Helpokratie e. V.

    • daryus wrote:

      Im Fall des Familienmörders würdest du zwar allen Beteiligten außer ihm einen Gefallen tun
      Vielleicht muss ich das noch deutlicher herausstellen.
      Im Grunde muss ich mir überlegen, was ich will und was der Mörder will. Warum hat derjenige meine Familie umgebracht? Das ist entscheidend für alles weitere. Wenn er sachliche Gründe hat, würde ich versuchen die Sache Helpokratisch zu lösen, also ihm klar machen, weshalb ihm der Mord nicht weitergebracht hat und ihm sagen, wie er zu seinem Ziel kommen kann ohne Leute umzubringen.
      War es im Suff, Drogenrausch etc. ohne echten Grund, dann sollte ich oder irgendjemand helfen ihn von dem Zeug wegzubekommen, um eine Wiederholung zu verhindern. (Wenn ich sowas öffentlich fordere ist das womöglich nicht einmal anzeigbar)
      Ist es ein echter Psychopath und er zieht Freude aus der Sache, dann ist es komplizierter. Gott sei dank gibt es davon nicht wahnsinnig viele (viele Psychopathen finden andere Wege, z.B. Laufbahn als Chirurg). In diesem Fall sollte es bei genügender Detektivarbeit sicherlich möglich sein, ihm etwas nachzuweisen. Er hat ja dann eine gewaltige Schwäche, die man leicht bloßstellen kann.
      Und manchmal ist das sinnvollste das Land zu verlassen und irgendwo ein neues Leben zu beginnen. Wie gesagt: Ich lass mir doch von einem Arsch nicht das einzige Leben versauen, das ich hab.

      daryus wrote:

      Dir ist es klar - aber die Polizei macht bloß ihre Arbeit
      Jep. Ich habe nirgends behauptet das Leben oder unsere Gerichte wären gerecht. Zur Zeit lese ich gerade das Informationsheft für Schöffen (haben mich nicht gewählt :-(). Die rechtlichen Grundlagen sind nicht so schlecht. Ich habe oft genug versucht Gemeinschaftsordnungen mit Gesetzen von null zu beginnen. Die Sache ist krass durchdacht bis ins letzte Detail. Glaub mir, es liegt mehr an den Menschen, die gar nicht so schlechte Gesetze nicht verstehen oder sie bescheuert nutzen. Es gibt einen unglaublichen Spielraum bei so vielen Entscheidungen und so viele dumme Menschen.
      Zu deinen Ausführungen: Das ist mir alles bewusst. Aber du unterschätzt deutlich meine Intelligenz, wenn du denkst ein Verbrecher könnte mich so einfach unglaubwürdig machen oder innerhalb von wenigen Wochen durch Gerichtsurteile stoppen.

      daryus wrote:

      >"Was willst du? / Willst du das wirklich?" habe ich dir bereits versucht zu erklären, dass keiner das wirklich weiß
      Das kannst du mir nicht erzählen. Jeder weiß was er in etwa vorhat oder will. Selbst ein Junkie weiß, er braucht seine nächste Dosis. Und schon funktioniert Helpokratie: Wieso betäubt er sich? Wie ist er in diese Lage gekommen? Will er immer Junkie bleiben. Wenn ja, dann bin ich doch schon fertig mit meiner Hilfe :) Wenn nein, dann wäre der nächstbeste Schritt ein Entzug - und schon hat die Person zugleich ein paar Geldsorgen weniger.
      Wenn der Junkie behauptet, er will nicht immer Junkie bleiben, aber auch keinen Entzug (das sind fast alle), dann mache ich ihm bewusst, dass er schon soviel geraucht hat, dass er nicht mehr klar denken kann. Man nennt dies inneren Widerspruch (fast alle von uns tragen so etwas mit uns rum. Zum Beispiel, wenn wir nicht dick werden wollen, aber dauernd zu viel Essen in uns reinschaufeln)

      daryus wrote:

      Außerhalb von kleinen Gruppen gehen die Ansichten darüber, was zu wollen, bzw. was richtig und was falsch ist, extrem weit auseinander
      Richtig. Deswegen sagt Helpokratie: Wir urteilen einfach nicht mehr was falsch und richtig ist, sondern fragen nur noch, was willst du. Willst du, dass alle Christen sind und glauben Jesus ist der Erlöser? Dann hast du dir was vorgenommen und scheiterst bereits an mir. Einem Moslem ergeht es ähnlich usw.
      Wer Lust hat kann ja Gruppen bilden aus Leuten die behaupten das gleiche zu wollen oder zu glauben. Und Gruppen/Staaten können ja miteinander ebenso helpokratisch umgehen.

