Klarträumen

    • Klarträumen

      Hallo liebe Sekte, heute mal ein Thema, das mich seit einiger Zeit wirklich nicht mehr loslässt. Vor etwa zwei Jahren hatte ich mir das Thema auch mal vorgenommen, hatte nach kurzer Zeit auch schon mal meinen ersten verschwommenen Klartraum, aber danach klappte es nicht mehr und so habe ich auch recht schnell das Traumtagebuch schreiben gelassen.
      Jetzt seit etwa Dezember bin ich wieder an dem Thema dran und habe wirklich viel Zeit darauf verwendet, was heißen soll, dass ich viele Vormittage absichtlich verschlafen habe, um einen Klartraum zu bekommen, da mir das wohl am leichtesten im Halbschlaf des Vormittages fällt, jedenfalls träume ich in der Zeit auch am meisten. Das Traumtagebuch schreibe ich mittlerweile auch recht stetig, immer direkt zu meinen normalen Tagebucheinträgen.
      Trotz meine vielen Versuche, war mein Erfolg bisher nicht so groß, obwohl allgemein sich meine Traumerinnerung und Klarheit schon deutlich erhöht hat, auch wenn ich weiterhin nicht in den Traum eingreifen kann, kann ich den Traum oft mit atemberaubender Detailschärfe beobachten und mich Tage danach noch dran erinnern.

      Aber einen echten Klartraum hatte ich bisher nur einmal, und wie das geklappt hat ist schon fast witzig.
      Es gibt ja sogenannte Reality Checks, RC, wobei man im Wachzustand prüft, ob man träumt, um das dann zu automatisieren, damit das Unterbewusstsein das dann auch im Traum macht, und man so bewusst wird. Ich habe immer meine Finger gezählt, leider habe ich das nie im Traum gemacht, das hat mich so frustriert, dass ich dann wohl aus Frust im Traum auf meine Hände geguckt habe, in der Sicherheit, dass es nicht klappt, und doch war mein Ringfinger durchsichtig oder nicht richtig da. Und sofort war ich bewusst, ich habe mich erinnert, dass auch Schrift in einem Traum nicht stabil ist, ich sah ein Schild an der Wand und lief hin und guckte drauf, ich konnte nicht lesen, was dort stand, aber ich guckte weg und wieder hin und war mir sicher, dass es nicht das selber war wie zuvor. Das habe ich an anderer Stelle wiederholt.
      Ich war in einer Schule und konnte mich frei bewegen, ich ging durch die Klassenzimmer und durch den Flur. Das Unheimliche war, dass der Rest des Traumes wieder lief, denn da waren auch andere Menschen, die unabhängig von mir agierten. Einer von denen kam auf mich zu und bedrohte mich, ich schubste ihn zurück und lief in einen anderen Raum, dann wurde der Traum langsam instabiler und unter komischen Umständen auf die ich nicht näher eingehen will, wachte ich dann auf.
      Aber das ist doch schon krass was das Gehirn da veranstaltet, ich meine im Wachzustand beobachtet es ja nur die Umwelt und macht ein paar Gedanken nebenher und ich kann mir auch Dinge im Geiste vorstellen, aber dass das Gehirn eigenständig Dinge und Charaktere erstellt, wie das auch ein PC in einem Computer Spiel machen würde, ist schon krass. Ich meine, wenn ich mit meinem eigenen Bewusstsein durch meine Traumwelt laufe, WER ist dann derjenige, der den Rest des Traumes steuert und kreiert?

