Dians Musik-Thread

    • Heute will ich mal anlässlich ihrer kommenden Deutschland-Tour eine Band aus den 80ern vorstellen, die musikalisch ähnlich stilprägend und einflussreich war wie Depeche Mode, aber irgendwie trotz vieler Hits nie so den Sprung ins Bewusstsein der breiten Masse geschafft hat.
      Die Rede ist von O.M.D., oder auch Orchestral Manoeuvres in the Dark. Die werden zwar in jedem 80er Jahre-Rückblick erwähnt, aber meistens dann nur mit einem ganz bestimmten Song, nämlich dem hier:


      Dabei haben sie eine ganze Menge mehr zu bieten.




      In ihrer Anfangsphase, Ende der 70er und zu Beginn der 80er, waren sie noch ziemlich experimentell (viele sagen daher auch, das war ihre beste Zeit.) Mitte der 80er wurde der Sound dann, wie so vieles damals, ziemlich poppig und irgendwie seicht. Dann waren sie auch für ein paar Jahre von der Bildfläche verschwunden, bis sie in den 90ern ein großes Comeback hatten. Der Sound war da zwar immer noch deutlich poppiger als zu ihrer Anfangszeit, aber ich mag die Sachen aus den 90ern auch sehr. Unter anderem das hier:





      Mitte der 90er war dann Schluss für lange Zeit. Aber inzwischen gibt es sie wieder, neues Album ist auch erschienen, und ich finde, anders als etwa Depeche Mode sind sie ihrem Sound treu geblieben, und klingen erfreulicherweise auch heute noch wie sie selbst, und nicht wie irgendwas völlig anderes. Genau so wie es eben sein soll.


    • Hier mal ein echter Geheimtipp für alle, die es etwas exotischer mögen:

      Susumu Hirasawa

      Bekannt dürfte er einigen hierzulande vor allem dadurch sein, weil er den Soundtrack zum Anime "Berserk" gemacht hat.

      Susumus Hirasawa ist einer dieser Künstler, die ihren komplett eigenen Stil haben, den man sofort beim Hören der ersten Takte erkennt. Ich wüsste jetzt keine ähnlich klingende Band... genau genommen weiß ich nicht mal so recht, in welches Genre das eigentlich eingeordnet werden sollte. Seine Musik ist irgendwie ein Genre für sich.
      Irgendwie ist es experimenteller japanischer Synthpop, aber vermischt mit Elementen aus Filmmusik und Klassik. Und hin und wieder klingt es auch wie Powermetal ohne Gitarren.





      Musik macht er im Grunde auch schon seit Ende der 70er, damals mit seiner Band P-Model. Richtig gut sind aber erst so die Sachen seit den 90ern, meiner Meinung nach. Sein aktuelles Album ist von 2016, und ist ebenfalls sehr hörenswert geraten. Ganz große Kunst, die wohl nie den Weg in die deutschen Charts finden wird.

    • Anfang der 90er war Moby für mich einfach nur ein Techno/Dance-Act von vielen. Hätte ich damals nicht gedacht, dass er sich mal in eine ganz andere Richtung entwickeln würde.
      Auch wenn ich persönlich jetzt nicht alles gut finde, was er danach gemacht hat (er ist ja doch recht vielseitig), hat er doch immer mal wieder ein paar schöne Lieder veröffentlicht... und vor allem auch sehenswerte Videos mit auch ziemlich gesellschaftskritischen Aussagen.





      Und so war das damals in den 90ern:
    • Aus aktuellem Anlass (weil die Sparks demnächst auf Deutschland-Tour gehen und ich die dann auch zum ersten Mal live sehen werde) hier mal eine kleine Huldigung dieser musikalisch einflussreichen, und dennoch erstaunlich unbekannt gebliebenen Band:
      Den jüngeren Leuten dürften sie noch am ehesten dadurch ein Begriff sein, weil einer ihrer alten Songs im Film "Kick-Ass" zu hören war. Aber die Sparks haben natürlich im Lauf der Jahrzehnte (die gibt es jetzt schon seit bald 50 Jahren) noch eine Menge weiterer cooler Lieder abgeliefert, und haben sich dabei auch nie auf ein bestimmtes Genre festlegen lassen. Vielleicht ist das auch das Problem, warum sie nie so ganz erfolgreich im Mainstream geworden sind... sie ließen sich einfach ziemlich schwer in eine Schublade pressen. Am Anfang war es Glamrock, dann ein bisschen Disco, Pop und New Wave, in den 90ern sind sie auch kurz mal auf der Eurodance-Welle mitgeschwommen, und danach machten sie experimentelle Acapella-Musik. Inzwischen sind sie wieder mehr oder weniger bei ihren Wurzeln angekommen, ohne aber je verstaubt oder altmodisch zu wirken wie so manch andere in Ehren ergraute Band.
      Und vor allem haben sie (genau wie ihre Videos) einfach immer so das "gewisse Etwas", was man entweder hat oder nicht, und was sich auch nicht künstlich erzeugen lässt. Man muss wohl schon wirklich etwas authentisch durchgeknallt sein dafür... und durchgeknallter als vergleichbare Bands waren die Sparks schon immer.