no identity movement

    • Ich lasse mich nicht auf Identitäten reduzieren, die mir nicht gerecht werden. Man kann es aber auch mit der Selbstfindung übertreiben und in der Haarspalterei enden. Dann verliert man gegen diejenigen, die in Einfachheit vereint und deshalb stark auftreten.
      Das seh ich ein bischen wie mit der Gewalt, wer sich aus noblen Gründen weigert, sie einzusetzen, wird eben von primitiveren Zeitgenossen ausradiert und so.
    • -Ya- schrieb:

      Man kann es aber auch mit der Selbstfindung übertreiben und in der Haarspalterei enden. Dann verliert man gegen diejenigen, die in Einfachheit vereint und deshalb stark auftreten.
      Es geht "no identity movement" ja nicht um übertriebene Selbstfindung, geschweige denn um Haarspalterei.

      Es geht ausschließlich um Zweiteres, was du ansprichst. Der scheinbaren Einfachheit, mit der die "primitiven Zeitgenossen" stark auftreten, liegt einem komplexen System zugrunde, das unter Anderem auf konstruierten Identitäten beruht. Das gilt es zu Erkennen und Anzusprechen.

      Vereinfacht gesagt, das Schaffen von einem "Wir" gegen "Die", was sich auf diversen Demos z.B. in etwa so äußert:
      "Wir (Deutschen) kriegen gar nix und die (Flüchtlinge) kriegen alles!!!!!!!!!1"



      daryus schrieb:

      Ein Grund dafür, warum ich den Tod für wichtig halte, besteht darin, dass er die festgefahrenen Riten und Definitionen wieder hinfällig werden lässt: Ein jeder muss sich danach ganz von vorne neu erfinden. Nichts bleibt dauerhaft so, wie es scheint.
      Kannst du bitte genauer erklären, was du damit meinst.
      Ist "der Tod" hier symbolisch gemeint, also das "Sterben" von alten Gewohnheiten etc., was zu einem Neuanfang führt? Verstehe ich das so richtig, oder sprichst du von einem Leben nach dem Hirntod?
      "Wer die psychiatrische Sprache beherrscht, der kann grenzenlos jeden Schwachsinn formulieren und ihn in das Gewand des Akademischen stecken!" Gert Postel
    • daryus schrieb:

      Eine Frage, Ya: Bist du genau diesselbe Person, die du vor 10 Jahren einmal warst? Zumindest biologisch betrachtet haben sich in der Zwischenzeit nämlich sämtliche deiner Zellen einmal komplett "ausgetauscht", wenn man so will. Bist du dir absolut sicher, dass du in 10 Jahren immer noch sein wirst, wofür du dich heute hältst? Und jetzt die große Preisfrage: Was sind schon 20 erbärmliche Jahre in einem universellen Kontext, der mehrere Milliarden Jahre zurückverfolgbar ist? Unsere aufgesetzte Selbst-Sicherheit ist praktisch JEDES MAL bloß ein Selbstbetrug, um Eindruck zu schinden; Auf uns - auf andere - und hey: Wenn man es so sieht: Wo liegt der gigantische Unterschied? Wir sind, wer wir sind - auch ohne jedes einschränkende, austauschbare Label! Aber wenn du für dein Ego unbedingt ein Etikett brauchst... : Mach ruhig! Mir egal.

      Frage 1: Nein, natürlich nicht. Ich bin aber auch nicht komplett anders, als vor 10 Jahren.
      Frage 2: Nein, ich erwarte aber erfahrungsgemäß, dass ich mich auch noch in 10 Jahren, wenigstens gelegentlich selbst hinterfragen und dementsprechend handeln werde.
      Preisfrage: Dem Universum ist es egal, welche Labels ich mir verpasse und wie lange ich sie trage. Aus kosmischer Sicht ist aber letztendlich alles egal und irgendwie beliebig, also ist es mir auch egal, was das Universum dazu meint.
      Ich finde Etiketten ok, zur Orientierung z.b. Ich behaupte nicht, dass man krampfhaft daran festhalten muss.

      daryus schrieb:

      Meinungsverschiedenheiten bereichern das Forum. Entschuldige bitte meinen zu harsch ausgewählten Umgangston, Ya! Eigentlich bin ich aus völlig anderen Gründen schlecht drauf gewesen... Vermutlich ist es ohnehin unmöglich, auf jedwede (Selbst-)Definition zu verzichten - machen wir uns da lieber nichts vor. Sorry nochmal.
      Also was mich angeht, darfst du mir an den Kopf werfen, was du willst. Danke für die Entschuldigung, aber wenn mir der Ton zu harsch wäre, hätte ich dir halt empfohlen, mit dem Mond zu diskutieren oder sowas ;)

