Motivationsgurus / Positiv-Denken-Gehirnwäsche

    • In der Maßnahme in der ich gerade stecke und wo ich zum Glück nur zwei mal die Woche hin muss, habe ich jetzt gleich zwei mal hintereinander solche Gestalten vorgesetzt bekommen. Der erste hat sich als Mentaltrainer bezeichnet und ist ziemlich häufig ins esoterische abgedriftet. Der hat mir auch andauernd solche Redner und Buchautoren empfohlen die von positivem Denken schwadronieren und scheinbar ein Vermögen damit verdienen den Leuten zu erzählen, dass angeblich jeder durch die eigenen Gedanken seine Realität selbst erschafft und dass man daher nur positiv denken müsse um positives in sein Leben zu ziehen. Also im Grunde bloß Konstruktivismus gepaart mit esoterischen Überzeugungen und diesem ganzen Manager-Ratgeber-Gedöns.
      Hab mich auch ganz gut mit dem unterhalten können, da man durch den erwähnten Eckart Tolle und ähnlichen Schriften ja bereits so ziemlich alles wissenswerte kennt was es zu dem Thema gibt. Hat den dann wohl auch etwas beflügelt, dass statt der üblichen Hirntoten welche die Pfälzer Hinterwelt in Verbindung mit den restlichen folgen der Langzeitarbeitslosigkeit so hervorbringt, zur Abwechslung mal jemand vor ihm saß der ganze Sätze in hochdeutsch reden konnte und mit dem er zudem auch noch in philosophische Gespräche abdriften konnte. Lange Rede kurzer Sinn, der Typ schien von mir begeistert zu sein. Und vielleicht hätte ich auch etwas mehr vergnügen an unseren Gesprächen gehabt, wenn er nicht in jedem zweiten Satz hätte erwähnen müssen, wie erfolgreich die ganzen Leute sind die er mir andauernd vorstellte, die alle tolle Bestseller geschrieben hätten und heute Millionäre seien. Und man hat förmlich gemerkt wie seine Augen jedes mal aufblitzten als er davon erzählte. Und dann hat er auch immer viel von sich selbst erzählt und wie erfolgreich die Firma war die er hatte bevor er dort anfing, die aber wohl in die Insolvenz ging. Aber irgendwie hörte ich bei ihm immer nur raus wie toll es ist Geld und Erfolg zu haben und wie gerne er wieder mehr davon hätte.

      Danach hat man mir dann so eine Esoterik-Tante zugewiesen, bei der ich jetzt am Mittwoch meinen zweiten Termin habe. Also die redet schon von Auren und Energien die sie angeblich wahrnimmt und spricht davon dass wir in einer Illusion leben. Und im Grunde finde ich diese ganzen Konzepte ja auch irgendwo interessant und halte einiges davon durchaus für möglich. Aber diese Leute die mir da gegenüber sitzen machen lediglich einen verwirrten Eindruck auf mich, klammern sich an irgendwelche Ideen um der Sinnlosigkeit ihres Lebens zu entfliehen.
      Man kann diese Leute getrost als Realitätsverweigerer bezeichnen die mit ihrem positiven Denken vor etwas wegrennen wollen wovor sie sich fürchten, aber sie selbst sehen das natürlich ganz anders. Was mich nur nervt ist wenn genau diese Leute dann plötzlich mir genau das vorwerfen was sie selbst praktizieren, nämlich unliebsamen Dingen aus dem Weg gehen zu wollen. Nur wenigstens bin ich mir dessen bewusst und ehrlich zu mir selbst und die versuchen sich bloß etwas vorzumachen und alles schön zu denken. Versuche ich etwa denen ihr positives Denken auszutreiben, nein! Aber diese Leute maßen es sich an mir in mein Leben reinreden zu wollen, nur weil ihnen jemand Geld dafür zahlt und man mir Geld streicht wenn ich nicht kooperiere.

