Der Weg des Kriegers

    • naja du nennst den thread "der weg des kriegers".. das heisst auf japanisch BU - SHI - DO :ninja:


      und jemand der die prinzipien und regeln des bushido erlernt macht nichts anderes als sich in budo und budowaza zu üben. also der kunst des krieges und seinen techniken. oder anders formuliert der "meditation in der bewegung". ich denke da sollte man zwischen theorie und praxis nicht unterscheiden, auch wenn das alles oft für betriebswirtschaftliche team-coachings ausgeschlachtet wird, was mich ehrlich gesagt zum kotzen bringt.

      ... und um mal gleich clausewitz zu zitieren:
      "aus dem wissen muss ein können werden."
      Anarchisten in der Schweiz | SF Tagesschau | 2:24min
      youtu.be/K7bouKvM7hs
    • Stimmt natürlich. Ich meinte eher die Bezugnahme auf eine explizit japanische Tradition.
      Schon Platon ist als Pankration-Ausübender ein Beispiel für das Zusammenspiel von physischer und mentaler Entwicklung.

      Meditation in Bewegung ist ein sehr schöner Ausdruck - gerade für mich als jemand mit eher unruhigem Geist eine der wenigen Methoden der Fokussierung,

      Die reine Fokussierung auf (Unternehmens-)Psychologie ist eben eine moderne Verballhornung der alten Philosophien.
      Wobei ich nicht grundsätzlich Menschen absprechen würde, sich von diesen Ansätzen inspirieren zu lassen, ohne sich gleichzeitig auch in der Kampfkunst zu üben. Natürlich ist das unvollständig - aber man muss immer auch bedenken, dass Dinge wie Krankheit und Alter dazwischenkommen können. Insofern ist gerade der Fokus auf die mentale Arbeit essenziell - auch hier helfen alte Kriegerphilosophien bzw die Verschmelzung mit modernen psychologischen Ansätzen, um nicht zum Opfer negativer Gedanken und Emotionen - seien es die eigenen oder diejenigen der Außenwelt - zu werden.
      Why do we fall?
    • Lonewolf wrote:

      Der Unity-Gedanke ging im Grunde auch immer einher mit dem Weg des Kriegers. So verstehe ich auch die Romane nicht als simple Rachephantasien, sondern als Aufruf zur Selbstermächtigung und Überwindung von vermittelten und einstudierten Opferrollen.
      Seine(n) Seelenverwandten finden, und gemeinsam mit diesen dann was eigenes aufbauen und die angepassten Mitläufer in ihrer erbärmlichen Welt allein lassen... das würde ich stark vereinfacht ausgedrückt als die Quintessenz der Unity-Romane bezeichnen.
      "Weg des Kriegers"... hmm ja, kann man sicher so sehen... der Autor dieser Bücher wurde schließlich auch von solchen Idealen geprägt, und empfände es als ziemlich langweilig, Opfer die in ihrer Opferrolle festhängen zu beschreiben und darüber zu erzählen. (gibt schon genug Literatur, die das macht)
      Allerdings sollte bei genauerer Betrachtung auch nicht unerwähnt bleiben, dass beispielsweise die Helden von "Resistance" letztlich nur kämpfen, weil es keinen anderen Ausweg gibt, und nicht weil sie irgendwelche coolen Kriegerideale verinnerlicht hätten. Die Gegenweltler wollen einfach nur weg von allem und verstecken sich vor der Welt, anstatt aktiv Widerstand zu leisten.
      Und die Helden von "Reinkarnator" verbringen ihre Zeit am liebsten damit, sich Prüfungen auszudenken, um den ultimativen Seelenverwandten zu finden (sprich, denjenigen, der die Erkenntnisse ertragen kann, die sie selbst auch gesehen haben, ohne dass ihm dabei das Hirn explodiert). Ansonsten spielen sie der Gesellschaft auch nur was vor und halten sich so weit wie möglich fern davon.
      Am ehesten ist es noch "Heroic Bloodshed", das Erstlingswerk, das sich sehr kriegerisch gibt, aber auch da war das Alter Ego des Autors immer eher Edward als Kevin. Edward, der einfach nur mit Kevin befreundet sein und gemeinsam mit ihm Filme schauen möchte bis in alle Ewigkeit, und keine darüberhinausgehenden Ambitionen in irgendeiner Weise hat. Ich denke, das kommt wohl dem am nächsten, was ich wirklich bin. Meine wahre Natur.

