Tod

    • Lebet lang und in Gesundheit -
      Ich habe mir vorgenommen ganz gesund zu sterben, also relativ gesehen, und dazu hab ich noch mein ganzes Leben lang Zeit, die ich künftig auch ausschließlich auf mich verwenden werde. Alter ist ja keine Krankheit. Es bedeutet nur eine zeitliche Beschränkung davon.
      Mir hat mal ein nicht-professioneller Mensch aus der Hand gelesen, und mir gesagt, dass mein Modell nicht älter als 50 wird bzw dass die Lebenszeit mit 50 Jahren abgelaufen sein wird.
      Wenn das stimmt, habe ich noch fünf Jahre Zeit zum Gesund werden^^ Besser ich nutze sie ganz egoistisch. Das wäre mal echt eine Erfahrung wert.
      Die ganzen Rückführungen in eine frühere Zeit, hatten zwar heilsame Auswirkungen auf meine ganzen Lebensfragen und haben mich auch am Ende hierher geführt, aber dennoch bleibt eine Frage offen, die scheinbar essenziell ist: Wer war ich vor diesem Körper, wer werde ich nach ihm sein?
      Wieso dauern diese Fragen so lange an, und wieso ist der Tod ein nur so kurzes Ereignis im Leben?
      Warum hat mein Modell Gefahren überdauert, während andere schnelllebiger waren?
      Ist es, weil ich ein Freund des Zen bin?
      Wenn ich es mir genau überlege, möchte ich gar keine Medikamente einnehmen die mein Bewusstsein trüben könnten. Das komplette Erlebnis des Sterbens lasse ich mir nicht nehmen, da es im Übrigen bereits nach der Geburt beginnt (Alterungsprozess).
      Diese so langwierige Betrachtungsweise im meditativen Stil gibt mir genug Frieden um es lebenswert zu finden.
    • MiriOm wrote:

      Das komplette Erlebnis des Sterbens lasse ich mir nicht nehmen, da es im Übrigen bereits nach der Geburt beginnt (Alterungsprozess).
      Nein. Der "Sterbeprozess" (das Altern) beginnt um das 25. Lebensjahr herum. Ab dann sterben die Körperzellen schneller ab, als sie sich neu generieren (und tun das mit fortschreitendem Alter auch zunehmend fehlerhafter).
      Ab Geburt wächst man erst einmal zu dem Körper heran, der dann nach und nach abbaut. Das kann aber nicht bereits vorher passieren (normale gesundheitliche Entwicklung vorausgesetzt).

      Was ab Geburt aber tatsächlich passiert, ist eine ablaufende Uhr, die zu ticken beginnt.
    • Da ich zur Zeit diesen Hund pflege, und für ihn die letzte Station bin, ist sie mir mittlerweile wie ein Angehöriger ans Herz gewachsen. Einerseits könnte man sie mit ihrer ganzen Senilität an die Wand...andererseits sind sie in ihrer Hilfebedüftigkeit total unschuldig niedlich, und man kommt nicht umhin sie einfach lieb zu haben.
      Diese sehr zwiespältigen Gefühle die man während der gemeinsamen Zeit durchlebt, sind glaube ich wichtig um loszulassen.
      Ein, zwei Alte pro HH, und wenn es dann noch die eigenen Eltern sind, finde ich sehr tragbar. Man ist "danach" iwi erleichtert und hat ein gutes Gefühl, weil das einfach einem natürlichen Lauf entspricht.
      Ich könnte mir nie vorstellen als Altenpflegerin zu arbeiten, wo auf eine Handvoll Pfleger 24 Bewohner kommen. (Die Regel sind drei Pfleger pro Dienst.)
      Also jedenfalls geht es um das Loslassen und Trauerarbeit usw. Heime bedeuten nur Stress, und zum Sterben braucht man Ruhe und Mitgefühl, wie eigentlich in jeder anderen Lebenslage auch <3