      Aber zumindest über meine Gedanken habe ich zumindest noch etwas mehr Kontrolle als über mein Leben, von daher können die mich mit ihrem positiven Denken auch am Arsch lecken und ich finde das ist nebenbei bemerkt ein ziemlich positiver Ansatz den ich da habe. Ich bin glücklich so wie ich bin und mit meinem Leben einigermaßen zufrieden und ich glaube unter ihrer Fassade sind sie in Wahrheit diejenigen die mit ihrem Leben unglücklich sind und nicht ich, nur wollen sie es sich nicht eingestehen.

      Keine Ahnung ob dieser zusammenhanglose Rage gerade irgendwie Sinn gemacht hat, aber ich wollte einfach mal wieder irgendwas unnötiges in die Tasten hauen, bevor sie noch einrosten. ;)
      ''Everyone around me, they feel connected to something. Connected to something, I'm not.''
      Motoko Kusanagi

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    • daryus wrote:

      In manchen Fällen ist es besser, Sachen durchzuziehen, in anderen eher nicht. Mit meinem Statement wollte ich dem ewigen "Gib nicht auf!" von etlichen "Motivationstrainern" bloß entgegenhalten, dass das keineswegs immer ein sinnvoller Ratschlag ist.
      Sehe ich ganz genauso. Wenn beispielsweise jemand ein Studium macht, das ihm nicht liegt, oder eine Ausbildung, in der er sich unwohl fühlt, dann ist es manchmal besser, eben nicht zu sagen "Gib nicht auf, du schaffst das schon!", sondern dann ist es manchmal sinnvoller, denjenigen dazu zu ermutigen, aufzugeben (und damit sich selbst treu zu bleiben.)
      Genauso verhält es sich, wenn man sich in einer verkorksten Beziehung befindet... da ist niemandem geholfen, wenn man sich trotzdem immer weiter durchquält, sondern irgendwann muss man eben dann auch mal einen Schlussstrich ziehen und erkennen, dass es vielleicht doch nicht so gut passt, wie man am Anfang geglaubt hat. Da kann ein "Aufgeben" manchmal auch eine große Befreiung sein. (und zwar für BEIDE Beteiligten! ;) ) Lieber ein Ende mit Schrecken, von dem man sich früher oder später erholen wird, als ein Schrecken ohne Ende, der einen langfristig krank macht.
      Nur irgendwie hat das "Aufgeben" in unserer auf Leistung basierenden Gesellschaft leider einen ziemlich schlechten Ruf.
      Aufgeben... eine Sache nicht bis zum bitteren Ende durchzuziehen... gilt als Versagen. Als etwas zutiefst Negatives. Wer sich hingegen jahrelang durch einen Beruf quält, den er eigentlich hasst, der gilt als Vorbild. Und wenn er irgendwann ein Burnout bekommt nach 20 Jahren aufopferungsvollem Nicht-Aufgeben, dann hat man sogar noch Mitleid mit ihm und feiert ihn als Held der Arbeit, anstatt zu sagen: "Selber Schuld, du Vollidiot, warum hast du auch nicht schon viel früher alles hingeschmissen?"
      Bei Beziehungen ist es das gleiche... das hab ich ja auch in meinem Video zu diesem Thema bereits angesprochen. Dass die Leute alles Mögliche versuchen, um ihre Beziehungen zu retten und zur Eheberatung gehen oder was weiß ich was alles, weil sie sich einreden, dass es unbedingt funktionieren muss, weil es einfach nicht scheitern darf... weil Scheitern ja bedeuten würde, dass man sich geirrt hat und viele Monate oder Jahre kostbare Lebenszeit vergeudet hat... und das will man sich nicht eingestehen, weder vor sich selbst noch vor anderen.
      Dabei finde ich, gerade im Scheitern, im Sich-Eingestehen, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann, liegt auch eine große Chance. Nämlich die Chance, sich neu zu definieren und wieder freier atmen zu können. Aber frei atmen zu können, ist in unserer Gesellschaft scheinbar nicht besonders wichtig. Daher gibt es zwar viele Berater zu dem Thema "Wie rette ich meine Beziehung" oder "Wie motiviere ich mich selbst", aber nur ganz wenige, die den Menschen beibringen, wann der richtige Zeitpunkt zum Aufgeben ist, und wie man richtig aufgibt.
      Vielleicht sollte man das den Kindern schon in der Schule beibringen... vielleicht würden sie es dann später im Leben auch leichter anwenden können. Aber wenn ich so an meine Schulzeit zurückdenke, da hat mir auch keiner beigebracht, wie ich erkennen kann, dass irgendein gewähltes Fach oder eine Sportart nichts für mich ist. Da hieß es auch immer nur "Du hast es angefangen, jetzt musst du es auch durchziehen!".
      What the fuck?? Warum denn eigentlich???? Was ist das für ne dämliche Mentalität der Menschen?
      Und dann wundern sie sich, wenn die Menschen immer häufiger krank oder depressiv werden. Ist doch auch kein Wunder, in so einer Kultur, in der einem keiner beibringt, auf sein Bauchgefühl zu hören, und man ständig nur durch "Gib nicht auf!"-Anfeuerungsrufe dazu angestiftet wird, auf Teufel komm raus weiterzumachen, egal ob es einem gut tut oder nicht.
      Eigentlich bräuchten wir viel eher mal eine Kultur des Aufgebens... denn das ist es, was die Menschen scheinbar am allerwenigsten beherrschen. Aber das wäre wohl nicht gut für die Wirtschaft.

