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    • Ist irgendwie klar, dass China in den Hollywoodstreifen der neue Bösewicht wird.
      Ich habe eher den Eindruck, dass China sich in Hollywood stark einkauft, bzw. dass viele Hollywood-Filme für den großen chinesischen Markt "optimiert" werden.
      Das äußert sich darin, dass mittlerweile in gefühlt jedem zweiten Blockbuster ein chinesischer Co-Star mitwirkt, der hierzulande nahezu unbekannt ist, aber in seinem Heimatland ziemlich erfolgreich ist. Das ist ja auch in dem von dir angesprochenen Mile 22 der Fall.
      Als Bösewichte nimmt man dann lieber Nordkorea (das ist kein wichtiger Markt), oder halt so ein Pseudo-Tschadschikistan oder irgendsowas.
      Dass der Bösewicht in Mission Impossible ausdrücklich als "Anarchist" bezeichnet wurde, obwohl er einfach nur der übliche abtrünnige Geheimagent ist, der sich von seinen Vorgesetzten ungerecht behandelt fühlt und deshalb die ganze Welt in die Luft jagen möchte (wie man es ja in jedem zweiten Film dieser Art hat), fand ich auch ziemlich deplatziert. Kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass seine Gedanken oder Handlungen in irgendeiner Weise besonders "anarchistisch" gewesen wären. Er war Anführer einer hierarchischen Terror-Organisation, und will mal eben ein ganzes Flüchtlingslager zerstören, nur um die Ex-Frau des Helden zu erwischen, damit der Held ganz traurig wird... klingt irgendwie nicht sehr anarchistisch für mich.
      Manchmal glaube ich auch, die verwechseln Anarchismus mit Nihilismus oder mit Satanismus oder sonst irgendwas.
      Ein "echter" Anarchist war hingegen V aus V wie Vendetta. Aber genau dort wurde dann seltsamerweise das böse A-Wort kein einziges Mal verwendet. Man wollte den Zuschauern ja nicht zu viel Gegenwarts-Bezug zumuten. (soweit ich weiß, wurde nur im dazugehörigen Comic von "Anarchie" gesprochen, im Film aber nicht)
    • Iko Uwais ist Indonesier und ich denke schon, dass es dazu langfristig hinauslaufen wird, das China die Rolle des "Bösewicht" übernimmt. Hollywood als Filmfabrik ist ja nicht einfach nur ein kapitalistischer Konzern, sondern ist eine Art "Trendsetter" für die nächsten Dekaden. Wahrscheinlich wird es nicht so derbe ausfallen, wie es in früheren Zeiten der Fall war, wo in jedem Bond Streifen der Ivan den bösen Buben spielte. Die Chinesen können sich zwar bei Hollywood einkaufen, aber damit bestimmen sie noch lange nicht, was dort insgesamt abläuft.
      Das jetzt häufiger asiatische Schauspieler mit integriert werden, ist wie schon früher bei den Afrikanern der Quote geschuldet. Jeder Film braucht(e) einen "Quotenneger". Ob dieser (heute) nun ein Asiate ist oder ein Lateinamerikaner, ist dafür völlig unmaßgeblich. In den meisten Filmen ist es ja eh schon so, dass immer mindestens ein Schauspieler von den verschiedenen Ethnien auftreten darf, um die zukünftige globale Ordnung darzustellen. Dabei geht es den Globalisten aber weniger um gleichheitliche Ideale, sondern eher um den perfekten Konsumenten und Arbeitslohnsklaven zu generieren. Bei Mile 22 hat man ja auch ein fiktives ostasiatisches Land genommen, um sich nicht genau auf einen bestimmten Gegner festlegen zu müssen. Hauptsache, es ist irgendein Schlitzauge. Die sind ja eh alle gleich ! ? -.-
      Aber insgesamt wird die Gut- und Böseverteilung schon ein wenig subtiler, um damit dem kapitalistischen Markt besser dienlich zu sein. Da hast du schon recht !
      aber mein hirn ist doch müde ...... !!!!
    • mi san thrope schrieb:

      Iko Uwais ist Indonesier
      Ja, sorry, da hast du natürlich komplett Recht. Nicht zuletzt an dessen Film "The Raid" hatte mich "Mile 22" auch stellenweise erinnert, zumindest gegen Ende beim Kampf in dem Wohnblock. Ich wünschte, es würden mehr echte asiatische Filme zu uns ins Kino kommen, anstatt immer nur diese halbherzigen amerikanisierten Ripoffs mit Quoten-Asiaten als Co-Stars. Und das stimmt natürlich, dass man heute auch gerne mal Asiaten nimmt für Rollen, bei denen man früher den sprichwörtlichen "Quoten-Neger" herangezogen hat, um damit seine Weltoffenheit und ach so große kulturelle Vielfalt zu demonstrieren. Oder vielleicht ist ja auch die Gemeinde der asiatisch-stämmigen Bevölkerung innerhalb der USA mittlerweile so bedeutend, dass man sie allein schon aus finanziellen Gründen bei der Rollenwahl berücksichtigen muss.
    • Dem muss ich zustimmen, denn dadurch, da ich sehr gerne asiatische Filme mag, habe ich schon einige Leckerbissen kennen gelernt, die einfach nur sehenswert sind. Nur kommen solche nicht hier her, sondern, ich muss sie mir über Umwege beschaffen. (das heißt, Internet^^)
      Ein Beispiel ist für mich Chocolate ... süß und tödlich! Ein thailändischer Film mit Yanin Vismistananda.
      Sind wir nicht alle etwas Bluma???? ^^
    • Was authentisches Asia-Kino angeht, das auch ein größeres Publikum erreicht, sind sicherlich derzeit vor allem die Koreaner zu nennen. Ich mag die Raid-Filme sehr und find's auch cool, dass Silat-inspirierte Choreographie den Weg auf die Leinwand findet, aber an anderen Filmen wie "Headshot" wird irgendwie deutlich, dass man sich hier noch zu sehr an Hollywood-Action orientiert, anstatt - wie die Koreaner - einen eigenen Weg zu gehen.

      Der Auffassung, dass anarchistische Theorie gewaltfrei ist bzw dass Gewalt auch nur eine Form von Herrschaft darstellt, würde ich aber widersprechen. Natürlich ist die Darstellung von Anarchisten im Mainstream-Kino in der Regel ziemlich tendenziös - aber letztlich, aus dessen Perspektive, wohl auch konsequent. Wobei Action-Kino grundsätzlich dazu neigt, Law-and-Order- bzw Vigilante-Ideologien zu transportieren.
    • Dian hat Recht, was den chinesischen Einfluss auf Hollywood angeht. Hollywood will Geld verdienen und China ist ein gigantischer Markt. Aber die Chinesen zensieren und lassen nur eine bestimmte Anzahl von ausländischen Kinofilmen zu. Und in diesen Filmen darf China nicht böse rüber kommen und im besten Fall soll auch ein Chinese/eine Chinesin mitspielen.
      Dieses Video erklärt das sehr gut:
      Versteckte Macht: Wie China heimlich das Kino ändert