen.
      Dazu braucht es nichts weiter und bedeutet kein Privileg.
      Viele reden von Phantasie und stören sich dennoch an widrigen Umständen.
      Andererseits muss mir aber auch bewusst sein, dass alles Zeit benötigt und in vielen winzig kleinen Schritten passiert.
      In dieser Zeit des scheinbaren Stillstands sollte man also weiter an seiner Vision arbeiten und nicht an alt Bewährtem festhalten.
      Für mich wäre ein Rebell, Visionär und friedvoller Krieger jemand, der sich anstrengt wenn es nötig ist, um dann wieder mitzufliessen in Zeiten der Ruhe um sich aufs Neue inspirieren zu lassen. Usw..
      Was geht los da rein?
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      Lonewolf wrote:



      Andererseits kann die Zerstörung auch progressiv sein, wenn sie zur gesellschaftlichen Selbstbesinnung führt. Das ist aber eher nicht zu erwarten. Aus diesem Grund sehe ich auch diverse Formen des Anarchismus kritisch.


      Welche Formen wären das?

      Dein Ansatz ist interessant, wenn auch erstmal widersprüchlich. "Gesellschaftliche Selbstbesinnung".
      Dorthin führte also eventuell eine Zerstörung eigener Gedankenkonstrukte.
      Die Konservierung/ Isolierung der eigenen (guten) Gedanken muss zwangsläufig Feindbilder erschaffen.
      Derartiges Mangelverhalten tritt nicht mal bei "Wilden" auf ner einsam Insel zu Tage.
      Der Denkfehler liegt meines Erachtens in der Bewertung und im Anspruch zur Veränderung der Situation, von der man sich gerne als Initiator sieht, aber der Vollzug von den "Anderen" abverlangt wird.
      Das bedeutet Regierung. Zwei Vierjährige haben sich gegenseitig nichts zu geben und lassen lieber den anderen über die Klinge springen.
      Anscheinend gibt es wohl verschiedene Formen der Anarchie, die sich mehr oder weniger bewähren könnten. Ein Funktionieren käme also ganz auf das Ego der darin lebenden Individuen an, ob, und in wie weit es sich seines Potentials bewusst ist.
      Was geht los da rein?