      Shinobi wrote:

      von daher können die mich mit ihrem positiven Denken auch am Arsch lecken und ich finde das ist nebenbei bemerkt ein ziemlich positiver Ansatz den ich da habe. Ich bin glücklich so wie ich bin und mit meinem Leben einigermaßen zufrieden und ich glaube unter ihrer Fassade sind sie in Wahrheit diejenigen die mit ihrem Leben unglücklich sind und nicht ich, nur wollen sie es sich nicht eingestehen.
      Viele Menschen sind nur deshalb Gegner des Stillstands und wollen immer voranschreiten und immer irgendwas tun, weil sie Angst haben vor dem Moment, an dem sie mal ohne Ablenkung mit sich selbst allein sein müssen. (Nemesus beispielsweise. Ich glaube, wenn der mal nichts zu planen hat und nicht ständig irgendwelche Projekte hätte, in die er sich reinsteigern könnte, dann würde er möglicherweise mal realisieren, wie allein er eigentlich ist, und davor hat er Angst, und deshalb muss er immer in Bewegung bleiben, ein Projekt nach dem nächsten starten und eine Kippe nach der anderen rauchen. Seine Sehnsucht nach ständigem Fortschritt ist doch hauptsächlich ein Weglaufen vor sich selbst)
      Und ich glaube, dass das bei ganz vielen Menschen so ist, und sie alle nur vor sich selbst flüchten. Sie flüchten sich in ihre Arbeit vor sich selbst. Sie flüchten sich in ihre Beziehung vor sich selbst. Sie flüchten sich in ihr gesellschaftliches oder politisches Engagement vor sich selbst. Und weil das vielen ja auch tatsächlich dabei hilft, weniger Zeit für die eigenen inneren Dämonen zu haben, wollen sie das allen anderen Menschen als Allheilmittel verkaufen.
      Aber ich glaube, wirklich innerlich zufrieden kann man nur sein, wenn man aufhört wegzulaufen, und sich dem stellt, wovor man schon so lange geflüchtet ist.