      Dann gibt es natürlich auch in jedem meiner Romane noch die andere Seite... die Seite, der es nach Vergeltung dürstet und nach Rache an der Gesellschaft... symbolisiert etwa durch Kevin, durch Janosch, durch die Engelskinder in "Gegenwelt", oder durch Darko und seine Partisanen in "Reinkarnator".
      Wenn man so will, ist das dann eben der andere Teil von mir. Der andere Antrieb (neben dem Finden des Seelenverwandten), warum ich meine Kunst ausübe. Rache, Abkotzen, Vergeltung, wenigstens ein kleines bisschen der Gesellschaft was reinwürgen als "Dank" für all den Frust und die erlittenen Demütigungen.
      Wem es jetzt aber in erster Linie darum geht, Körper und Geist zu stählen und wehrhaft zu sein, der findet sicher bessere Inspirationsquellen da draußen.
    • ach es geht doch garnicht darum sich selbst zu stählen oder rache für angetanes leid an seinen mitmenschen zu nehmen.. das ist doch quatsch. und es geht noch viel weniger um den aktuellen sehr deutschen trend der "selbstoptimierung" oder selbstkrönung wie es Ya ausgedrückt hat. die entwicklung von nützlichen fähigkeiten und fertigkeiten und das damit entstehende neue selbstvertrauen/selbstbewusstsein sind einfach nur eine sehr positive sache für menschen in unserer lage, denen aus der welt der "normalen" 24/7 scheisse ins gesicht geblasen wird. aus sinnlosigkeit und depression kann man sich selbst wieder befreien und gegen unrecht und unhaltbare zustande kann man sich wehren. hier zwei zitate die den eigentlichen "kampf" beschreiben und dabei gehts nicht darum im wald rumzulaufen und gegen bäume zu treten. ich denke das video oben war in seiner aussage etwas irreführend.

      "nicht die leute hier sind unsere feinde, sondern..." & "to keep freedom..."
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    • Dian wrote:

      Lonewolf wrote:

      Der Unity-Gedanke ging im Grunde auch immer einher mit dem Weg des Kriegers. So verstehe ich auch die Romane nicht als simple Rachephantasien, sondern als Aufruf zur Selbstermächtigung und Überwindung von vermittelten und einstudierten Opferrollen.
      Seine(n) Seelenverwandten finden, und gemeinsam mit diesen dann was eigenes aufbauen und die angepassten Mitläufer in ihrer erbärmlichen Welt allein lassen... das würde ich stark vereinfacht ausgedrückt als die Quintessenz der Unity-Romane bezeichnen.(...)Wem es jetzt aber in erster Linie darum geht, Körper und Geist zu stählen und wehrhaft zu sein, der findet sicher bessere Inspirationsquellen da draußen.

      Dann ist dies eventuell eine Leerstelle, die ausgefüllt werden sollte. Wie gesagt, es geht nicht um Rachephantasien... sondern darum, sich nicht kaputtmachen zu lassen.
      Die tragische Ironie der Unity bestand ja darin, dass es nicht die Lemminge waren, die über die Klippe gesprungen sind, sondern ihre Mitglieder.
      Ich sehe einfach zu viele Menschen um mich herum, die an der Welt oder an sich selbst zerbrechen. Viele, die einfach den vermeintlich leichten Weg wählen, und sich auf Hedonismus und Konsum fokussieren. Und einige, die sich ihr Leben lang auf der Flucht vor sich selbst befinden.
      Why do we fall?
    • terr4byte wrote:

      eine sehr positive sache für menschen in unserer lage, denen aus der welt der "normalen" 24/7 scheisse ins gesicht geblasen wird
      Wer sind die "Normalen"?
      In welcher Lage befindest du dich?

      Ich habe eine grobe Vorstellung, was du meinst, aber erkläre es doch bitte genauer.

      terr4byte wrote:

      gegen unrecht und unhaltbare zustande kann man sich wehren
      Sollte man auch, soweit man kann. Eine Erfolgsgarantie gibt es jedoch nicht, dass die Gegenwehr von Erfolg gekrönt ist . Es gibt auch niemanden, der vorgeben sollte, anderen Garantieversprechen geben zu können.

      Lonewolf wrote:

      Die tragische Ironie der Unity bestand ja darin, dass es nicht die Lemminge waren, die über die Klippe gesprungen sind, sondern ihre Mitglieder.
      Es gibt auch solche:
      "Wer die psychiatrische Sprache beherrscht, der kann grenzenlos jeden Schwachsinn formulieren und ihn in das Gewand des Akademischen stecken!" Gert Postel