      daryus wrote:

      Und solange man dort sämtliche Mitarbeit verweigert trägt man auf diese Weise wesentlich mehr zum endgültigen Kollaps des bestehenden Systems bei, als jeder Steuerzahler...
      Das ist nur dann wünschenswert, wenn der Kollaps zu unserem Vorteil ausgeht. Außerdem verursacht man im Gefängnis nur Kosten. Da das mit imaginärem Geld bezahlt wird, hat das nur einen geringen einschlag, denn davon gibt es noch reichlich.

      daryus wrote:

      Du schreibst: >Klar sind meine Ideen alle geklaut.< Und es beruhigt mich, das zu hören. Aber ich finde, du solltest dies bei jeder Erwähnung von Helpokratie untendrunter schreiben!
      Ich mache einige Quellenangaben im Buch. Zudem ist doch klar, dass kein Mensch wirklich originelle Ideen haben kann. Nur Forschung, der Zufall und ein paar Wortneuschöpfungen brachten uns überhaupt bis hierher. Das neue Etikett bleibt, da es weder reiner Präferenzutilitarismus ist noch eine echte Star Trek - Gesellschaft. Das Glücksprinzip trifft es tatsächlich am ehesten, nur basiert mir das zu sehr auf dem "Ich gebe dir etwas und du gibst dafür jemand anderem etwas". Ich finde das zu beschränkt.

      daryus wrote:

      Mein täglicher Umgang mit Menschen zeigt mir, dass fast keiner davon sich für einen völlig gewöhnlichen Affen hält, der genauso beschränkt, naiv und überheblich ist, wie all seine Mitmenschen
      Stimmt. Ist mir auch schon aufgefallen. Seit dem schätze ich meinen Platz etwas realistischer ein. Vielleicht fehlt mir gar die Intelligenz dazu (siehe Dunning–Kruger effect - Wikipedia). Aber aus so manchen Tatsachen (Abitur, Physikdiplom, diverse Intelligenztests) kann ich schließen, dass mein IQ irgendwo zwischen 115 und 140 liegt. Somit sind rein statistisch 84% der Bevölkerung dümmer als ich.
      Nichtsdestotrotz oder gerade deshalb bin ich tatsächlich überheblich.
      Anhand einiger Mitmenschen bemerkte ich außerdem die Unfähigkeit mancher sich von ihren Emotionen und tierischen Impulsen zu lösen. Ich glaube, ich habe das irgendwo schonmal geschrieben, ich kann eigentlich immer sachlich und rational handeln. Zumindest kann ich sofort, wenn es mir bewusst wird oder mich jemand darauf hinweist, auf die Metaebene und jede Situation komplett neu durchdenken.
      Aber es geht besser, das ist mir schmerzlich bewusst.

      daryus wrote:

      Ich weiß das, weil ich seit über 15 Jahren, trotz aller Detektivarbeit, immer noch in einer sehr ähnlichen Situation feststecke: und zwar in der Praxis!
      Interessant. Meine Empfehlung: Tabula Rasa. Wenn du 15 Jahre lang nicht weitergekommen bist, lass es gut sein :borg: . Wie ich sagte: Neue Stadt, neues Land, Neuanfang. Was willst du tun, mit deiner neugewonnenen Freiheit? :phatgrin:
      Hatte ich schon erwähnt, dass ich etwas überheblich bin. ;) Und naiv! :crazy:
    • daryus wrote:

      Wie kommt es zu der großen Lücke zwischen 115 und 140?
      Hatte nur Online-IQ-Tests und einen in einem Heftchen. Weiß nicht mehr wie viele das waren (>5), aber deren Qualität schätze ich nicht wahnsinnig hoch ein. Jedenfalls kamen da bei mir eben sehr unterschiedliche Werte heraus. Der schlechteste war bei 115 und der beste 150. Größer oder gleich 115 macht schon aufgrund meiner schulischen/akademischen Erfolge Sinn, Und da ich bescheiden bin, lasse ich den Spielraum offen. Persönlich im Vergleich mit anderen Studenten/Kollegen (die auch mindestens 115 haben müssten) schätze ich mich auf etwa 125-130. Aber von mir aus sind es auch nur 115 (mir reicht es klüger als etwa 80% der Bevölkerung zu sein)

      daryus wrote:

      Hare schätzt den Anteil von männlichen Psychopathen in Amerika auf Einen von Hundert.
      Es gibt in etwa genauso viele Intersex Personen und irgendwie habe ich da noch keine/n getroffen.
      Die Liste der Eigenschaften ist mir in etwa bekannt und die Schwächen sind eben sowas wie "unzureichende Verhaltenskontrolle", "pathologisches Lügen", "Mangel an Empathie", "Impulsivität", "Stimulationsbedürfnis".