      Trotzdem interessant, dass die es anscheinend jetzt sogar schon mit Esoterik versuchen, um die langzeitarbeitslosen Härtefälle wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Vielleicht schicken sie ja demnächst noch Thomas G. Hornauer bei dir vorbei. Nach dem Motto: Lieber Herz 5 als Hartz 4. lol

      Und, weil es gerade so schön zum Thema passt... (für alle, die es noch nicht kennen)
      So motiviert man seine Angestellten. Man darf sich halt nur nicht wundern, wenn die dann ein paar Monate später alle kündigen. :D

    • Saya wrote:

      daryus wrote:

      Also, ich lass mir das Aufgeben von niemandem vermiesen!
      Ja stimmt schon , dass diese Selbsthilfe Positiv Gurus oft nur Scheiße reden, die eigentlich keine echten Ratschläge transportiert, aber mal ehrlich, warum wird in diesem Forum so oft das eigene Losertum beweihräuchert? Mein letzter Post war ja auch über mein eigenes Versagen in der Uni, aber im Grunde habe ich es bereut es gepostet zu haben. Warum ist dieses Forum oft so negativ und voll von Menschen, die ihr Leben nicht auf der Reihe haben? Und scheinbar sich das mit ähnlichen Losern sich hier zusammen finden.Hilfreich ist das nicht gerade.
      Die entspr. User sind lediglich in den Augen der Mainstream-Gesellschaft Loser. Für mich ist bspw. Shinobi ein "Winner", auch wenn das die Normalos aufgrund seiner fehlenden Erwerbsarbeit anders sehen. Hier kriegen auch nicht unbedingt weniger Menschen ihr "Leben auf die Reihe" als der Rest der Welt. Hier werden bloß weniger Fassaden aufgebaut.
      Wir haben miese Karten, regiert von Psychopathen, verwaltet von Bürokraten, die keine Gefühle haben.
    • Meine Sicht des NEVER GIVE UP's !

      Ich halte nun auch nicht viel von solchen Motivationsgurus oder Trainern. Aber ich habe dies in ähnlicher Form, nämlich in Form von Texten zu Hardcore Musik als dermaßen motivierend kennen gelernt. Dieser Hardcore hat mich oftmals vom noch tieferen Fallen in endlose Löcher abgehalten.
      Was hilft einem denn großartig, wenn man ganz unten ist. Sind es Freunde oder Arbeitskollegen.
      Sind es die eigenen Gedanken. Mit meinen Mitmenschen habe ich so meine eigenen schlechten Erfahrungen gemacht und es waren nicht viele dabei, die mir eine echte Hilfe waren. Von meinen eigenen Gedanken bin ich nur noch weiter abgerutscht. Ein Kreislauf des Verdrängens, des nicht akzeptieren wollens und schlussendlich sieht man, Murmeltiertag gleich, dass dies kein Ende nimmt. Im Nachhinein und auch in diesen Augenblicken, war ich froh, dass ich solch motivierende Texte hatte. Nicht nur der Hardcore, sondern auch HipHop/Rap Musik mit guten Texten war mir dabei hilfreich, wie zB Amewu oder Sookee.

      Ein paar Beispiele der Tracks, die mich immer wieder aufgebaut haben. Ich möchte sie nicht missen und wenn mich wieder dunkle Gedanken und Zweifel überkommen, dann bin ich froh, darauf zurückgreifen zu können. Fast wie bei religiösen Menschen, deren Glaube an imaginäre Wesen ihnen Kraft gibt. Von daher sehe ich die Worte NEVER GIVE UP, als keine falsche Intension, sondern als sehr hilfreich an. Es ist natürlich entscheidend, was man selber daraus macht und wie man mit diesen Worthülsen umgeht. Wenn einem schon bei Beginn eine gewisse Abneigung dadurch entgegen schlägt, dann wundert es mich auch nicht, dass dies hier als eher negativ aufgefasst wird.
      DIE LETZTE BASTION GEGEN DEN FALL ! (meine war es das auf jeden Fall)