      Lydia schrieb:

      Es geht ausschließlich um Zweiteres, was du ansprichst. Der scheinbaren Einfachheit, mit der die "primitiven Zeitgenossen" stark auftreten, liegt einem komplexen System zugrunde, das unter Anderem auf konstruierten Identitäten beruht. Das gilt es zu Erkennen und Anzusprechen.
      Aufklärung finde ich natürlich toll. Ich gönn mir trotzdem die ein oder andere Identität und schliesse mich dieser Bewegung mit dem blöden Namen nicht an, wenns recht ist.
      Man kann ja auch nicht überall dabei sein. Vielleicht gründe ich mal nen Verein, gegen die Verbreitung behinderter Videos oder sowas, oder nee lieber nicht.
    • Neu

      OMG. Der Herr hat scheinbar alle seine Infos vom Springer-Verlag.
      Der erste Teil des Videos besteht aus Falschinformationen und der zweite Teil geht am Thema völlig vorbei.

      Hier mal die Tatsachen:

      Die Person Vanja, die vor dem Bundesverfassungsgericht dagegen geklagt hat, sich in m oder w einordnen lassen zu müssen, ist intersexuell.
      Das Bundesverfassungsgericht hat daraufhin der Regierung eine Frist gesetzt, entweder einen weiteren positiven Geschlechtseintrag im Personenstandsrecht einzuführen (Einen weiteren positiven Geschlechtseintrag! Nicht zu verwechseln mit einem "dritten Geschlecht"!) oder die Geschlechtseinträge komplett abzuschaffen. (Was ich für die einzig sinnvolle Lösung halte, die die Regierung gar nicht erst ernsthaft erwogen hat.)

      Das Gesetz sieht in fertiger Form so aus:
      dejure.org/gesetze/PStG/45b.html

      Dort ist keine Rede von Menschen mit bestimmten Chromosomensätzen, sondern von Menschen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung.
      Der Gesetzgeber hat sich gedacht, er macht einen neuen Zwitterparagrafen, der nur intersexuelle Menschen betreffen soll. Auch dies war jedoch nicht im Sinne des Bundesverfassungsgerichts.


      Bundesverfassungsgericht schrieb:

      "In den medizinischen und psychosozialen Wissenschaften besteht zudem weitgehend Einigkeit darüber, dass sich das Geschlecht nicht allein nach genetisch-anatomisch-chromosomalen Merkmalen bestimmen oder gar herstellen lässt, sondern von sozialen und psychischen Faktoren mitbestimmt wird."
      Deshalb fallen unter den Begriff "Varianten der Geschlechtsentwicklung" auch Abweichungen aufgrund von hormonellen Störungen gleich welcher Ursache und aufgrund eines abweichenden subjektiven Geschlechtsempfindens. Wenn man ihn wie die Begründung des Gesetzes auf Menschen mit inkongruenten Geschlechtschromosomen, Genitalen und Gonaden beschränken würde, wäre das verfassungswidrig.

      Somit steht der neue positive Geschlechtseintrag, der sich "divers" nennt, auch transsexuellen Menschen und Transgendern zur Verfügung, ebenso die Änderung nach PStG §45b von weiblich zu männlich oder von männlich zu weiblich.

      ze.tt/dank-gesetzesluecke-uebe…auch-vor-dem-staat-laura/

      Das Konzept der Geschlechtsidentitäten lehne ich übrigens auch ab, was nicht bedeutet, dass ich Laura ihre Änderung des Geschlechtseintrags und des Vornamens nicht gönnen würde.

      Wir brauchen auch keine staatlich erfassten Geschlechtseinträge. Die zementieren ja nur Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts, was eigentlich nach GG nicht erlaubt ist.
      Geschlechtseinträge streichen und jedem Menschen die Möglichkeit geben, den Namen zu ändern, wäre emanzipiert und käme auch den Chantalles und Kevins zu Gute, die nur aufgrund ihres Vornamens bei Bewerbungen abgelehnt werden.
      "Wer die psychiatrische Sprache beherrscht, der kann grenzenlos jeden Schwachsinn formulieren und ihn in das Gewand des Akademischen stecken!" Gert Postel