Der Weg des Kriegers

    • Hingabe hat für mich aber nichts mit Unterwerfung zu tun. Nicht einmal damit daß dies durch einen Impuls von außen kommt, sondern damit daß ein Akzeptieren und Annehmen durch erkennen der eigenen Göttlichkeit geschieht. Also auch nichts, was man durch bewusstes Denken oder Handeln herbeiführen könnte. Eher ist es so zu verstehen, daß der (Welten-) Schmerz an sich nur integriert werden kann indem ich ihn im Außen durchlebe, was wiederum die Aufgabe darstellt, alles im Inneren zu verankern.
      Ich lehne solche religiösen Verallgemeinerungen und Vorstellungen ab, denn wenn man keinen Bezug zu seinem göttlichen Ursprung durch Erleben hat, wird eine solche "Rückanbindung" erst notwendig, welche mich wiederum in meinen Erfahrungen eingrenzt und beschränkt.
      Deswegen verstehe ich auch nicht was Camus mit dem richtigen "Maß des Menschen" meint. (Bestimmt hab ich da nur was bruchstückhaft aufgenommen und muss mich damit noch mal eingehender befassen, einfach weil er sehr interessant ist...)
      Die Betonung liegt doch gerade beim Bushido auf dem Transzendentalen, welches die Wandelbarkeit der eigenen inneren Haltung und der Sichtweise auf die Dinge und den Schmerz der Welt darstellt?
      Ja, die Frage auf das große "Warum" sollte immer nur mit einem "Warum nicht?" beantwortet werden.
    • MiriOm wrote:



      Ja, die Frage auf das große "Warum" sollte immer nur mit einem "Warum nicht?" beantwortet werden.

      Damit kann ich mich wiederum identifizieren, ebenso wie mit dem Wort Hingabe.

      Ein anderes Zitat aus Camus' Frühwerk (das laut dem Autor selbst unter Vorbehalt zu betrachten ist, da er nicht immer die richtigen Worte für seine Gedanken und Gefühle gefunden habe): Das Leben verändern, ja, nicht aber die Welt, die ich zu meiner Gottheit machte.

      Unter dem Maß habe ich immer die Akzeptanz der Unergründlichkeit der Welt verstanden. Verantwortlich ist der Mensch hierbei nicht gegenüber Göttern und Schicksalsmächten, sondern gegenüber den Menschen (einschließlich sich selbst). (Auf politischer Ebene bedeutete das für Camus die Ablehnung von Tyrannei und Massenmord im Namen höherer Ideale, aber das ist für mich an dieser Stelle nicht so wichtig.)
      Die vermeintliche Sinnlosigkeit erfahren wir ja erst, wenn wir die Frage nach dem Sinn überhaupt stellen - die Kluft des Absurden tut sich auf. Nach Camus soll man diese Frage also durchaus stellen, aber man soll keine Antwort erwarten, sondern so leben, dass das Leben Sinn hat. Kampf um ein besseres Leben, bei gleichzeitiger leidenschaftlicher Hingabe an die Welt, so kann man es wohl umschreiben.
      Why do we fall?
    • Eine definitive Empfehlung für die Türsteher-Doku Straßensamurai.

      Der Film berichtet in stylischem Schwarz-Weiß von den Erlebnissen einer Handvoll Berliner Bouncer, die im alternativ-geprägten subkulturellen Leben Kreuzbergs und F'Hains für Sicherheit sorgen. Schön dargestellt ist die Verflechtung von Job, Philosophie und Kampfkunst.
      Hier nochmal der Trailer:
      Why do we fall?
    • Why do we fall?

      Physikalisch gesehen ist ursächlich natürlich die Gravitation zu nennen. Gesellschaftlich und persönlich eher das nicht erkennen oder akzeptieren wollen von Problemen. Hat man beide Schritte aber getan, fehlt nicht mehr viel und der Fall kann verhindert werden .....

      Ist natürlich ne arge Binsenweisheit aber ich wollts mal gesagt haben. Danke übrigens für den Kriegerthread. Finde ich sehr gut.
      aber mein hirn ist doch müde ...... !!!!
    • mi san thrope wrote:

      Why do we fall?

      Physikalisch gesehen ist ursächlich natürlich die Gravitation zu nennen. Gesellschaftlich und persönlich eher das nicht erkennen oder akzeptieren wollen von Problemen. Hat man beide Schritte aber getan, fehlt nicht mehr viel und der Fall kann verhindert werden .....

      Ist natürlich ne arge Binsenweisheit aber ich wollts mal gesagt haben. Danke übrigens für den Kriegerthread. Finde ich sehr gut.

      Meine Liebe zu Einflüssen der populären Kultur ist dir vielleicht aufgefallen - so ist auch meine Signatur ein Film-Zitat. In diesem Sinne ist weniger relevant, was wir vor dem Fall machen, sondern danach.
      Why do we fall?
    • Die Frage WARUM impleziert aber immer Kausalität und somit ist die Vergangenheit, die Ursache für eine Wirkung das Wichtige. Aber wahrscheinlich steht das Zitat im Film in einem bestimmten Zusammenhang. Sicherlich ist es auch wichtig, während dem Fall oder nach dem Fall wieder Fuß zu fassen und dem ganzen eine andere Richtung zu geben.
      aber mein hirn ist doch müde ...... !!!!
    • "Wie wollen wir das alles schaffen?"

      "Die Beine bis auf den Dreck, unten ein bisschen umgebogen. Den Scheitel bis unter die Mütze, und da sollen wir das nicht schaffen?"
      (Auch so ein Narrativ von unserem lieben Besucher Herrn H.)
      (Anzuwenden, wenn man mal wieder zu "verkopft" durch die Gegend läuft.) ;)
    • Von meinen Bedenken bezüglich des Begriffes der Liebe distanziere ich mich an dieser Stelle, da scheinen eben immer wieder meine Vorurteile durch. Wie man so schön sagt: Man sollte bestimmte Begrifflichkeiten nicht der Gegenseite überlassen.
      Als wäre Liebe etwas Reines und Unbeflecktes, und nicht etwa ein höchst ambivalenter Zustand.

      "Es gibt keine Liebe zum Leben ohne Verzweiflung am Leben."
      Why do we fall?