      NEVER GIVE UP - PICK YOUR SELF BACK UP



      when you get knocked down, you've got to get back up
      every day is a new day, rise up and take pride
      we all fail but don't you fall, you've got to stay on your feet
      try over and over again, don't take defeat

      never give up and i can see it in you
      strength to succeed
      when you put your mind to it
      you can achieve, never give up

      brick by brick, break down the walls
      smash through them all
      devotion conquers all

      never give up and i can see it in you
      strength to succeed
      when you put your mind to it
      you can achieve
      never give up, every day is a new day
      never give up, rise up and take pride
      never give up, any goal, any task, everything
      you just need to believe, never give up

      work hard, live fast and sometime you lose to win
      work hard, live fast don't you ever give up
      dedicate your life to it and don't you stop
      you might struggle, you might have to sacrifice
      sometimes you lose to win
      who's their when you reach the top
      true friends have your back no matter what
      strength to succeed, is inside you
      your time is now, never give up





      I can't believe you sunk this low, so low
      You pushed to hard and lost control
      Now death is reaching for your hand
      And when there's nothing left
      You start reaching back

      Shoveling shit up your nose
      Needle to your arm
      Less than zero
      The bottle calls
      You run to it
      And I need it too
      Anything to forget

      Self destruct
      You're killing yourself
      You gotta fight
      Pick yourself back up
      And man I've been there too
      Numbering my broken dreams
      And the love that I've killed

      You're killing yourself
      You gotta fight or you will

      I'm scared for me
      I'm scared for you
      Because we will

      Self destruct

      PS: Bei einem bin ich mir bei diesen Texten sicher, im Gegensatz zu zwielichtigen Gestalten, die wahrscheinlich eher ihre Bücher verkaufen möchten. Der Wille, anderen zu helfen, kommt aus tiefsten Herzen und ist aufrichtig. Klar möchte eine Band auch ihre Alben verkaufen und das Managment will Kasse machen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob gerade diese Texte die Schlagkräftigsten und Treffsichersten für einen guten Umsatz sind. Bei Hardcore bin ich mir absolut sicher. Hier geht es um Familie und um Integrität. 100%ig.

      3x Sicher oO Oo ........ Sicher ist Sicher ........
      aber mein hirn ist doch müde ...... !!!!

      The post was edited 3 times, last by mi san thrope ().

    • mi san thrope wrote:

      Aber ich habe dies in ähnlicher Form, nämlich in Form von Texten zu Hardcore Musik als dermaßen motivierend kennen gelernt. Dieser Hardcore hat mich oftmals vom noch tieferen Fallen in endlose Löcher abgehalten.
      Ich denke mal, dass es in dieser Musikrichtung ja auch generell darum geht, sich selbst treu zu bleiben und seinen eigenen Weg zu gehen, egal was alle anderen sagen.
      In Verbindung mit einer solchen Message habe ich gegen eine gewisse Positivität und motivierende Gedanken auch überhaupt nichts einzuwenden.
      Das Problem sehe ich eher darin, dass ein Großteil der heutigen Menschen eben nicht seinen eigenen Weg geht, sondern sich nur irgendwas hat aufschwatzen lassen, was eigentlich gar nicht seinem wahren Wesen entspricht. Also beispielsweise studieren ja viele nur, um ihre Eltern zufriedenzustellen oder um Karriere machen zu können, aber nicht mit voller Leidenschaft für die Sache. Ebenso ist es in Beziehungen, wo Menschen oftmals mit Menschen zusammen sind, mit denen sie eigentlich gar nicht so richtig kompatibel sind, aber aus Gewohnheit oder Abhängigkeit trotzdem nicht von einander lassen können.
      Wenn ich solchen Menschen nun sage: "Weiter so, gib nicht auf! Beiß dich durch, dann wird schon alles besser werden.", dann ist das letztlich keine Hilfe, sondern macht alles nur noch schlimmer, weil die Probleme tiefer gehen und durch positives Denken nicht gelöst werden, sondern sich nur anstauen und irgendwann später mit noch größerer Wucht über einen hereinbrechen werden.
      Und ich fürchte, dass gerade die Menschen, die es eigentlich am allernötigsten hätten, dass ihnen mal jemand richtig den Kopf wäscht und ihnen sagt "Ändere dein Leben! DU BIST ÜBERHAUPT NICHT MEHR DU SELBST!!!!", dazu neigen, stattdessen solche Weichspüler-Ratgeber zu konsumieren, um sich alles schönzureden, damit sie schön so weiterwursteln können wie bisher, ohne die wirklich unbequemen Baustellen im eigenen Leben angehen zu müssen.
      Das ist dann nicht mehr weit von Merkels "Wir schaffen das" entfernt. Durchhalteparolen, weil der Weg, den man eingeschlagen hat, ja "alternativlos" ist. (was aber bei näherer Betrachtung überhaupt nicht stimmt).