      Die Stärken sind mir ebenfalls bewusst, daher muss man eben ruhig herangehen und den Schlachtplan sorgfältig ausarbeiten.
      In einer Welt, die nach Helpokratie aufgebaut ist, fallen Psychopathen sofort auf - siehe z.B. "Fehlen von realistischen, langfristigen Zielen". Zudem baut die Helpokratie auf Wahrheit auf. Ein Lügengebäude wäre schwer aufrecht zu erhalten.
      Aber zurück zur Realität: Das System schützt Psychopathen. Sie sind intelligent und gerissen. Du hast deren Vorgehen schön beschrieben. Wenn sie die Fehler der Gesetzgebung verstanden haben, können sie mit ihren Fähigkeiten ein fast grenzenloses Verbrecherleben führen. Doch vergiss nicht: Sie leben auf sehr dünnem Eis von Lügen und machen unwillkürlich ständig Fehler.
      Gibt es weitere Opfer, denke ich tatsächlich an ein Bündnis, aber nicht in Form von Klagen. Wie du richtig erkennst, Psychopathen spielen Richter und Polizisten wie andere Menschen Musikinstrumente. Aber schon ein weiterer Zeuge kann bereits deine Aussagen und dich glaubwürdiger machen.
      Zurück zur Theorie: Eine Gemeinschaft sollte diese Individuen schon als Heranwachsende herausfiltern. Im eigenen Interesse und im Interesse aller sollte man deren Natur öffentlich machen.

      Zur Existenz des Bösen: Es gibt Menschen, die einfach so, weil ihnen z.B. langweilig ist, Menschen ermorden, aufsägen etc. Im Zweifel gehe ich dennoch vom Guten im Gegenüber aus. Nur weil ich nicht ständig auf dieses 1% der Bevölkerung eingehe, heißt das jedoch nicht, dass ich nicht weiß, dass es diese gibt. Ich bin nämlich nicht so naiv. Ich bin sogar immer auf das Schlimmste gefasst. Das geht so zusammen:
      Ich sitze im Bus, so dass ich jeden sehen kann und überlege mir, was ich tun würde, wenn ich attackiert würde oder mein Gegenüber ein Messer zückt etc. Dennoch gehe ich aus rein statistischen Gründen davon aus, dass mein Gegenüber nicht vor hat, mich umzubringen und solange er mich nicht vom Gegenteil überzeugt, denke ich nur das Beste von ihm.
      Außerdem nutze ich kleine Charaktertests um die Psyche meiner Mitmenschen zu analysieren.

      daryus wrote:

      aber dann würdest du nicht nur endgültig dem Mörder die Gewissheit verschaffen, dass er mit derartigen Taten selbstverständlich problemfrei weitermachen kann, wann immer ihm irgendein Parfum missfällt - sondern du würdest auch im neuen Wohnort sicher nie mehr glücklich mit diesem ungerechten Ausgang der Geschichte werden können
      So wie du mir das geschildert hast, kann der Mörder problemlos weitermachen, ob du ihm im Weg stehst oder nicht. Im Grunde nimmst du ihm nur ein weiteres Spielzeug. Solange du da bist, kann er dich ja weiter fertig machen, ohne Konsequenzen für ihn.
      Ob du am nächsten Wohnort glücklich werden kannst, hängt nur davon ab, wie sehr du in Gedanken der Vergangenheit nachhängst. Das Leben ist ungerecht, das muss man einfach mal akzeptieren (ich weiß, das können nicht alle). Ansonsten heilt die Zeit alle Wunden. Nach spätestens sieben Jahren im neuen Leben ist das Geschehene allerhöchstens ein Schatten der Vergangenheit und idealerweise hat man die Sache dann verarbeitet.
      Und selbst wenn nicht, hat man nichts verloren. Denn wenn man bleibt, wird man ja offensichtlich auch nicht weiter kommen.

      daryus wrote:

      Hast du je einen Opium-Entzug durchlebt? Dein ganzer Körper verlangt währenddessen nach dem Stoff - welcher Wille ist da der wichtigere?
      Nein, soll hart sein. Meine Theorie ist, dass nur derjenige richtig suchtgefährdet ist, der eine bestimmte Lebenseinstellung bzw. Veranlagung dazu hat. Eine willensstarke Person kann das körperliche Verlangen von seinem Intellekt trennen (Man kann sich z.B. auch zu Tode hungern). Deswegen werden nicht alle süchtig, die Drogen probieren.
      Aber zurück zu deiner Frage: Der jeweils aktuelle Wunsch ist der wichtigere. Ich sehe druchaus die Schwierigkeit, wenn man gebeten wird beim Entzug zu helfen, aber dann wegen des starken Dranges nach dem Stoff gebeten wird, das Ganze abzubrechen.
      Wenn man jedoch vorher mit dem Freund die Sache in aller Ruhe besprochen hat und ausgemacht hat, dass der Entzug durchgezogen werden soll, kann man durchaus diese Abmachung zur Entscheidung heranziehen. Der Freund will ja einen Entzug, ist selbst jedoch nur zu schwach, um den Forderungen seines Körpers zu widersprechen. Somit hilft man dem Freund gegen den gemeinsamen Feind - den Körper.
      Sehe da keinen Fehler in der Theorie. Es gibt in der Helpokratie jedoch keine Pflicht zu helfen, daher kann man genauso gut sagen, das soll die Person mit seinem Körper selber ausfechten.
      Im Grunde ist es egal, weil man in beiden Fällen nicht wirklich gegen den Willen der Person gehandelt hat.

      daryus wrote:

      wenn du sagst, die Qual des Entzugs sei für jeden das Beste
      Genau das ist der Knackpunkt. Ich finde ein Leben ohne Sucht besser und wünsche mir für andere einen erfolgreichen Entzug. Das ist meine Meinung, die kann ich durchaus haben. Nur wegen der Helpokratie ist es mir eben nicht erlaubt, anderen meine Meinung überzustülpen. Wenn jemand das nicht will, muss ich das akzeptieren.
      Ich beteilige mich hier lediglich weder an Herstellung noch am Vertrieb seiner Drogen. Helpokratie verpflichtet mich nur ihn nicht aktiv daran zu hindern, all das selbst zu tun.

      daryus wrote:

      Bevor ich in Erwägung ziehe, derartiges für den Rest meines Lebens zu verdrängen,
      Von Verdrängung habe ich nie etwas gesagt! Neuorientierung und das Geschehene verarbeiten (Therapie, Meditation, sich mit den eigenen Gefühlen und Gedanken auseinandersetzen etc.)!

      daryus wrote:

      Ignoranz oder Hilfsbereitschaft gegenüber dem Bösen, stellt keineswegs eine adäquate Lösung für das Problem dar.
      Ich wiederhole: Es gibt kein "Böses", nur Menschen mit einer Axt, die einen Zerstückeln wollen. Und für mich sind das wie Blitze aus einer Gewitterwolke. Ich gehe nicht darauf zu und baue Blitzableiter (=Helpokratie). Dadurch werde ich Blitze weder verhindern oder gar aus der Welt schaffen noch für ihr unmögliches Verhalten bestrafen, aber ein durchaus annehmbares Leben führen.
    • daryus wrote:

      dein altes und häufig geklautes Konzept für keine funktionierende Lösungsmöglichkeit halte
      Das ist wo du irrst. Es mag zusammengeklaut sein, aber der Ansatz ist dennoch neu und noch nie ausprobiert. Kein Mensch war bereit, die Frage nach Gut und Böse unbeantwortet zu lassen!
      Du selbst weigerst dich die Tatsache einer fehlenden Moralbasis anzuerkennen. Für dich gibt es Gut und Böse, das kann ich akzeptieren. Auch ich habe persönliche Maßsstäbe, was ich für gut und schlecht halte. Nur versuche ich diese dir eben gerade NICHT überzustülpen, wie es du bei mir scheinbar versuchst.

      Helpokratie kann in deinen Augen dann natürlich nie funktionieren, weil es bedeuten würde, du müsstest allen anderen (auch deinem Erzfeind) die gleichen Rechte zugestehen wie dir, festzulegen, was okay ist und was nicht. Das geht natürlich nicht, wenn man davon überzeugt ist, das bereits zu wissen.

      daryus wrote:

