Wie weit soll Religionsfreiheit gehen?

    • Jack schrieb:

      Naja, sobald man Uniform trägt, passt das Kopftuch nicht.
      Wer hier im Forum Uniformen mag, soll bitte laut "hier" schreien. :whistling:

      Jack schrieb:

      Es gibt sicherlich viele Gründe bei der Arbeit oder sonstwo Kopfbedeckungen zu verbieten.
      Nunja, das versteht sich doch von selbst.
      Ebenso, dass Kopfbedeckungen auch Pflicht sein können. Helme auf dem Bau oder Hauben in der Küche zum Bleistift.
      Ich meinte schon, warum man Kopfbedeckungen im Allgemeinen verbieten sollte.
      Wäre halt Quatsch. Sind wir uns eh einig.

      Jack schrieb:

      Es ist ein Element der Diskriminierung und Unterdrückung von Frauen und hat daher sowieso weniger mit Religion zu tun.
      Wenn das Kopftuch aufgezwungen wird, hat die Diskriminierung der Frau sehr wohl viel mit monotheistischer Religion zu tun.

      1.Korinther 11:
      "Trägt dagegen eine Frau keine Kopfbedeckung, wenn sie im Gottesdienst betet oder im Auftrag Gottes prophetisch redet, dann entehrt sie sich selbst. Das wäre genauso, als wenn sie kahl geschoren herumliefe.
      Will eine Frau ihren Kopf nicht bedecken, kann sie sich auch gleich die Haare abschneiden lassen. Aber weil es jede Frau entehrt, wenn ihr das Haar kurz geschnitten oder der Kopf kahl geschoren ist, soll sie ihren Kopf bedecken.
      Ein Mann aber soll im Gottesdienst keine Kopfbedeckung tragen, denn er ist nach Gottes Bild und zu seiner Ehre geschaffen, die Frau dagegen zur Ehre des Mannes.
      Der Mann wurde auch nicht für die Frau geschaffen, sondern die Frau für den Mann.
      Deshalb soll sie im Gottesdienst eine Kopfbedeckung tragen als Zeichen dafür, dass sie dem Mann untersteht. Auch wegen der Engel, die über Gottes Ordnungen wachen, sollte sie dies tun.
      [...]
      Lehrt euch nicht schon die Natur, dass lange Haare für den Mann eine Schande sind, aber eine Ehre für die Frau? Das lange Haar ist ihr als Schleier gegeben. "
      :pillepalle:
      Ist das nicht widerlich?

      Keine Ahnung, wie es im Islam (Koran und so) aussieht, aber irgendwo müssen die den Mumpitz mit Burka und Co. ja herhaben. Womöglich haben deren Muftis irgendwelche Suren gedeutet und ihre Deutung zur Regel gemacht.


      Spaß am Rande:
      Kürzlich las ich diese Schlagzeile: "Berlin: Männer mit Kippa geschlagen"
      Ich frag mich, warum jemand Männer mit einer Kippa schlägt. Das tut doch gar nicht weh. :lol:
      "Ich hau dich mit der Kippa grün und blau!"

      Jack schrieb:

      Naja. Schuhe haben im Becken nichts verloren.
      Deshalb schrieb ich ganz bewusst von Vorschriften in der Badebekleidung, nicht von Vorschriften in der Bekleidung beim Schwimmen. ;)
      "Wer die psychiatrische Sprache beherrscht, der kann grenzenlos jeden Schwachsinn formulieren und ihn in das Gewand des Akademischen stecken!" Gert Postel
    • unverrueckbare-werte

      Horst Seehofer schrieb:

      Ein friedvolles Zusammenleben in Deutschland erfordert aber auch die Anerkennung unverrückbarer Werte, die sich aus unserer jahrhundertealten christlich-jüdischen Prägung ergeben.
      "Unverrückbare Werte, die sich aus unserer jahrhundertealten christlich-jüdischen Prägung ergeben"?!

      Ich glaube, Horst ist verrückt.

      Hier ein guter Artikel der FAZ darüber:
      Jüdisch-christliche Tradition in Deutschland

      FAZ schrieb:

      Insofern schließt die Rede von der „jüdisch-christlichen Prägung“ nicht nur den Islam aus – was ja der eigentliche Zweck dieser Behauptung ist. Auch Aufklärung und Atheismus, auch die, gerade in der deutschen Literaturgeschichte, so wichtige Sehnsucht nach jenem heitereren Himmel, in welchem die menschlicheren Götter der Griechen wohnen, werden von dieser Rede, wenn nicht ausgeschlossen, dann doch zu den Apokryphen einer Tradition, deren Kanon angeblich jüdisch-christlich ist (man möchte die Namen all derer, die diese Rede zu Fremden macht in der deutschen Kultur, gar nicht aufzählen müssen).