      Darum ging es mir eigentlich hauptsächlich in meiner Kritik an solchen "Gurus", die ihr Geld mit billigen Durchhalteparolen oder sonstigen Pseudo-Weisheiten verdienen. Manchmal wäre "Du schaffst das nicht, weil du eben nur einer Illusion hinterherläufst" der ehrlichere Ratschlag... aber sowas will keiner hören und damit verdient man auch nicht so viel Geld, weil die Menschen dein Buch ja nicht kaufen, wenn du ihnen erstmal sagst, dass alles scheiße ist, was sie bisher in ihrem Leben veranstaltet haben. :D
      Darauf wollte ich nurmal hinweisen. Aber es geht mir ganz sicher nicht darum, dieses Forum zu einem dunklen Ort zu machen und jeglichen positiven Ansatz von hier fernzuhalten. (Entsprechende Äußerungen waren auch eher ironisch gemeint.)
    • Passend zum Thema des Threads, hier ein gutes Video von jemandem, dem so Typen wie dieser Veit Lindau, Dirk Kreuter oder sonstige Motivations-Dummschwätzer auch auf den Sack gehen:



      Dem kann ich voll und ganz zustimmen!
      Ist unglaublich, dass es trotzdem anscheinend so viele Menschen gibt, die sich von einer solchen Ansammlung von belanglosen Kalendersprüchen und Binsenweisheiten inspiriert fühlen... und dass die dann auch noch teilweise mehrere hundert oder gar tausende Euro zahlen, um an so einem Erweckungsseminar teilzunehmen.
      Ich habe den Eindruck, Motivationscoaches sind die neuen Sekten, denn Jesus und Buddha ziehen längst nicht mehr. Die modernen seelenlosen Menschen von heute beten nur noch den Erfolg an. Und wenn sie es alleine nicht schaffen, beten sie eben gemeinsam. :!
    • Gegen ein Buch von denen Spricht nix , allerdings werde ich mir niemals so ein Seminar kaufen. Im Prinziß ist es nicht so schwer wie die Coaches es immer Darstellen, ehrlich sein zu sich selbst stehen auf sein Bauch hören und da wo es nötig ist den Schlussstrich ziehen. Dadurch wirst du kein Millionär aber lernst mir der Zeit was selbstzufriedenheit ist. Seine mitmenschen als poteziele Verbündete zu betrachten kann einem ebenfalls helfen. So sind meine Gedanken zu diesem Thema.
    • solche seminare und workshops sind nur nötig geworden weil wir es verlernt haben auf unser bauchgefühl zu hören. da bin ich ähnlicher meinung.
      sie kratzen nur an der oberfläche und verschaffen nur dem geldbeutel erleichterung. um einen wirklichen paradigmen wechsel im eigenen leben hervorzurufen muss man schon tiefer in die materie eintauchen, erstmal viel scheisse schaufeln, sprich "innere arbeit" leisten und im laufe der zeit techniken verfeinern....
      die passenden werkzeuge dazu verkaufen diese gurus einem logischerweise nicht...
      ein buch zu lesen ist ne feine sache...mein buchtipp :Die Praxis der Achtsamkeit. Eine Einführung in die Vipassana-Meditation Gebundenes Buch – 1. Januar 2000
      von Mahathera Henepola Gunaratan
      ich muss gestehen, ich habe es nicht gelesen...hatte mir damals ein fettes seminar "gekauft" , was das geld auf JEDEN Fall wert war....!!!!!
      x-)