      Einen weiteren Klartraum habe ich leider nicht mehr erreicht. Aber ich versuche es weiter.
      Aber ich finde diese Fähigkeit einfach unglaublich, ich habe ja Videos von Leute gesehen, die das perfekt können, und was die erzählen klingt halt fast zu schön, um wahr zu sein. Man hat irgendwann gottgleiche Kräfte und keine Limits mehr. Man kann sich von der physischen Welt komplett trennen und machen was man will, sein wo und wer man will. Man kann zum Mars fliegen oder Merkel ermorden oder Sex mit wem auch immer haben, man kann Bewegungsabläufe trainieren und quasi Urlaub machen, obwohl man vielleicht gerade null Freizeit hat. Und das halt während man schläft. Ich bin mir nicht sicher, ob es möglich ist, jede Nacht und dann die gesamte Nacht klar zuträumen. aber wenn dann wäre das wie ein Leben ohne Schlaf. Man könnte 14 Stunden in der realen Welt wach sein und dann 10 Stunden in der Traumwelt wach sein, also 24 h wach Zustand.
      Auch ist es glaube ich ein Tor zum Unterbewusstsein, ich bin ja leider noch nicht so weit aber ich könnt mir vorstellen, dass man auch auf seine Erinnerungen Zugriff bekommen kann oder anderes. Es ist jedenfalls besser als jedes Computerspiel oder ähnliche elektronische Simulationen.

      Hattet Ihr schon mal einen Klartraum oder habt diese Fähigkeit vielleicht sogar. Ich meine in einem Forum voller Tagträumer und Menschen, die sich oft in eine andere Welt wünschen, wäre das doch die Lösung, denn es unterscheidet sich halt so extrem von einem Tagtraum, denn es ist wie echt, gerade bei Dian könnt ich mir das gut vorstellen, da er so ja in Echt in seine Abenteuer eintauchen könnte.

      Ich werde es jedenfalls weiter trainieren, schade, dass ich nicht schon früher damit angefangen habe.
    • In irgendwelche Geschichten einzutauchen, die im Grunde nur Illusionen sind, interessiert mich jetzt gar nicht so sehr. Der Gedanke, ein "Holodeck" in meinen Träumen zu haben, in dem ich machen kann, was ich will, ist zwar sicher auch irgendwie reizvoll... aber Illusionen und Luftschlösser hab ich ehrlich gesagt schon genug um mich herum. Ich sehne mich eher nach was "echtem".
      Was mich an der Klartraum-Sache interessiert, ist eher so die Möglichkeit, auf diese Weise mit seinem Unterbewusstsein Kontakt aufzunehmen... Fragen zu stellen, auf die man vielleicht interessante, unkonventionelle Antworten bekäme. Fragen über den Sinn, oder vielleicht auch über ein früheres Leben oder dergleichen. Falls so etwas existiert.

      Mein Problem ist nur leider, dass meine Träume meist eher wie ein Film ablaufen, in dem ich gar nicht wirklich dabei bin, sondern mehr beobachte. Oder es gibt zwar ein "Ich", aber dieses "Ich" hat kaum etwas mit mir selbst zu tun... als ob ich in dem Moment jemand komplett anderes bin. Und wenn ich jemand ganz anderes bin, kann ich in dem Moment leider auch nicht daran denken, dass ich eigentlich DianTheSaint bin und jetzt mal gern einen Klartraum haben möchte.
      Die ganzen Techniken wie Traumtagebuch führen scheinen ja durchaus etwas zu bringen, wenn man so die Berichte von anderen liest, die das praktizieren. Aber mir fehlt dazu die Geduld, so viel Zeit in etwas zu stecken, von dem ich gar nicht weiß, ob es bei mir überhaupt funktioniert. Ich meine, ich glaube schon, dass es bei bestimmten Menschen möglich ist. Die Frage ist, ob man durch viel Training wirklich so weit kommen kann, wenn man eigentlich gar kein Talent dafür besitzt... oder ob dafür schon auch eine Begabung da sein muss. Ich meine, es gibt ja beispielsweise auch viele Menschen, bei denen Hypnose funktioniert, und die dann in Trance alle möglichen tollen Dinge sehen, die sie dann sogar auch noch beschreiben können, während sie eigentlich in einer Art Schlafphase sind. Das hat bei mir auch nicht geklappt. Ich glaube, dass dafür einfach nicht jedermann empfänglich ist. Und vielleicht ist das bei den Klarträumen ja auch so...
    • Saya wrote:

      aber dass das Gehirn eigenständig Dinge und Charaktere erstellt, wie das auch ein PC in einem Computer Spiel machen würde, ist schon krass.
      Das habe ich mir gestern Nacht auch wieder gedacht. Bin im Traum über komische überflutete Landschaften geflogen, habe seltsame Aufgaben gelöst, große Raumschiffe oder irgendwelche Wesenheiten beobachtet und sonstige surreale Dinge erlebt, die ich jetzt gar nicht mehr richtig beschreiben kann, die aber im Moment des Traumes für mich durchaus Sinn ergeben hatten.
      Und ich frage mich eben: Warum macht das Gehirn sowas? Wo ist der Zweck?
      Ich meine... dass das Unterbewusstsein im Traum Dinge verarbeitet, beispielsweise irgendwelche Probleme, die man tagsüber mit sich herumgeschleppt hat... das würde ja noch Sinn machen.
      Aber solche Träume, die irgendwas mit meinem realen Alltag zu tun haben, habe ich so gut wie nie.
      In meinen Träumen bin ich meistens so weit weg von meinem realen Leben, wie ich es nur sein kann. In irgendwelchen anderen Welten, in denen komplett andere Logiken und Naturgesetze gelten. Wo die Landschaften und die Häuser komplett anders aussehen als die, die mir vertraut sind.
      Wieso betreibt das Gehirn so einen großen kreativen Aufwand? Es ist doch normalerweise in der Natur so, dass jeder unnötige Energieaufwand vermieden wird, und dass Dinge möglichst zweckmäßig zu sein haben, um sich evolutionär durchzusetzen. Warum träumen wir dann also so ganz schräges Zeug, was vordergründig keinerlei Nutzen hat, und was uns weder beim Lösen unserer realen Probleme hilft noch bei sonst irgendwas? Und selbst, wenn es nur ein "Unterhaltungsprogramm" wäre, damit wir uns in der Nacht nicht langweilen, warum kopiert das Gehirn dann nicht einfach irgendwelche Filme oder Bücher? Warum erschafft es komplett neue Welten, scheinbar ohne jeden Zweck, und oft ohne dass überhaupt irgendein Zusammenhang hergestellt werden könnte zu Dingen, die man im realen Leben erlebt oder konsumiert hat?
      Oder sind wir nachts doch ganz real in anderen Dimensionen unterwegs, die tatsächlich existieren und mehr sind als nur eine bloße Einbildung unseres Geistes?
    • Dian wrote:

      Wieso betreibt das Gehirn so einen großen kreativen Aufwand? Es ist doch normalerweise in der Natur so, dass jeder unnötige Energieaufwand vermieden wird, und dass Dinge möglichst zweckmäßig zu sein haben, um sich evolutionär durchzusetzen.

      Das gilt aber nur für die körpereigenen Kraftaufwendungen, nicht für den Verstand. Dort ist dieses Prinzip des Kräftesparens nicht bekannt. Sonst würde sich ein schwer Depressiver nicht mit lauter kräftezehrenden Gedanken herumschlagen, sondern der Verstand würde Ruhe verordnen und seinen Patienten wieder zu Kräften kommen lassen. Genau das passiert aber nicht.