      [...]
      Die Formulierung „jüdisch-christlich“ dagegen ist doppelt falsch: weil sie zugleich die Flucht vor der Glaubensverbindlichkeit ins allgemein Menschliche und Abendländische ist. Und weil sie eine Anmaßung ist gegenüber allen Atheisten, Muslimen, Agnostikern. Und vor allem gegenüber den Juden.
      "Wer die psychiatrische Sprache beherrscht, der kann grenzenlos jeden Schwachsinn formulieren und ihn in das Gewand des Akademischen stecken!" Gert Postel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lydia ()

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      Lydia schrieb:

      Wer hier im Forum Uniformen mag, soll bitte laut "hier" schreien
      Ähem ... "Hier!" - Ich weiß nicht warum, aber ich finde Tarnfarben schön. Hach, war das schön damals beim Bund - ich liebte es in Uniform am Münchner Hauptbahnhof rumzulaufen.

      Lydia schrieb:

      Keine Ahnung, wie es im Islam (Koran und so) aussieht, aber irgendwo müssen die den Mumpitz mit Burka und Co. ja herhaben
      Meine letzte Info ist, dass im Koran nichts von Kopfbedeckungen jeglicher Art steht.
      War Korinther nicht im NT? Das AT zählt soweit ich weiß auch für Muslime.
    • Neu

      Jack schrieb:

      Meine letzte Info ist, dass im Koran nichts von Kopfbedeckungen jeglicher Art steht.
      Jo, meine ich auch. Ich schrieb daher auch: "Womöglich haben deren Muftis irgendwelche Suren gedeutet und ihre Deutung zur Regel gemacht."

      Mit der Deutung von Texten ist es ja so eine Sache. Manche deuten z.B. in meine Texte Gewaltverherrlichung rein. Keine Ahnung, warum.

      Jack schrieb:

      War Korinther nicht im NT?
      Jup.

      Jack schrieb:

      Das AT zählt soweit ich weiß auch für Muslime.
      Kein Plan. Kürzlich mit nem Moslem gechattet. Werde ihn mal fragen.
      "Wer die psychiatrische Sprache beherrscht, der kann grenzenlos jeden Schwachsinn formulieren und ihn in das Gewand des Akademischen stecken!" Gert Postel
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      beim thema kopftuch gehts vor allem um Sure 24 Vers 31 „Und sag den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Augen niederschlagen, und ihre Keuschheit bewahren, den Schmuck, den sie tragen, nicht offen zeigen, soweit er nicht normalerweise sichtbar ist, und ihre Tücher über ihre Busen ziehen."

      wobei sich die leute darum streiten wie das arabische wort „zîna“ ausgelegt werden soll, was oben frei mit "schmuck" übersetzt ist. und der hardcore fanatiker sieht halt jegliche weibliche zierde die aufreizen könnte (haare, augen, mund) als solchen, weshalb die frau dann burka oder nicap zu tragen hat. das kopftuch scheint eine art "kompromiss" zu sein, wobei in aufgeklärteren gegenden wie istanbul/ankara einfach nur nuttenhaftes selbstpräsentieren mit minirock und lippenstift abgelehnt wird, lange unbedeckte haare und makeup aber keinen skandal auslösen, auch nicht im TV.

      ich finde man sollte immer bedenken, dass auch hierzulande die sittenpolizei gerufen wird wenn man nackt über die strasse spaziert. das nennt sich dann erregung öffentlichen ärgernisses. so ähnlich wie man die muslimischen ehrenmorde als kleinbürgerliche deutsche familientragödien in der BLÖD nachlesen kann. "weil er nicht wusste wie haus und auto noch zu finanzieren waren erschoss er frau und zwei kinder bis er die waffe schliesslich gegen sich selbst richtete"... das zum thema ehre und gute sitten.

      p.s.: der islam erkennt die propheten des alten testaments als verkünder des wort gottes an und zählt selbst jesus als letzten propheten vor mohammed dazu, der (nach auslegung einiger gelehrter) über ihn in syrien für seine verbrechen als feldherrn am tag des jüngsten gerichts zu richten hat. allerdings gilt die auslegung, dass damit mohammed trotzdem der letzte und wichtigste prophet sei, den meisten fundamentalisten als rechtfertigung um alles zu verwerfen was sie in AT und NT, nach welchen sie sich auch zu richten haben, lesen aber ihnen missfällt. ich denke im grossen und ganzen stimmt das so, sonst her mit der kritik.
      Du bist nicht dein Job ... (Fight Club, 1999)
      youtube.com/watch?v=cat3tKL6aHw&t=2s

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von terr4byte ()