      Aber wenn niemand einem Mörder Einhalt gebietet, weil jedes neue Opfer, dass der Täter findet, entweder stirbt oder flüchtet, nur dann wird dieser Mörder problemlos so weitermachen können.
      Ich sagte nicht, man soll ihn gewähren lassen. Doch wenn man alle rechtlichen Schritte ausgenutzt hat, sein komplettes Umfeld ausreichend gewarnt hat und dir niemand glaubt oder die Gefahr wahrhaben möchte, hat man meines Erachtens seine Schuldigkeit getan. Du bist nicht verantwortlich für das Unglück, das die Person verursacht und die neuen Opfer. Die Umwelt, Behörden und wohl auch einige der zukünftigen Opfer sind es.
      Deine Aufgabe ist vor allem, dich selbst glücklich zu machen.
      Ich verstehe, wenn du nach Gerechtigkeit verlangst, aber offenbar ist sie dir nicht vergönnt. Wenn du dich davon fertig machen lässt, hat dein Feind erst recht gewonnen.
      Aber was rede ich, manche Menschen kämpfen ihr Lebtag gegen die Realität.

      daryus wrote:

      Ich hatte mal am Seelsorgetelefon einen freiwilligen Helfer in der Leitung, der aus seiner (durch mich entstandenen) Notlage heraus, krampfhaft versuchte, mir den christlichen Glauben wie einen Rettungsanker gegen den Kopf zu werfen.
      Du vergleichst nicht ernsthaft Helpokratie mit dem christlichen Glauben?
      Irgendwie reden wir aneinander vorbei oder du hast nicht verstanden, wie es funktioniert.
      Du willst dich umbringen oder Junkie bleiben, kein Thema. Das ist prinzipiell Okay. Helpokratie sagt, ich darf dir nicht sagen, es wäre moralisch falsch. Es sagt sogar, ich sollte dir dabei helfen - einzige und nicht einmal notwendige Einschränkung: Du möchtest das auch wirklich.
      Ich mein, ich will dir nicht beim Selbstmord geholfen haben und nachher stellt sich raus, du wolltest eigentlich nicht sterben, sondern bist ein depressiver Mensch und hast so Phasen, die man mit Antidepressiva lindern kann.
      Oder: Ich bin Selbstmordgegner und helfe prinzipiell nicht.
      Oder: Ich bin Selbstmordgegner und rufe die Polizei.
      Ich persönlich würde erstmal fragen: "Hast du dir das auch gut überlegt. Gehen wir doch mal die Pro und Cons durch."
      Helpokratie hilft dir da sogar weniger als der christliche Glaube. Für manche funktioniert sogar der (Streng Gläubige bringen sich tatsächlich seltener um)

      Helpokratie ist für mich ein System, das bei Anwendung dazu führt, dass die (aktuellen) Wünsche aller Menschen zu einem maximalen Anteil erfüllt werden.
      Es behauptet weder das dies eine gute Sache ist, noch dass jeder weiß, welche Wünsche ihn zu dem führen, was man eigentlich will. Noch nicht einmal, dass dann alle glücklich werden.
      Im Grunde ist es eine Maschine, in der ich oben eingebe, was ich möchte und unten das Beste rauskommt, was unter den Umständen möglich war. (wer sich wünscht Flügel zu haben, um damit herumzufliegen, muss sich nicht wundern, dass da nichts entsprechendes rauskommt)

      Es hat zwei Nachteile:
      1. Jede Person wird gleichwertig behandelt
      2. Einige wenige Personen könnten mehr Wunscherfüllung bekommen, wenn ein Großteil nicht mitmacht (auf horrende Kosten aller) <- Aktuelle Situation
    • daryus wrote:

      Wir reden wohl wirklich aneinander vorbei
      Ja, total :dash:

      daryus wrote:

      Aber die Realität entwickelt sich hauptsächlich durch solche Leute weiter
      :dash: Dann halt "Die Vergangenheit kann man nicht ändern und muss sie akzeptieren und sich ihr anpassen, um die Zukunft überhaupt sinnvoll beeinflussen zu können. Dein Problem war ja, dem bereits Geschehenen nachzuhängen. Das blockiert.

      daryus wrote:

      Wenn du deine Religion
      :dash:

      daryus wrote:

      dass du ihre Haupt-Aufgabe maßgeblich darin siehst, dich selber damit glücklich zu machen
      :dash:

      daryus wrote:

      Aber schau dir zum Abschied bitte wenigstens noch die Doku über den Freien Willen an.
      Habe ich schon vor längerem gesehen. Ich mag Sam Harris (wems zu langsam ist, einfach Geschwindigkeit auf 1,25x). Wir besitzen keinen freien Willen.

      daryus wrote:

      Mir ist klar, dass du dich daran festgebissen hast
      :dash:

      daryus wrote:

      Und weil ich die schon ignorierten Argumente dagegen nicht erneut vorbringen will
      Es wurde lediglich ignoriert, was nichts mit dem zu tun hatte, was ich sagen wollte.
      Aber du hast Recht, die Diskussion macht keinen Sinn mehr. Du hast dir deine Meinung gebildet.