      Der Schlaf hingegen ist die Erholungsphase. Und ich nehme an, dass es für dich keine Erholung wäre, dich auch in deinen Träumen mit der kalten Realität herum zu ärgern.
      Unabhängig davon macht es mich schon Sinn, wenn kreative Menschen auch über eine etwas blühendere Fantasie in ihren Träumen verfügen. Je nach Charakter, Kapazität des Denkapparats oder eben das, womit man sich die meiste Zeit seines Tages beschäftigt, baut das Gehirn genau daraus eine Story. Aber eben keine altbekannte, in der es einen Film 1:1 nacherzählt, sondern Nachts ist der Kopf so frei wie sonst nie im Leben. Und dann dreht er eben zu Höchsttouren auf und spinnt die abstrusen Sachen zusammen. Wahrscheinlich träumt ein Bauarbeiter davon, wie er ein Fussballspiel gewinnt oder einen Düsenjet steuert. Prinzipiell nicht unrealistisch, aber vom Grad der täglichen Beanspruchnahme seiner Gehirnzellen wohl das, was als besonders krassen Denksport gewertet und entsprechend nachts abgespielt wird.
      Und wenn man sich ansonsten in surrealen oder abstrakten Gedankenwelten aufhält, fordern einen solche Kinkerlitzchen nicht, sondern man bekommt ein ganz anderes Video vorgeschlagen. Eben so wie auf Youtube. Der Algorithmus dort ist auch ständig damit beschäftigt zu scannen, was dich als nächstes vom Hocker hauen könnte. Eben basierend auf deinem Interessensgebiet.
    • Ich habe früher nur klar geträumt. Ohne, dass ich einen Namen dafür gehabt oder irdendwelche Tricks gebraucht hätte. Das kann auch mal ganz cool sein. Besonders, wenn man in einem Albtraum steckt. Aber auf Dauer war das eher langweilig. Wenn mir irgendwann während des Traumes bewusst wurde, dass ich träume, habe ich mich einfach zurück gelehnt und gedacht: Mal sehen, was so passiert. Das war dann interessanter, als meine Phantasie bewusst auszuleben. Dafür gibt es ja Tagträume.

      Allgemein gebe ich überhaupt nichts auf Träume. In unserem Gehirn verbinden sich nunmal permanent viele Millionen Nervenzellen und das rund um die Uhr, solange wir leben. Träume sind da eher sowas wie eine Begleiterscheinung und haben exakt so viel Bedeutung, wie man ihnen beimisst.
    • Komisch, immer wenn mir immer klar wurde, dass ich träume, ging der Traum nur noch wenige Sekunden und dann war Ende im Gelände. Bin wohl nicht so geübt darin, sowas stabil zu halten. Die besten (sowie klarsten) Träume hab ich übrigens morgens, wenn mein Körper gar nicht mehr richtig schlafen will, aber immer noch in so einen oberflächlichen Schlaf abdriften kann.

      Sammy Jankis wrote:

      Dafür gibt es ja Tagträume
      Moment, in Klarträumen kann man doch tun, was man will, oder? Das kann man doch nicht im Wachzustand?
      Gut, schlussendlich sind Klarträume Illusion und das Fassbare findet man im Wachzustand. Aber alle Träume lassen sich in der Realität auch nicht so leicht erfüllen.
    • Bin mir unsicher, ob ich solch Techniken erlernen will. Ist halt alles nur Illusion. Wie Dian schon sagte. Mir sind im Allgemeinen die alltäglichen Illusionen schon nervig genug. Ich habe mal gehört, dass bei luziden Klarträumern die Selbstmordrate angestiegen sein soll, da diese Menschen die Diskrepanz zwischen ihren gesteuerten Träumen und der Realität nicht mehr ertragen konnten. Bin mir unsicher, ob das stimmt, aber nachvollziehen lässt sich diese These auf jeden Fall. Ich könnte mir vorstellen, dass ich dabei nur noch depressiver werden würde. Generell stehe ich eigentlich auf Kriegsfuß mit meinem Unterbewusstsein. Jedenfalls in dem Sinne, was es mir durch Träume versucht mitzuteilen. Ich habe früher sehr oft versucht, die Schlafphase so kurz wie möglich zu halten, da ich meine Traumwelten nicht mehr ausgehalten und mit Drogen kompensiert habe. Zb Nach THC Konsum träumt man meist sehr wenig, bzw kann sich daran fast gar nicht erinnern. Ich sehe es zwar mittlerweile so, wie Sammy, dass Träume nur soviel Bedeutung haben, wie man ihnen beimisst. Aber alleine das bewusste Miterleben des Traumes kann dennoch sehr schockierend und demotiviernd für den Alltag sein. Aus dieser Sicht heraus, ist es vielleicht kein uninteressanter Gedanke, sich mit dem luziden Träumen zu beschäftigen. Aber ich bleibe skeptisch !
      aber mein hirn ist doch müde ...... !!!!