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      terr4byte schrieb:

      beim thema kopftuch gehts vor allem um Sure 24 Vers 31 „Und sag den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Augen niederschlagen, und ihre Keuschheit bewahren, den Schmuck, den sie tragen, nicht offen zeigen, soweit er nicht normalerweise sichtbar ist, und ihre Tücher über ihre Busen ziehen."
      Da haben wir es doch.

      terr4byte schrieb:

      wobei in aufgeklärteren gegenden wie istanbul/ankara einfach nur nuttenhaftes selbstpräsentieren mit minirock und lippenstift abgelehnt wird, lange unbedeckte haare und makeup aber keinen skandal auslösen, auch nicht im TV.
      "Nuttenhaftes Selbstpräsentieren mit Minirock und Lippenstift" abzulehnen, halte ich nicht gerade für aufgeklärt.
      Eine emanzipierte Frau tut und lässt, was sie will und kein (aufgeklärter) Mensch hat das Recht, dies unterbinden zu wollen. Offene Ablehung ist ein Teil der Unterdrückung.

      Worin genau unterscheidet sich ein muslimischer Mann, der eine Frau als nuttenhaft bezeichnet, weil sie ihr Haar offen trägt von einem Mann des Okzidents, der eine Frau als nuttenhaft bezeichnet, weil sie Minirock und Lippenstift trägt?
      Beides beruht auf unnatürliche Moralvorstellungen, die weitgehend ihre Ursache in monotheistischen Religionen haben.
      Der Aufstieg des Monotheismus in Europa hat falsche Scham erschaffen.

      Sasha Grey betrachte ich übrigens als emanzipiert,
      im Gegensatz zu Sexistinnen wie Alice Schwarzer, die Frauen vorschreiben wollen, was sie zu tun und zu lassen haben.

      Hier passt ein feministisches Statement von mir hin, warum ich gegen das Kopftuchverbot bin und es völlig ablehne, wenn Frauen dazu gezwungen werden sollen, ihr Kopftuch abzulegen:

      Ich finde es einfach nicht gut, Frauen dafür zu verurteilen, wenn sie FREIWILLIG etwas tragen oder tun.
      Ich kenne einige Musliminnen. Für diese ist es so normal und selbstverständlich, ein Kopftuch zu tragen, wie es für Frauen der westlichen Kultur normal ist, einen BH zu tragen.
      Sie empfinden es nicht als Unterdrückung, auch wenn das Kopftuch im Islam ursprünglich der Unterdrückung diente.

      Offenes Frauenhaar gilt in islamisch geprägten Kreisen als anstößig. Auch deshalb wird das Kopftuch von Frauen getragen. (Bei uns im Okzident galt der weibliche Fußknöchel einst als anstößig.)
      Westliche Frauen verbergen ihre Brüste teils auch deshalb, weil weibliche Brüste als anstößig gelten.
      Es ist übergriffig, eine muslimische Frau dazu zwingen zu wollen, ihre Haare zu entblößen, genauso wie es übergriffig wäre, eine Frau dazu zwingen zu wollen, ihre Brüste zu offenbaren.

      Dabei ist das Kopftuch nur dann böse, wenn es aufgezwungen wird. Diese wichtige Differenzierung wird gerne vergessen, leider auch in "feministischen" Diskursen.

      Man stelle sich vor, eine Frau aus westlicher Kultur wird in einem fiktiven Land, wo Menschen BH´s und das Verdecken von weiblicher Brust als Unterdrückung betrachten, im Job dazu genötigt, ihre Brüste zu entblößen. Ist das eine Perspektive, die zum besseren Verständnis und zur Akzeptanz kopftuchtragender Frauen beiträgt?

      Westliche Frauen sagen gerne, dass es unsinnig ist, wenn muslimische Frauen im Hochsommer bei starker Hitze ein Kopftuch tragen. Stimmt sogar, rein praktisch gedacht. Dabei ist es rein praktisch gedacht eigentlich auch unsinnig, im Hochsommer bei starker Hitze Oberbekleidung zu tragen.

      Was tun man nun, wenn man bemerkt, dass eine Frau zum Kopftuch gezwungen wird? Die Frau wird eher verurteilt und manche wollen die Frau kriminalisieren, anstatt den Unterdrücker zur Rechenschaft zu ziehen.
      Wir brauchen kein Kopftuchverbot! Der Straftatbestand der Nötigung sollte nur konsequent zum Tragen kommen!

      Es ist Nötigung, eine Frau dazu zu zwingen, ein Kopftuch zu tragen.
      Es ist Nötigung, eine Frau dazu zu zwingen, ihr Kopftuch abzulegen.
      "Wer die psychiatrische Sprache beherrscht, der kann grenzenlos jeden Schwachsinn formulieren und ihn in das Gewand des Akademischen stecken!" Gert Postel